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Kootenay Pass: Tiefer Winter, dann Frühling

‚Mel Gibson ist Australier, Arnold Schwarzenegger ist Österreicher. So merke ich mir den Unterschied zwischen Australia and Austria‘, erklärt uns der Grenzbeamte an der US-Kanadischen Grenze, gibt uns wieder unsere Pässe und wünscht uns eine gute Reise. Wir sind wieder in Washington, auf dem Weg nach Spokane.

Nach unserer Tour am Vermilion Peak kehren wir bei Rob in Invermere ein. Rob ist ja ein Bergkamerad von den Wapta Icefields, und so lernen wir seine Familie kennen. Es gibt allerhand auszutauschen, und wir werden kräftig mit neuseeländischer Bergliteratur versorgt. Und mit Geschichten über Conrad Kain, der vielleicht bedeutendste Bergsteiger des frühen kanadischen Alpinismus. Bei uns sehr unbekannt, genießt der aus Nasswald stammende Bergführer und Alpinist in British Columbia Kultstatus. Sein Denkmal steht in Invermere, wo er seine letzten Jahre verbracht hat.

Nach dem Abendessen fahren wir alle in die Fairmont Hot Springs. Wir zahlen keinen Eintritt, die Dame an der Kasse lässt uns kostenlos herein – das Bad schließt in fünfzehn Minuten. Zeit genug. Eine weitere kleine Episode kanadischer Gastfreundschaft und Kundenorientiertheit. Eine kostenlose Reepschnur, weil ein Preis nicht angeschrieben ist. Zwei Dosen Bier an der Windschutzscheibe, weil wir uns im White-out auf den Mt. Hector wagen. Gratis Kaffee, weil das kostenlose (!) WiFi im Lokal nicht funktioniert. Yep!

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am Kootenay Pass

Am frühen Morgen brechen wir nach Süden auf. Es schüttet, die Straßen sind voll mit Wasser und das konzentrierte Fahren ist ermüdend. Drei Stunden und eine letzte Kaffeepause bei Tim Hortons später stehen wir am Kootenay Pass (ca. 1.700 m). Es schneit dicke Flocken, der Straßenpflug fährt die Passstraße auf und ab und wir entscheiden uns, das Auto zu verlassen und uns die Beine zu vertreten. Es wird eine Mini-Tour zu einem nahe gelegenen Pass. Tiefer Winter hier, tiefer Schnee. Auf der Fahrt nach Süden wird es dann immer frühlingshafter, und kurz vor Spokane blüht dann schon fast jeder zweite Baum.

Jetzt horten wir wieder einige Vorräte, unser Bus ist fast leer gegessen. Wir bringen uns in Stellung, die North Cascades warten auf uns. Die großen Vulkan-Gipfel, die mit den berühmten Namen. Wir wechseln nun für die nächsten Wochen definitiv in das Fach des Skibergsteigens, das Seil wird zur fixen Größe im Rucksack. Es wird nun eine Spur ernster.

Vermillion Peak: Durch den Lawinenstrich zum Spiegelei-Sandwich

Es kracht, es donnert, wir blicken hinüber, etwas links, dann etwas rechts, und dann sehen wir es, wieder eine dieser dunklen, trägen Feuchtlawinen, die sich vom Fels löst oder darüber liegenden Wechten fallend ausgelöst wird. Es ist Frühling, es ist warm, und wir hören dieses Geräusch den ganzen Tag lang, bis wir den Paint Pot Parkplatz nahe des Vermilion Pass verlassen.

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Das Tagesziel in Wolken – Vermilion Peak über den Lawinenstrich

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Beate in der Lawinenbahn

In der Nacht regnete und schneite es leicht, am Morgen ist der Himmel tiefblau mit einigen tiefhängenden Restwolken. Wortlos machen wir uns auf den Weg (1.200 m), es ist eine etwas leichtere Tour, und so fängt es an, die ersten 1500 m einfach nur flach. Beate gähnt unaufhörlich. Dann kommt der Lawinenstrich, in den wir einbiegen. Und nicht mehr verlassen. Denn das eigentliche Aufstiegsgelände scheint uns unangenehm: harter, rutschiger Schnee. In der Lawinenbahn können wir zumindest schnurstracks, wenn auch steil, auf harter Piste aufsteigen.

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Die Reste des großen Waldbrandes von 2003

Der Lawinenstrich verengt sich an einem Felsband, das wir zu Fuß überwinden, und weiter geht’s mit den Ski gegen den Westhang. Der Schnee bleibt hart, und so auch wir in der Bahn, die wir in gut zwei Stunden durchsteigen und uns dem Sattel südlich des Vermilion Peak nähern. Wir nehmen wieder mal eine Abkürzung, steil, hoch, und dann Skidepot unterhalb des Grats. Wir erklimmen diesen in etwa 30 Metern, dann setzen wir jeden Schritt sehr vorsichtig entlang des Grats bis zum Gipfel des Vermilion Peak (2.620 m): der Grat ist mächtig überwechtet.

