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Kurz aber knackig: Klettersteig Arzl

Der Start ins Wochenende erfolgte diesmal im Pitztal, und zwar am Klettersteig in Arzl. Im Tirol gibt es ja einige schöne und gut gesicherte Klettersteige (z.B. im benachbarten Ötztal: Lehner-Klettersteig, Schiestl-Klettersteig). Der Klettersteig in Arzl ist sehr einfach zu erreichen (5 min von der Autobahn, Zustieg dauert auch keine fünf Minuten) und bietet drei Routen, wobei eine als Sportklettersteig-Route (Schwierigkeiten bis D/E-) angelegt ist.

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schöner Klettersteig in Arzl als optimale Reisepause

Der Durchstieg der rund 200 Höhenmeter hohen Wand erfolgt im Zick-Zack und ist nach einer halben Stunde geschafft. Der Weg retour durch steiles Waldgelände ist allerdings weniger toll, aber was soll’s. Wir hatten einen netten Stop auf dem Weg ins Grödnertal / Südtirol!

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kurz und kraftraubend

Eggstöcke 2.0

Nach unserem Rennrad-Ausflug am Samstag über Pragelpass und Klausenpass brauchten unsere Beine etwas Erholung. Nichts Besseres als einen Klettersteig. Da bot sich in der Nähe von Glarus der Klettersteig oberhalb von Braunwald an. Wir waren schon vor Jahren einmal dort, haben allerdings nur die ersten zwei Teilabschnitte unternommen. Jetzt wollten wir die Eggstöcke komplettieren.

Gumen

Kurz vor der Bergstation Gumen, dahinter die Eggstöcke

In aller Früh nahmen wir die Bahn von Linthal hinauf nach Braunwald (1.256 m). Das sollte sich auszahlen, denn wir wollten an dem sonst recht überfüllten Klettersteig die ersten sein. Also keine Staus, keine Überholmanöver, und kein Steinschlag von oben. Da der Sessellift hinauf zum Ausgangspunkt der Tour (Gumen, 1.901 m) erst um 8.00 startet, nahmen wir den Wanderweg – rund 700 Höhenmeter waren zu überwinden. Bei so einem schönen Morgen wie an diesem Tag aber keine große Geschichte, erst oben wurde es durch die direkte Sonnenbestrahlung schon etwas warm.

Eggstoecke biwak

Das bei Gewittern lebensrettende Biwak nach dem 2. Abschnitt des Klettersteigs

Um 8.10 standen wir am Einsteig zum ersten Abschnitt (Gumengrat) und hatten ihn nach 30 Minuten überklettert (Leiteregg, 2.310 m). Dann folgte nach einer kurzen Fotopause Abschnitt 2 mit dem Gipfel (Mittler Eggstock, 2.420 m) und die Wanderung hin zum Notbiwak auf dem Rücken der Eggstöcke. Etwas lästiger war dann der Abstieg (Steinschlag) und der Zustieg zum 3. Abschnitt; ein Abschnitt, der im Führer als “ziemlich schwierig” beschrieben wird.

Eggstoecke 3. Abschnitt

Beate vor der dritten Wand hinauf zum Hinter Eggstock

Der Klettersteig zum Hinter Eggstock (2.445 m) ist eine senkrechte Wand, die aber bestens abgesichert ist. Es finden sich leichte, längere Überhänge, die man mit Armkraft überklettern muss. Wer hier mit seiner Sicherung herumfuchtelt, bekommt bald schwere Arme – das muss recht flüssig gehen! Den Gipfel haben wir recht schnell erreicht, doch die Abstiegsschleife bis nach Braunwald dauerte etwas. Eine Wanderung, die wir in der Mittagssonne gegen 12.30 abschließen konnten (mehr Infos zur Route gibt es auch im Klettersteigatlas). Also genug Zeit, um uns anschließend dem Walensee zu widmen!

Entlang des Wasserfalls- Klettersteig Kandersteg

Auch bei schlechtem Wetter kann man in die Berge gehen – zumindest an diesem Klettersteig im Berner Oberland: Kandersteg heißt der recht bekannte Ort, an dem wir den letzten Samstag verbrachten, und uns von der Talstation Allmenalp (1.181 m) zum Klettersteig bewegten.

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Eine Traverse

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einmal um die Ecke…

Der Klettersteig selbst folgt einer mehrere hundert Meter senkrechten Wand und ist deshalb mit recht viel Eisen gesichert. Dazwischen gibt es immer wieder kleinere Stellen, an denen Gras oder Erde auftaucht, und das ist bei einem Wetter wie an diesem Samstag nicht gerade angenehm. Der lehmige Boden verteilt sich über die Schuhe des Vorgängers auf die Eisen in der Wand, und damit wir die Sache schon ein bißchen glitschig. Also aufpassen!

