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Entlang des Lachengrats

Das wurde langsam auch wieder Zeit – gute Wettervorschau, und beide haben zur gleichen Zeit zwei Tage frei! Da fackelt man nicht lange, und schon sind die zwei Tage verplant. Das Büssle hatte ja auch schon gute zwei Wochen Stillstand seit der Österreich-Durchfahrt (z.B. Hallstatt), bis auf ein paar Rosen- und Lavendellieferungen für unseren Garten. Nun trug es wieder unsere Mountainbikes.

Obersee-Klöntaler See Mountainbike Runde

schöne Rad-Runde: 43 km, ca. 1.400 Höhenmeter

In Näfels (Glarus, 438 m) startet unsere Runde zum Obersee und weiter zum Klöntaler See. Die Bergauffahrt bis zur Abzweigung “Schwändital” kennen wir schon von unserem Kletterausflug zum Brüggler. Mäßig steil geht’s hinauf, und mit dem Rad gibt’s keine Engstellen. Es wird steiler und am Obersee (992 m) angekommen gibt’s erstmal eine kurze Pause des Bewunderns. Reichlich Idylle hier oben. Der See macht an, hineinzuspringen, aber wir müssen weiter. Der Tag wird noch lang genug.

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am Obersee

Die Straße am See ist gemütlich, ab dem Mini-Bad geht’s zunächst gemäßigt auf Asphalt weiter hinauf, bis auf Sulz (1.372 m). Es ist hier nicht viel los. Ein-zwei Biker, wenige Wanderer, Kühe als Publikum. Kurz nach Sulz wird aus Asphalt Schotter, die Steigung etwas strenger (13 %). Wir fahren so weit es geht, denn hier im Nordschatten des Lachengrats hält sich der viele Schnee hartnäckig. Mehr als einmal müssen wir durch Schneefelder schieben. Von der Oberen Lachenalp (1.690 m) ist nur noch Schieben angesagt, teils durch sumpfige Wiesen, teils über Schnee. Taugt uns nicht, dafür ist das Panorama hier eine schöne Entschädigung.

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entlang des Lachengrats

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immer wieder Schiebepassagen

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am Lachengrat, Schneefelder hinter uns gelassen

Auf dem Lachengrat  (1.814 m) angekommen, ist das Wetter auf der Seite auch nicht viel anders. Dicht bewölkt, aber trocken und angenehm warm. Ideale Bikeverhältnisse, für eine Pause und später auch für die Abfahrt. Wir bleiben nicht lange, ein Bissen, ein Schluck, und wir sitzen im Sattel. Unser Bike-Guide aus dem Jahr 2003 ist hier schon etwas veraltet, statt der versprochenen Tragestrecke bis zum Oberen Längenegg (1.691 m) fahren wir auf einem holprigen Alpweg bis zur erwähnten Alpe ab, dann schneller über einen gut befestigten Weg ins Klöntal. Von hier weg ist uns der Weg gut bekannt: vom Glarner Tal sind wir vor zwei Jahren mit den Rennrädern hierher hinaufgekommen und weiter über den Pragelpass nach Schwyz und über den Klausenpass wieder retour nach Glarus gedüst.

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ruhige Fahrt entlang des Klöntaler Sees

Die Abfahrt ist gemütlich, der See wunderschön, und wir glücklich müde wieder in Näfels. Wir essen einen Happen, und verlagern unseren mobilen Stützpunkt ins Wägital.

Abendtour zur Fronalp

Nach dem Kletternachmittag am Brüggler ging es zuerst ins Glarner Tal hinab, um dann auf der anderen Seite bei Molis mit dem Mountainbike auf die Fronalp zu fahren. Der Rundkurs, der beim Retourweg über Glarus führt, ist ca. 27 km lang und mit 930 Höhenmetern recht moderat. Also genau richtig für eine Abendrunde nach dem Klettern!

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noch geht’s hinauf

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Blick nach Norden ins Glarner Tal

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Glarus

die Radrunde

die Route

Eine schöne Herausforderung: die Südwest-Wand des Tödi

Die Clariden hatten wir mal so mitgenommen. Nun stand das Hauptziel auf dem Programm: der Glarner Tödi. Nach einem feinen Abend auf der Planurahütte (2.947 m) aber kurzer Nacht (Tagwache 04.00) hatten Mathieu und ich im Morgengrauen schon den Sandfirn gequert und den Sandpass (2.781 m) erreicht. Von nun an ging es aufwärts – zunächst über den brüchigen Grat zum Chli Tödi (3.076 m), den wir aber nicht bestiegen sondern südlich umgingen und dann in einem losen Couloir passierten.

