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Vientiane und das Erbe des Krieges

Ein Tuna-Sandwich, Bubble-Tea und ein Lao-Bier – so sehen meine Abende in Vientiane aus. Sehr entspannt ist das hier in Laos, kein Gehupe in der Straße, und die kleinen Fitness-Buden sind de facto gratis: 50 Euro-Cent.

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die Tempel sind hier nicht zu übersehen

Vientiane ist eine Durchgangsstation für alle hier – ob mit Rucksack oder Koffer. Und auch ich bin hier nur über’s Wochenende. Es gibt nicht sehr viel zu sehen, außer am Mekong zu spazieren oder einen der vielen Tempel anzuschauen. Ich finde mich wieder in der imposanten Dauerausstellung zu den Spätfolgen des Vietnam-Krieges: Laos gilt als das meist bombardierte Land der Welt. Geschätzte 30% der abgeworfenen Bomben sind nicht explodiert und warten in der Erde noch heute auf ihre Opfer. Das Museum veranschaulicht die Gefahren und die tagtäglichen Opfer dieses unfassbaren Erbes.

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kein Weihnachtsschmuck, sondern Cluster-Bomben

Ich habe hier so viel Zeit, dass meine Gedanken fast nur noch meinem nächsten Ziel Taiwan gelten. Dokumente ausdrucken, Zimmer buchen, Zugverbindungen prüfen, vom Schnee träumen. In solchen Momenten wird das Reisen zum Alltag, und dieser Alltag könnte immer so weiter gehen. Ski auspacken, in die Bergwelt marschieren, Ski einpacken. Einfach das alles, sehr einfach.

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breite Alleen im französischen Stil

Luang Prabang: so wünschte ich mir Indochina

In einer wortwörtlichen Nacht- und Nebelaktion haue ich aus Sapa ab. Es ist stockdunkel, es regnet, es ist neblig und kalt. Ein ungastliches Wetter in Nordvietnam, die Regenzeit ist längst da und die Taifune erreichen mit ihren Ausläufern die Berge. Ich bin überzeugt, dass die Busfahrt eine angenehme Spazierfahrt wird. Weit gefehlt. Die “Schlafbusse” sind eine Tortur, denn sie sind nicht für gewöhnlich große Europäer gemacht. Die Nacht ist ein bruchstückhaftes Schlafen in gekrümmter Haltung, der Morgen am Busbahnhof in Dien Bien Phu unappetitlich übernächtig, und die anschließende Weiterfahrt eine Geduldsprobe – ein Minibus über die Berge und die Grenze nach Laos. Die Stunden vergehen, die Hoffnung irgendwann anzukommen schwindet, es heißt noch x Stunden, dann noch x Stunden, und irgendwann gegen 23.00 sind wir in Luang Prabang. Dass der Abend dann doch noch eine schöne Wendung nimmt, ist ein ungeplantes Wiedersehen: Beate weilt in der Stadt, und hat erst morgen ihren Flug. Schnell ist ihr Hotel ausgemacht, die Stadt in der nächtlichen Dunkelheit durchschritten und fast schon in “Fensterln”-Manier ihr Zimmer erreicht.

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am Mekong

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Nightmarket

Wir verabschieden uns, nach einem ausgedehnten französischen Frühstück, am nächsten Tag wieder. Beate auf dem Weg nach Europa, und ich in die nächste Gym. Eine Stunde Muskelarbeit, und schon bin ich fit für den Tag. Aber die Stadt gefällt mir nicht nur, weil es hier Hanteln und Baguettes gibt. Niemand schwätzt mich hier groß an, und wenn, dann so leise, dass ich nachfragen muss. Die Stimmung in Luang Prabang ist entspannt, der Nachtmarkt voller Essstände und der Mekong so breit und träge wie die Donau bei Wien. Das Leben fließt hier so dahin, und ich muss es nochmals sagen, ich fühle mich hier wohl. Eigentlich bräuchte ich Vientiane nicht.

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eines der vielen sakralen Gebäude der Stadt

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Mix’ dir was!

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aufwändige Dachkonstruktionen

Was ist eigentlich Sapa?

