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Bevor der Schnee kommt: Schöneberg

Das Sommerwetter endet, mit einer Kaltfront und Schnee in mittlere Lagen meldet sich der Herbst. Nach dem gestrigen Laufausflug auf den Altmann packten wir nochmals schnell die Landkarte in den Rucksack, und schon ging es vom Kraftwerk Schoppernau (900 m) hinauf in Richtung Hochkünzelspitze. Man nimmt hier nicht den Normalweg Richtung Toblermann, sondern schlendert zunächst entlang der Bregenzer Ache bis zur Abzweigung zum Schalzbachvorsäß. Auf einer Teerstraße steigt man über das Vorsäß zur Oberschalzbachalpe (1.296 m) und folgt dem Wanderweg steiler werdend nun nach Süden.

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Die Schafe kamen vom Berg, wir gingen auf den Berg

Auf ca. 1.750 m Seehöhe passieren wir einen kleinen Bergsee (den wir auf dem Rückweg für einen kurzen Schwimm nutzen). Dieser dient uns als wichtiger Orientierungspunkt, denn rund  50 Höhenmeter weiter verlassen wir den Wanderweg, der zur Biberacher Hütte führt, und drehen gegen Südwest. Zwischen Schöneberg und Schönegg öffnet sich ein gras- und felsdurchsetztes, wenige hundert Meter langes Kar, welches auf einen grasigen Sattel zusteuert. Diesen Sattel im Auge wandern wir durch das mäßig steile Gelände hinauf.

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rechts der Schöneberg, in der Mitte der angesteuerte grasige Sattel

Vom Sattel gehts dann rechts (Nordost) mäßig steil und unschwierig am Grasgrat entlang zum Gipfel des Schöneberg (2.282 m). An seiner Südwestseite ein steiler Grashang, an der Nordostseite ein brüchiger, senkrechter Fels von schöner Tiefe. Der Rundumblick bietet prächtige Sicht auf den Zitterklapfen, die Rote Wand, die Braunarlspitze, die Hochkünzelspitze, die Üntschenspitze und viele weitere interessante Gipfel in unmittelbarer Nähe.

Schoenegg

Für Kletterer der “richtige” Schöneberg: der Schönegg (2. Gipfel von links, rechts davon markanter Felsgrat mit “Fenster”)

Ein Hinweis für alle Alpinisten, die die so genannte “Schönebergkante” (5 SL, 5) begehen wollen. Oft wird diese Route fälschlicherweise dem Schöneberg zugeordnet, wie z.B. im Kletterführer Vorarlberg. Das stimmt nicht – diese Route befindet sich am weiter südöstlich gelegenen Schönegg. Die zwei Gipfel sind leicht zu unterscheiden: der Schönegg hat ein Gipfelkreuz, der Schöneberg nicht.

Trainingswochenende

Leider hat das schöne Wetter nicht gehalten, stattdessen Regen und Sturm. Wir mussten also wiedermal ausgedehnte Touren absagen und in kleinere Einheiten stückeln:

Trailrun Schwarzenberg

Schwarzenberg-Bezegg-Klausberg

Hoffentlich klappt’s nächstes Wochenende!

Dunkel und schwer: Bullerschkopf

Bevor das Wetter umschlägt, wollten wir noch hinaus. Eine kurze Tour mit aktuell geringem Risikofaktor war ein Gipfelsturm auf den Bullerschkopf (1.761 m). Von Schetteregg / Amagmach (ca. 1.050 m) stiegen wir über die Ochsenhof Alpe und einem Hügel hoch, um wieder rund 100 Hm zur Oberen (1.216 m) und schließlich zur Unteren Falzalpe (ca. 1.150 m) abzufahren. Bei einer früheren Tour zur Winterstaude musste man schon bei der Oberen Falzalpe zum steilen Anstieg queren.

Erst ab der Unteren Falzalpe ging es dann endlich hinauf, zunächst durch Wald, dann über freies Gelände zur Isewar Alpe (ca. 1.400 m). Von hier aus wurde es ein wenig eng – wie in einem Kanal durch einen muldenartigen Schlauch den Bergwald hoch. Der Schnee war hier rutschig, wir mussten gar später Harscheisen anlegen.