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eine gedrehte Leiter ins Nichts

Die Streckenführung ist interessant, mit zwei Seilbrücken, und wenn auch mal ein Bergführer anwesend sein sollte, dann dürfte man auch die zwei tollen Tyrolienne benutzen. Für Anfänger ist der Klettersteig nicht unbedingt geeignet, aber wer Ausgesetztheit liebt, dem wird diese Tour gefallen. Nach unten kann man tief schauen, speziell auf der zweiten Seilbrücke. Wir sind recht schnell durch die Wand gegangen (2 Stunden, Angabe sind 3 Stunden).

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mittellange Seilbrücke

Der Weg zurück führt durch tolle Landschaften über einen Wanderweg (ca. 2 Stunden) oder bequemer mit der Seilbahn (alle 15 min, 10 SFr pro Person). Mehr Hinweise zum Klettersteig gibt es auf der örtlichen Tourismusseite. Nach dem eher kühlen Vormittag ging es weiter zum Lac de Neuchatel (Sonne!) und später nach Le Locle (Jura) zum Austragungsort des nächsten Adventure Race!

Klettersteig am Fort L’Ecluse

Nach unserem Adventure Race in Cherveix-Cubas ging’s noch am gleichen Abend zurück nach Nantua, um am nächsten Morgen recht früh in den Klettersteig am Fort L’Ecluse, unser zweiter Klettersteig auf dieser Wochenendtour. Der Klettersteig liegt in Leaz, unweit der französisch-schweizerischen Grenze bei Genf. Das Fort war wohl Sperre und Sicherung des Eingangs in das Rhone-Tal.

Fort l'Ecluse

Das untere Fort, die Rhone kurz im Nebel

Via Ferrata Fort l'Ecluse

gut gesicherter Steig

Der Klettersteig startet fast unmittelbar vom Parkplatz und führt vom niederen Fort über teils überhängende Felspartien zum höheren Fort hinauf. Die Via Ferrata ist recht kurz (Dauer ca. 1 Stunde), bietet auch eine kleine Seilbrücke. Die Ausblicke über die Rhone-Schlucht sind aber sehr nett.

Via Ferrata Fort l'Ecluse

ein bißchen Armkraft braucht es auch

Via Ferrata Fort l'Ecluse

das obere Fort

Der Abstieg beginnt beim Zugang zum oberen Fort und nicht unmittelbar nach dem Ende des Klettersteigs. Folgt man versehentlich diesem kleinen Weg, landet man schnell in unwegsamen Gelände – deshalb unbedingt bis ganz zum oberen Fort hinauf und dann auf breiter Zugangsstraße zurück gehen. Auf dem Nachhauseweg blieben wir dann noch in Schwarzenburg bei Fribourg in der Schweiz stehen – ein letzter kurzer Bike-Ausflug stand auf dem Programm.

Mini-Klettersteig Örfla-Schlucht

Neben Kapf und Kessi findet sich oberhalb von Götzis ein dritter Klettersteig, den wir bis dato noch nicht durchstiegen hatten. Wurde also Zeit, auch diesen Weg zu erkunden. Nach unserer Laufrunde am Vormittag in Langenegg war dies das ideale Erholungs- und Kontrastprogramm.

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Der Beginn der Örfla-Schlucht

Von Götzis (Ringersportzentrum) führt der Weg entlang des Bachs über drei Brücken, bevor sich der Weg im Wald teilt (Markierung Örfla Schlucht) folgen und noch eine vierte Brücke folgt. Kurz nach dieser (etwa 25m) rechts zum Bach absteigen (kleiner Fußpfad) und dem Bach folgen. Da der Weg zum Klettersteig nie ausgewiesen ist, ist die Orientierung recht schwierig.

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Im zweiten Abschnitt des Klettersteigs

Der beste Tipp, den man geben kann: immer entlang des Baches laufen. Nach gut 20-25 min Gehzeit muss man einen größeren Felsen umrunden, und schon steht man am Beginn des Klettersteigs. Also nicht irgendwo links oder rechts über steile Böschungen zu diversen Felswänden hinauf gehen und nach dem Seil suchen – man läuft am Bach fast zwangsläufig darauf zu. Dieser Weg ist schon für sich ein kleiner Steig. Er ist nicht ungefährlich, da sehr rutschig und bei Unwetter dürfte sich das kleine Bachbett gefährlich füllen.

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Wo geht’s weiter?