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Der Gipfel des Vermilion Peak sehr nah

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wir umgehen riesige Grat-Wechten großzügig

Die Abfahrt ist überraschend gut. Die Sonne weicht den Westhang schon gegen 11.00 leicht auf, so dass wir oben noch Pulver und in der Mitte etwas nassen Lockerschnee haben. Der Lawinenstrich bleibt hart, und wir passieren entsprechend flott die mehreren Hundert Meter Abfahrt bis zum Flachstück, und mit den Fellen zurück zum Parkplatz. Die Sonne trocknet unsere Felle und Innenschuhe, und es gibt ein Spiegelei-Sandwich. Es donnert wieder irgendwo in einem Südhang, Schnee, Geröll, während ich einen Bissen nehme. Schmeckt hervorragend.

Storm Mountain: Weltklasse-Kulisse, erstürmt

Wir verbringen einen ruhigen Abend in Banff. Das Recreation Center hat bis zehn Uhr abends geöffnet, und wir nutzen die Gelegenheit, unsere Geräte in der Lounge aufzuladen, gemütlich im Web zu recherchieren und einen Kaffee zu trinken. Das Training im Fitnesscenter hat nach der Morgen-Tour am Fairview Mountain gut getan, genauso wie die heiße Dusche. Auch die Nacht ist ruhig, am Parkplatz bei den Hot Springs in Banff.

Wir verlassen die Stadt, die jeden Sommer von Touristen überschwemmt wird. Jetzt ist Zwischensaison, alle Vorbereitungen auf das Geschäft des Jahres laufen. Wir hingegen gelangen über den Highway 93 und den Vermilion Pass in den Kootenay National Park. Kurz nach Acht stehen wir auf den Ski auf der kleinen Brücke über den Stanley Creek (ca. 1.600 m). Wir folgen dem vor kurzem abgebrannten Wald nach Osten, bis sich ein kleines Tal im Westen öffnet. Entlang einer angelegten Feuerschneise und später durch teils dichten Wald kommen wir gut voran. Wir entdecken das Bachbett, welches gut zugeschneit einen idealen Pfad durch die Vegetation bietet. Auf Wasserlöcher müssen wir dennoch achten, und hin und wieder Felsstufen, kleinen Engstellen oder Wasserfällen ausweichen. Schließlich, der Wald gibt uns frei und wir sehen in eine spektakuläre Kulisse, die sich mit jedem Schritt, den wir tun, erweitert und in seiner Dimension uns noch staunender macht. Rechts gehen mehrere hundert Meter senkrechter Fels hoch, der manchmal kleine Staublawinen nach unten bläst. Vor uns teilt ein Felskeil das Tälchen in zwei Teile, der rechte führt zu einem Turm, der linke öffnet seine Flanke in einem weiten Hang, der nach oben an Steilheit zunimmt. Das ist unser Weg.

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ein abgebrannter Wald

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jetzt wird’s genial, Mitte hinten Mt. Stanley

Wir spuren recht geradlinig in den Hang hinein, mit gehörigem Abstand zu den Felswänden links von uns: große Wechten warten darauf, herabzustürzen und etwas auszulösen, was wir hier nicht brauchen: eine Grundlawine. Unsere Linie zieht weiter in das Talende und auf der linken Talseite nach oben. Bald stehen wir über Klippen, die rechts von uns nach unten abbrechen. Das ist der unangenehmste Teil des Aufstiegs, weil man hier recht verwundbar ist. Wir entfernen uns nun im rechten Winkel von den Klippen gegen den Berghang, dann wieder Richtung Grat, den wir letztlich ohne Schwierigkeiten erreichen. War es bis jetzt auch ein Wettkampf mit der Sonne, ob und wieviel wir durch sie schwitzen, wird es nun ein Rennen mit einer aufkommenden dichten Bewölkung aus dem Süden – es zieht langsam zu. Kappe, Windjacke, dicke Handschuhe werden aus dem Rucksack geholt, aber die Ski auf diesen geschnallt. Denn der breite Grat ist abgeblasen. Auch wenn wir hier tragen müssen, alles besser als der Schneehang, der recht steil eingeblasen ist. Es wäre mühsam, hier hoch zu kommen, denn unter den 20cm Pulver liegt eine etwas härtere Kruste, auf der man ständig rutscht. Es heißt also Ski tragen, für gute zwei Hundert Höhenmeter. Entsprechend lange dauert der Weg hinauf, der Boden ist eisig und bricht gerne weg. Die Wolken holen uns ein, und am Gipfel des Storm Mountain (3.160 m) fetzen sie keine fünf Meter über unsere Köpfe hinweg.