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Kurz unter dem Gipfel des Bullerschkopf (links), rechts dahinter die Winterstaude

Aus dem Wald herausgekommen geht man rechts eines Abhanges entlang praktisch bis zur Anhöhe des Bullerschkopfs. Absolut unproblematisch, und am Gipfel hatten wir auch nicht den befürchteten Föhnsturm, nur dichte Bewölkung. Die Sicht war ok (mit Blicken zum Hohen Ifen, Feuerstätterkopf, SiplingerkopfSienspitze, Hirschberg, Pfänder und viel mehr), wenn auch etwas dunkel; der Schnee war allerdings auch hier oben kein richtiger Pulver mehr, sondern schon recht schwer, weiter unten noch viel mehr.

Hohe Kirche vom Bullerschkopf aus gesehen, Richtung Winterstaude

Die Hohe Kirche vom Bullerschkopf aus betrachtet, in Richtung Winterstaude

Die Abfahrt war die eigentliche Herausforderung an diesem Vormittag. Der Nordhang ist sehr steil, und wir ließen es aufgrund von Spuren von Instabilität der Schneedecke nicht darauf ankommen: zwei ältere Schneebretter lagen im Hang, und ein paar Risse in der Schneedecke taten ihr Übriges. Stattdessen wichen wir gegen Osten aus, in etwas flacheres Gelände, um später in den Hang einzufahren. Das klappte gut, und wir nutzten auch eine recht sichere breite Rinne zur Abfahrt bis zum flacheren Teil des Gipfelhangs. Von der Unteren Falzalpe ging es mit den Fellen über das Eggatsberg Vorsäß zurück nach Schetteregg.

Immer weitergehen: Mittagsfluh

Hatten wir doch in den letzten Tagen (siehe auch unsere Tour auf die Kanisfluh) doch wirklich keine guten Skitourenbedingungen in den Alpen, so war es heute auch nicht gerade besser. Aber was soll’s. Hinauf sollte es gehen, und wenn man dann noch Schneeaufbau, Temperaturen und Wind zusammenrechnet, dann ist die “3” der Lawinenwarnung eh noch gemäßigt. Nun, es kommt auf viele Faktoren an, die in der Planung und vor Ort zu beurteilen sind.

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Nebliger Start in Au

Unsere Tour führte uns von Au-Rehmen (825 m) über Berngat (1.166 m) zum Stoggsattel (1.415 m). Der Schneefall war hier recht ordentlich ausgefallen, locker 30 cm Neuschnee. Die Sicht war mäßig, und der Aufstieg zum Berngrat wenig steil. Noch flacher wurde die Passage zum Stoggsattel (von hier wäre auch ein Aufstieg Richtung Hirschberg machbar; ein ordentliches Stück geradeaus geht’s auch zur Sienspitze). Aber so haben wir es uns ausgesucht – flach  sollte es sein, denn wir wollten auch ein andermal auf Berge steigen…

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Blick über den Rehmer Bach Richtung Diedamskopf

Dem Alpweg zur Untersattelalpe folgend macht man wenige Höhenmeter, muss gar ein Stückchen abfahren, fast das gleiche nochmals zur Obersattelalpe (1.536 m). Die letzten Meter zum Gipfel der Mittagsfluh (1.637 m) waren dann etwas steiler, aber es blieb alles im Rahmen des Machbaren. Nur kurz hatte sich die Sonne am Himmel angedeutet, sonst blieb es eher nebelig, bis es bei der Abfahrt sogar leicht zu einem Schneeregen kam. Der Schnee wurde durch die Temperaturen sehr schwer und wäre nur zum Schneemann-bauen ideal gewesen.

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Kurz vor der Oberen Sattelalpe

Während der Abfahrt fungierte man stattdessen als eine Art Räumfahrzeug, das immer größere Schneemassen vor sich her schiebt. Die flachen Passagen hatten also nichts von einer Abfahrt – stattdessen schieben, gehen, schieben. Immer weiter. Mehr eine Schneeschuhwanderung als eine Skitour.