Der Klettersteig selbst besteht aus drei Teilabschnitten, die durch kürzere Gehpassagen unterbrochen sind. Die ersten zwei Abschnitte sind sehr einfach, allerdings sollte man immer wegen des rutschigen Untergrunds aufpassen. Der letzte Abschnitt ist eine Felsstufe, die leicht überhängend ist. Der Einstieg ist nicht gesichert, und die ersten drei Meter müssen ungesichert geklettert werden. Es sind zwar gute Griffe im Fels da, aber warum da kein Seil hängt, ist mir schleierhaft.

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Das letzte Stück war schon mehr Kletterarbeit

Der Weg zurück ist eine feine Wanderung oberhalb von St. Arbogast, bevor es über Waldwege wieder zurück zum Bachbett und den ersten drei Brücken geht. In allem ein feiner Ausflug, der aber echte Ferrata-Fans nicht hinterm Ofen hervor locken wird können. Landschaftlich aber sehr schön!

Via ferrata de L’Aiguillette du Lauzet

Der letzte Teil unserer Briançon-Woche bildete der Klettersteig “L’Aiguillette du Lauzet”. Der Startpunkt dieser 5stündigen Tour bildet die Pont de l’Alpe bei Le Lauzet (1.940 m). Mit Stirnlampen stiegen wir im Dunkel auf die Alpen hinauf, folgten schmalen Pfaden hin zur Wand des Bergstocks des Aiguillette du Lauzet (2.611 m).

Bild: Beate in einer Traverse

Trotz der frühen Stunden waren wir im Klettersteig nicht die Einzigen: zuerst ein großer Steinbock, der zwei Meter vor uns hinter einem Felsen auftauchte und gemächlich weiter an Büschen knabberte. Minuten später kam ein junger Steinbock aus einer Schlafhöhle und betrachtete uns neugierig. Und wieder etwas später, saßen drei noch jüngere Steinböcke auf unserem Weg, den wir nun leicht umkreisten, um die Tiere nicht zu verschrecken. Aber die waren gar nicht scheu, blieben sitzen, kauend, schauten uns zu.

Der Klettersteig war eigentlich ein Klettersteig der Steinböcke

Der schöne Weg zurück vom Gipfel

Vom Gipfel ging es in einem weiten Bogen zurück ins Tal, und zurück aus den französischen Alpen nach Vorarlberg. Wir vermissen die Gegend, sie ist uns ans Herz gewachsen. The world is wonderful as it is.

Via Ferrata de Freissinières

Am gleichen Tag des Abstiegs vom Refuge Des Ecrins fuhren wir ein Tal weiter nach Freissinières (1.188 m), einem schön gelegenen Hochtal unweit von L’Argentière-la-Bessée. Das Wetter hatte sich im Tal gebessert, und wir blieben bei Les Houdouls stehen, um den lokalen Klettersteig in Augenschein zu nehmen.

Beim Einstieg zum Klettersteig

Die Via ferrata de Freissinières auf den Clot du Puy (1.635 m) hatte es tatsächlich in sich – weniger die Höhenmeter-Differenz, sondern der Verlauf der Strecke des ältesten französischen Klettersteigs und der tolle Fels machten diese Route zu einer Traum-Ferrata. Zumindest bei mir ist es derzeit sicherlich die Nummer 1 der Klettersteige. Herrlich zum Bouldern, mit ständigem Auf und Ab, engen Passagen, tollen Überhängen, und dabei bestens gesichert und interessant gestaltet. Von mir nur Bestnoten!

Der Start ist wie gesagt in Freissinières (1.188 m) bei Les Houdouls (Hinweistafel “Les Roberts”). Das Auto kann am kleinen Parkplatz bei einer Anschrift in einer Linkskehre geparkt werden. Dauer des gesamten Unterfangens ca. 3,5 Std inklusive Abstieg. Weitere Klettersteige in der Gegend finden sich auch in Hüsler’s Klettersteigatlas der Alpen.

Von diesem Klettersteig konnte man nicht genug kriegen

Nach einer feinen Mittagspause ging es zurück nach Briancon zum Einkaufen und Stadtbummel.

Via ferrata d’Arsine

Der zweite Teil unserer Briançon-Woche bildete nach dem Klettersteig “des Mines du Grand Clot” der in der Nähe gelegene Klettersteig Arsine. Er liegt in der Nähe von Villar-D’Arene (ein Wintersportort im Romanche-Tal) und startet unmittelbar von einem kleinen Parkplatz in der Nähe von Pied du Col.

Am Pied du Col

Beate in der Wand

Dieser eher kurze Klettersteig (5 min Zugang, insgesamt vielleicht 1,5 bis 2 Stunden inklusive Abstieg) bietet neben luftigen Passagen tolle Blicke auf den berühmten Berg der Region – den Meije (3.982 m).