Wie stark Vietnam in den letzten 15 Jahren vom Tourismus erschlossen worden ist, haben wir nicht nur in der Halong Bay gesehen. Sapa ist ein weiteres, bedenkliches Kapitel. Vielleicht trübt das feucht-kalte Wetter dieser Tage meine Wahrnehmung dieser Stadt, aber außer Karaoke-Bars, Hotels und Verkaufsständen für lokale Kunst finde ich hier wenig, was mich faszinieren könnte. Ein Spaziergang in der Stadt gleicht einem Spießrutenlauf zwischen den Verkäufern, die mich über Minuten begleiten und auf mich einreden, auch wenn ich mein desinteressiertestes Gesicht aufziehe. Irgendwann habe ich genug und ziehe mich in ein Café zurück.

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erinnert an Spätherbsttage im Rheintal

Das mit dem Wandern ist hier auch so eine Sache. Es werden Touren zu den Bergstämmen angeboten, zu den vielen verschiedenen ethnischen Minderheiten, die die Gegend um Sapa bevölkern. Ha! Diese Leute sind in den Straßen der Stadt schon so reichlich vertreten und eifrige Geschäftemacher, dass ich mir gut vorstellen kann, wie so eine Tour erst in deren Hinterhof abläuft. Individuelles wandern und entdecken, also auf eigene Faust und ohne Führer, werden hier nicht gerne gesehen und wenn möglich verhindert. Auf den Fansipan alleine? Geht nicht. Angeblich lassen die Park-Ranger niemanden ohne Führer hinein… Wandern ist bei diesem Wetter sowieso zu vergessen – nicht dass mich der Regen abschreckt, aber die Wege sind Lehmböden, und nun rutschig wie Seife. Keine Stufen, schlichtweg Rampen. Ich habe Gruppen gesehen, mit Gummistiefeln und Regenanzug, für eine Tour zu einem Bergdorf!

Es ist natürlich nicht alles so schlecht hier: die Menschen sprechen mich auf französisch an, und irgendwo gab es auch einen Apfel-Karamel-Kuchen. Es herrscht kein schwüles Wetter wie in Saigon (und das ist genau der Grund, warum die Franzosen hier vor hundert Jahren ihre Sommerhäuser erbaut haben) und die Lage wäre bei klarem Wetter hübsch. Aber so bleibt mir eine weitere Nachtbusfahrt nach Dien Bien Phu, dem historischen Ort der Befreiungskriege gegen die Kolonialherrschaft.

Nike oder Mike? Täuschungsversuche in Hanoi

Hanoi ist eine überraschend vielseitige Stadt, die wir zu Fuß erkunden. Das Strassenwirrwarr ist groß, besonders im Alten Viertel, aber umso interessanter – ein Geschäft nach dem anderen, Straßenverkäufer, Snacks, mobile Verkäufer auf Rädern und allen anderen Transportmitteln. Wir schauen uns von Meter zu Meter und probieren das eine oder andere. Wie schon in Saigon ist der Moped-Verkehr höllisch und das ständige Gehupe omnipräsent. Da ist es am einfachsten, sich auf diese kleinen Kinder-Plastikhocker am Straßenrand zu setzen und einen Tee zu schlürfen, während das Leben der Stadt einen Meter vor dir passiert.

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typischer Ausgehtreff

Das Alte Viertel ist der Focus aller Touristen hier, und auch wenn es einige Hundert sein müssen, verwässert das Strassengewirr diese Konzentration und man hat den Eindruck, allein unter Vietnamesen zu sein. Hin und wieder ist aber eine in Englisch angeschriebene Menükarte angenehm, müssen wir oft dreimal bestellen, bis wir was “Fleischloses” bekommen. Eine ganz andere Geschichte von Schein und Sein ist hier die beliebte Mode, so ziemlich alles zu fälschen, was es zu fälschen gibt. Wie im Rest von Südostasien (z.B. Phnom Penh) ist es geradezu ein Sport, Mode-Labels und Schuhmarken zu fälschen, zu imitieren oder einfach nur das Etikett auszutauschen. Aus Nike wird Mike, und die anderen haben zwei Streifen statt drei. Es gibt perfekt nachgemachte Lonely Planet Reiseführer, und North Face ist in der ganzen Stadt in der Auslage. Aber nicht nur ausländische Marken werden “kopiert”, sondern auch inländische. Damit ist der unwissende Tourist völlig auf dem Holzweg. Hotels und Reisebüros, die sich über die Jahre in Hanoi einen Namen gemacht haben, werden von anderen 1:1 kopiert – mit Namen und Logo – und gehen so auf Kundenfang. Besonders dreist sind Büros, die sich für die Büros offizieller Airlines ausgeben. Das Ticket ist gekauft, aber spätestens beim Check-in wertlos.