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Das Tagesziel: der Tödi über die SW-Wand

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Der Sandfirn mit Sandpass und der Grat (unten), der zum Chli Tödi führt

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der Chli Tödi, dahinter die Clariden in der Morgensonne

Hier folgten wir fast schon flach dem Grat bis zu einem sehr markanten Tisch unterhalb des West-Grates des Tödi. Da wir die Südwest-Wand besteigen wollten, mussten wir zunächst oberhalb dieses Punktes (3.066 m) einige unangenehme, sehr lose Passagen in den Hang traversieren, der uns auch von oben mit leichtem Steinschlag eindeckte. Nach einigen Sondierungsgesprächen fanden wir die richtige Linie und stiegen über Felsstufen gegen den Berggipfel hoch.

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rund 400 m hoch in diesem Stil, da kommt man ins Schnaufen…

Diese Stufen waren recht brüchig, hatten kaum Schnee und einige gefrorene Quellen, die einige Teile des SW-Hanges mit einer Eisschicht überzogen. Wir folgten dem Schnee und dem Eis, zunächst auf zwei Beinen, bald auf allen Vieren, als sich das Gelände gegen 50° Hangneigung veränderte. Drei Seillängen mussten wir gar am Seil sichern, es erinnerte mich fast schon an meinen Eiskletterkurs. Mit zwei Eispickel in den Händen ging es aber verhältnismäßig gut hoch, auch die letzten steilen Abschnitte überwanden wir dann ohne Seil zur Ausstiegstelle (rechts) zum Südgrat. Von dort ging es nurmehr locker zum Gipfel (Piz Russein, 3.614 m), den wir an diesem Tag als erste betreten durften.

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Schönstes Gipfel-Wetter am Tödi

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Feiner Trittschnee immer oberen Bifertenfirn (09.00)

Kurz nach 09.00 begannen wir mit dem Abstieg über den Bifertenfirn Richtung Fridolinhütte. Der Schnee war schon recht weich, allerdings waren Spalten gut sichtbar und das Labyrinth noch ziemlich übersichtlich. Das änderte sich mit der fortlaufenden Dauer des Gletschers nach Osten, und auf rund 2.800 m Seehöhe baut sich eine Serac-Wand auf, die über einen gesicherten Aufstieg in Felsen (Norden) umgangen wird. Allerdings ist der Stein sehr lose und brüchig, und der Abstieg zum Gletscher (Schneeries) nicht ohne. Der Bergschrund war schon recht offen, noch einen halben Meter, und dann braucht es schon Leitern…

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Schöne Nordwände bei der Fridolinhütte

Ziemlich müde schon liefen wir dann über die Grünhornhütte (2.448 m) zur Fridolinhütte (2.111 m), wo sich eine Mittagspause genau um 12.00 ausging. Die Bergwelt hier ist gewaltig, der Abstieg nach Tierfehd / Linthal aber schon langwierig – für halbwegs schnelle Geher nochmals drei Stunden bis zum Parkplatz beim Kraftwerk.

Sommerroute über die Clariden

Ein eher im Frühjahr für Skitourengeher bekannter und beliebter Gipfel, sollte an diesem Wochenende mal eine Hochtourenbesteigung ohne Ski erfahren. Beate hatte wiedereinmal Wochenend-Dienst im Krankenhaus, und ich kam von einer Lehrveranstaltung an der Donau Uni Krems am Samstag Morgen mit Nachtzug an, um rechtzeitig meinen Boulder-Freund Mathieu in Linthal / Glarus abzuholen. Mathieu, der schon mit uns am Piz Palü und Piz Bernina gestanden ist, wollte mal den Glarner Alpen einen Besuch abstatten, und so standen die Clariden und der Tödi auf dem Programm.

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Die Klausenpass-Straße, Blick nach Glarus

Mit dem Autobus ging es von Linthal für heftige 21 SFR auf den Klausenpass (1.948 m) hinauf, von wo wir die ersten Anhöhen Richtung Chammlijoch (rund auf 3.100 m) ansteuerten. Der Weg war halbwegs markiert, und im ersten Schnee die Spuren sehr deutlich. Der Schnee am Nachmittag war schon sehr sulzig. Nun zogen die Wolken auch noch zu und wir hatten kurz vor dem Kamm der Clariden schon sehr wenig Sicht. Das ist auf den Clariden aber nicht weiter tragisch, führt letztlich über den Grat des Vorgipfels nur ein Weg zum Hauptgipfel (3.267 m). Diese kurze Strecke ist auch mit Eisenketten gesichert, für die Wetterbedingungen, die es erfordern: die Abgründe sind tief, der Fels locker. Wir fanden teilweise vereiste Stellen vor.