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Unsere Tour zur Mittagsfluh

Spurendienst “Holenke”

Endlich, nach vielen Tagen und Wochen im “Ausland” (Ost-Österreich) und etlichen Abendrunden mit gestressten Frischmüttern (Nachtdienste) konnten wir wieder gemeinsam die Ski anschnallen. Spät (kurz nach 11.00) starteten wir von Au (Argen Brücke im Argenzipfel, Straße nach Damüls, 810 m) quer durch das Naturschutzgebiet Auer Ried hinauf zum Alpengasthof Edelweiß (1.495 m) mit Ziel Kanisfluh. Die Hütte ist im Winter geschlossen, aber wir hatten schon mal im Sommer das Vergnügen und blieben dort eine Nacht – auf unserem 3-Tages-Mountainbike-Trip durch den Bregenzer Wald (hier die Etappen-Beschreibung).

Holenke

Der Start noch sehr sonnig…

Die Bedingungen waren durchwachsen. Schnee war einerseits reichlich vorhanden, locker und pulvrig, vielleicht ein bißchen schwer. Doch durch die fehlende Unterlage war im ganzen Land auch Lawinenwarnstufe 3 ab 1.600 Höhenmetern. Auch die Sicht hatte sich von Anfangs “wolkenlos” auf dichtes Schneetreiben verändert. Wir hatten also den einen oder anderen Hang im Auge zu behalten.

Holenke

Das Ziel (linker Kamm) schon in Wolken

Anfangs hatten wir noch Glück: eine Spur führte uns bis zur Forststraße unterhalb des Alpengasthofes. Doch bald mussten wir Spurarbeit leisten, für kurze Zeit auch mit zwei anderen Tourengehern aus dem Kreis Ravensburg, welche sich jedoch beim Alpengasthof ausklinkten (“Pause”). Wir folgten also dem Sommerwanderweg so gut es ging durch teils Oberschenkel-hohem Schnee, zogen eine geschwungene Spur hoch unweit der Obern Alp (1.593 m). Hier bogen wir dann gegen Norden in den Gipfelhang ein und suchten in der schlechter werdenden Sicht nach passablen Passagen für den Aufstieg.

Holenke

Die letzten Meter zum Gipfel (das Gipfelkreuz versteckt sich noch einen kleinen Gipfel weiter) der Holenke

Der Schnee wurde nicht weniger, aber an manchen Rücken war er doch so stark abgeblasen, dass das Gras herauskam. Eine feine Sache gegen das ermüdende Spuren, aber leider auch eine sehr rutschige: kein Untergrund, und schon hieß es ordentlich Kanten einsetzen. Also mieden wir diese Rücken so gut es ging, hatten mehr Halt im etwas tieferen Schnee. Das Spiel hieß jetzt gutes Gelände finden: griffig, nicht zu tief, nicht rutschig, und wenn möglich nicht zu steil. Mit ordentlich viel Abstand ging es im Zick-Zack hinauf, legten wir eine Spur bis zum Gipfelkreuz der Holenke (2.044 m) – besser bekannt als Kanisfluh. Das wird alle Nachkommenden eine Erleichterung sein, nicht aber unseren zwei Ravensburgern, die unterhalb der Oberen Alpe wieder kehrt machen. Wir wissen nicht warum, waren wir doch schon fast am Gipfel, als wir sie unten erblickten.