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eine aufgeräumte Strasse in der Altstadt

Hanoi ist auch wieder ein kurzer Scheideweg – Beate ist über Laos auf dem Weg zu einem heimatlichen Weihnachtsbesuch, und ich auf dem Weg in die nordvietnamesischen Berge. Gemeinsamer Treffpunkt: Salt Lake City, Utah. Der Schnee ruft.

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beim abendlichen Straßensnack

Fixpunkt einer Vietnam-Reise: die Halong Bay

Mit dem Boot durch die Halong Bay zu schippern ist wohl eine der drei Hauptaktivitäten für den Vietnam-Reisenden (siehe auch: Hué). Es ist nicht nur zu Recht Weltkulturerbe, sondern auch noch schön anzuschauen. Die Landschaft, ein Labyrinth aus hochgeschossenen Kalkfelsen und Wasserstraßen, bietet kleine Buchten für jedermann. Diese wirken um diese Jahreszeit vielleicht nicht so attraktiv wie im Hochsommer, dennoch bemüht sich eine Flotte an Ausflugsbooten die Massen an Besuchern durch das jeweilige Programm zu schleusen. Ein sanfter Tourismus ist das nicht, die Hotelmeile in Cat Ba ist erstaunlich groß, und teilweise fühlt man sich wie Vieh, das hier von einer Station zur nächsten getrieben wird.

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Blick auf die Bucht vor Cat Ba

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Hausboot-Leben

Erstaunlicherweise kann man gerade in Cat Ba dem Trubel am ehesten entkommen. Glücklicherweise nur, weil es Nebensaison ist. Und da sitzt man höchstens zu viert in einem Restaurant an der Straße und trinkt einen Tee. Mit dem Kayak ist man gänzlich unabhängig und wir können uns aus dem Staub machen. Unser eigenes Tempo, unseren eigenen Weg.

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Strandflucht per Kayak

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Hausboot-Leben II

Das mit Abstand Interessanteste an diesem Archipel ist die Lebensweise der Leute hier, welche auf ihren Hausbooten leben und arbeiten. Fischer, Bootsführer, Händler, aber auch Perlentaucher und Schrimpszüchter. Mehrere Hausboote sind über Stege miteinander zu einer “Straße” verbunden, dazwischen sichern ausgespannte Netze, das nichts zufällig im Meer verloren geht – Kleinkinder und Hunde ebenso. Das Meer wird tagtäglich geerntet, die Mahlzeiten “im Garten” erzeugt. Ein hartes Leben, denn viel Komfort haben die Leute nicht.

Hué: die Damen-Liste des Kaisergemachs

Wir sind in der Regenzeit angekommen. Bereits in Hoi An hat es kräftig geregnet, aber nun schüttet es seit Tagen in Hué. Die Flüsse steigen kräftig an, die Gärten sind überflutet und wir laufen mit einem Ganzkörper-Plastiksack durch die Gegend. Der Verkehr ist dennoch kein bißchen ruhiger als zuvor – das Gehupe ist nervend, und die Fahrweise aller hier recht “risikoreich”, vorsichtig formuliert.

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im alten Stadtteil von Hué

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Karpfenteich

Hué hat seinen Charme. Straßenküchen wie überall in Vietnam, aber dazwischen die eine oder andere Patisserie, ein Café oder ein Kiosk. Ein Spaziergang ist ein Slalom zwischen abgestellten Mofas, Müll, Ständen und Bäumen, und am einfachsten läuft es sich auf der Straße, trotz des Verkehrs von vorne und hinten. Wir queren die Brücke über den Perfume River, der seinem Namen nur bedingt gerecht wird, hinüber in die Alte Stadt, mit einer Stadtmauer umgeben. Auch hier bleibt der Verkehr wirr und anstrengend, bevor wir das Haupttor in die verbotene Stadt passieren. Dieses verschlossene Viertel war früher die Kaiserresidenz, fast wie eine Kopie der verbotenen Stadt in Peking. Das Gelände ist teilweise restauriert und ein angenehmer Spaziergang, bei dichter Bewölkung und 25° Celsius.

