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Klettern & schwimmen in St. Raphael

Von Sospel über Monaco und Nizza kommend erreichten wir noch am späten Nachmittag St. Raphael (Nähe Frejus). Übernachtet haben wir direkt am kleinen Hafen von Port du Poussai (die Fischer störten auch am Morgen nicht wirklich), hatten unser Abendessen am Strand.

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Port du Poussai

Am nächsten Morgen wollten wir endlich den Fels um uns herum testen – das Klettergebiet “Pilier de Soleil” war angesagt. Die Infos dazu hatten wir aus unserem Kletterführer “France – Cote d’Azur” von Rockfax. Der Zustieg vom Hafen ist sehr kurz – gerade ein paar Minuten. Die Orientierung ist auch nicht schwer, dank des Topos und der breit getretenen Wege.

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An der Kette Blick herab

Der Fels ist super-griffig, fest und an kühlen Tagen fein gegen Süden ausgerichtet (wird im Sommer wohl zu heiss sein!). Die Routen bewegen sich von 3 bis 8, es ist alles da, was man braucht. Keile und Friends sind nicht notwendig, die Route ist bestens abgesichert.  Ein 60 m – Einfachseil genügt.

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fein warm am Fels, sogar der Kaktus wächst hier

Nach dem Klettern gab’s noch eine Runde Schwimmen und faulenzen. Alles sehr ruhig um diese Jahreszeit, da könnte man sich schon eine Weile hier verweilen. Am frühen Nachmittag ließen wir den Hafen und den tollen Fels hinter uns und fuhren nordwärts ins Hinterland der Provence in den größten Canyon Europas.

Kletterführer “Cote d’Azur” von Rockfax

Für unsere Woche in der Provence war dieses Band (France: Cote D’Azur.) von Chris Craggs aus dem Rockfax Verlag eine essentielle Quelle für Ideen und Umsetzung von Kletter-Unternehmungen. Das Buch diente uns vortrefflich in En Vau und in St. Raphael.

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Gewiss gibt es ausführlichere Kletterführer für einzelne Gebiete dieser Region. Dieses Buch ist allerdings für jene gedacht, die sich einmal einen Überblick über die verschiedenen Klettermöglichkeiten der Cote d’ Azur machen wollen. Hat man sich einmal auf ein Kletterrevier fixiert, gibt es genug lokale Literatur (ist im Guide angegeben).

Der Führer überzeugt durch seine Übersichtlichkeit und die Topos. Sie sind vielleicht die besten, die ich bis dato gesehen habe. Die Wände sind fotografiert, die Routen eingezeichnet und gut identifizierbar. Sehr übersichtlich sind auch die Schwierigkeitsgrade (farblich), die Länge und die Ausgesetztheit erkennbar. Sehr praktisch fand ich auch die Gesamtübersicht der Routen in einer Liste mit Infos zum benötigten Material und worauf es ankommt.

Der Zustieg ist sehr gut beschrieben, mit separaten Karten inklusive GPS-Koordinaten und Orientierungspunkten. Die Anfahrt wird ebenfalls erklärt, für Wohnmobil-Nutzer ist aber nicht klar, ob vor Ort geparkt werden kann (auch wenn sich ein “P” auf der Karte wiederfindet, z.B. in Port Milou).

In Summe bin ich schwer begeistert von diesem Titel. Andere Kletterführer sollten sich dieses Buch mal zu Herzen nehmen und dieses als Standard für “Kletter-freundliche” Literatur betrachten. Der Titel ist in englisch verfasst.