Blick zum Pic Ouest de Combeynot

Nach einer kurzen Stärkung legten wir unsere Laufsachen an und folgten im Laufschritt schmalen Wegen hinauf zur Refuge de l’Alpe de Villar d’Arène.

Via ferrata des Mines du Grand Clot

Unser erstes Unterfangen der Briançon-Woche war der Klettersteig “des Mines du Grand Clot” im oberen Tal der Romanche. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um die Gegend um eine frühere Abbaustätte im Unter-Tage-Bau (Blei und Silber). Die Via Ferrata schlängelt sich die Bergwand hoch, vorbei an den ehemaligen Schächten. Der Einstieg ist direkt an der Straße beschildert, also knapp vor dem ersten Gebäude in Grand Clot (von Grenoble kommend).

Beate beim Einstieg in den interessanten und überhängenden Kamin

Auf dem Plateau d’Emparis

Technisch ist die Ferrata nicht schwierig und – bis auf einen engen, überhängenden Kamin – auch nicht wirklich dramatisch ausgesetzt. Die Wand ist allerdings recht lang (ca. 750 Höhenmeter). Nach dem Ende des Klettersteigs wandert man zum Plateau d’Emparis, und über Alpflächen hinunter nach Le Chazelet. Dieser hübsche Ort ist wohl nur im Hochsommer und Hochwinter wirklich bevölkert. Weiter geht es nach Les Freaux zurück zur Hauptstraße, und dann entlang der Romanche wieder zurück zum Ausgangspunkt in Grand Clot, wo unser Racing-Büssle schon auf uns wartete.

Le Chazelet

Alles in allem eine schöne Klettersteig-Wander-Kombination von ca. 5 Stunden. Im Anschluss fuhren wir bei Villar d’Arene ab und näherten uns dem zweiten Klettersteig für diesen Tag: die kurze Ferrata d’Arsine.

Klettersteig auf den Piz Mitgel

Noch am Samstag hingen wir in der Wand der Sulzfluh, und zwei Tage später am Piz Mitgel über Savognin (1.200 m). Wir hatten am Vortag das Rätikon (mit der Schesaplana-Hütte) verlassen und sind am frühen Morgen von Bonaduz über Tiefencastel nach Savognin gekommen.

Der Zustieg zum Klettersteig erfolgt über ein weites Geröllfeld

Vom Parkplatz vor dem Tourismusbüro stiegen wir zu Fuß einen rund 6 km langen Weg hinauf zur Alpe Plang la Curvanera (1.840 m) auf. Ein schöner Waldweg, der aber locker 1,25 Stunden kostet. Von dort erfolgt der eigentliche Zustieg zum Piz Mitgel (3.159 m). Der Weg führt über schöne Alpwiesen und -hügel, bevor man fast schon abrupt an den Geröllhängen der übermächtigen Wand steht. Hier sollte man schon den Helm aufhaben, das ganze Gebiet war und ist Steinschlag-gefährdet.

Nur wenige Stellen sind mit künstlichen Tritten und Halten versehen – eine wirklich schöne, aber auch anspruchsvolle Klettersteig-Tour!

Vom Einstieg weg geht es gemäßigt steil in die gut gesicherte Wand. Querungen, Rampen, Stufen – das Gelände ist sehr abwechslungsreich und mit wenig Eisen versehen. Das gefällt, den man klettert hier am Felsen und steigt nicht über Eisenstufen. Dort, wo es natürlich Sinn macht, wie am Überhang am Schluss des Klettersteigs, finden sich genügend künstliche Haltegriffe. Die sind auch notwendig, aber sonst ist der Klettersteig für erfahrene Klettersteig-Nutzer eigentlich kein Problem. Wichtig: stets mit den Beinen klettern, sonst geht einem am Schluss im Überhang die Armkraft aus, und dann wird’s brenzlig. Warum der Rettungshubschrauber der Rega rund 20 min nach unserem Abstieg einen Flugretter zum Schlussstück des Klettersteigs herunterlassen musste, wissen wir nicht. Steinschlag oder ein Sturz in das Seil sind an jener Stelle gut möglich.

