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Chillen in der Steinernen Stadt

Auch der versprochene Sonntag – nach einer nass-kalten Erfahrung am Penser Joch am Vortag – bringt einen überraschenden Morgen: auf dem Weg zu einer Alpintour versperren uns Carabinieri den Weg. Sämtliche Pässe um die Sella-Gruppe sind gesperrt, bis Mittags, wegen einer Radveranstaltung. Na sowas, danke für die Info! Kurzentschlossen machen wir also kehrt und gehen mal wandern. Ja, wir wandern auch. Diesmal von St. Catherina hinauf zur Regensburger Hütte und dann in einem kleinen Bogen wieder retour. Hübsch, wenn auch nicht beschaulich, da sich oben auf dem Plateau die Horden mit Hilfe der Seilbahn in Stellung bringen. Der Ausblick auf die Dolomiten ist aber recht unschlagbar.

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es klart auf, über dem Grödner Tal

Mehr als gemütlich schlendern wir vom Berg zum Auto, vom Auto zur Bergwiese am Sellajoch, und schlafen erstmal eine Runde in der Sonne. So ein Schläfchen ist im Moment was Feines, das Aufstehen aber mühsam, und spät abends rächt sich das mit sturer Nicht-Einschlaf-Haltung. Doch jetzt treibt es uns mit zwei Rucksäcken voll mit Klettergerät in die Klettersektoren der Steinernen Stadt, die eigentlich mehr für ihre zahllosen Boulder bekannt ist. Wir irren nicht nur durch das unübersichtliche Gelände, sondern auch in den Routen, mal zu leicht und mal zum Zähne ausbeißen. Spaß machts trotzdem, weil wir irgendwann die Routen biegen und ich weiter unten im Tal einen Kaiserschmarren bestellen kann. Schmeckt leider nicht, und so freue ich mich noch mehr auf ein Abendessen aus der Tüte (Nasi Cashew), welches wir dann in einem einsamen Biwak irgendwo in der Steinernen Stadt aufschlagen. Iso-Matte, Schlafsack, Biwaksack, das ist es. Es bleibt lange hell, und Beate schläft schon lange, während ich immer noch auf die Felsen, die Bäume und den Himmel starre. Ich denke viel an die Zukunft, und schlafe dann auch irgendwann ein, nachdem ich mich zig-mal im Biwaksack gewälzt habe.

Blockklettereien am Monte Antelao

Nach unseren Klettereien am Sellaturm und der Kleinen Zinne ist es Zeit, ein wenig ruhiger zu treten. Bei uns heißt das 500 Höhenmeter mit dem Rad hinauf, dann 1.700 Höhenmeter per pedes auf den Gipfel. Und so machen wir’s. Das Büssle bleibt in San Vito di Cadore (1.019 m), wir fahren mit den Mountainbikes über eine teils asphaltierte, teils übel schottrige Piste zum Rifugio Scotter-Palatini (1.580 m). Obwohl es früh morgens ist, sind schon viele unterwegs. Sonntag. Prachtwetter. Und was weiss ich.

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am Forcola Piccola

Vom Rifugio Scotter geht es in steilen Serpentinen durch Latschenhänge, dann schon auf die Forcola Piccola (2.120 m). Wir fühlen uns fit, gehen leicht und locker an den einzelnen Wanderern und Gruppen vorbei. Der Weg wird nun sehr schmal, viel Geröll liegt im Hang, ein Schotter, der ständig nachgibt. Die Sonnencreme ist drauf, die Sonnenbrille ebenso, und so steigen wir über die ersten Blöcke und Platten, und wundern uns, dass im Land der Eisensteige keine Drahtseile angebracht sind. Die Szenerie des Weges ist beeindruckend, die Wände fallen steil ab, und der Pfad ist schmal. Immer wieder überholen wir ältere Wanderer und staunen, wie die hier hinauf gekommen sind. Aber es kommt noch besser.