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Auf dem Weg zu den Clariden

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Lieder sehr in den Wolken, trotzdem sind Vorgipfel wie Gipfel (Hintergrund) spaßig zum Kraxeln

Vom Gipfel der Clariden traversierten wir weiter Richtung Osten, stiegen auf den Claridenfirn ab und liefen entlang des Südgrates weiter zum Claridenpass und hin zur Planurahütte (2.947 m). Die gesamte Strecke ist vergletschert, und auch wenn keine großen Spalten offen waren, am Seil gehen ist Pflicht. Am Südgrat der Clariden weitet sich der Bergschrund schon ordentlich auf.

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Bei der Planurahütte kann man den größten Windkolk der Alpen bewundern. Wie eine riesige Halfpipe.

Gerade noch rechtzeitig: Steingässler

Die angekündigte Warmwetterfront mit Föhn kündigte sich schon auf der Hinfahrt an, das Auto wurde nur so von Windböen geschüttelt. Als wir in Boden (780 m) bei Vermol / Nähe Mels-Sargans ausstiegen, war es aber immer noch recht kühl. Gut so, denn der Schnee fühlte sich hier schon vom Start weg fein weich und pulvrig an.

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Die Churfürsten im Morgenlicht

Der Aufstieg folgte zunächst der Straße, hinauf nach Weissenstein (1.030 m), dann über freie Hänge zum Skihaus Schwarzenberg (1.343m). Von hier aus ging es mehr oder weniger flach zum Mädems Vorsäss (wo wir einen kleinen Abzweiger zum Punkt 1877  machten um eine 300 Hm  Pulverabfahrt dazwischen einzubauen). Hier sah man zum ersten Mal, was der Südwestwind der letzten Tage alles abgeblasen hatte – z.B. die Nordflanke des Hühnerchopf war fast blank. Dem Alpweg folgend erreicht man recht schnell das Mädems Hintersäss, schön in einem Talabschluss gelegen. Nun ging es hinauf zur Schlüsselstelle, um eine Steilwand zu überwinden. Die Hangquerung kann bei schlechten Schneeverhältnissen nicht ungefährlich sein. Einmal überwunden, kletterten wir hoch zur Chammhüttli (2.041 m), um dann die letzten Meter des Gipfelhanges im prächtigen Sonnenschein zu bewältigen. Die Aussicht vom Steingässler (2.251 m) war prächtig und bot Blicke hinüber zu den Churfirsten, zur Alviergruppe (Alvier, oder mit unserem gestrigen Gipfel – Gonzen) und  zu den (restlichen) Glarner Alpen, die sich nun als nächste Tourenziele anboten.

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Die Schlüsselpassage zum Steingässler

Das Highlight der letzten Tourentage (Gütle, Vilan, Gonzen) war stets die Abfahrt gewesen. Heute war es trotz Wetterumschwung nicht anders – die Sicht bestens, der Pulver noch vorhanden, wenn auch eine Spur schwerer. Wir hatten viele steile Hänge zu meistern – es war ein Riesenspaß, und die Oberschenkel brannten so richtig! In Summe hatten wir endlich einen längeren Ausflug hinter uns, rund 1.800 Höhenmeter und ebenso viel Tiefschneeabfahrt. Im Gasthaus Bergheim konnten wir uns dann kurz bei Kaffee und Rivela erholen und der netten Wirtin noch für den Parkplatz danken.

Eggstöcke 2.0

Nach unserem Rennrad-Ausflug am Samstag über Pragelpass und Klausenpass brauchten unsere Beine etwas Erholung. Nichts Besseres als einen Klettersteig. Da bot sich in der Nähe von Glarus der Klettersteig oberhalb von Braunwald an. Wir waren schon vor Jahren einmal dort, haben allerdings nur die ersten zwei Teilabschnitte unternommen. Jetzt wollten wir die Eggstöcke komplettieren.

