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Bisons & Hot Springs: Erinnerungen an einen Road Trip

Es sind einige Wochen her, dass wir in München aus dem Flugzeug gestiegen sind. Zurück in den Alltag, zurück aus dem hohen Norden Alaska’s, den unendlichen Weiten Kanadas und der bezaubernden Mondlandschaft Islands. Es gibt da so Momente, da träumt von diesen Tagen, und wünscht sich nichts mehr als zu zweit wieder unterwegs zu sein. Eine lange Reise, ein Road Trip, ein Weg in das Abenteuer. Das sind unsere Erinnerungen, das ist, was wir sind.

Road Trip from Mark Buzinkay on Vimeo.

Sulfur Ridge, Hot Springs und Steinschlag

Ist Banff mit St. Anton vergleichbar, dann Jasper eher mit Schruns. Weniger touristisch, bietet aber immer noch viel Infrastruktur für einen längeren Aufenthalt in der Gegend. Und so haben wir uns, nach unserem Tag am Mount Wilcox, dann auch eher in Jasper wohl gefühlt, auch wenn wir dort vielleicht nur drei Stunden verbracht haben – einkaufen, Infos einholen, Internet, tanken – das Übliche halt. Bei der Fahrt hinaus zum nächtlichen Stellplatz kommt uns ein Elk auf der Straße entgegen, die Nacht bleibt sonst aber ruhig.

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Jasper

Am Morgen klart das Wetter auf, der Fels ist aber immer noch nass. Wir lassen den langen Zustieg zur Aldrige Ridge deshalb bleiben und widmen uns wieder dem Wandern statt dem Klettern zu – es soll die Sulfur Ridge werden, oberhalb der bekannten Heißen Quellen um Miette. Im dichten Wald bringen wir wieder unsere Bärenglocken an, haben den Bärenspray im Holster und klatschen uns den Weg hinauf. Die Bären bleiben also aus, nicht aber andere Besucher, denn ist hier Sonntag.

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Blick von der Sulfur Ridge gegen Westen

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super gsi!

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Morgenstimmung im Jasper Nationalpark

Nach einer kurzen Gipfelrast ist also klar was zu tun ist. Mittags sitzen wir im heißen Wasser und lassen uns einweichen, bevor die lange Strecke gegen Norden beginnt: gut 3000 Kilometer sind es nach Anchorage. Beate schläft sich aus, ich fahre interessante 450 Kilometer über Grande Prairie fast bis nach Dawson Creek. Unterwegs erwischen wir den zweiten Stein in der Windschutzscheibe, die langsam etwas angeknackst aussieht. Mal sehen, wo und wie wir das reparieren werden (müssen).

Mount Wilcox – über dem Icefields Parkway

Nach unserem ersten Gipfel – Lady MacDonald bei Canmore – gab’s in Banff die Belohnung in Form von einer heißen Thermalquelle. Im Dauerregen des Abends liegen wir stundenlang wie auf Island in Hvargedi im warmen Pool. Die Nacht bleibt kühl, es klart aber auf und trotz schlechter Vorhersage bleibt es trocken. Wir fahren gegen Norden den Icefields Parkway hinauf, und kurz vor dem Infocenter biegen wir ab – es geht auf unsere zweite Bergtour, zum Wilcox Peak.

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im Jasper Nationalpark

Der Mount Wilcox (2.884 m) macht einen schroffen Eindruck und von Süden ist sein langer Grat schön zu sehen. Der Aufstieg zum Grat geht durch dichten Wald, dann über eine Hochebene. Hier tummeln sich einige Touristen, die wir aber bald verlassen, als wir uns vom Wilcox Pass dem eigentlichen Berg zuwenden. Es geht steil hinauf, aber einfach, und dann etwas unterhalb des Grats immer weiter zum Gipfel hoch. Der Fels ist etwas brüchig, aber es macht Spaß, hier leichteste Kletterstellen noch komplexer zu machen. Vom Gipfel des Mount Wilcox sehen wir gegen Westen fast auf das Eisplateau am gegenüberliegenden Athabasca-Gletscher. Scheint eine interessante Touren-Gegend zu sein.

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links der Athabasca Gletscher

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unser Tagesziel: Mount Wilcox und der SO-Grat

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Blick vom Gipfel des Mount Wilcox nach Süden

Am Parkplatz gibt’s für uns die obligate Solardusche, bevor wir die anderen einhundert Kilometer auf dem Icefields Parkway bis nach Jasper zurücklegen. Hier irgendwo wollen wir wieder einen Stellplatz für die Nacht finden – wir haben noch einen ganzen Tag im Jasper Nationalpark eingeplant. Bleiben könnten wir wohl Monate.