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der Gipfel ist noch weit

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ein unangenehmes Schotter-Geröll

Auf dem Bergrücken, so karg und felsig, ohne eine Spur von Leben, durchzogen von scharfen, tiefen Furchen, folgen wir bald keinem Weg mehr. Die Neigung ist so groß, dass wir nur noch in kleinen Schritten auf den Fußballen gehen. Überraschend weit führt der Rücken, dann hangeln wir wieder an einer Wand, spreizen über Spalten, kraxeln über größere Blöcke. Von oben kommen schon Gruppen herunter, wir weichen aus dem Weg, und klettern über deren Köpfe hinweg. Am Gipfel des Monte Antelao (3.264 m) ist dann doch recht wenig los. Wolken ziehen auf, die Spitze hüllt sich schnell in Nebel. Wir essen eine Kleinigkeit, ein Schnappschuss, und dann sich wir schon wieder auf dem Weg ins Tal.

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nun wird’s plattig-steil

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und steiler entlang von Wasserfurchen

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Vom Gipfel des M. Antelao Blick nach Norden: links der Großvenediger, rechts der Großglockner

Auch der Abstieg zieht sich hin. Auf den stark geneigten Platten treten wir sauber auf, meiden kleine und große Steine. Andere mögen es nicht, wenn man sie überholt. Ob beim Laufen oder Klettern. Wir wollen hinunter, beeilen uns zum großen Schotterfeld, hinunter zur Furcola, und dann etwas mühsam und schon im heißen Wetter des Nachmittags zum Rifugio Scotter. Aber das Beste sollte erst noch kommen. Beim Büssle wissen wir sofort, wir müssen zum wilden Bach im Tal. Unweit eines Fischteichs finden wir einen privaten Strand am wilden Boite. Perfekt. Eiskaltes, schnell fließendes Wasser von milchiger Farbe. Nur wir zwei. Sonne und Sand. Und Zeit.

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paradiesisch am Boite

Irgendwann wachen wir auf, packen unsere Sachen und gehen in Cortina d’Ampezzo auf einen Kaffee. Die Stadt ist nett. Wir fühlen uns wohl, und fahren etwas später hinauf zum Passo di Valparola. Der Platz für unsere letzte Nacht. Die Sonne geht unter, wir starren in die uns umgebenden Wände, trinken Sekt, essen, freuen uns auf einen letzten, schönen Tag. Wir wollen auf den Hexenstein.

Im Steinhagel der Kleinen Zinne

Die UNESCO hat sie zum Weltnaturerbe erklärt, und das ist dank ihrer markanten Silhouette, ihrer Rolle im Alpinismus und ihres Status in den Dolomiten auch nicht anders zu argumentieren. Die Drei Zinnen finden sich fast auf jedem Naturkalender der Alpen wieder, in vielen Magazinen und Foto-Beiträgen. Die meisten Besucher, die zu den Drei Zinnen strömen, sind Naturliebhaber, die mal zehn Meter vom Auto treten und sich zu einem Hock in einem der leicht erreichbaren Hütten einfinden; viele andere wandern auch einmal um den Gebirgsstock, ein Unterfangen welches in mehreren Stunden dank des gut angelegten, leicht gewellten, breiten Weges für alle machbar ist; und dann gibt’s noch die, die unbedingt hinauf müssen, auf einen der vielen Gipfel, Vorgipfel und Türme der Drei Zinnen. Und das sind auch nicht so wenige. In Summe ergibt das mehrere große Autoparkplätze, Wanderwege gefüllt mit Menschen wie auf einem Jahrmarkt, und Wände voll mit Seilschaften, dass man die Kommunikation mit dem richtigen Seilpartner schwer aufrecht erhalten kann.

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Die Sonne ist schon weg, wir blicken vom Schlafplatz nach Süden Richtung Cortina

Nach dem gestrigen Sellaturm und einer feinen Nacht fühlen wir uns fit. Im Morgengrauen sind wir schon auf dem Rad und fahren zum Rifugio Lavaredo. Auch diesmal läßt uns der Kletterführer “Dolomiten vertikal” mit seiner Zustiegsbeschreibung erbärmlich im Stich. Mindestens den halben Weg laufen wir zur Einstiegsstelle letztlich zurück, krabbeln von Süden den Geröllhang hoch zwischen die Große und die Kleine Zinne, bis wir in einer Scharte den vermeintlichen Einstieg lokalisieren. In der engen Scharte sind wir nicht die Einzigen. Und oberhalb am Normalweg der Große Zinne ist schon reger Betrieb. Rufe, Metallklimpern, Steinchen.