Holenke

Stilstudie

Die Abfahrt war pulvrig genug für reinen Genuß, und die Steilheit des  Hanges ließ trotz tiefen Schnee eine passable Geschwindigkeit zu. Im unteren Teil mussten wir uns noch durch Gebüsch kämpfen, erreichten wir unser Auto trotzallem recht flott. Eine andere Tour, die sich in unmittelbarer Nähe realisieren läßt, ist ein Aufstieg auf die Klipperen (2.066 m)

Back to the roots

Nach einer arbeitsbedingt schlafarmen Nacht machte ich mich mit Steffi im Sinne eines betriebsinternen Skitags auf den Weg. Geplant war die Besteigung des in unseren Tourenanfängen sehr beliebten Ragazer Blankens. Im Auto stieg die Nervosität –  je näher wir unserem Tagesziel Damüls kamen, umso mehr hatte die Sonne dem Schnee zugesetzt. Am Start beim Sunegglift boten sich dann aber erstaunliche gute Verhältnisse. Es ging hinauf zur Ragazalpe, von wo uns eine schön angelegte Aufstiegspur  gemütlich zum Gipfelziel auf 2051m Höhe führte.

Zwei nette Pensionisten aus Deustschland dokumentierten unseren ersten gemeinsamen Gipfelsieg auf Film ( sie selbst lehnten unser Angebot, ein Gipfelfoto ihrerselbst zu schiessen, ab –  ab 50 würde man die Zeit und Energie nicht mehr mit Selbstportraits verschwenden wollen!).

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Erstaunlich weich und angenehm gestaltete sich dann die Abfahrt. Steffi und ihr ‘Ouh nei, etzt hätt as mir scho widr da schi vrrissa und i bin ufs füdla ghockt ‘- Ski wollen ihre Beziehung vor dem nächsten Ausflug noch etwas verbessern…

Weihnachtsfeier am Brüggele

Gestern Abend ging es noch per pedes und Rodel hinauf auf das Brüggele oberhalb von Alberschwende. Im dichten Schneetreiben, starker Dämmerung und viel lockerem Schnee zogen wir die Rödel hoch, um die diesjährliche Weihnachtsfeier von MB Informationsdesign zu feiern.

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Die Weihnachtsfeier am Brüggele ist super gsi!

Das Essen war sehr gut, und bevor noch dutzende andere Gäste die Stube in Beschlag nehmen konnten (offensichtlich auch Weihnachtsfeiern), hatten wir schon Schnitzel, Kaiserschmarren und Glühwein versorgt, verdaut (naja) und bezahlt. Die Abfahrt war stellenweise lustig, da wir trotz Stirnlampe im dichten Schneetreiben kaum Sicht hatten.

Wir hatten auf jeden Fall eine schöne betriebliche Weihnachtsfeier mit Planung für das Jahr 2010!

Trailrun nach Langenegg

Einen schönen Samstag beginnt man mit einem ausgedehnten Trailrun. So auch heute. Diesmal ging es vom Skilift Brüggelekopf in Alberschwende (720 m) los Richtung Kaltenbrunnen (906 m) über Vöglen. Wir folgten anschließend der asphaltierten Straße bis nach Egg, überquerten die Ache und liefen hoch nach Hof. Kurz auf dem Hoftobelweg bogen wir scharf nach links zur Ache herunter und folgten ihr auf der alten Bahntrasse über die Subersach und unter der Lingenauer Brücke vorbei an Müselbach.

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Über die Subersach

Der schöne Achweg endete für uns bis zum Kraftwerk Langenegg (490 m, nicht unweit des Campingplatz Bozenau), wo wir den Anstieg nach Alberschwende (über Weitloch) begannen. Alles in allem eine sehr schöne, stressfreie Runde (bis auf die letzten Meter entlang der Bundesstraße in Alberschwende) mit rund 500 Höhenmetern und 21,5 km.

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Die Bregenzerach auf Höhe der Subersach

Trailrun zum Schneiderkopf

Tja, es wird wieder wärmer, der Schnee schmilzt dahin, und trotzdem sind die Gipfel über 1.500 Hm nicht bewanderbar. Was bleibt ist die Bewegung im Tal, und da ist Trailrunning das Richtige. Heute (siehe gestern) ging es von Kennelbach entlang der Bregenzer Ach flußaufwärts zum Campingplatz Doren, also entlang der alten Wälderbähnle-Trasse. Ein schöner Weg, der viel von einem richtigen Trail hat – kleine Brücken, große Felsen, viele Pfützen und dann noch den einen oder anderen dunklen Stollen. Für Räder ist der Weg allerdings kaum zu empfehlen, zu oft müßte man absteigen, mühevoll über umgefallene Baumstämme das Vehikel schupfen. Aber machbar ist das schon…

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Entlang der alten Bahntrasse

Am Campingplatz Doren kann man die Ach über eine schöne Hängebrücke queren und am anderen Ufer nach Mereute hinauf laufen. Dort trifft man auf die Bucher Straße, und auf das eine oder andere Feuerwehr-Fest.