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super gsi!

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es wird etwas steiler…

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… und steiler

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Blick zum Südgrat

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fast am Gipfel des Storm Mountain

Es ist Zeit zu gehen, ein kurzes „Berg Heil!“, Blicke rundherum, und dann schon ohne den Rucksack abzunehmen, mit den Ski am Rücken wieder nach unten, diesmal aber entlang des Ostgrates: er verspricht in einiger Entfernung vom Gipfel eine passable Schneedecke. Wir testen hier den Untergrund, entscheiden uns noch weiter zu gehen bis zur Kante, die uns eine steile Abfahrt in den Südhang ermöglicht, den wir beim Aufstieg gemieden haben. Die Sonne ist verschwunden, das fahle Licht macht die Sache nicht leichter, als wir einzeln in den Hang kippen und unsere Schwünge nehmen. Die Abfahrt ist lang und der Schnee pulvrig, aber die Wechten über uns machen uns etwas Sorgen und wir schauen, dass wir möglichst schnell den Talboden erreichen. Alles geht gut, und je weiter wir nach unten kommen, desto schneller und weiter werden unsere Bögen. Auch im Talboden bleibt uns Pulverschnee erhalten, und so wird die Waldabfahrt zu einer vergnüglichen Angelegenheit. Eine Sonnen- oder Skibrille ist aber immer anzuraten, den Äste im Gesicht sind eher die Norm als die Ausnahme. Dann noch die Feuerschneise herunter zur Straße, und der Rest ist Geschichte, der Nachmittag im Büssle gemütlich, die Köpfe schläfrig, der Durst gewaltig, und Beate’s Kochkünste einzigartig. Unser Leben auf sieben Quadratmeter.

Wapta Icefields Traverse

Ungewohnt für uns, marschieren wir in einer 6-er Gruppe von der West Louise Lodge entlang des Sherbrook Creek zum Mt. Niles hoch. Der Tag ist prächtig, warm, blendend. Wir wissen nicht, was die nächsten drei Tage bringen werden, und wie es mit unseren Team-Partnern sein wird. Gestern saßen wir noch in Banff im Hot Pool, brachten unseren Körper im Fitness-Center auf Vordermann, kletterten in der Halle, und auch die Ski kamen auf ihre Kosten – ein wohlverdientes Tune-up. Grund für all das: übles Bergwetter. Aber an diesem Morgen – alles wie weggezaubert.

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let’s go skiing!

Rob aus Neuseeland, David und Manfred aus Calgary und Pat aus Invermere laden uns zu dieser Tour ein. Wir sind bald alle gute Freunde, wechseln beim Spuren ab und erarbeiten uns den Sattel unterhalb des Mt. Niles gegen Mittag. Zwei Stunden später erreichen wir die Scott Duncan Hütte. Sieht wie eine Schachtel aus, und fühlt sich auch so an. Feucht, wenig Platz, kein Ofen, aber Gas für die Küche. Wir verbringen eine gemütlichen Abend, draußen tobt mittlerweile ein leichter Sturm, die Sicht geht gegen Null. Am nächsten Morgen müssen wir die Eingangstür einen halben Meter hoch ausschaufeln. Das Wetter bleibt ungünstig, und das ist wie immer das größte Risiko auf mehrtägigen Traversen: irgendwo auf einer Hütte verhaftet zu sein. Wir kennen das ja schon von Kamchatka. Hier dauert das Warten einen Vormittag, dann wird es leicht besser und wir entschließen uns für die nächste Etappe.

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am Mt. Niles

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Aufstieg aus dem Sherbrook Creek

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in der Scott Duncan Hütte

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nördlich der Belfour-Hütte

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Pause am Seil

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Mt. Olive

Tag 2 bringt nichts als ein riesiges White-out. Wir orientieren mit GPS und Kompass, machen einige Umwege, erwischen aber den richtigen Sattel und fahren am Seil sicher durch das Spaltengelände. Gegen fünf Uhr am Nachmittag sind wir in der angenehmen Belfour-Hütte. Was für ein Unterschied zur Duncan! Hier können wir Socken, Innenschuhe und Felle endlich trocknen, ohne Stress kochen und essen. Der Ostersonntag wir entsprechend mit Schoko-Eiern gefeiert. Bock-Bier gibt’s aber vielleicht erst im Tal, welches wir am dritten Tag erreichen. Es ist keine ewig lange Etappe zum Bow Lake, aber wir erwischen ein schönes Wetterfenster und machen uns auf dem Weg nach Lake Louise – Fahrzeuge holen, Bier trinken. Danke Jungs für die tolle Tour und die schöne Einführung in Gletscher-Traversen in British Columbia / Alberta!

