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Gangshika: Lessons learned

In Expeditionen bin ich noch wenig geübt. Das zeigt sich in Zentralchina. Die Logistik klappt, Jin organisiert alles (siehe Xining) und bringt uns bis zum Startpunkt unseres Höhenskibergsteigen-Experiments. In der Sonne ist es gar nicht so kalt, die -10° fühlen sich fein an. Basecamp errichten. Wasserversorgung sicher stellen. Windschutz aufbauen. Und dann beginnen drei Tage des Entdeckens und Lernens. Am ersten Tag starten wir auf eine erste Eingehtour, ohne Ski, kommen auf ca. 4.200 m hoch. Der Schädel pocht, aber in der Nacht auf 3.800 m legt sich das.

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Basecamp

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Erkundungsmarsch

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Gangshika

Der nächste Morgen ist wie der erste wolkenlos, kalt und einsam. Diesmal nehmen wir die Ski auf den Rücken, bis wir sie auf ca. 4.000 m anschnallen. Wir ziehen unsere erste Spur auf chinesischem Boden. Es ist eine Expedition, das wird hier oben klar. Das Gelände ist unübersichtlich, wir diskutieren und erkunden verschiedene Aufstiegsvarianten. Kommen auf ca. 4.600 m hoch, stehen vor dem großen Gletscher, der uns zum Gipfelhang führt. Viele Spalten sind zu sehen. Und logische Aufstiege. Wir beenden den Tag mit einer Abfahrt und mit Plänen für den Aufstieg am nächsten Tag. Um 05.30 laufen wir los. Auf im Dunkeln finden wir den Weg recht gut. Doch Beate’s Kopf macht nicht mit, und mit starken Kopfschmerzen 1.400 Höhenmeter zu gehen ist Unsinn. Wir brechen das Vorhaben bald ab, der Gipfel muss warten. Im Nachhinein betrachtet wäre es wohl besser gewesen, das Lager am 2. Tag auf ca. 4.400m hinauf zu verlegen und einen vierten Tag am Berg zur Verfügung zu haben. Oder am 2. Tag etwas früher zu starten und einen Direktversuch bei besten Bedingungen und einer guten körperlichen Versuchen zu wagen. Lessons learned.

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die erste Firnabfahrt

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mit Jin am Bechern

Nun auf dem Weg zurück nach Lanzhou hege ich keine Gefühle des Bedauerns. Der Berg bleibt dort und die steile Schlussflanke auch. Die will ich mal machen. Ich weiss jetzt, wie es gehen könnte. Das Material hat gepasst. Überhaupt sind die Berge hier sehr interessant.

Diese erste Expedition war wichtig. Jetzt fühle ich mich auf dem Weg. Wie lange er wohl dauern wird?