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Die Hängebrücke bei Bozenau, Doren

Vom Kirchplatz in Buch geht’s dann über Wanderwege hinauf zum Schneiderkopf (971 m), manchmal ist der “Gipfel” auch als Schneiderspitze angegeben. Das Gipfelkreuz liegt ein wenig abseits vom Wanderweg, und man hat nicht das Gefühl, irgendwo “oben” zu stehen. Statt dessen liefen wir auf der anderen Seite gleich wieder nach unten, Richtung Siegerhalden und Ippach. Hier geht ein weiterer schöner Trail weiter, die alte Bucher Straße, die gegen Ende zum Sportplatz Wolfurt an der Ach führt. Von dort einfach wieder über die Achbrücke nach Kennelbach.

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Bei Ippach

Wiederum eine schöne Runde, die sich aber doch zieht: knapp mehr als 21km, und rund 600 Höhenmetern.

Bike & Hike zum Mutterwangjoch

Diese leider vom Arbeiten so zerbeulte Woche konnten wir doch noch zu einem schönen Abschluss bringen: von Buchboden (910 m) aus ging es über den Metzgertobel zum Mutterwangjoch.

Schöner Wasserfall an der Straße zur Metzgertobelalpe

Start war also in Buchboden, beim Parkplatz zum Bad Roterbrunnen. Mit dem Rad folgten wir dem Alpweg und dem Lutzbach bis zur Metzgertobelalpe (1.205 m), mit Sicht auf den Zitterklapfen. Noch ein Stückchen weiter führte uns der Weg fast bis zur Unteren Alpschellaalpe (1.440 m). Dort blieb das Rad zurück und es folgte ein Querfeldeinlauf durch Kuhherden bis zum Wanderweg in Richtung Gadental. Schon von unten hatten wir schöne Blicke auf die Braunarlspitze und die Hochkünzelspitze. Die Biberacherhütte kam erst später von weiter oben ins Blickfeld.

Schon sind wir im Anstieg zur Unteren Alpenschellaalpe, im Hintergrund die Braunarlspitze

Blick zurück vom Aufstieg – die Braunarlspitze hinten

Der Weg war auch hier nicht lang und nicht steil, und bald kamen wir am Mutterwangjoch (2.025 m) an. Von hier boten sich herrliche Blicke auf die Spitzen, die das Gadental eingrenzten, u.a. der mittige Misthaufen, den wir schon im Winter mit den Skiern erreicht haben.

Der Aufstieg zum Mutterwangjoch, rechts der Feuerstein (2.271 m)

Blick über das Gadental – unten die Gadenalpe, oben die Gadner Köpfe, die Klesenzahnhörner und die Bettlerspitze

Der Bratschenkopf vom Nordosten aus gesehen, dahinter geht es zur Bratschenwand und den Johannesköpfen

Nach einer kurzen Pause ging es in Trailrunning-Manier hinunter zu den Rädern und in einer flotten Abfahrt zurück zum Ausgangspunkt.

Schöne Abfahrt vorbei an der Metzgertobelaple

Nun hatten wir die 100.000 Höhenmetermarke für das Jahr 2009 überschritten und werden hoffentlich noch einige hinzufügen können!

Braunarlspitze mit Fernsicht

Nach dem gestrigen Traillauf Ebnit-Mellau und Schlechtwetter war das heutige Solo-Vorhaben (Beate weilte mit Rest der Familie immer noch in Bartholomäberg) ein wahres Kontrastprogramm: Sonne, keine Gämse, dafür jede Menge Wanderer. Die Route: von Schröcken zur Braunarlspitze.