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im Morgenlicht: rechts der Preußturm, links außen der Vorgipfel zur Kleinen Zinne, dann unmittelbar rechts davon die “Nadel” – die kleine Zinne!

Wir machen uns in die erste Länge, schauen, orientieren, suchen, irgendwie finden wir die Stände, trotz ungenauem Topo, queren durch Schroffen, der nur so von losen Steinen strotzt. Mehr und mehr Steine prasseln auf die Sichernden herunter. Irgendwann schließen wir auf eine Seilschaft auf. Vor uns sind noch zwei andere. Beate führt eine Länge, als von oben, fast schon im Minutentakt “Stein!” nach unten hallt. Diesmal ist es ein angemessener Ruf, der Brocken, der durch die Luft nach unten saust, ist Rucksack-groß. So klein und winzig habe ich mich selten gemacht. Ein lautes Rauschen, dann eine Explosion, der Felsen zersplittert in dutzende Teile. Stille. Dann höre ich Beate, dann schaue ich hoch aus meiner Schutzhaltung, alles klar, alles bestens, es geht weiter. Keine zwei Minuten später prasselt es auf mich herunter wie in einem Hagel.

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der Vorgipfel …

Die Orientierung wird durch eine seilfreie Stelle nicht leichter. Jetzt kommen die eher engen, aber weniger Geröll-haltigen Passagen, wir klettern Länge für Länge, stehen bald auf dem Plateau zum Vorgipfel, der sehr luftig aussieht. Überhaupt ist diese Route nichts für Leute, die Höhe nicht vertragen. Aber wer sollte das schon beim Klettern? Die Innerkofler-Zsigmondy Route, die wir gehen (IV, 13 SL, 400 m), ist etwas ausgesetzt. Das verschärft den eigentlich sehr moderaten Schwierigkeitsgrad, und auch die schon deutlich polierten Griffe und Tritte in der Schlüsselpassage in der vorletzten Länge im etwas engen Kamin leisten ihren Beitrag für ein tieferes Durchschnaufen. Alles passt, wir kraxeln hoch zum Gipfelkreuz der Kleinen Zinne (2.857 m), das mit dem Rosenkranz, trinken aus unseren Sigg-Flaschen, staunen, scherzen mit den anderen Gipfelbezwingern, sind schon in Gedanken beim Abstieg, aber eigentlich eher im Grübeln, wie man von hier wieder herunterkommt.

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und der richtige Gipfel. Dahinter: die Große Zinne

Unser Topo gibt wieder mal nichts her als rudimentäre Anhalte. Ich frage mich, wozu ich es gekauft (das Buch), und dann hier hoch geschleppt habe. Alle anderen haben ihre Topos aus dem Web. Die Abseilstellen sind in den anderen Topos nicht nur markiert, sondern auch in der Länge und Weg beschrieben, sowie alte Abseilringe erwähnt, die man nicht nutzen sollte. Unsere Strategie in diesem etwas unübersichtlichen Gelände ist einfach schnell an den anderen dran zu bleiben. Das gelingt zunächst nur recht dürftig, weil von unten andere Seilschaften hinaufkommen, und das just in jenem Kamin, den auch die Absteiger nehmen müssen.

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Beate in der letzten Abseillänge

Spätestens in der Abseilpiste haben wir aber wieder Anschluss gefunden. Ein zusammengebundenes Doppelseil (50m) ist hier gold wert, in der Abseilpiste haben wir letztlich nur vier mal eine Abseilstelle einrichten müssen. Ein Doppelseil ist in den Drei Zinnen gänzlich empfehlenswert – einer Seilschaft vor uns hat der Steinschlag einen Seilstrang fast zur Gänze abgetrennt. Gut, dass sie auch mit einem Doppelseil unterwegs waren. Kaum in der Mitte der Abseilpiste, dröhnt es laut und lauter über uns, ein Rettungshubschrauber senkt sich langsam in die Scharte zwischen Großer und Kleiner Zinne. Die Rotoren kreisen verdammt nah an der Wand, ein Retter wird am Stahlseil abgelassen und pickt einen ersten in Not geratenen Kletterer aus der Ostwand der Großen Zinne. Was genau passiert ist, wissen wir nicht, der Hubschrauber kehrte noch zwei mal zurück und holte den Rest der Seilschaft. Teufelskerle, diese Piloten und Flugretter!