Die wilde Spitze des Piz Mitgel (3.158 m)

Von der Ausstiegsstelle des Klettersteigs geht es aber noch eine gute Stunde hinauf zum Gipfel des Piz Mitgel, teils in leichter Kletterei, aber ebenfalls recht gut gesichert. Das Gipfelkreuz lag auf dem Rücken, doch wir genossen die Aussicht auf zahlreiche Bergspitzen, die wir schon mal erklommen haben: Piz Surgonda, Roccobella, aber auch der Septimerpass. Aber da sind noch so viele mehr…

Der benachbarte und verwegene Corn da Tinizong (3.172 m)

Der Abstieg vom Gipfel dauert locker 1,5 Stunden – zuerst fast zum Klettersteig-Ausstieg, dann weiter der Wand entlang (ebenfalls mit Stahlseil gesichert) bis über das Geröllfeld hinweg zu den Hügeln über der Alpe Plang de Curvanera. Den Weg ins Tal konnten wir uns schenken – zwei Zürcher Klettersteig-Kameraden nahmen uns im Auto mit. Der fast schon obligatorische Gang ins lokale Volg-Lädele und der Sprung in den Badesee (in Savognin kostenloser Zugang zum Badesee, gibt’s ja nicht überall…) war der verdiente Ausklang dieses sehr schönen verlängerten Wochenendes.

Klettersteig zur Fürenalp

Am Vortag haben wir ja den Graustock-Klettersteig erkundet, und er hat uns so-so gefallen. Gespannt waren wir deshalb auf die 750m-Wand zur Fürenalp, die schien mehr zu bieten.

Gleich von Anfang an ging es zur Sache

Der Zustieg zum Fürenalp-Klettersteig war recht kurz: von der Talstation der gleichnamigen Seilbahn ging es zu Fuß vielleicht eine halbe Stunde gemütlich zur Einstieg-Stelle. Nur recht früh sollte man dort sein, weil an Wochenenden die Parkplätze in der Umgebung der Seilbahn rar werden. Mehr Infos zum Klettersteig auch im Klettersteigatlas Alpen.

Es ging immer nur steil aufwärts, mit einigen kurzen Querungen und einem Bach

Die Wand war sehr gut gesichert, aber nicht übermäßig mit Eisen bepflastert. Was gefiel, war nicht nur die tolle 20m Strickleiter gegen Ende, sondern auch der kleine Bach, den man im Fels “durchtauchen” musste. Aufgrund der vortägigen Regenfälle waren weite Teile der Wand recht nass, und daher auch ein bißchen rutschig. Gute Handschuhe waren hier gold wert.

Blick von der Fürenalp nach Engelberg; links ca. Mitte der Graustock

Wir haben die Wand in rund 2,5 Stunden “durchgeklettert”, und die Blicke von der Ferrata nach unten sind nicht schlecht. Ganz oben gibt’s dann noch ein Panoramaschaubild, und auf der Fürenalp was Feines zum Trinken. Mit der Gondel der Bahn ging es flott wieder nach unten, denn wir wollten mit dem Bike noch auf die Brunnihütte. Das Wetter war einfach zu schön.

Klettersteig zum Graustock

Engelberg hat ja in Punkto Klettersteige einiges zu bieten – eine der Senstationen für Ferrata-Fans ist der Graustock-Klettersteig, den wir uns als Draufgabe für unsere Engelberg-Jochpass-Radtour ausgesucht haben.

Weg zum zweiten Klettersteig-Abschnitt am Graustock-Grat

Der Einstieg zum Klettersteig ist wenige Minuten von der Jochpass-Bergstation entfernt. Es folgt eine kurze, kaum nennenswerte Seilpassage, die dann wiederum in eine etwas 15minütige Wanderung am Grat übergeht.

Wieder folgt eine kurze Wand, diesmal mit mehr Tritten und mehr Seil, aber weder technisch noch konditionell anspruchsvoll. Das Einzige, dass uns wirklich beeindruckt hat, war das Wolkenspiel gegen den Grat.

Vom Osten prallten die Wolken gegen den Grat, auf der Westseite hatten wir Sonne

Nach dieser zweiten Stufe ging es wiederum über einen mehrminütigen Steig zur recht schönen und fast senkrechten 80m Wand, die teilweise einen Überhang aufweist. Das ist wohl der schönste Teil der Tour und vielleicht wegen seiner Ausgesetztheit für die Meisten auch die Herausforderung. Hat man diese Stelle geschafft, geht’s nochmals über eine Hochfläche zum letzten, kurzen Seilstück zum Gipfel hinauf. Leider muss man das letzte Stücke über die selbe Stelle wieder retour, was meist zu einem Stau führt – Leute von oben und unten am gleichen Seil.

Die 80m-Wand vor dem Graustock – die einzige nennenswerte Passage dieses Klettersteigs

Der Abstieg führt über den langen Rücken des Graustock wieder zurück zum Jochpass. Diese Passage fand ich am schönsten von der gesamten Runde – der landschaftliche Rahmen ist gewaltig: Titlis, Engstlensee und Melchsee sind von hier aus wunderschön einzusehen.

Am nächsten Tag stand ein anderer Klettersteig auf dem Programm – zur Fürenalp. Wir hofften, und wir hatten recht: es war ein ganz anderes Kaliber!