Bild: Blick nach Osten um 6.20 am Bödele

Beim Hotel Mohnenfluh (1.269 m, kannten wir schon von einer Skitour zur Juppenspitze) ging’s los und über die noch sehr junge und frische Bregenzer Ache hinweg zur Felle Alpe. Der Fahrweg verengt sich ab hier zu einem schmalen Pfad, der sich ins Fellbachtal entlang windet. Die Steigung ist hier noch gemächlich, der Weg recht schlammig. Auf ca. 1.700 Hm teilt sich der Weg: nach Nordwesten folgt man einem immer steiler werdenden, aber schön angelegten Weg zum Fürggele (2.145 m). Von hier sieht man prima ins Große Walsertal hinein – zur Biberacher Hütte mit der Glattjöchlspitze, der Hochkünzelspitze und etwas westlich davon der Zitterklapfen.

Blick zurück zum Hochtannberg mit dem Widderstein in der Bildmitte

Und hier das Tagesziel – die Braunarlspitze im Morgenlicht

Nun ist man im Hochalpinen Gelände angekommen, und der Boden ist am Morgen immer noch (oder schon) gefroren. Der Weg wird zum alpinen Steig, einige Passagen sind mit einem Stahlseil gesichert. Es geht nun über grauem Fels und Geröll über den Weimarsteig nach Süden zur Braunarlspitze (2.649 m), die man bald erreicht. Für ein paar Sekunden war ich allein auf der Spitze, ehe zwei Wanderer von der Göppinger Hütte kommend ebenfalls den Gipfel erreichten.

Der Steig ist wunderschön angelegt und bietet manchmal tiefe Blicke

Eine längere Gipfelpause, ein Schwätzchen, und das obligatorische Gipfelbenennen (heute mit besonderer Fernsicht zu den Schweizer 4.000ern) hielten mich fast eine halbe Stunde am Gipfel. Zusehends kamen weitere Gipfelstürmer an – aus Oberlech, über den Jägersteig, und aus dem Walsertal.

Die Mohnenfluh, und darunter der Butzensee

Der Abstieg vom Gipfel nach Süden ist nicht gefährlich, man sollte aber trotzdem aufpassen, die Stufen sind steil, und die Rutschgefahr durch kleine Steine erhöht. Am Th-Praßler-Weg angekommen, ging es um die Butzenspitze herum auf das Plateau zwischen Mohnenfluh und dem Zuger Hochlicht – in der Mitte der wunderschöne Butzensee.

Ein Meer von Gipfeln, Blick gegen Osten von der Braunarlspitze aus

Der Abstieg über den teilweise etwas rutschigen Steig zur vorher erwähnten Abzweigung war dann recht schnell abgeschlossen. Immer mehr Wanderer kamen hier den Berg hinauf, teilweise mit Joggingschuhen und Jeans. Naja. Der Absteig zur Fell Alpe und nach Schröcken zog sich nicht mehr so arg, hätte aber auch drauf verzichten können. Der Blick auf den Widderstein entschädigte aber mehrmals.

Archaische Landschaften beim Abstieg vom Butzensee

Insgesamt eine tolle Runde mit wunderbaren Ausblicken – man kann so gut wie alle Berge Vorarlbergs betrachten, sogar der Bodensee ist zu sehen, wenn er nicht unter einer Nebeldecke liegt wie an diesem Morgen.

Bike & Hike auf den Zitterklapfen

Dieser Sonntag bot sich für eine schon lang angedachte Rad & Wander – Kombi an – hinauf auf den Zitterklapfen. Dieser schöne und wilde Berg und Grat liegt nicht weit von Au im Bregenzerwald entfernt und bietet schöne Aussichten. Also nichts wie hinauf!

Auf Höhe der Bergkristallhütte sehen wir zum ersten Mal den Zitterklapfen (zweite Spitze von rechts)

Mit dem Rad düsen wir vom Gemeindeamt Au (791 m) hinauf zur Bergkristallhütte und weiter bis zur Annalperau Alpe (1.364 m). Dort ist mit dem Rad auch schon Schluss, hier warten schon die Latschen auf uns.