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Wohlverdientes Abendmahl unterhalb der Drei Zinnen. Man beachte das Wetter, was für ein Unterschied zum Cevedale!

Der Abstieg gelingt, wir klatschen ab, packen schnell zusammen, um aus dieser Steinschlagzone zu verschwinden. Die Scharte durch das Geröll nach unten zu begehen ist genauso mies wie hinauf, und wir brauchen eine ganze Weile, bis wir wieder am Rifugio Lavaredo stehen, die Räder aufnehmen und durch die wandernden Massen zum Büssle zurückradeln. Müde und ausgelaugt, eher mental als körperlich, lassen wir uns in den Campingstühlen nieder, irgendein Alkohol muss her, und dann ein gutes Essen. Der Blick ins Tal ist gewaltig, und bald ist auch die imposante Südwand der Kleinen Zinne in den Hintergrund gerückt. Wir beschließen, den Tag hier oben ausklingen zu lassen, erst morgen nach San Vito zu fahren. Ein Wandertag steht an, zur Regeneration.

Giro di Dolomiti – Fast forward

Und hier noch eine Zusammenfassung der Touren um die Sella-Gruppe und die Marmolada vom letzten Wochenende: die Giro di Dolomiti!

Giro di Dolomiti from Mark Buzinkay on Vimeo.

Bouldern am Sellajoch

Zwischen dem Rennradfahren auf der Sella-Runde und der Marmolada-Runde hatten wir noch ein kurzes, trockenes Wetterfenster am Sellajoch zum Bouldern genützt. Unweit der Parkplätze kann man sich seine Boulder einfach auswählen. Man hat die Qual der Wahl, so viele feine Felsen liegen hier herum. Was auch der Grund für den Namen dieses Platzes sein dürfte: die steinerne Stadt.

Ich bin ja im Winter in Santa Gadea (Leon, Nordspanien) auf den Geschmack gekommen, im Fels herumzubouldern. Beate hat es nach anfänglichem Zaudern auch gefallen und hat sich fest vorgenommen, in den nächsten Monaten sich mehr dem Klettersport zu widmen.

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schöner, griffiger Fels

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Das Wetter hält, die Wand auch

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Beate und die Suche nach dem nächsten Tritt

Marmolada oder die Etappe des Giro d’ Italia

Frisch motiviert und gut erholt von der Sella-Runde ging es trotz Regens auf den nächsten Rundkurs in den Dolomiten, diesmal um die Marmolada. Start war in der Nähe von Canazei (1.465 m), von wo wir zunächst eher flach bis nach Moena (1.190 m) einrollen durften. Die Rennräder liefen gut, auch als es auf einen gut 10 km langen Anstieg zum Passo di San Pellegrino (1.918 m) ging (zur Strecke siehe auch hier).

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Am Passo di San Pellegrino

Das Wetter hatte sich zum Pass hin wesentlich gebessert, die Sonne kam heraus, und wir hatten eine trockene Piste für die steile Abfahrt (bis zu 18%) über Falcade nach Cencenighe (ca. 800 m), wo es erstmal einen Jausensnack in der lokale Patisserie gab. Von nun an zogen wir unsere Spur leicht aufwärts nach Caprile (1.033 m).

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Mitten in den Dolomiten

Von Caprile an befanden wir uns auf einen Teilstück des Giro d’Italia 2011, der am nächsten Tag hier vorbei rollen sollte. So hatten wir eine bestens vorbereitete Straße mit Absperrungen und zahlreichen schon am Vortag angereisten Fans, die am Straßenrand ihre Feste am Grill feierten. Auf jeden Fall hatten wir für die nächsten 15 Kilometer stets respektvolle Zuschauer, als wir uns die Rampen mit 15% Steigung hochschoben. Die Serpentinen kurz unterhalb des Passo di Fedaia (2.057 m) mit 12% Steigung waren geradezu erholsam.

