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Kazbek Abenteuer auf Video

Nun haben wir es fertig geschnitten, auf Vimeo hochgeladen und für alle verfügbar gemacht: Das Video vom Auf- und Abstieg am Peak Kazbek / Georgien.

Kazbek Experiences from Mark Buzinkay on Vimeo.

Aufgenommen übrigens mit unserer neuen Helmkamera “Innovation Drift”.

Auf nach Armenien!

Nun sind die Tage des Trainierens und der Vorbereitungen vorbei, bald geht es auf die erste Tour zum Mount Aragat in Armenien. Der Mt. Aragat ist eigentlich ein alter Vulkan, dessen Ring auf der Südseite aufgebrochen ist und in eine lange Schlucht mündet. Der “unterbrochene” Kraterring weist vier Gipfel auf, die den Mt. Aragat ausmachen. Der höchste ist der Nordgipfel mit 4.090 m. Wenn Schnee, Sicht, Wind und Temperaturen passen, dann sollte dieser Gipfel unser Hauptziel sein. Die Vorschau für den Sonntag (Gipfeltag) schaut derzeit so aus:

screen-capture

Die Vorhersage schaut recht gut aus: am Morgen (Aufstieg) klar, nicht allzu kalt (Temperatur auf 4.090 m), der Wind wird aber stärker. Die unterste Zeile gibt die Seehöhe an, auf der 0° C herrscht.

Armenien selbst ist eine recht junge Republik, die nach dem Zerfall der Sowjetunion in einen langen Krieg mit dem Nachbarstaat Aserbaidschan verwickelt war. Der Konflikt schwelt trotz Waffenstillstand weiter und ist weit von einer Lösung entfernt. Auch mit dem westlichen Nachbarstaat, der Türkei, sind die Beziehungen aufgrund der dramatischen Ereignisse in den 1910er Jahren seit Jahrzehnten frostig. Die südlichen Nachbarstaaten verhalten sich neutral, einzig mit Georgien im Norden bestehen “normale” Beziehungen. Diese internationale Isolierung macht das Land von Rußland abhängig, welches geo-politische Unterstützung gewährt. Durch die Neuordnung im Nahen Osten versucht Armenien sich aber auch hier aus dem Griff Rußlands zu lösen und den Westen als möglichen politischen und wirtschaftlichen Partner zu gewinnen.

Kohrvirab

Das Kloster Chorvirap, Foto: Andrew Behesnilian

Armenien ist vor allem für seine alte christliche Kultur und Klosterarchitektur bekannt. Gesprochen wird Armenisch, wenn auch Russisch allgemein verwendet wird; Englisch ist im Vormarsch. Wie immer verlassen wir uns auf unsere Lonely Planet Reiseführer, diesmal ist es die Ausgabe “Georgia, Armenia & Azerbaijan“. Das Buch ist im handlichen Taschenbuch-Format und ist recht widerstandsfähig (vor allem gegen Gewalteinwirkung mancher weiblicher Leser…). Wichtigste Infos wie öffentlicher Verkehr, Unterkunft und Lage von Haltestellen, Geschäften und Banken bieten uns die notwendige Basis, auch so kurze und knapp bemessene Reisen individuell zu organisieren und zu absolvieren.

Kartenmaterial zu Armenien ist leider wenig vorhanden, abseits der sehr groben Verkehrskarten. Eine Alternative für’s Wandern sind ältere sowjetische Militärkarten, die ich für unseren Mt. Aragats-Trip in Photoshop adaptiert habe. Mehr dazu in einem separaten Artikel.

Kaukasus-Vorbereitungen

Der Countdown läuft, und bald sollten wir im Flieger in Richtung Yerewan (Armenien) abheben. Geplant sind ein paar Skitouren und Bergbesteigungen in Armenien (Mt. Aragats, 4.090 m) und Georgien (Peak Kazbek, 5.047 m; Peak Ortsevi, 4.256 m), ähnlich wie letztes Jahr im Hohen Atlas in Marokko. Dennoch ist der Kaukasus nicht mit dem nordafrikanischen Gebirgszug vergleichbar, schon alleine die Höhe der Berge beträgt mehr als 1.500 Höhenmeter. Die Winde sind berüchtigt, wir hoffen auf gutes Wetter und gute Schneeverhältnisse.

Mt. Aragats

Gebiet um den Mt. Aragats, Sowjetische Militärkarte 1:100.000

Neben den organisatorischen Vorbereitungen haben wir zahlreiche andere Aspekte, um die wir uns im Vorfeld der 11-tägigen Kurzreise kümmern müssen:

  • körperliche Fitness inklusive einer Höhenakklimatisation (begonnen letztes Wochenende im Monte Rosa Gebiet, fortgesetzt dieses Wochenende in der Bernina)
  • Kartenkunde und Anlegen von GPS-Routen “für alle Fälle”
  • Komplettierung des Materials (vor allem im Hinblick auf mögliche stürmische Höhenwinde; Wetter 30.3.2011 nachmittags auf dem Mt. Aragats: sonnig, 20km/h Wind, gefühlte -20° C)
  • Auffrischung der mageren Russisch-Kenntnisse

Zu Beginn des Projektes haben wir uns noch überlegt, ob wir eher die russische oder die georgische Seite des Kaukasus befahren / besteigen wollen. Wir entschieden uns für die georgische, da die Logistik von Armenien aus wesentlich einfacher war. Im Nachhinein kann man immer gscheit reden, aber so schlecht war die Wahl bis dato nicht: das Mount Elbrus Gebiet ist für russischen wie ausländischen Tourismus auf unbestimmte Zeit gesperrt worden. Grund: tschetschenische Separatisten verübten mehrere Anschläge u.a. auf einen Touristenbus und die Seilbahn am Mt. Elbrus. Leider waren auch Tote zu beklagen.