Gumen

Kurz vor der Bergstation Gumen, dahinter die Eggstöcke

In aller Früh nahmen wir die Bahn von Linthal hinauf nach Braunwald (1.256 m). Das sollte sich auszahlen, denn wir wollten an dem sonst recht überfüllten Klettersteig die ersten sein. Also keine Staus, keine Überholmanöver, und kein Steinschlag von oben. Da der Sessellift hinauf zum Ausgangspunkt der Tour (Gumen, 1.901 m) erst um 8.00 startet, nahmen wir den Wanderweg – rund 700 Höhenmeter waren zu überwinden. Bei so einem schönen Morgen wie an diesem Tag aber keine große Geschichte, erst oben wurde es durch die direkte Sonnenbestrahlung schon etwas warm.

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Das bei Gewittern lebensrettende Biwak nach dem 2. Abschnitt des Klettersteigs

Um 8.10 standen wir am Einsteig zum ersten Abschnitt (Gumengrat) und hatten ihn nach 30 Minuten überklettert (Leiteregg, 2.310 m). Dann folgte nach einer kurzen Fotopause Abschnitt 2 mit dem Gipfel (Mittler Eggstock, 2.420 m) und die Wanderung hin zum Notbiwak auf dem Rücken der Eggstöcke. Etwas lästiger war dann der Abstieg (Steinschlag) und der Zustieg zum 3. Abschnitt; ein Abschnitt, der im Führer als “ziemlich schwierig” beschrieben wird.

Eggstoecke 3. Abschnitt

Beate vor der dritten Wand hinauf zum Hinter Eggstock

Der Klettersteig zum Hinter Eggstock (2.445 m) ist eine senkrechte Wand, die aber bestens abgesichert ist. Es finden sich leichte, längere Überhänge, die man mit Armkraft überklettern muss. Wer hier mit seiner Sicherung herumfuchtelt, bekommt bald schwere Arme – das muss recht flüssig gehen! Den Gipfel haben wir recht schnell erreicht, doch die Abstiegsschleife bis nach Braunwald dauerte etwas. Eine Wanderung, die wir in der Mittagssonne gegen 12.30 abschließen konnten (mehr Infos zur Route gibt es auch im Klettersteigatlas). Also genug Zeit, um uns anschließend dem Walensee zu widmen!

Pragelpass-Klausenpass Rennrad-Runde

Diesen Klassiker hatten wir schon lange am Programm, aber schlechtes Wetter und Wintersperren der Pässe ließen uns diese herausfordernde Runde erst jetzt realisieren. Insgesamt 130 km und 3.150 Höhenmeter waren zu bewältigen.

Route Klausenpass-Pragelpass

Unsere längste Runde bis dato

Startpunkt war die schmucke Stadt Glarus (506 m), die wir rasch im Anstieg zum Klöntaler See (eine erste Steilstufe) verließen. Das Besondere an dieser Strecke war, dass sie am Wochenende für motorisierte Fahrzeuge ab Richisau gesperrt ist – das garantiert fast keinen Verkehr über unseren ersten Pass. Am Klöntaler See vorbei geht es anschließend fortwährend bergauf. Nicht übermäßig steil, aber konstant bis zum 1.550 m hohen Pragelpass. Dort gab es erstmal eine kurze Pause, bevor der wesentlich steilere “Abstieg” ins Muotathal (606 m). Rasch überbrückten wir die flachen und abfallenden Kilometer bis nach Schwyz.

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Der Klöntaler See – ein Prachtstück!

Entlang des Vierwaldstättersees hatten wir es mit reichlich viel Verkehr zu tun. Aber: die Schweizer Verkehrsplaner hatten sogar in Tunnels eine extra-breite Radspur angelegt, und so war die Strecke bis zum Schweizer “Ur-Dorf” Altdorf ein Vergnügen für die Augen.

Schaechental

Der Anstieg zum Klausenpass

Ab Altdorf war dann Schluss mit Lustig, die Sonne brannte, und wir stiegen kontinuierlich das Schächental hoch. Das dauerte eine Weile, hatten wir doch in einem Stück gute 1.500 Höhenmeter zu absolvieren. Hier waren leider viele Motorradfahrer unterwegs, die die Straße zu einer Rennstrecke erklärten. Aber irgendwann kamen auch wir am Klausenpass an, genossen den Ausblick, und packten schließlich alles zur langen Abfahrt bis nach Linthal zusammen. Die Abfahrt war holprig und gar nicht angenehm, sogar Kopfsteinpflaster mussten wir fahren. Die letzten 30 km nach Glarus waren dann nur noch zum herunterspulen (inklusive Suche für einen netten Stellplatz für die Nacht), allerdings mit vielen Anhöhen.

