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Skitouren-Saison Eröffnung am Gungern

Ich geb’s zu, hab früher auch noch nie von diesem Berg gehört. Er ist auch kein oft besuchter Skiberg. Andererseits hat er recht beliebte Nachbarn: im Osten Klippern, im Westen Wannenkopf und noch weiter die Damülser Mittagsspitze und das Hohe Licht.

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im unteren Teil des Aufstiegs

Der Schnee war tief, die Sicht recht mies, und so starteten wir spät am Vormittag nach Beate’s Nachtschicht bei Schwende (ca. 1.300 m) in den ersten Pulver der Saison 2011/12. Der Weg führte anfangs teils steil, teils hügelig zur Mittelargenalpe (1.668 m). Von dort mussten wir den Weg selbst suchen und unsere Spur anlegen. Etwas Nachdenken bereiteten uns die vielen Windverfrachtungen. Das fahle Licht gab uns nicht immer deutlich zu erkennen, in welche Mulde wir liefen. Letzlich schafften wir auch den steilen Gipfelhang sicher und erreichten den Gipfel des Gungern (2.053 m).

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Blick auf den Gungern (Mitte)

Die Abfahrt war genau, auf was wir seit Monaten gewartet haben. Schön tief und steil, weich und tragend. Herrlich. Ein guter Start in eine neue Tourensaison!

Erste Skitour der Saison: Hohes Licht

Das Wetter strahlte förmlich, der Schnee lag noch ausgebreitet da. Man muss die Gelegenheiten beim Schopf packen, und so standen wir schon am Morgen in Damüls auf den Skiern. Damüls bietet sich schon deshalb an, weil während des Liftbetriebs an Skitouren hier nicht mehr zu denken ist. Auch der neue Lift auf die Ragazer Blanken ist fertig. Wir wollten aber nicht auf Portlerhorn, Glatthorn oder Klippern in der Umgebung von Damüls, sondern einfach hinauf – zur recht kleinen Erhebung Hohes Licht (2.007 m).

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Auf dem Weg zur Uga Alpe. Rechts von Beate die Mittagsspitze, links das Hohe Licht

Wir folgten einer ersten Spur von der Uga Lift Talstation (ca. 1.400 m) hinauf zur Ugaalpe, dann weiter nordwestlich an der Mittagsspitze vorbei zum Gipfel. Die Abfahrt war bescheiden, wir hatten meist Harsch, nur im Schatten fand sich leichter Pulver. So eine erste Tour ist nichts Sensationelles, aber schon mal ein Einstimmen auf die kommenden Monate und das Vorbereiten des Materials.

Back to the roots

Nach einer arbeitsbedingt schlafarmen Nacht machte ich mich mit Steffi im Sinne eines betriebsinternen Skitags auf den Weg. Geplant war die Besteigung des in unseren Tourenanfängen sehr beliebten Ragazer Blankens. Im Auto stieg die Nervosität –  je näher wir unserem Tagesziel Damüls kamen, umso mehr hatte die Sonne dem Schnee zugesetzt. Am Start beim Sunegglift boten sich dann aber erstaunliche gute Verhältnisse. Es ging hinauf zur Ragazalpe, von wo uns eine schön angelegte Aufstiegspur  gemütlich zum Gipfelziel auf 2051m Höhe führte.

Zwei nette Pensionisten aus Deustschland dokumentierten unseren ersten gemeinsamen Gipfelsieg auf Film ( sie selbst lehnten unser Angebot, ein Gipfelfoto ihrerselbst zu schiessen, ab –  ab 50 würde man die Zeit und Energie nicht mehr mit Selbstportraits verschwenden wollen!).

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Erstaunlich weich und angenehm gestaltete sich dann die Abfahrt. Steffi und ihr ‘Ouh nei, etzt hätt as mir scho widr da schi vrrissa und i bin ufs füdla ghockt ‘- Ski wollen ihre Beziehung vor dem nächsten Ausflug noch etwas verbessern…

Klippern

Das Foto sagt doch schon alles: unglaubliche Fernsicht trotz teilweiser starker Bewölkung. Hier der Blick von der Bergspitze (Klippern) Richtung Großes Walsertal und Furka.
Die Skitour selbst ist eine angenehme 2,5h Angelegenheit mit einer tollen, pulvrigen Abfahrt in der oberen Hälfte (errinerte uns ein wenig an die Spur hinauf zum Koppachstein). Unten war der Schnee schon ein bißchen schwerer, aber trotzdem immer noch ein Spaß.
Ursprünglich wollten wir auf den Falzer Kopf bei Schoppernau, aber die Hänge dort waren so mit Rissen in der Schneedecke voll, dass wir darauf verzichtet und Klippern als würdige Alternative ausgewählt haben!

Firn über alles

Mittlerweile eine Kurztour, wollten wir doch unsere Gehzeit ein wenig strecken, auch wenn nicht überragend weit. Gemeint ist der Weg zum Portlerhorn / Ragazer Blanken von Damüls aus. Die Verlängerung geht also über die Sünser Spitze (2.062m).

Zunächst der klassische Anstieg über die Ragazer Alpe, und dann queren wir unterhalb der Ragazer Blanken den Hang bis zum nächsten Zacken (2.032m), und dann entlang des Grats bis zur Sünserspitze. Am Grat naturgemäß recht windig, und die Schneewechten waren dementsprechend imposant. Naja, lange wird’s nicht mehr gehen, und die Südhänge werden nicht mehr befahrbar sein. Eine alternative wäre, entlang des Nordhangs unterhalb des Portlerhorns zum Sattel hinaufzusteigen und von dort zur Sünserspitze zu gehen.

Der recht schweißtreibende Anstieg (nicht wegen der körperlichen Anstrengung, sondern vielmehr wegen der heftigen Sonne) dauerte gerade mal zwei Stunden. Dafür war die Abfahrt umso genialer – diesmal auf dem Südhang zur Ragazer Alpe, also entlang des Aufstiegs. Der Schnee war fest genug, und oben bildete sich eine schöne Firnschicht – die erste richtige Firnabfahrt des Jahres. Ja, man weiß das zu schätzen.

Hitzestau in Damüls

[Pls find the english version here]
Touren gehen ist nicht leicht, wie letztens in Damüls bewiesen:

  • Hitze (fragte mich, was man überhaupt noch ausziehen darf…)
  • Steine und Wiesen, über die man dann ganz langsam läuft und betet, dass die Felle das aushalten
  • Bruchharsch, der mich als Skifahrer ins Jahr 1978 zurückwarf. Damals lernte ich, auf den zwei Brettern zu stehen…

Nichtsdestotrotz, wenn man einmal unterwegs ist, dann gibt es an solchen Tagen genug Trost:

  • kein Lärm
  • keine Menschenströme
  • Fernsicht bis zum Piz Buin
  • und dann doch noch pulverige Nordhänge

Während manch einer in Südafrika bei der Safari schwitzt, tun wir das ein paar Kilometer von Zuhause. Auch nicht schlecht.