Die Geröllhänge sind schön zum Anschauen, schwer zum Gehen

Der Weg führt zunächst über Almwiesen zu den ersten Felswänden des Zitterklapfen-Stocks. Aus dem Weg wird ein Pfad, aus dem Pfad ein Steig, und später oftmals eine Kraxelpartie. Nun schlängelt sich der Pfad um hohe Wände herum, weicht Geröllfeldern aus, solange es geht. Doch irgendwann ist auch das nicht mehr möglich, und das weite Geröllfeld auf der Nordseite des Berges muss bewältigt werden. Einmal geschafft, geht’s der Wand entlang und zum Einstieg in den mit einem Drahtseil gesicherten Steig, der aber viel lieber in genussreicher Kletterei bewältigt werden will als mit Seil-Zieh-Aktionen.

Leichte Kletterei am Zitterklapfen-Grat

Am Ende des gesicherten Anstiegs kommt man zum Grat hinauf, welchen man über einige hundert Meter folgen muss. Dort treffen wir überraschend auf Beate’s Bruder, der fast schon am Umkehren war. Also geht er mit uns mit, und wir überklettern manchmal kleine Felserhebungen, manchmal können diese umwandert werden. Alles in allem ein wunderbarer Fels zum Greifen und Sich-Bewegen. Auf der Spitze des Zitterklapfens (2.403 m) sind schließlich nur mehr wir drei, und zwei große Raben, die sich als Dohlen ausgeben. Die Blicke in alle Richtungen sind fantastisch, und wir können gar nicht aufhören, alle Gipfel zu benennen, auf denen wir schon gesessen sind. Der Blick ist so gut, dass wir die Berner Alpen zu sehen glauben.

Der Grat am Zitterklapfen ist oft breit genug, manchmal mit schönen Blicken in die Tiefe

In der näheren Umgebung haben wir im Westen das Zafernhorn, das Glatthorn, das Portlerhorn, im Norden die Kanisfluh, das Lug, Hirschberg und die Niedere, im Osten streift unser Blick den Toblermann und die Hochkünzelspitze, und nach Süden sehen wir auf das Plateau des Gadentals und hinein in das Tal zur Klesenzaalpe.

Der Abstieg ist schön und luftig, und eher im Bereich des Geröllfeldes rutschig. Gute Bergschuhe sind hier Pflicht. Zum Ausklang gibts noch einen Kleinigkeit in der Bergkristallhütte, bevor es mit den Rändern nach Au flott zurückgeht.

Der Abstieg zog sich wie immer, war aber landschaftlich sehr schön

Oberer Schafberg: eine potentielle Traumtour

Endlich, endlich, nach vielen Wochen in den Schweizer Alpen, wieder einmal eine Tour in den heimischen Bergen. Möglich machte dies eine “vernünftige” Lawinensituation.
Heute ging es von Zug (1.510 m) auf den Oberen Schafberg (der gerne auch “Mehlsack” bezeichnet wird). In dieser Gegend waren wir schon vor zwei Jahren im Sommer, da ging es mit den Mountainbikes vom Formarinsee über den Spullersee zur Ravensberger Hütte, und später über das Stierlochjoch nach Zug. Dieser Umweg umkreist eine mächtige Gebirgsformation um den Spullerschafberg (2.679 m), zu der auch der Obere Schafberg gehört. Andere (Ski-)touren würden auch in Richtung Gadental oder zur Mohnenfluh / Juppenspitze führen, ober auch Richtung Zürs, z.B. zur Oberen Grätlisgratspitze.

Der Obere Schafberg im Blick

Der Weg von der Mautstelle bei Zug führt zunächst gemächlich und ohne große Anstrengung über den Zuger Tobel und weiter bis zu einer schwer einsehbaren, kleinen Brücke (die wir trotz Ausschau zweimal verpassten) über die Lech. Auf der Südseite des Ufers folgt man nun stetig dem Bach bis zu einer Ausbreitung und dann links in den sehr langen Nordhang (“Auf der Rüfi”). Eine Felsformation ausweichend geht man zunächst nach Osten, und betritt dann ein kleines Hochtal.