Klausenpass

Kurz vor dem Klausenpass – eine Raststätte

Mit dem Nebel zur Spitze: Hüenerchopf

Um fünf Uhr morgens Dauerregen, tiefe Wolken, Dunkelheit. Was tut man? Checkt den Wetterbericht, und packt die Sachen. Frühstücken und los fahren. Freunde abholen und das Rheintal hochfahren, bei Sargans abbiegen und Mels ansteuern (evt. auf den Garmil gehen, den Gamindaur? Die andere Talseite im Norden böte den Tschuggen…). In Vermol (1.067 m) ankommen und beim Alpenrösli parken. Sich selbst zunicken und denken: das passt.

Durch Waldschneisen geht es hoch von Vermol zum Tamons-Vorsäss

Frischer Schnee liegt überall, und er fällt auch vom Himmel; wir (Beate, Beate & Mark) machen uns auf den Weg. Das Ziel ist der Hüenerchopf (2.171 m), ein felsiges Eck in einer ansonsten hügeligen Landschaft, die sanft von Vermol gegen Westen an Höhe gewinnt. Trotz tiefen Wolken, Nebel, hin und wieder freier Sicht, gelingt es uns leicht die Spur zu halten, auch mit Hilfe des GPS, welches wir am Vorabend per Routenplanung mit Infos gespickt hatten.

Hüenerchopf

Tiefe Wolken über dem parallel verlaufenden Weisstannental

Um die frühe Zeit sind nicht viele Tourengeher unterwegs, was der Landschaft und ihrer Ruhe zuträglich ist. Wir steigen also hoch, von Lichtung zu Lichtung, von Alpe zu Alpe, kommen zum finalen Grat, wo die Sicht auf null fällt. Wir steigen hoch zum Gipfel, tragen die Ski wieder ein paar Meter herunter, bevor wir abfahren. Oben ist es recht windverblasen, ansonsten eigentlich schöner und lockerer, leichter Pulver.

Huenerchopf

Aufstieg zum Grat

Erst bei der Abfahrt bemerken wir, wie schlecht die Sicht hinter uns geworden ist, die Fahrt wird zum Blindflug. Trotz allem eine schöne Abfahrt, der Schnee ist genial und erlaubt vieles. Irgendwo zwischen den Bäumen tauchen nun vermehrt Gruppen von Tourengehern auf, die den Weg hinauf suchen. Gruppen, Scharen, der Berg ist eine Pilgerstätte. Gut, in die andere Richtung unterwegs zu sein. Und am Ende noch im Gasthaus Alpenrösli einzukehren, bei der älteren Wirtin einen Milchkaffee zu genießen und zu wissen, dass weder Dauerregen, Dunkelheit, schlechte Sicht oder sonst was einem im Weg stehen, wenn man denn nur wirklich will.

Huenerchopf Route

Überhängend in den Eggstöcken

Heute gab es einen fantastischen Herbsttag in den Schweizer Alpen – genauer gesagt in den Eggstöcken bei Braunwald (Nähe Glarus). Nach kurzer mechanischer Aufstiegshilfe (Zahnradbahn und Gondellift, für heftige 26 Franken pro Person hin- und retour) ging es erst einmal rund eine Stunde bis unterhalb der besagten Berge. Prächtiges Wetter, wunderschönes Panorama.

Nach diversen Schokoladen (Danke Vroni und Fernando!) stiegen wir zu viert in die Wand. Der Klettersteig ist recht anspruchsvoll, und die Anspannung war recht groß, was die Wand von uns abverlangen wird. Tja, und dann waren wir drin, und alle waren happy, und alles ging gut. Nach rund 40 Minuten haben wir die erste Passage überwunden. Beate und Fernando sind wie Bergziegen hinauf geschossen.

Trotz massig Leuten auf den Bergen ging das Klettern am Seil recht gut und beständig vorwärts. Der vordere Eggstock (rund 2.5000 M) war dann ein wenig später ebenfalls erklommen. Dafür war der Abstieg dann ein wenig anstregender, loses Gestein, viel Gehen am Stahlseil, und eine ganz schöne Hitze.

Insgesamt brauchten wir für die gesamte Tour (Anfahrt bis Ankunft) rund 9 Stunden. Ein lohnender Ausflug für alle, die ein wenig schwindelfrei sind, gerne Neues ausprobieren und trotzdem Vernunft und Verantwortung in die Berge mitnehmen.

Irgendwo da oben sind wir!