Cathedral Mountain: Fußwaschung zuerst

Das wechselhafte Aprilwetter hält an. In der Nacht schneit es, am Morgen ist es recht warm, die Sicht aber sehr trüb. Wir entschließen uns dennoch für eine ordentliche Tour – zum Cathedral Mountain (3.189 m). Das sind 14 Kilometer Weg und 1.600 Höhenmeter. Wie am Vortag zum Mount Niblock, starten wir am selben Parkplatz an der alten Trasse der Trans-Canada Route. Die ersten drei Kilometer sind wieder flach entlang einer Loipe, dann beginnt das Wegesuchen im dichten Wald.

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Wegsuche im Yoho National Park

Die Herausforderung des Tages kommt mit einem Bach: er ist offen, zu breit und manchmal ordentlich tief. Wir suchen eine passable Stelle zum Forden (da kommen isländische Erinnerungen hoch), Ski auf den Rucksack, Schuhe um die Schulter und barfuss durch das erfrischende Gewässer. Dieses Kneippen ist gar nicht schlecht, nur das Durchbrechen durch den Schnee an den Ufern ist gar nicht fein.

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einmal ‘forden’, auf dem Rückweg nochmals

Die Orientierung ist in der Anfangsphase etwas schwierig: es ist im sehr dichten Wald nicht einfach, eine schöne Spur zu ziehen, und überhaupt die Richtung zu halten. Wie so oft kommen wir am richtigen Platz heraus, durchqueren Lichtungen und überschreiten kleine Steilstufen und stehen irgendwann vor einer felsigen Sackgasse. Der Blick nach rechts offenbart einen Ausgang: ein steiles Couloir, welches wir zunächst mit Spitzkehren angehen und irgendwann mit den Skiern am Rücken hinauflaufen. Weiter oben ist die Sicht recht schlecht, wir wühlen uns durch den Nebel und die dunklen Wolken zur Cathedral Crest, und später über den recht flachen Gletscher zum Gipfel des Cathedral Mountain.

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die Schlüsselstelle der Tour,  ein langer, steiler Couloir

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fast schon am Gletscher, ein White-out droht

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Spaziergang am Gipfel des Cathedral Mountain

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die Abfahrt durch das Couloir war etwas hart

Die Abfahrt birgt wieder alles: Pulver oben, Pulver mit Eisgeröll im Couloir, Firn im Wald, Wasser im Bach, und Sulz auf den letzten Kilometern zum Parkplatz. Nun beginnt wieder die Routine: Schuhe, Socken und Felle trocknen, essen machen, planen für den nächsten Tag…

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Cathedral Mountain (re hinten)

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weite Hänge über dem Kicking Horse Pass

Mount Field: Dunkle Wolken über uns

Rogers Pass liegt nun hinter uns, und am späten Nachmittag machen wir in Golden Duschpause, Einkauf und Internet. Im Dunkeln geht die Fahrt noch eine gute Stunde gegen Osten, der Vollmond geht auf, und wir biegen auf den Parkplatz des Yoho Nationalpark ein (1.300 m).

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im Yoho National Park, Field Mountain in den Wolken

Der Himmel ist bewölkt, als wir uns aus den Schlafsäcken faulenzen. Es ist sogar warm, kein Frost an den Scheiben, gerade mal 4°C. Uns kommt es fast wie in einer Sauna vor, im T-Shirt packen wir alles zusammen und frühstücken im Bus. Alles geht flott. Außer der Zustieg, denn wir laufen fast 5 Kilometer flach ins Yoho Tal hinein. Wir wissen jetzt schon, dass auf dem Retourweg wieder die Felle notwendig sein werden.

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am Gipfel, rechts Wapta Mountain

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dunkle Wolken rollen über den Field Mountain

Der Aufstieg zum Mount Field ist recht geradlinig, hat man einmal erkannt, welchen Gipfel man ansteuert. In vielen sanften Kehren geht es einsam hoch. Licht und Dunkelheit, Sonne und Wolken wechseln sich andauernd ab, hin und wieder fällt etwas Schnee. Am Gipfel des Mount Field (2.635 m) stürmt es etwas, und dunkle Wolken brausen geradewegs über unsere Köpfe. Wir warten ein kurzes Lichtfenster ab, bevor wir uns in den steilen, aber pulvrigen NO-Gipfelhang stürzen.

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da machen wir uns über Pulverhänge davon

Youngspeak: bitte mehr davon!

Unser letzter Tag am Rogers Pass, der Himmel bleibt klar, und wie gute, alte Nachbarn treffen wir uns mit Steve und Marcella am Morgen vor unseren Campern beim Ausräumen der Ski und beim Packen des Rucksacks. Wir lassen Seil und Steigeisen im Auto, Beate packt aber eine Extra-Portion Jause ein. Es wird wieder ein längerer Anstieg, da will man nicht vor Hunger umdrehen. Sonnencreme, Pieps und los geht’s vom Parkplatz (1.200 m) zum Asukan River wie gestern zum Sapphire Col und Castor. Wir sind flott unterwegs, laufen bald auf zwei Gruppen auf. Trotz der Weite der Gegend haben sich alle Gruppen für den Youngspeak (2.926 m) entschieden.

