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Alaska 900 von Cumulus: unser Winterschlafsack

Neben unseren alt-gedienten 3-Jahreszeiten Schlafsäcken (meiner von Yeti) wollten wir für unsere Winterausflüge und das Höhenbergsteigen schön warme Winterschlafsäcke beschaffen. Nach (wirklich) langem Hin und Her ist es letztes Jahr der Alaska 900 von Cumulus geworden. Wir hatten diesen Schlafsack nun öfters im Einsatz (u.a. in Marokko im Hohen Atlas; im Thien Shan/Kirgistan und den Fan Mountains/Tajikistan) und können ein bißchen darüber berichten.

karakol

Für’s Höhenbergsteigen zwischen 3.000 und 6.000 Meter Seehöhe wie geschaffen…

Für unsere Wahl waren folgende Faktoren wichtig:

  • Komforttemperatur um -10° C
  • geringes Packvolumen
  • möglichst geringes Gewicht
  • leistbarer Preis (Budget 200 bis 300 Euro)

Synthetikschlafsäcke fielen bald aus der Wertung, weil das Verhältnis von Packvolumen und Gewicht zur Wärmeleistung nicht an die Daunenschlafsäcke herankam. Synthetikschlafsäcke erreichen jedoch mittlerweile beachtliche Temperaturwerte, und haben auch den Vorteil bei Nässe nicht allzu viel davon zu verlieren (im Gegensatz zu Daunenschlafsäcken, die von Nacht zu Nacht schwerer werden und schlechter isolieren, wenn man sie nicht trocknen kann). Den besten Kompromiss für unsere Preisklasse lieferte Cumulus mit seinem Modell Alaska 900. Der Komfortbereich (wird definiert als jene Temperatur, bei der eine durchschnittliche Frau von 25 Jahren, 60 kg und 1,60 m Körpergröße eine Nacht komfortabel durchschlafen kann) liegt bei rund -10° C, d.h. der untere Grenzbereich liegt noch tiefer (- 17° C) sowie der so genannte Überlebensbereich (man erfriert nicht, aber ans Schlafen ist nicht zu denken…) mit -35° C. Mit 1.400 g Gewicht und einem Packvolumen von 12 Liter war der Alaska 900 in Summe unter den Top 2:

  • Ajungilak “Tyin Winter” (Synthetik) : fast gleich gute Wärmeleistung wie Alaska 900, aber 2.300 g Gewicht
  • Carinthia Lite ES (Synthetik) : sehr warm, aber auch sehr schwer: 2.700 g
  • Carinthia Lite 1800 (Synthetik) : ähnliche Temperaturwerte wie der Ajungilak, aber 18 Liter Packvolumen!
  • Mountain Equipment “Moonwalker” (Synthetik) : fast gleich warm wie der Alaska 900, man konnte aber nicht die Seite des Reissverschlusses wählen (K.O. Kriterium für Beate, die beide Schlafsäcke koppeln wollte)
  • Marmot “Never Summer” (Daune): gute Temperaturwerte, aber gewaltige 32 Liter Packvolumen…
  • Deuter Atmosphere (Daune): kam dem Alaska 900 am nächsten, hatte sogar leicht bessere Werte bei Gewicht (1.300 g) und Packvolumen (10 Liter), aber die schlechteren Temperaturwerte (-13° C unterer Grenzbereich) gaben den Ausschlag für den Alaska 900

Alle Schlafsäcke lagen in der Preisklasse um die 200 Euro, wobei der Deuter Atmosphere mit 270 Euro am meisten, der Carinthia Lite 1800 mit 170 am wenigsten kosteten; der Alaska 900 mit seinen 220 Euro lag in der Mitte.

alaska900

… der Alaska 900 von Cumulus

In der Praxis haben wir die Vorteile des Schlafsackes kennengelernt. Unglaublicher Loft und gutes Außenmaterial (Pertex Quantum), welches auch etwas Schnee oder gefrorenes Kondenswasser im Innenzelt gut aushält, haben uns verblüfft. Er ist sehr bequem und das Verbinden der zwei Schlafsäcke funktioniert ohne Probleme. Beim Schließen muss darauf geachtet werden, dass man das Innenmaterial nicht in den Reissverschluss bekommt (das passiert häufiger). Zum Schutz des Schlafsacks verwenden wir immer ein Seiden- oder Baumwollinlet. Es erhöht die Komforttemperatur und kann separat gewaschen werden. In Summe ein sehr empfehlenswertes Produkt: das Preis-Leistungsverhältnis ist wirklich top. Aufbewahrungssack und Kompressionshülle werden mitgeliefert, Maßanfertigung ist gegen etwas Entgelt möglich. Für die Produktion und Versand müssen rund drei Wochen eingerechnet werden. Wer es noch kälter braucht, kann sich mal bei den anderen Modellen von Cumulus umsehen. Link: Cumulus Alaska 900