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Aufstieg zum Passo di Fedaia

Am Passo di Fedaia war schon die Zielankunft des Giro vorbereitet, wir fuhren hindurch wie kleine Sieger, aßen noch etwas, bevor es auf die lange Abfahrt nach Canazei zum Büssle ging. Landschaftlich eine wunderschöne Runde, die auch das Rennradler-Herz höher schlagen lässt.

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Blick von der Fedaia-Passhöhe Richtung Canazei

Die Sella-Runde: ein Südtirol-Klassiker

Ein lang ersehntes gemeinsames Wochenende hatte ein Thema: Rennradfahren. Die Wahl fiel auf Südtirol mit den drei Klassikern: die Sella-Runde, die Marmolada-Runde und die Bozner-Hausrunde mit dem Mendelpass. Die Anreise am Vortag hatte einen kurzen Stopp am Klettersteig in Arzl gebracht, um sich die Beine zu vertreten und die Arbeitswoche abzuschütteln. Dann bogen wir aber ins Grödnertal ein, um die Nacht in Wolkenstein zu verbringen, den Ausgangspunkt der Sella-Runde.

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Blick hinauf zum Grödnerjoch

Die Sella-Runde ist eine rund 65 km lange Umrundung der Sella-Gruppe, eine prächtige Gebirgsformation der Dolomiten im Südosten Südtirols. Wir hatten schon einen kurzen Teilabschnitt letztes Jahr mit einer Runde um den Rosengarten befahren, wußten also, was uns bevor stand. Insgesamt standen vier Pässe mit rund 2.200 Höhenmeter Anstieg auf dem Programm.

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ein schöner Morgenaufstieg…

Die Runde beginnt für uns in Wolkenstein (1.564 m) und der Anstieg führt uns spektakulär an Felswänden vorbei hinauf zum Grödner Joch (2.121 m). Das Wetter ist prächtig und die Straße für die erste Abfahrt angenehm trocken und fast verkehrsfrei. Wir brausen nach Corvara (1.528 m) hinunter, in die bekannte Skiregion Alta Badia. Schnell geht es wieder auf den nächsten Pass, der eher als leichter Anstieg bezeichnet werden kann: Passo di Campolongo (1.875 m).

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Aufsteig zum Passo di Pordoi

Sensationell flott geht es aber in der Abfahrt bis nach Arabba auf 1.600 m Seehöhe. Hier beginnt ein längerer, aber nicht allzu steiler Anstieg auf den Passo di Pordoi (2.239 m). Das Panorama ist weiterhin gewaltig, nur der Himmel verschließt sich und ein Gewitter holt uns ein, sodass wir am Pass selbst im Graupelschauer kurz eine Mittagspause einschieben und das Unwetter bei Kaffee und einer warmen Mahlzeit vorbeiziehen lassen.

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Abfahrt im Regen – eine kalte Angelegenheit

Die Abfahrt wird allerdings zu einer sehr kalten Angelegenheit, denn binnen Sekunden sind wir von der nassen Straße und dem Regen nass und kalt. Die steile Abfahrt dauert wenigstens nicht allzu lange (auf ca. 1.800 m hinunter), bevor wir zum letzten Anstieg auf das Sellajoch (2.224 m) wieder in die Pedale treten müssen. Erstaunlich einfach klettern wir hinauf und trocknen im Wiegetritt. Am Sellajoch selbst ist es trocken und schön, nur einige große Touristenbusse trüben die Sicht. Ohne Pause stechen wir ins Grödnertal hinunter und erreichen problemlos Wolkenstein. Eine wunderbare Tour vor einer fantastischen Alpenkulisse! Wir hatten aber noch nicht genug, am nächsten Tag ging es um die benachbarte Marmolada-Gruppe herum…

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prächtiger Blick vom Grödnerjoch zum Sellapass

Für die Planung der Runde haben wir unter anderem das Buch “Rennradfahren in den Alpen, Band 1” von Thomas Mayr verwendet.