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Bike & Hike zur Mohnenfluh

Die weißen Flecken Vorarlbergs lichten sich. In der Gegend um Warth gibt es nicht mehr viele Gipfel, die wir nicht persönlich kennen. Das wird uns meist klar, wenn wir dann wieder mal irgendwo oben stehen. “Kennst du den? Und den? Weißt du noch, … ” So geht es im Panoramakreis. Heute durften wir, am späten Vormittag, mit den Mountainbikes von Schröcken (1.269 m) durch das Auenfeld zur Kriegeralpe (ca. 2000 m) hoch. Im Auenfeld wird kräftig gebaut, die Seilbahnverbindung Lech-Warth über das Auenfeld wird konkret.

mohnenfluh

Mohnenfluh von Süden

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Butzensee und Braunarlspitze

Von der Kriegeralpe geht’s nun zu Fuß aufwärts. Entlang einer breiten Schotterstraße zum nächsten Berglift, von dort über Pfad zum Butzensattel, und letztlich über einen Alpinsteig unschwer zum Gipfel der Mohnenfluh (2.542 m). Gleich daneben die Juppenspitze, auf der anderen Seite die Braunarlspitze, etwas weiter der Widderstein und und und. Leute sind zahlreich unterwegs, am Gipfel treffen wir aber niemand. Die Rückkehr ist unspektakulär und ab der Kriegeralpe auf dem Bike schnell. So ein Unternehmen ist in 4,5 Stunden völlig stressfrei abgeschlossen. Somit bleibt immer noch genug Zeit für einen Sprung in die herrlich kalte Bregenzerache.

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ein Gipfelbesuch auf der Mohnenfluh

Klettertraining 4 Tage en suite

Freunde von uns fliegen nach Kirgistan, Bekannte nach Georgien (mehr dazu auch hier), und wir sitzen mit Arbeit eingedeckt in der Hitze im Büro. Die Hoffnung liegt also im Wochenende. Doch nichts ist schlimmer als faul zu werden. In Vorbereitung auf eine alpine Woche im Juli haben wir diese Woche jeden Abend eine Klettergarten-Einheit eingeplant – im Rheintal und Bregenzerwald. Kaum zu glauben, wie schnell die Abende hierbei vergehen. Schön, dass es jetzt doch so lange hell bleibt. Und vielleicht mal den einen oder anderen Sprung in die Ach machen können!

Beate Pocksberg

Beate am Pocksberg

Tag der Arbeit: 2300 Höhenmeter, 102 Kilometer

Die Arbeitswelt hat uns vollends nach unserem Aosta-Weekend am Gran Paradiso verschluckt, und nur Abends gelang es uns auszubrechen – Laufen im Ried, Bouldern an Südwänden, Kondition schinden beim Wasserkanister-Trek. Da kommt der Feiertag gerade recht. Und wir feiern den Tag der Arbeit in seinem Sinne – wir erarbeiten uns mit unseren Rennrädern 2300 Höhenmeter und 102 Kilometer. Das passt. Die Route: von Dornbirn auf’s Bödele, hinab nach Schwarzenberg und recht platt bis Au, dann hinauf nach Damüls und über die Faschina ins Große Walsertal. Sehr hügelig bis zum Schwarzen See, flott und flach über Götzis nach Dornbirn.

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super gsi!

Hohenfluhalpkopf: Blick über die Grenze

Das Wetter hält, und auch Beate’s Schlafdefizit aus der letzten Nachtschicht ist am Nachmittag etwas kuriert. Wir wollen raus, und nehmen Luce und Michel aus der Haute-Provence mit auf einen Kurzausflug ins Lecknertal. Dieses Gebiet haben wir schon reichlich in der Vergangenheit erkundet, aber auf dem Hohenfluhalpkopf hat es uns noch nie verschlagen. Optimal also.

hohenfluhalpkopf

ein Grenzstein

Das Licht am Nachmittag ist sanft, die Luft leicht föhnig. Auf dem breiten Weg hinauf zur Rohneralpe gibt es allerlei Gelegenheit zu schauen, zu fotografieren aber auch zu plaudern. Wie das Leben so in Barcelonette ist, in den Skiregionen der Haute-Provence, was sich dort alles Outdoor anstellen läßt. Bald haben wir einen gemeinsamen Nenner, und der heißt Bergsteigen und das gute Leben. Die Lebensverläufe mögen stets anders sein, aber irgendwann läuft doch alles auf dasselbe hinaus – zumindest bei jenen, die mit uns hinaus gehen: man sucht Glück in der Leidenschaft. Und teilt dies in der Freundschaft, auch mit Fremden.

hoher Ifen

Blick Richtung Hoher Ifen

Der Aufstieg wird zur Nebensache, wir bewundern die schneebedeckten Gipfel des Bregenzerwaldes (Hoher Ifen, Winterstaude, Kanisfluh) und des Allgäu, kehren in der Dunkelheit zu den Autos zurück, genießen Kässpätzle in der Alpenrose über Egg, bestaunen das in künstliches Licht getauchte Rheintal von oben, trinken noch ein Glas in der Stube. Der Abend wird noch lang, auch wenn Beate ihrer Nachtschicht schon lange Tribut zollen muss. Luce et Michel, merci beaucoup pour votre visite et cette journée avec vous! Bon voyage et à bientot à Barcelonette!