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der Youngspeak lauert hinter dem Felszacken in der Bildmitte

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unser Tagesziel von gestern: Castor

Wieder ist ein herrlicher Skitouren-Tag in British Columbia. Gemütlich steigen wir hoch, manchmal ist die sanfte Pulver-Decke etwas wenig griffig. Macht nichts, wir kommen bald zur Asukan Hütte, und nach einer Essenspause geht’s zur Sache. Über einen kurzen Gletscher zum steilen Gipfelhang, dann flach zum runden Gipfel. Aussicht: grandios. Temperatur: kalt. Abfahrt: gewaltig.

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im steilen Gipfelhang

Im steilen Gipfelhang fliegen wir nur so vom Berg, der Pulver trägt uns wie auf einer Welle in langgezogenen, scharfen Kurven. Steve will noch mehr und entschließt sich, nochmals hinaufzusteigen. Wir hingegen müssen an diesem Tag noch weiter, Richtung Golden. Hier trennen sich unsere Weg, aber vielleicht nur für heute. Denn wir bleiben in Kontakt und hoffen auf irgendwannmal. Wir verlassen den Rogers Pass und widmen uns einem neuen großen Gebiet zu: Lake Louise und die Icefields.

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flotte Pulver-Abfahrt

Castor: man kann nicht mehr verlangen

Nicht nur im Wallis gibt’s einen Berg mit dem Namen Castor, sondern auch am Rogers Pass in British Columbia. Mit Steve und Marcella gab’s gestern einen Camper-Abend. Ich weiss nicht mehr genau, was wir alles diskutiert und ausgetauscht haben – Strassen-Info, Ski-Routen in Südamerika, Literatur, … der Abend hätte ewig so weitergehen können, wären wir vor Müdigkeit nicht umgefallen. Die Sonne vom Lookout Col…

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Steve und Beate im Aufstieg – Castor in der Bildmitte

Die Nacht bleibt klar und kalt. Entsprechend eisig sind die Verhältnisse am Morgen, als wir vom Auto (1.200 m) weg zum Asukan River laufen. Das sind einige Kilometer durch dichten Wald, aber auf einer fetten Spur. Wir sind heute zu dritt – Steve vom Nachbarauto ist mit dabei. Unser Ziel ist zunächst der Sapphire Col (ca. 2.600 m), der sich über einem Hängegletscher ausbreitet. Auf die andere Seite fällt er recht spektakulär ab, aber für dieses Tal haben wir am heutigen Tag keinen Permit. Wir entscheiden uns für den Gipfel, der südlich des Passes diesen bewacht: Castor (2.777 m).

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etwas steil zum Sapphire Col, dahinter Castor

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Steve beißt sich hoch

Der Aufstieg zieht sich, aber das mitgebrachte Seil und Gletscherausrüstung benötigen wir nicht. Unser Weg ist gut mit Schnee versorgt. Erst kurz oberhalb des Sapphire Col legen wir unser Skidepot an und stampfen ohne Steigeisen den überwechteten Grat zum Gipfel des Castor hoch. Die Rundumsicht an diesem wolkenlosen Tag ist gigantisch. Noch besser wird die Abfahrt: im steileren oberen Drittel der Route haben wir schönen Pulver und genießen schnelles Carven zwischen Steilhängen und Spalten. Der Tag wird zum Abend und bleibt immer noch herrlich. Danke an Marcella und Steve!

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kurz unter dem Gipfel des Castor

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super gsi!

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Was will man mehr?

Lookout Col: Sauna-Tour am Rogerspass

Der Tag in Revelstoke ist am besten als Regenerationstag einzustufen. Kurze Tour, Hallenbad und Sauna, Bibliothek, Stadtbummel, essen, schlafen. Entsprechend gelaunt fahren wir den Trans-Canada Highway 60 km weiter – auf den Rogers Pass. Der Glacier National Park ist ein Skitouren-Gebiet aller Schwierigkeitsgrade, wenn das Wetter passt. Zumindest heute soll es so sein – etwas bewölkt, aber in Summe eher sonnig. So erklärt uns das auch der Park Ranger bei der Permitvergabe.