Klettersteig am Saulakopf

Heute ging es von der Douglashütte (1.950 m) – unserem Schlafplatz und Ziel von gestern – zu Fuß Richtung Saulajoch (2.065 m). Das Saulajoch ist eine grüne, schöne Senke zwischen dem Saulakopf (2.517 m) und dem Schafgafall (2.393 m). Wir wollten natürlich weiter, denn der Klettersteig am Saulakopf wartete auf uns.

Kurz nach dem Saulajoch auf dem Weg zur Einstiegstelle, im Hintergrund die Zimba

Wichtig ist, dass man bei der Suche nach dem Zustieg am Saulajoch nicht dem Wegweiser “Saulasteig” folgt, denn der führt schlichtweg zur Spitze. Stattdessen dem Weg folgen und den Saulakopf nach Osten umrunden, so dass die Heinrich-Hueter Hütte zusehen ist. Ein bißchen dem Weg folgen und Geduld haben, bald kommt die angeschriebene Abzweigung zum Klettersteig. Hier sieht man auch die Zimba von südwestlicher Richtung wunderschön.

Unsere Wand, die wir bezwingen wollten

Nun, der Klettersteig. Zunächst geht’s einfach hinauf im Zick-Zack zur Einstiegstelle. Die ersten Meter sind wenig spektakulär, wollen sie nur eine Felsplatte traversieren. Dann aber geht’s mit dem ersten kleinen Überhang los und schnurstracks die Wand hinauf. Weitere kleinere Überhänge folgen, dann wieder Querungen. Die Wand scheint mit der Zeit kein Ende nehmen zu wollen, so gut gegliedert ist der Klettersteig. Toll ist auf jeden Fall, dass nicht so viele Eisenbügel in die Wand verbaut worden sind. Am Gipfel wird man auf jeden Fall mit fantastischen Blicken belohnt: nach Südosten gegen die Sulzfluh, das Kreuzjoch, die Tschaggunser Mittagsspitze und die Drei Türme, nach Südwesten zum Lünersee und dem Schesaplana-Massiv und nach Nordwesten über Brand hinweg sogar bis zu den Schweizer Bergen (z.B. den Hohen Kasten).

Beate am Seil, nicht in den Seilen

Schöne Kletterei dank wenig Metall in der Wand

Insgesamt benötigten wir von der Douglas-Hütte hin und retour sowie den Klettersteig (der Abstieg ist dann der Saulasteig) 4,5 Stunden ohne große Hektik und mit kleiner Pause am Gipfel. Der Klettersteig ist zwar nicht wahnsinnig ausgesetzt (wie z.B. am Jägihorn), aber auch nicht gerade für Kinder gemacht. Eine Tourbeschreibung findet sich auch in Hüsler’s Klettersteigatlas.

Nun folgte noch die Querung mit dem Rad über den Parfienzsattel nach Nenzing

Via ferrata du Belvédère

Vor der “Ausreise” aus dem Wallis hängten wir am Samstag vormittag noch einen Klettersteig an – die Via ferrate du Belvédère. Dieser Klettersteig auf den 1.299 m hohen Gipfel ist zwar nicht mit Pinut und Jägihorn vergleichbar, hat aber auch seine Reize.

Schöner Ausflug vor prächtiger Kulisse

Zum einen fährt man vom Tal ins schön gelegene Nax (bei Sion), zum anderen kann man ein bißchen Überhänge klettern üben. Die Seilbrücken sind zwar da, aber gerade mal wenige Meter lang. Insgesamt sind rund 300 Höhenmeter zu überwinden, alles bestens gesichert, und ein kleiner Parkplatz ist wenige Minuten vom Zustieg ebenfalls vorhanden.

Vom Felsgipfel der tiefe Blick ins Rhonetal

Das Schönste an diesem Klettersteig ist aber der Blick ins Walliser Rhonetal und dessen Weinberge. Und dann fuhren wir schon wieder weiter, über Montreux, Bern und Aargau ins Lenzberger Bad für eine kurze Wasserpause. Am nächsten Tag ging es zum Abschluss der Rad-Klettersteig-Woche mit den MTBs um den Alpstein und den Säntis

Klettersteig der Sonderklasse: Jägihorn

Nach unserem Pinut-Klettersteig und den beiden Rad-Touren ins Binntal bzw. zum Aletschgletscher stand an diesem Tag wieder Arbeit am Stahlseil an. Ziel war diesmal das Jägihorn (3.206 m).

Blick nach Saas Fee und dem Dom (höchster Gipfel auf Bild). Dahinter geht es nach Zermatt, nach links ins Monte Rosa Gebiet.

