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Kazbek Abenteuer auf Video

Nun haben wir es fertig geschnitten, auf Vimeo hochgeladen und für alle verfügbar gemacht: Das Video vom Auf- und Abstieg am Peak Kazbek / Georgien.

Kazbek Experiences from Mark Buzinkay on Vimeo.

Aufgenommen übrigens mit unserer neuen Helmkamera “Innovation Drift”.

Schneesturm am Mt Kazbek

Der Tag der Tage schien gekommen, nach langen Vorbereitungen am Monte Rosa und Bernina waren wir startklar in Kazbegi, nach einer Nacht, in der es nur geschüttet hat. Ernüchterung, als wir aus dem Fenster sehen. Erschrecken, als wir uns bewußt werden, dass wir im strömenden Regen aufsteigen werden. “Regen” kam in unserem Skitouren-Vokabular gar nicht vor. Das mussten wir erst lernen. Um 07.00 trafen wir uns oberhalb von Kazbegi mit unserem Guide sowie einer weiteren Gruppe (6 Südtiroler Jungs, die in den letzten Tagen ein paar Touren in der Gegend absolviert hatten und so wie wir auf den Mt Kazbek wollten). Es schüttete, wir schnallten die Skier auf die Rucksäcke, stiegen eine halbe Stunde lang auf Feldwegen zu den ersten Schneefeldern hoch.

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Aufstieg im Regen, teils mit Skiern am Rücken

Der Schnee war nicht überraschend schwer, sulzig, und schon nach einer Stunde sagten die Südtiroler “Caio” – völlig durchnässt gaben sie das Unternehmen frühzeitig auf. Wir hatten dank Hardshell-Überhosen und der  Caldo-Scudo-Jacke von Skinfit noch relativ trockene Unterwäsche, die Handschuhe hatten aber schon Pool-Qualität und ich musste sie alle fünf Minuten richtig auswinden. Interessanterweise blieben meine trotz Wasser relativ warm. Die Sicht miserabel, der Wind heftig, und mit steigender Höhe wandelte sich Regen in Schneeregen und dann in Schneefall. Irgendwie ging es stetig vorwärts, Nika spurte wie ein Stier, wir fühlten uns fit, überquerten einen Sattel, dann einen breiten Lawinenstrich, liefen über einen Moränenrücken im Sturm dann am Seil hinab über den breiten Gletscher bis zum Schlußhang zur Betlemi-Hütte (3.653 m). Irgendwie hatte Nika den Weg trotz keiner Sicht gefunden. Der Anblick erfreute uns natürlich, die 2.000 Höhenmeter mit 15kg Rucksack bei diesen Wetterverhältnissen waren nach sieben Stunden langsam genug.

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Sicht null, Sturm von vorne

Die Hütte selbst war eine Mischung aus Kühlschrank und Ruine. Wir froren die ganze Zeit, die Sachen wurden nicht trocken und das Klo war draußen in der Natur, aka Schneesturm. Den Rest vom Tag waren wir mit Schneeschmelzen und Aufwärmen beschäftigt (Nika organisierte Holz und Musik, Beate wurde in den Schlafsack gepackt, ich öffnete die Bar), und hatten aufgrund der Wetterprognosen nur noch wenig Hoffnung auf einen Aufstieg zum Gipfel (es fehlten noch rund 1.400 Höhenmeter): starker Wind, heftiger Schneefall für die nächsten zwei bis drei Tage!

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Kühlschrank Betlemi-Hütte

Fast stündlich checkten wir das Wetter, auch in der Nacht schlichen wir uns um 04.00 kurz hinaus. Unverändert schlecht. Derweil trockneten die nassen Sachen vom Vortag langsam mit uns im Schlafsack. Wir warteten den ganzen Morgen, mittags beschlossen wir, abzufahren. Noch mehr Schnee bedeutete ein Lawinenrisiko, der Aufstieg bei stürmischen Wind (10 m/sec und mehr) schien nicht gerechtfertigt. Die Abfahrt am Nachmittag bei wenigen Metern Sicht wurde zu einem Klassiker, ein Video folgt. Alles lief gut, am Nachmittag waren wir wieder im Guesthouse Lomi. Müde, zutiefst enttäuscht. Höhenbergsteigen und Skitouren in großen Höhen haben ihre eigenen Gesetze. Der Kaukasus auch. Kombiniert heißt das, dass man wesentlich mehr Zeit mitbringen muss als wir hatten.

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Abfahrt ins Nichts

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Fast schon im Tal, da reißt es kurz den Himmel auf