Auf Anschauungsmaterial wird immer wieder die Geschichte von Vietnam rekonstruiert: die Geographie des Landes. Im aktuellen Streit zwischen Vietnam, China und anderen Anrainerstaaten im Südchinesischen Meer um einzelne Archipele dient dies zur Unterstützung des eigenen Anspruchs. In diesem Viertel lebten vor allem die Konkubinen des Kaisers und die Eunuchen, die diese zu beaufsichtigen hatten. So verwalteten sie unter anderem eine täglich zu erstellende Liste, die die Namen der für die aktuelle Nacht im Bett des Kaisers vorgesehenen Liebesdamen enthielt. Heute würde man das über eine App machen.

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in der verbotenen Stadt

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über den Perfume River

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das etwas ältere Hué

Wir marschieren durch die Straßen der Stadt, beidseits des Flusses, weiter als notwendig. Es ist ein Zeitvertreib zwischen Hotel, den Mahlzeiten und dem Reisen. Unsere Reiseroute in Indochina entspricht so ziemlich dem, was die meisten Reisenden in Vietnam tun: von Saigon über Da Nang, Hoi An zur Halong Bay, und dann weiter über Hanoi in die Berge um Sappa. Eine logische Route von Süd nach Nord. Für uns bedeutet das vor allem eines: die Tage werden kühler. Und das ist nur gut so.

Nudelsuppen und Croissants in Ho Chi Minh City

Hin und wieder schaut man in eine Straße, als wäre diese in einem Pariser Arrondissement. Hohe Bäume säumen die Fahrwege beidseitig, dutzende kleine Cafés reihen sich aneinander, und hin und wieder entdecke ich auch eine kleine Bäckerei. Nur die Masse an Mopedfahrern verwischt diesen ersten Eindruck. Also gehe ich meiner Liebe nach Brotgebäck nach, während Beate schon zum Frühstück die Suppenküchen ausprobiert. Nichts für mich, denn die heiße Nudelsuppe verträgt sich nicht so mit dem schwülen Wetter in Ho Chi Minh City.

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Obststand in einer Seitenstraße in Saigon

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Eingangsportal der Oper

Vietnam hat für mich auch Geschichte. Nicht dass ich schon mal hier war. Aber in meiner Jugend konnte ich nicht genug über den 30 Jahre langen Konflikt – Entkolonisierung und Vereinigung von Nord und Süd – lesen und meine Fachbereichsarbeit in Geschichte zu diesem Thema abliefern. Nun stehe ich in dieser Stadt und erkenne Plätze wieder, Straßen und geschichtliche Orte. Das War Remnants Museum ist ein umfangreich gestalteter Ausstellungsort, der in hunderten Fotografien die Erinnerung an diese Zeit hoch hält. Es ist immer wieder erstaunlich (wie schon in Kambodscha), wie eine Gesellschaft, die dreissig Jahre lang nur Kampf und Tod gekannt hat, diese Ereignisse überhaupt verarbeiten kann.

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am Mekong

In Phnom Penh steigen wir in ein Boot und nutzen den Mekong und seine Seitenarme, um nach Vietnam (Chau Doc) zu kommen. Wahrscheinlich die einfachste Art, “über Land” die Immigration zu bewältigen. Keine Wartezeiten, höchstens schläfrige Beamte. Dafür brauchen wir aber, zusammen mit der Busfahrt nach Ho Chi Minh City, gute 14 Stunden. Wir nehmen es gelassen. Am nächsten Morgen schlendern wir durch Straßen, als wäre es hier schon immer so gewesen. Die Bautätigkeit und der Verkehr sind enorm, doch die Innenstadt hat ihren Charme. Viele Parks, breite Straßen, Museen. Und dann wieder ein Gassengewirr durch die Hinterhöfe, die niemals eine Sonne sehen. Von Kommunismus und Planwirtschaft ist hier nicht viel zu sehen, ausser einigen Bauwerken im Soviet-Stil. Wir sind uns einig: die interessanteste Stadt seit gut zwei Monaten – Wellington.