Wir hatten die Nacht am Camping in Saas-Grund (unterhalb von Saas-Fee) verbracht, und brauchten mit dem Rad zwei Minuten zur Kreuzboden-Seilbahn, die uns auf 2.400 Höhenmeter hinauf hievte. Der Zustieg zum eigentlichen Start des Klettersteigs betrug doch dann fast 600 Höhenmeter (über die Weissmieshütten). Von dort hat man einen fabelhaften Blick auf die 4.000er der Region Mischabel, darunter den Dom (4.545 m).

Die Weissmieshütten im Morgenlicht

Der Einstieg selbst war recht einfach, durch einen Kamin hindurch. Wir mussten aber eine zehn-köpfige Gruppe überholen (die auf der Weissmieshütte übernachtet hatte), was recht anstrengend war. Im Eiltempo zogen wir vorbei und standen bald am ersten Teilgipfel der Tour. Nun konnte man über einen kleinen Abstieg und einer saftigen Gratwanderung zum Hauptgipfel vordringen (Route Beate), oder über eine 80 m (!) lange Vierer-Seil-Brücke die Höhe bezwingen und anschließend in einem Spinnennetz und einer kleinen Kletterei zum Gipfelkreuz gelangen (Route Mark).

Irgendwo im Klettersteig, dahinter die Felswüste der umgebenden Berge

Die 80m lange Seilbrücke hat auch für Schwindelfreie einen gewissen Reiz

Der Abstieg selbst war nicht gesichert, aber auch nicht notwendig. Wir hatten auch das Glück, eine Steingeiß aus der Nähe zu sehen. Schneefelder lagen noch in den Flanken konnten aber großteils umgangen werden. Wir hatten die Tour von Kreuzboden – Jägihorn – Kreuzboden in rund 4 Stunden bewältigt. Das sollte nicht als Maßstab gelten – wir gingen wirklich flott.

Der Klettersteig am Jägihorn mit den Gipfeln der Region Mischabel

Am Nachmittag fuhren wir dann noch nach Täsch ins Nachbartal zum Camping – unser Ausgangsort für die nächste Biketour um Zermatt herum.

Historischer Klettersteig Pinut bei Flims

Die erste Station auf unserer Wallis-MTB-Tour war – och, welch’ Überraschung – ein Klettersteig im Bündner Oberland. Genauer gesagt in Flims (1.081 m), bekanntes Städtchen mit Flair. Unweit davon auch ein Tal, das wir schon mit dem Rad besucht haben: das Safiental.

Oberhalb von Flims liegt Fidaz (1.189 m), ein kleines Bergdorf, gleichzeitig aber auch Ausgangspunkt für den Klettersteig Pinut (mehr Info auch in Hüsler’s Klettersteigatlas). Bis zum Einstieg (1.390 m) dauert es einige Minuten, man trifft hier auch auf “konventionelle” Wanderer, wie eine Gruppe aus Lustenau an diesem Tag.

Spektakulärer Einstieg in den historischen Klettersteig

Dann geht’s aber gleich los mit aufwändigen Leiterkonstruktion in einer spektakulären Kulisse. Die Wände sind schön glatt und steil, überall tropft das Wasser herunter, und schon ist man durch Gänge, Kamine und Tunnel durch den ersten Abschnitt, der übrigens Teil des ersten Klettersteigs der Schweiz überhaupt ist (angelegt im 18. Jahrhundert). Es folgt eine weitere Wald-Wiese-Passage bis man zur zweiten Wand gelangt. Diese ist kürzer und weniger spektakulär.

Wo geht’s hier weiter? Im Hintergrund Fidaz.

Oberhalb des Klettersteigs geht es über Alpenwiesen zur Bergstation der Milchseilbahn und der Alpe Stavel Sut (2.054 m), von dort dann wieder hinunter über steilen Bergweg nach Bergis (1.552 m) und weiter retour durch Wald und Wiese nach Fidaz zum Auto.

Auf der Alpe Stavel Sut auf Wolkenhöhe

Im Anschluss brauchte es trotz bewölktem Himmel eine Dusche, wir nahmen sie im nicht weit entfernten Cresta-See. Der Zutritt ist aber nur gegen 7 SFR zu haben, reichlich viel, finden wir.

Das nächste Tagesziel war die Fahrt über den Oberalppass nach Andermatt und über die Furka (2.400 m – da hatte unser Büssle schwer zu kämpfen) und vorbei am Rhone-Gletscher nach Fietsch … gelandet sind wir dann aber an einem kleinen See bei Geschinen im Oberwallis. Der See hat es uns angetan, saukalt, aber sehr ruhig und fein.