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zu Beginn etwas Schneefall

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dann klart es auf

Wir starten vom Parkplatz (1.200 m) am Illecillewaet River und folgen diesem mehr oder weniger mehrere Kilometer durch dichten Wald. Erst weiter oben wird der Wald dünner, der Fluß spaltet sich in viele Zuflüsse und wir stehen vor einer grandiosen, gestuften Wand, die im Illecillewaet Gletscher mündet. Soweit müssen wir heute gar nicht, wir lehnen uns gegen den Hang im Süden und folgen diesem bis zu einer Moräne, später bis zum Lookout Col (2.150 m). Unsere Jause ist schnell aufgegessen, die Thermos blitzschnell leer: nachdem wir den Wald verlassen hatten, kam die Sonne raus. Die Hitze wurde bald unerträglich. Hosen auf, am Oberkörper nur mehr Shirt. Trotzdem haben wir am Lookout Col ein nasses Gewand. Wir packen uns ein, denn nur eine Wolke entfernt lauert die Kälte.

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vom Lookout Col sehen wir zum Sapphire Col hinüber (Bildmitte)

Am Lookout Col treffen wir auch auf zwei andere Skitourengeher: Marcella und Steve. Sie sind wie wir auf einem langen Trip mit dem Camper, wollen allerdings auch den Sommer in den Rockies verbringen. Wir fahren gemeinsam ab, unsere Büssle stehen am Parkplatz einträchtig nebeneinander. Das wird am Abend wohl eine Maté-Session geben, denn beide kommen aus Ushuaia an der Südspitze Argentiniens.

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schöne Abfahrt

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Steve in Action

Der Schnee ist im oberen Teil erstaunlich pulvrig, im Mittelteil firnig bis sulzig, und im Wald noch recht fest. Passt. Jetzt gibt’s erstmals Kaffee, und dann mal was Gutes zu beißen. Unser Bus ist ja immer noch mit Lebensmitteln gebunkert. Das Leben ist gut.

Five Fingers: Klassiker im Regen

Entlang der Route 99 durch British Columbia, vom Mount Joffre gegen Osten. Für Stunden schaue ich durch die Windschutzscheibe auf die etwas bucklige Straße, getrennt meist durch eine doppelte, dunkelgelbe Linie. Links und rechts geht es meist hoch hinauf, felsig, durchsetzt mit dunkeln, schmalen Tannen. Weit oben sind noch Schneereste, aber der Rest der Hänge versucht in den Frühling zu kommen. Die Straße führt immer weiter in flachere, weitere Landschaften, und die Trockenheit nimmt zu. Manchmal erzählt die Landschaft ihre Geschichte etwas kahl, abgeholzt oder verbrannt, und ich komme nicht umhin nachzudenken, wie diese Reise verläuft. Der Hoch-Winter hat uns in Haines verlassen. Mount Baker liegt schon so weit zurück, aber die Schönheit der Erlebnisse nimmt nicht ab. Vancouver war klasse, aber es sind die Bekanntschaften und Gespräche, die uns täglich wundern lassen, was oder wen wir am nächsten Tag treffen werden. Es sind kleine Überraschungen und Geschenke. Man könnte auch sagen, dies ist eine Entdeckungsreise. Und so ist jede neue Kurve, in die ich mit dem Auto einfahre, jeder neue Hang, den ich besteige, ein neues Pflaster, ein Weg irgendwohin, der etwas birgt und sich offenbart. Immer weiter, immer höher, aber nicht um des Rekordes willen. Je weiter ich komme, desto mehr sehe ich, sehe um mich, sehe mich.

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ein regen-geladener Morgen um Revelstoke

Am frühen Abend erreichen wir Revelstoke. Revelstoke ist ein Zentrum des Wintersport in British Columbia, aber jetzt, Mitte April, kurz vor dem Frühjahrsschlaf. Wir übernachten etwas außerhalb, und werden in der Früh vom leichten Trommeln der Regentropfen gegen das Autodach geweckt. Wir drehen uns nochmals um, doch dann zieht irgendjemand von uns den Reißverschluss seines Schlafsacks. Das ist das inoffizielle Aufbruchsignal, anziehen, Kaffee kochen, Jause packen, und dann raus. Es nieselt etwas, die Wolken hängen sehr tief und wir sehen unser Tagesziel nicht. Wir gehen trotzdem, ein Tag ohne Ski wirkt mittlerweile unnatürlich. Die Route folgt zunächst einer Langlaufloipe, und dann mehr oder weniger direkt und steil durch eine Rinne gegen die Five Fingers. Bald gefällt uns das nicht mehr ganz. Links sind mittelgroße und kleine Nassschneerutsche abgegangen, und der Schnee ist durch den Regen durchnässt und schwer. Wir verlassen die Rinne frühzeitig, und steigen bis zum ersten großen Lawinenkegel hoch. Die Spitzen sind kurz zu sehen, vielleicht noch zwei hundert Höhenmeter, aber recht steil. Zu steil für diese Verhältnisse, wir nehmen die Felle ab und fahren über offene Flächen und im Wald ab. Eine schöne Abfahrt, trotz widriger Verhältnisse. Wir büssen für diesen Ausflug erst am Bus: unsere Sachen sind nass, und wir werden eine lange Zeit brauchen, sie zu trocknen.

