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Hyalite Peak: der andere Bozeman-Klassiker

Die Skitouren-Tage um Bozeman gestalten sich derzeit optimal – niedrige Lawinengefahr, frischer Pulver und keine Leute auf “unseren” Gipfeln. Nach dem Mount Blackmore ist der Hyalite Peak (3.146 m) der zweite große Klassiker südlich der Stadt. Auch diese Tour führt zunächst mit dem Wagen hinauf zum Hyalite Reservoir, dann noch ein paar Kilometer weiter südlich des künstlichen Sees. Wir kennen den Parkplatz (2.095 m) schon von unseren Eisklettereien an den Genesis-Eisfällen. Ohne Hektik frühstücken wir im Büssle und gehen dann auf die 24 Kilometer (hin & retour) lange Tour.

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unser langer Zustieg entlang des Hyalite Creek

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das Talende kommt in Sicht

Schon allein die Distanz diktiert eine gewisse Flachstrecke, die sich den ganzen Hyalite Creek entlang zieht, kurz bevor man zum Hyalite Lake hoch zieht. In flotten Kehren machen wir die notwendigen Höhenmeter, um endlich im Talschluss anzukommen, und den Hyalite Peak zum ersten Mal ins Auge zu fassen. Ab hier wird die Windjacke notwendig. Die Nordseite des Hyalite Peak ist felsig, aber der kleine Sattel westlich davon macht einen guten Eindruck. Über diesen Sattel steigen wir letztlich auch zum Skidepot, und dann zu Fuß zum abgeblasenen, flachen, windumkämpften Gipfel auf. Interessanter ist der Sattel, denn seine Krümmung und seine Wind-abgewandte Seite machen ihn zu einer überdimensionierten, auf einer Seite abfallenden Halfpipe, die oben von einer nicht allzu kleinen Wechte abgeschlossen wird.

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Hyalite Peak (li)

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vom Hyalite Peak Fußmarsch retour zum Skidepot, der Sattel mit der mit Pulver gefüllten Nordabfahrt (Bildmitte)

Die Abfahrt ist entsprechend pulvrig, wenn auch durch das fahle Licht die Schneedecke nicht leicht zu lesen ist. Am besten ist es wieder im bewaldeten Gebiet, wo der Pulver tief, trocken und leicht liegt. Es kostet kaum Anstrengung, die Nadelbäume zu umfahren und sich ständig neue Passagen für ein Durchkommen in Sekundenbruchteilen auszusuchen.

Mount Blackmore: Pulvertag in der Gallatin Range

Es fällt Schnee, spärlich, aber ständig, und das genügt, bei etwas frischem Wind von West, eine hübsche Pulverdecke in windabgewandte NO-Hänge zu bilden. Nach mehr als sechs Tagen Skitouren-Pause für Beate ist die Blase am Innenfuss schon recht gut verheilt, und mit extra-Tape und altem Innenschuh geht’s nach zwei Tagen Eisklettern im Hyalite Canyon wieder mit den Ski in die Berge. Unser Ziel: Mount Blackmore (3.095 m) in der Gallatin Range, unweit des Hyalite Reservoirs (2.042 m).

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abgeblasene Westhänge

Die Route ist, orientierungstechnisch, sehr einfach. Dem recht breiten Wanderweg 324 folgend, meist durch dichten Wald, bis zum Blackmore Lake. Von hier geht es etwas steiler, dem Blackmore Creek nach, in einen Talabschluss, der vom Elephant Peak und dem Mount Blackmore bewacht wird. Anstatt über den steilen Anstieg zum Sattel zwischen den beiden Häuptern aufzusteigen, steuern wir direkt von Ost über einen bewaldeten Rücken auf den Gipfel des Mt. Blackmore zu.

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windumkämpfter Ostgrat zum Mount Blackmore

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sehr gute Tourenbedingungen am Mount Blackmore

Am Grat selbst bläst der Wind mit zunehmender Geschwindigkeit, aber auch am Gipfel ist es relativ gemütlich. Die Wolkendecke zieht sich zusammen, und im böigen Wind fahren wir bei bestem Pulver zum Blackmore Creek ab. Sehr fein, mal sehr locker den Berg herunterzukurven. Der Weg zurück zum See und später zum Parkplatz ist zwar lang, aber wir machen dank der guten Bedingungen schnelle Fortschritte, ohne die Kontrolle in der engen Waldabfahrt zu verlieren. Mehr Schneefall ist angesagt, der Winter kommt nach Bozeman zurück.

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die wilde Gallatin Range

Eiskletter-Training im Hyalite Canyon

Unsere Tage in Bozeman laufen gut – eine erste Skitour in den Bridge Mountains, Dylan und Brian als sehr nette und lustige Couch-Gastgeber, und dann die ersten Eiskletter-Routen für Beate überhaupt. Bozeman ist eines der besten Eiskletter-Reviere in den USA, und für einen Start in dieser neue Bergsport-Dispziplin sehr dankbar. Einfach zu erreichen, kurze Zustiege und viele Routen in allen Schwierigkeiten.

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gelungener Start für Beate’s Eiskletterei

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glücklich, weil wieder im Steileis…

Für Beate ist es ein Kennenlernen. Die Tools, die Bewegungstechnik im Eis, das etwas andere Klettern. Wir machen einige Runden und klettern an zwei Tagen über 15 Seillängen. Die leichten Routen sind für Beate bald kein Problem, also gehen wir etwas steiler. Man merkt den leichten Unterschied von wenigen Grad sofort, und das macht die Unterarme, besonders im Vorstieg, recht pumpig. Ich denke, Beate hat es gefallen, und sie wird ihre neuen Steileisgeräte behalten. Jetzt heißt es, längere und steilere Routen zu gehen, selbst vorzusteigen und dann auf Mehr-Seillängen-Routen umzuschwenken. Denn hier beginnt das alpine Eisklettern, wo meist das Wasserfall-Eisklettern aufhört.