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Mittagsschläfchen auf dem Rad

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die moderne Ho Chi Minh City

Siem Reap: Eat, Pray, Live

Was gibt es viel aus Kambodscha zu berichten? Phnom Penh ist erstaunlich begehbar, trotz Moped-Raserei und zugeparkten Gehwegen. Es ist laut und doch anständig friedlich. Es hat eine bewegte Geschichte und nun eine aufstrebende Mittelschicht. Außerhalb von Bali haben wir noch nicht so viele Touristen auf einem Fleck gesehen wie hier: Busladungen voll. Und trotz des Hauptstadt-Effekts ist es hier immer noch sehr billig – ein Doppelzimmer mit Klima um 10US$. Wir kommen aber bei Louis unter, kein Franzose, sondern Taiwanese, der hier für YKK (schaut auf eure Reissverschlüsse!) arbeitet. Wir haben gar eine Gym und einen Pool…

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am Markt in Siem Reap

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das Diplom habe ich schon in der Tasche

Wir besorgen uns in Phnom Penh das Visum für Vietnam, bevor wir nach Nordwesten fahren: Siem Riap, für die meisten als “Angkor Wat” bekannt. Es sind zwar zwei verschiedene Dinge, aber die Leute kommen wegen Letzterem. Uns gefällt die Stadt recht gut, am Abend voller Leben, denn hier ist die Hautfarbe “weiss” so zahlreich, dass die ganze Stadt von ihr lebt. Bar an Bar, Laden an Laden. Wir interessieren uns für die Küche und machen einen Kochkurs. Wir dürfen nun sagen, wir sind zertifiziert, das Diplom habe ich in der Tasche. Wieder ein Titel mehr… mit der Nostrifizierung wird’s allerdings etwas schwer. Meine Aufgabenstellung: Seafood Curry und Papaya Salad. Unsere Lehrerin zeigt alles vor und kommentiert ihre Kunstgriffe mit “chopp, chopp!” oder “bumm, bumm!”. Alles klar, und am Ende konnte ich es sogar essen.

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es gibt auch Seltsames in der kambodschanischen Küche

Angkor Wat steht auch bei uns auf dem Programm. Um nicht ganz im Massenandrang unterzugehen, borgen wir uns Fahrräder aus und fahren hinaus auf das sehr weitläufige Gelände. Gute 40 Kilometer mit wackligen Eingang-Fahrrädern. Endlich etwas Energie loswerden! Die Tempelanlage ist sehenswert, und verdient zu Recht den “Weltkulturerbe”-Stempel. Hätten die Bewohner dieser Metropole noch ein paar Jahrhunderte durchgehalten und die Gegend nicht aufgegeben, so würden sie heute satt an den Touristen verdienen. Indirekt tun die Nachfahren ja das immer noch, die Leute von Siem Reap sind Dienstleister: entweder Tuk-Tuk Fahrer, im Massage-Sektor tätig oder im Bettelgewerbe. Da halte ich den Ball natürlich sehr flach, aber im Grunde ist es das.

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Angkor Wat

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nicht nur für Steinmetze interessant

Wenn ich in einem klimatisierten Raum mit Bubble-Tea-Strohhalm im Mund und Weihnachts-Tralala aus den Lautsprechern darüber nachdenke, dann ist Kambodscha ein durchaus interessantes Land. Der Kontraste wegen. Nicht, dass es diese sonst nirgendwo gibt. Eher, weil es sie hier so schnell wieder gibt: Kambodscha hat 1980 wieder erst begonnen zu leben. Die großen Städte wurden davor von den Khmer Rouge vollkommen geräumt, die Mittelschicht vernichtet. Alle zu Bauern umfunktioniert, zu Toten ausgehungert. Und nun, 34 Jahre später, steht man in so einer pulsierenden Gesellschaft. Durchaus interessant, weil kaum nachvollziehbar.