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heute unerreichbar – die Five Fingers

Anniversary Glacier: Gletschertour per Anhalter

Der Plan war so gut, und scheitert wenige Kilometer auf einer unüberwindlichen Forststraße. Von Squamish wollen wir per Auto zunächst Höhe gewinnen und dann eine satte Tour auf den Mount Gariblaldi starten. Aber die Forststraße zeigt sich von ihrer rauhen Seite, das Auto droht mit der Unterseite „aufzubocken“. Wir bräuchten einen Landrover hier. Das war am Mount Baker anders. Und das früher Aufstehen in Vancouver scheint unbelohnt zu bleiben. Enttäuscht drehen wir um, fahren zum nahegelegenen Alice Lake. Ein Trailrun folgt, in vermooster Natur und ruhiger Morgenstimmung. Die Bären schlafen noch, als wir sehr wagemutig auch noch einen Morgentauchgang im Alice Lake wagen.

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Trailrun am Morgen am Alice Lake…

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… und später ein kurzes Eintauchen

Die Straße hat uns bald wieder. Kurvenreich kommen wir nach Whistler, und die Dame im Visitor Center plant für uns gleich eine Nachmittagstour. Wir kommen also doch noch auf unseren Schneegenuss, aber nicht nördlich des Cayoosh Pass (ca. 1.300 m), wie angedacht. Unterwegs nehmen wir zwei Anhalter mit, die mit ihren Splitboards und großen Rucksäcken am Straßenrand stehen. James und Rob entpuppen sich als Ideengeber für eine Tour zur Keith’s Hut (ca. 1.600 m). Wir übernachten dort, quatschen mit den beiden über alles was Kanada, Europa und das Skitouren hergibt. Es wird ein interessanter Abend.

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auf zur Kieth’s Hut

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Mount Joffry (im Bild rechts)

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Blick nach Süden vom Anniversary Glacier

Und ein interessanter nächster Tag, als wir gegen 07.30 den Anniversary Gletscher hochsteigen. Der Gletscher ist recht steil und spaltenreich, aber unser Einstieg von NO erlaubt uns, auch ohne Seil zu gehen. Das Wetter ist allerdings launisch, und am Gletscher sattel unterhalb des Mount Matier (ca. 2.700 m) ist Schluß. Nebel am Gipfelgrat. Die Abfahrt ist besser als erwartet, wenn auch kein Powder-Spaß. Die Splitboards rasen hinunter. Der Abschied von den beiden dauert, wir haben uns recht gut angefreundet. Wer weiss, wann man sich wieder sieht. Um Whistler gibt es jedenfalls jede Menge zu gehen.

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super gsi!

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verwegene Splitboarder – Rob (li) und James (re)

Vom Cayoosh Pass brechen wir wieder auf, auf dem Highway 99 nach Osten.

Impressionen aus Vancouver

Mt. Baker liegt schon wieder einen Tag hinter uns. Ein Abenteuer von der Sorte, das uns liegt: einsam. Wir kehren nun nach Kanada zurück, hin zur Perle der kanadischen Westküste – Vancouver. Die Skyline ist atemberaubend, die Atmosphäre ansteckend. Wir konnten uns nicht satt sehen, und treffen spät am Tag mit Derek und Angela zum Abendessen. Es wird ein langer Abend. Hier könnten wir länger verbleiben, Vancouver ist großartig. Und doch treibt es uns um 06.00 morgens aus der Stadt, in Richtung Squamish, Whistler, … und Derek pilotiert uns aus der Stadt hinaus.

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Hochhäuser…

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… und die vielen Häfen

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Klassisches…

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… und Modernes in Vancouver

Mt. Nahadini: endlich wieder Steigeisen

Wir bleiben nach unserer Tour am Mt. Decoeli und den Two Sisters in der Gegend um den Haines Pass. Das Wetter ist weiterhin prächtig, wir haben seit Hawaii keine einzige Wolke gesehen. Wir verabreden uns für diesen Tag mit Claude aus Whitehorse, und wir treffen uns an einem bitterkalten Morgen (-20 ° C) am Haines Pass. Claude bringt Andrew mit, und wir starten gegen 09.30 von weiter unten (900 m) zum Mt. Nahadini (2.057 m).

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Marsch zum Mt. Nahadini

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am Grat mit Steigeisen durch eisiges Gelände

Claude ist eine Geschichte für sich. In Chamonix aufgewachsen, dort bei der Alpinpolizei als Bergretter tätig gewesen, vor wenigen Jahren aus Liebe für die Weite und Einsamkeit nach Yukon entflohen. Verständlicherweise hatten wir jede Menge auszutauschen, da hat der Tag nicht genug Platz. Andrew kommt eigentlich aus New Brunswick und ist seit Dezember in Whitehorse. Arbeitet in einem Outdoor-Laden und erkundet die Gegend mit seinen Ski.