5 Seillängen Schönegg: ja, warum nicht?

Da hat frau mal frei, und gleich ungewöhnlich, das Bergwetter spielt mit. Ich muss meine Alpinstiefel einlaufen (das werde ich am Abend noch bereuen, also: fette Blasen), und wir entschließen uns am Vorabend für eine Hike & Climb Kombination. Letztes Jahr waren wir schon auf dem Schöneberg. Nur: wir sind der Karte nach, nicht dem Kletterguide nach. Und da die Kletterleute nicht Karten lasen, hatte sich für den Schönegg (2.260 m) die falsche Bezeichnung “Schöneberg”, der ein paar hundert Meter Luftlinie weiter nordwestlich steht, eingeschlichen. Der Unterschied ist einfach und klar: der Schönegg hat eins, der Schöneberg nicht – ein Gipfelkreuz.

Hochtannberg

Blick zum Hochtannberg

mutterwangjoch

vorne die Biberacher Hütte, links davon Feuerstein, dann das Mutterwangjoch, dahinter das Gadental

Der Zugang zum Klettergipfel Schönegg ist zunächst einfach – von allen Richtungen zur Biberacher Hütte. Sollte man über die Hochkünzelspitze kommen, dann kann man schon etwas früher, also am Sattel, nach Westen abbiegen und sich über teils steile Grashänge zum Felsfuss aufmachen. Im Kletterguide “Kletterführer Vorarlberg” ist das recht schwammig beschrieben. Wir sind aus dem Bregenzer Wald von der Bushaltestelle nach der Gallerie aufgestiegen und direkt an der Biberacher Hütte vorbeimarschiert, fast schon auf dem Weg ins Große Walsertal. Man verliert zwar etwas Höhe (etwa 60 Höhenmeter), kann aber dem markierten Weg bis zu einer Alpe auf 1820 m Seehöhe folgen, ja sogar noch weiter bis zum nächsten Wegweiser bei einem kleinen Übergang. Von dort sieht man die Schönbergkante, also den Südwestgrat des Schönegg bereits prächtig. Hier verlassen wir den Weg und steigen durch das Gemüse hoch zum ersten Stand.

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noch auf dem Weg, aber am Sattel gehts dann rechts hoch

schoenegg

die Südwestkante des Schönegg aka “Schönebergkante”

Die fünf Seillängen zum Gipfel sind recht gemütlich. Die Schwierigkeiten belaufen sich zwischen 3 und 5 (UIAA), und an den etwas heikleren Stellen sind auch Bohrhaken angebracht. Die Stände sind eingerichtet. Trotz (oder wegen?) Topos mussten wir das eine oder andere mal etwas suchen, ob wir auf der richtigen (sprich leichten) Route sind oder schon wieder irgendwo im schwereren Gelände unser Glück versuchen. Das Schöne an dieser Tour ist, dass man selbst einiges absichern muss, und das ist bei den vielen Platten und Wasserläufen gar nicht so einfach. Also: ein paar Bandschlingen, Klemmkeile und Friends mitnehmen, dann ist diese Route eine Freude. Der Fels ist sehr griffig, und wir hatten heute die ganze Wand für uns allein.

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Das Seil aufschießen, dann ab nach Hause

Am Gipfel zieht es rasch Wolken auf, Nebelbänke drücken hinein, und wir treten über ein sichtbares Grasband unterhalb des Ostgrats den Rückmarsch an. Es zieht sich, und der Weg ist nicht immer sehr gehfreundlich. Auf dem breiten Forstweg ab der Biberacher Hütte erwischt uns dann doch ein Wolkenbruch, Blitze zucken. Hände haltend kommen wir auch diese letzten Kilometer gut hinunter. Ein Bergtag.

Vorderwaldrunde mit Extra-Schleife

30° im April, das ist wahrlich ungewöhnlich. Da ist an Skitouren kaum zu denken, und schon sitzen wir im Sattel. Beate und Steffi treten den Achrain hoch, unsere Räder wollen auf die Vorderwaldrunde.

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schöne, hügelige Runde

Der Verkehr bescheiden, das Wetter prächtig, da wollen wir in Doren noch nach Sulzberg hinauf, als kleine Draufgabe. Die Abfahrt nach Langen ist wie immer klasse, dann die Überraschung: der Wirtatobel ist gesperrt, wegen Holzarbeiten. Also drehen wir um, fahren nach Scheidegg, und über Möggers nach Hohenweiler und weiter nach Bregenz. Diese extra-Kilometer werden bei einem Kaffee in Bregenz entschädigt, und wir wollen etwas braun gebrannt nach Dornbirn zurück.