Ein einsamer See bei Geschinen im Oberwallis

Nebenan beim Restaurant Mühle durften wir nach Anfrage am Parkplatz übernachten – und fanden zu unserem Erstaunen auch eine tolle Möbelausstellung vor. Wer also schöne Design-Möbel für drinnen und draußen sucht, sollte auch mal bei Holzbau Weger vorbeischauen. Wir durften bei einem Radler alle Probe sitzen.

Die große Wallis-Tour per Mountainbike

In wenigen Tagen soll es endlich losgehen, die diesjährige Mountainbike-Tour-Woche, diesmal ins Wallis. Letztes Jahr haben wir ja Graubünden mit dem MTB gequert, nun geht es in den Westen der Schweiz. Support gibt es dieses Jahr durch unser Racing-Büssle, wir müssen uns also nicht um Hotelzimmer kümmern oder hungrig in der Früh auf der Suche nach einer Backstube die Dörfer abklappern.

MTB-Trips (gelb), Bike-Park (rot), Klettersteige (blau)

Einige unserer Ziele werden wohl sein waren:

Als Rast zwischen den insgesamt mehr als 10.000 Höhenmetern wollen wir den einen oder anderen Klettersteig einbauen. Flims auf der Anreise, die Gegend um Saas Fee, und auch Nax oder Sion kommen hier als Ausgangsorte in Frage. Nun hoffen wir auf gutes Wetter, und wenige Platten.

Klettersteig der Extraklasse in Morez

Nach dem feinen Bike-Vormittag bei Ste. Croix ging es über die Gebirgsstöcke des Jura weiters südwärts, diesmal mit dem Racing-Bus. Ziel: das Städtchen Morez, bekannt für seine Uhren- und Brillenindustrie. Uns interessierte aber vor allem eines: der gefinkelte Klettersteig.

Schon gleich nach dem Einstieg wußten wir, dass französische Klettersteige eines lieben: Drahtseilakte und schwankende Brücken. Beate musste als erste ran, zuerst eine wackelige Seilbrücke zwischen zwei Felswänden überwinden. Noch schärfer wurde es, als man auf einem Drahtseil (gesichert) balancieren musste – fast die gleiche Strecke retour.

Die erste Wackelbrücke

Nach diesem ersten Adrenalinschub flogen wir richtiggehend die Wand hinauf. Dieser Abschnitt war bestenfalls C, doch eine Seilbahn blieb noch zu bewältigen. Diese entpuppte sich als weniger herausfodernd heraus, das Seil war straffer gespannt, der Weg wesentlich kürzer, die Tiefe ‘überschaubar’.

Pause zwischen den Wänden

Nach weiteren Anstiegen kam also der Gipfel – der Roche au Dade – in Griffweite. Ein schöner, wenn auch etwas rutschiger Abstieg bis nach Morez folgte. Insgesamt ein sehr interessanter Klettersteig mit kleinen Mutproben. Etwas für Schwindelfreie, Helm ist Pflicht: das Gestein ist teils recht locker. Der Zustieg ist vom Parkplatz sehr kurz, aber auch vom zentralen Parkplatz in der Stadt in ca. 10 min zu erreichen. Kinder können die schwierigen Seilpassagen auch umgehen, nicht so wie am Kapf z.B.

Der dritte Seilakt – kurz und doch nicht ohne

Abenteuer am Lehner Wasserfall Klettersteig

Als zweiter Höhepunkt nach dem Reinhard-Schiestl-Klettersteig unseres 5000er Weekends war der wunderschön angelegte Jubiläumsklettersteig am Lehner Wasserfall in Längenfeld/Ötztal das Ziel (weitere Infos wie Zustieg, Länge, Schwierigkeitsgrade auch im Hüslers Klettersteigatlas Alpen).

Kräftig zupacken hieß es auch am Lehner Wasserfall

Im Gegensatz zum Reinhard-Schiestl-Klettersteig ist der Klettersteig am Lehner Wasserfall nicht ganz so schwierig und kraftraubend. Er dauert inklusive Zustieg und Abstieg rund 1,5 Stunden und weist insgesamt gute 300 Höhenmeter auf. Der Klettersteig ist quasi parallel zum Wasserfall angelegt, inklusive Hängebrücke und einigen verwegenen Querungen. So oder so, die Aussicht nach oben und unten ist gewiss prächtig.

Eine nette Passage zum Wasserfall

Beim Zustieg wartet übrigens das Ötztaler Heimatmuseum mit einer tollen Installation auf. Es wird mit realen Objekten gezeigt, wie vor gut 150 Jahren Holz mit Hilfe von Wasserkraft gesägt und weiterverarbeitet wurde. Wir nutzten den schönen Wasserkanal für eine Abenddusche…

Eigentlich schon fast am Ende des Klettersteigs

Am nächsten Tag ging es zum Talausgang nach Ötz zur Auenklamm.