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schön aufgefädelt

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die letzten Meter durch einen Canyon

Die Tour selbst ist recht geradlinig: zum Grat hinauffallen, dann in ein paar Kehren möglichst weit nach oben kommen. Schließlich die Ski auf den Rücken und die Steigeisen an die Füße, und schon stampft man das steile Stück mit gehörigem Abstand zu den Wechten hinauf zum Gipfel. Blicke unendlich weit, zu den St. Elias Mountains und nach Haines. Nach einer langen, anstrengenden Abfahrt und einige Feinen Kurven im unteren Canyon geht es, nach einer Kaffeepause am Büssle, weiter – wieder zurück in die USA, zurück an den Pazifik: Haines.

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Haines wartet auf uns

Two Sisters: Immer weiter

Ich warte auf den Tag, an dem ich ankomme. Auf dem Highway 3 nach Süden, mit dem Flugzeug über dem Boden, mit den Ski auf den Gipfeln. Auf dem Weg finde ich überall Spuren von Paradies. Weite. Einsamkeit. Zeit. Freiheit. Hier am Haines Pass gibt es alles davon.

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Morgensonne am Haines Pass

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heute ein kurzer Zustieg zu den Two Sisters (re), nicht wie zum Mt. Decoeli

Die Route führt uns von der Straße (ca. 5km nördlich des Passes, ca. 900 m Seehöhe) über leicht ansteigendes, buschiges Gelände. Wir haben weder Führer, Karte oder eine Idee, was hier für Touren gegangen werden. Wir suchen uns einen Gipfel aus und marschieren. Nach knapp 3 Stunden sind wir am Gipfel, vorbei an Gletschern, Wechten und firnigen Osthängen. Am Horizont muss der Pazifik liegen, die Berge hören in einer Linie auf. Das Meer selbst sehen wir nicht, vielleicht morgen. Der Gipfel selbst bleibt zunächst ohne Namen, später erfahren wir: Two Sisters. Er dürfte um die 1.950 m haben, ein Nachbargipfel ist 2.057 m (Mount Nahadini).

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Blick zum Ostgrat des Mount Nahadini

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der letzte Aufschwung zum Gipfel

Duschen ist ein Ereignis geworden. Gestern wieder einmal, nach drei Tagen. In einem Waschsalon in Haines Junction. Fußpflege. Der wichtigste Körperteil derzeit – nach dem 9.Tag durchgehend in den Skischuhen ist eine Generalüberholung angesagt. Beate kocht ein leckeres Abendessen, ich schreibe. Bus-Routine. Geräte aufladen, Innenschuhe und Felle trocknen (in der Sonne), Wasser schöpfen. Wir fahren in den Abend hinaus, am Highway 3 nach Süden, das Abendlicht färbt die Schneehänge lila. Ich warte auf den Tag, an dem ich ankomme.

Auf dem Alaska Highway

Hätte ich gedacht, dass die große Ebene zwischen den Großen Seen und den Rocky Mountains “Weite” bedeutet, so fühle ich mich auf dem Weg von Jasper nach Anchorage erst recht in der Endlos-Landschaft aus Bäumen verloren. Wälder, soweit das Auge reicht. Hinein führen einige unbefestigte Stichstraßen, entweder für die Holzwirtschaft oder für das Fracking-Geschäft. Beides ist mir auf der Reise unangenehm, den der Highway ist voller Schmutz und Steinen, die auf uns niederprasseln und auf dem Wagen kleben. Die Distanzen sind so groß, dass wir Tankstopps und Mobilfunk-Erreichbarkeit planen müssen.

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super gsi!

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in den Stone Mountains

Der Herbst zieht hier langsam ein. Bäume verfärben sich, die Luft ist klar, die Mogen mit wenigen Grad Celsius bereits angenehm kühl. Der Winter hier ist schwer vorstellbar – extrem kalt und trocken? Aufgeregt schaue ich auf die Straße vor mir. Noch 300 Kilometer bis Stone Mountains, noch über 1.000 Kilometer bis Whitehorse. Dann taucht ein Schwarzbär aus dem Gebüsch, stellt sich auf die Hinterbeine, schaut, und läuft davon.

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Schilderwald in Watson Lake

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Whitehorse

Über die Stone Mountains und den Summit Pass kommen wir in einen bergigen Teile des Alaska Highway. Hier laufen die Bergziegen auf der Straße, die Bisons grasen daneben und die Karibu sammeln sich im Busch. Die Tage sind schön, herbstlich, die Straße wird ruhiger, und irgendwann erreichen wir auch Whitehorse, nach einem feinen Morgen in den heißen Quellen am Laird Lake.

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Alaska Highway, irgendwo Kilometer 1398