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Run & hike zum Roggelskopf

Schon mal was vom Roggelskopf gehört? Macht nichts, wir auch nicht. Zumindest bis vor zwei Monaten, als wir einen Aufstieg wegen Schlechtwetter und Schneefallgrenze um 2.000 Meter Seehöhe absagten. Auf der Landkarte fiel uns ein kurzer Weg vom Klostertal zum Formarinsee auf, und irgendwo gleich daneben lag ein Gipfel: der Roggelskopf.

An diesem prächtigen Frühherbstsonntag verließen wir das Auto beim Schwimmbad in Braz (720 m). Mit leichtem Rucksack und Laufschuhen starten wir in den Trailrun, werden aber bald durch die Steilheit des Karrenweges eingebremst. Kurve für Kurve dauert der hochprozentige Anstieg an, und das auf einem nicht ganz so leichtem Untergrund aus losem Schotter und sandigem Kies. Der Wanderweg in Richtung Masonalpe zieht sich, viele Höhenmeter klettern wir hinauf. Erst nach dem wir das Plateau des Mason von Westen erreichen, ebnet sich der Weg ein.

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oberhalb der Masonalpte, rechts der Roggelskopf

Dieses Teilstück ist vielleicht der beste Teil des Trails, da es auf einem schmalen Alpenweg auf und ab dahin geht. Hier ist es nun besonders warm, da kein Schatten-spendender Wald zur Verfügung steht. Wir passieren die Mason-Alpen oberhalb und laufen weiter gegen Osten und ansteigend, bis uns die Westwand des Roggelskopf geradezu einlädt. Der einfache, etwas rutschige Weg geht im Zick-Zack den Geröllhang bis zur Scharte hinauf, dann entlang und unterhalb der Wand bis zu einer Rinne, die mit einem Stahlseil versichert ist. Rasch klettern wir hoch zum Vorgipfel, dann noch fünf Minuten Blockfelsen, bis wir oben sind (Gipfel Roggelskopf, 2.284 m). Schöne Blicke in alle Landschaften Vorarlbergs, besonders die Rote Wand lacht uns an.

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Gipfelblick über den Vorbau Richtung Verwall

Der Abstieg folgt der Aufstiegsroute, nur ein bißchen schneller, aber vorsichtiger. Insgesamt ein schöner Weg mit gut 1.500 Höhenmeter Aufstieg, eventuell auch mit einer Kombination und Aufenthalt auf der Freiburger Hütte.

Kaltenberg: viele Meter, kein Genuss

Einmal vorweg: eine Genusstour sieht anders aus. Das liegt aber weniger am Berg, sondern an den derzeitigen Schneeverhältnissen: Harsch, rutschige Aufstiegsspuren, windgepresste und pickelharte Hänge. Das war heute am Kaltenberg nicht anders.

Start am Bahnhof von Langen am Arlberg (1.217 m) um 7.30, Aufstieg über den Alpweg zur Unteren Bludenzer Alpe (1.546 m). Dieser Weg zeigte schon deutliche Verbrauchsspuren, Schnee war noch da, aber schon sehr eisig und an manchen Stellen ausgeapert. Von der Unteren Bludenzer Alpe stiegen wir zunächst dem Albonabach folgend, später auf dem Alpweg zur Oberen Bludenzer Alpe weiter auf. Wir querten das hügelige Gelände unterhalb der Kaltenberg Hütte Richtung Süden und überwanden so die erste Steilstufe am Albonabach.

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Gipfelhang des Kaltenberg

Diese Querung nach Süden führt über offenes Gelände vorbei am Alpenkopf und der Maroispitze. Im Osten begrenzt der Krachelgrat den Weg. Zunächst ist es im Krachel noch nicht allzu steil, doch je weiter man nach Süden kommt, desto anspruchsvoller werden die Hänge. Spitzkehren-üben ist angesagt. Auf der Krachelscharte (2.650 m) gibt’s mal eine Pause plus einen kurzen Marsch hinüber zur Krachelspitze (2.686 m), die eher wie ein sanfter Hügel wirkt.

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kurze Kletterei zum Gipfel

Es folgt eine Abfahrt von rund 150 Höhenmeter zum Kaltenbergsee. Hier bekommen wir eine Vorahnung, wie hart die Rückfahrt sein wird. Vom Kaltenbergsee geht’s nochmals immer steiler werdend, aber recht unschwierig bis kurz unterhalb des Gipfels – Skidepot. Jetzt noch eine kurze Kletterei am Seil, und schon ist man am Gipfel des Kaltenberg (2.896 m). Wunderbare Ausblicke ins Montafon aber auch ins benachbarte Tirol. Sonne pur, und auch später unweit des Skidepots am Grat mit Blickrichtung Pflunspitze.

Der Gipfelhang lässt sich überraschend gut abfahren, der Gegenhang zur Krachelscharte ist mühsam, weil die Sonne hier richtig herunterbrennt. Nun werden die Schneeverhältnisse immer miserabler, wir müssen sehr hart arbeiten. Irgendwann passieren wir die Obere, später die Untere Bludenzer Alpe. Die Beine werden vom Pflug-Fahren entlang des Alpweges langsam müde, aber der Spar in Klösterle belohnt uns schließlich doch mit Latella und einem Mango-Joghurtdrink.

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Unsere Route zum Gipfel

Diese Tour ist sicherlich nur jenen zu empfehlen, die mal einen Tagesausflug machen wollen. Rund 7 Stunden haben wir insgesamt für die 2.040 Höhenmeter und 11,6 km gebraucht. In unsere Top-10 Liste kommt diese Tour nicht, aber wenn es hier mal ordentlich Schnee hat, ist Tiefschneefahren hier ein Traum (aber die Hänge sind schön steil, also Vorsicht bei der Lawinenbeurteilung!). Für uns bleibt diese Tour deshalb einfach ein Eintrag ins Gipfelbuch und ein kleiner Push für die Höhenmeterstatistik 2011.

Vom Kristbergsattel durch das Wasserstubental

Dalaas im Klostertal war heute Ausgangspunkt einer netten Mountainbike-Runde. Es ging vom “Dorfparkplatz” weg gleich ordentlich hinauf über zahlreiche Kehren bis zum Kristbergsattel. Der waldige Weg gefiel – es war nicht viel los und der Straßenbelag auch ganz fein.
Vom Kristberg weg wurde es deutlich populärer, viele Wanderer fuhren vom Silbertal mit der Bahn hinauf und “verstopften” den Weg, der im Winter unter “Kristberg Höhenloipe” prämiert. Genau auf der anderen Seite des Silbertals ist das Hochjoch zu sehen.

Das Hochjoch von Oberbuchen betrachtet

Doch mit der Abzweig gleich nach dem Wildried gab es eigentlich nur mehr vereinzelte Wandergruppen auf dem Weg über die Untere Wasserstubenalpe bis zur Oberen Wasserstubenalpe. Das Wasserstubental ist zwar recht kurz, dafür umso schöner. Der Anstieg ist aber auch ordentlich. Von der Oberen Wasserstubenalpe sieht man schön in das Bergpanorama um die Eisentaler Spitzen.

Das Dach der Oberen Wasserstubenalpe ist schon zu sehen, dahinter die Westl. Eisentalerspitze (rechts)

Der Rest der Tour besteht aus einem kurzen Anstieg zum Sonnenkopf, einer langen Abfahrt auf Schotter bis zur Talstation der Sonnenkopfbahn und einem temporeichen Weg entlang der Alfenz bis nach Dalaas.

Bei einer Schiebepassage wechselten wir das Gefährt…