Pulver-Nachschlag am Steinmandl

Vom Tal hat man nach zwei Tagen genug, von Weihnachts-Deko nach einem Abend. Gut, dass die Lawinenwarnstufe 4 nur zwei Tage hielt. Das Aufstehen fiel vom vielen Punsch dennoch schwer. Dafür wurde es aber auch eine einfache und dankbare Runde als Startsignal für die letzte Jahreswoche.

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Gams auf Gratwanderung

Von Schoppernau (852 m) trugen uns die Felle den Forstweg fast bis zum Neuhornbachhaus (1.700 m) hinauf. Das Haus ist für Laufkundschaft geschlossen, vor wenigen Jahren hatten wir auf deren Terrasse noch einen feinen Kaffee zum Falzer Kopf bekommen. Rechts türmte sich der Üntschen auf, dahinter links die Güntlespitze. Wir suchten unseren Weg selbst in das breite Tal unterhalb des Steinmandl, spurten mit recht wenig Aufwand, auch wenn genug Schnee vorhanden war. Aber die Harschdecke darunter ertrug uns. Am südöstlichen Gipfelgrat kam uns der Hohe Ifen entgegen, und dieser kleineStück zum Gipfel des Steinmandl (1.981 m) war die einzige Passage, an der es etwas rutschig war.

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ein windverblasener Steinmandl

Lange blieben wir nicht am Gipfel. Ist ja fast schon Tradition bei uns. Ein “Berg Heil”, ein Abklopfen mit den Skistöcken, und schon wird wortlos für die Abfahrt umgebaut. Dazwischen schiebe ich mir eine Scheibe Früchtebrot in den Mund. Beate bleibt es nicht unbemerkt, sie fordert auch ihren Teil.

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Pulver, Pulver, Pulver!

Die Abfahrt ist im Gipfelhang grandios, auch wenn wir mit etwas Respekt anfahren. Die Harschschicht unter 20 cm Pulver ist uns nicht ganz geheuer. Wir legen diese Brems-Attitüde aber bald ab, fahren kreuz und quer und holen überall noch zwei-drei Schwünge heraus. Mehr als wir erwartet hatten. Es war ein guter Tag. Schoppernau ließ uns nicht so schnell los, wir mussten noch ‘ne Stunde auf die Dorfloipe. Zu gut die Langlaufverhältnisse, und heute wollten wir so richtig vieles nachholen. Später, ich fuhr das Auto, Beate schlief.

Skitouren-Saison Eröffnung am Gungern

Ich geb’s zu, hab früher auch noch nie von diesem Berg gehört. Er ist auch kein oft besuchter Skiberg. Andererseits hat er recht beliebte Nachbarn: im Osten Klippern, im Westen Wannenkopf und noch weiter die Damülser Mittagsspitze und das Hohe Licht.

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im unteren Teil des Aufstiegs

Der Schnee war tief, die Sicht recht mies, und so starteten wir spät am Vormittag nach Beate’s Nachtschicht bei Schwende (ca. 1.300 m) in den ersten Pulver der Saison 2011/12. Der Weg führte anfangs teils steil, teils hügelig zur Mittelargenalpe (1.668 m). Von dort mussten wir den Weg selbst suchen und unsere Spur anlegen. Etwas Nachdenken bereiteten uns die vielen Windverfrachtungen. Das fahle Licht gab uns nicht immer deutlich zu erkennen, in welche Mulde wir liefen. Letzlich schafften wir auch den steilen Gipfelhang sicher und erreichten den Gipfel des Gungern (2.053 m).

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Blick auf den Gungern (Mitte)

Die Abfahrt war genau, auf was wir seit Monaten gewartet haben. Schön tief und steil, weich und tragend. Herrlich. Ein guter Start in eine neue Tourensaison!

Die Winter-Alternative: Langlauf

Ist das Wetter wieder mal sehr schlecht, oder der Schnee gar für die Abfahrt zu dünn, die Wege dennoch hart und zu eisig zum Laufen, dann, ja dann kommen unsere Langlauf-Ski zum Einsatz, wie letzten Donnerstag in Alberschwende. Langlauf-Loipen kann man eigentlich bei jedem Wetter befahren, und auch nachts mit Stirnlampe. Kein Verkehr, keine unerwarteten Hindernisse.

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Langlaufski im Sortiment, zwei davon in unserem Keller

Langlaufen ist eine recht schöne Sportart. Es gibt technische Aspekte, und auch die Ausdauer kommt nicht zu kurz. Es ist gelenkschonend (Knie, Sprunggelenke) und Stürze passieren bei relativ niedrigen Geschwindigkeiten. Klingt nach einer wunderbaren Trainingsergänzung. Und der Haken? Die Loipe braucht’s, aber solange Winter ist, solange gibt es Loipen! Und das heißt: ab nun geht zu jeder Skitour auch ein Set Langlaufski mit. Sollte das Wetter vor Ort sehr ungünstig sein, satteln wir einfach auf die Loipe um!