Manfred, auch aus der Ferne: alles Gute zum 70er!

Nach kurzer Pause in der Sonne und Fern-Gratulation zu Manfreds 70er aus Schiefergestein folgten wir dem Talverlauf zwischen Unterer Schafberg, Oberer Schafberg und Spullerschafberg. Was zunächst als Sonnentour begann, verwandelte sich nun in eine Wolkentour. Sehen konnte man fast nichts mehr, wir folgten einfach Spuren und unserem Gefühl. Auf ca. 2.550 m Seehöhe gelangten wir auf einen Grat, der uns nicht nur die weitere Richtung wies, sondern auch die Wolken durchstieß. Sonne pur also, auch auf dem Gipfel (2.651 m).

Auf einmal in den Wolken, die Sonne eine Randerscheinung

Der Gipfel des Oberen Schafberg zum Greifen nah!

Die Abfahrt war im oberen Teil bis zum Ende des Hochtals recht ok und leicht firnig, der mächtige Nordhang hingegen (überraschenderweise) eine Harschangelegenheit, die sich nur sehr mühsam bewältigen ließ (inklusive kurzer Saltoeinlage von mir). Der Schlußteil war sehr windgepresst und dennoch gut zu befahren.

Alles in allem eine tolle Tour, die bei entsprechender Schneelage eine Traumtour sein könnte. Auch wenn die 1.100 Höhenmeter nicht besonders viel erscheinen, anstregend war’s. Info-Material zur Tour findet sich auch hier.

Rodeln am Sonderdach

Mit Barbi ging es nach unserer Skitour in Mels / Sargans am Nachmittag von Bezau (690 m) zum Sonderdach (1.208 m). Diesmal ohne Ski, aber mit Rodel. Der Weg führt von der Talstation der Gondelbahn Sonderdach über eher steile Wege in Richtung Wildmoos Alpe (da waren wir schon mal mit dem Bike in Gegenrichtung vom Schreibere Sattel unterwegs), zweigt dann später aber wieder nach links zur Mittelstation. Dort gibt es eine nette Einkehrmöglichkeit bei den Eltern von Toni Innauer.

Beim Aufstieg…

Von hier könnte man weiter Richtung Niedere laufen, oder auch mit der Gondel noch einen “Stock höher” gehen. Wir aber machten uns auf die rasante Abfahrt, die dann in wenigen Minuten schon wieder vorbei war…

Blick vom Sonderdach Richtung Sünserspitze und Mellental

Skitourenführer Bregenzerwald: Buchrezension

Für unsere Skitouren im Bregenzerwald nutzen wir gerne dieses Buch. Es bietet mehr als 100 Touren im gesamten Bregenzerwald inklusive Lechquellgebirge und Großes Walsertal. Jeder Eintrag hat eine kurze Beschreibung der Charakteristik der Tour, sowie Angaben zur

  • Schwierigkeit
  • Höhenunterschied
  • Ausgangspunkt (Anfahrt)
  • und natürlich die Beschreibung der Skiroute (Auf- und Abstieg)

Ein Foto des Hanges (meist die gesamte Route) sowie die Illustration der Spur sind ebenfalls dabei. Das Buch ist gut gebunden und hat einen robusten Umschlag. Da es relativ klein und leicht ist, nehme ich es gerne in den Tourenrucksack. Ein Nachteil ist manchmal, dass keine topographischen Karten zur Verfügung stehen.

Bibliographische Angaben:
Mehr Info hier: Schitourenführer Bregenzerwald

Abendskitour zum Lank

Dank viel Schnee, wenig Zeit und doch hoher Lawinengefahr rund herum blieb uns heute Abend eigentlich nur eins übrig: von Rickatschwende aus hinauf zum Lankkreuz zu laufen. Die Sonne ging gerade unter, als wir in den Hang einstiegen. Eine sehr ruhige Skitour in der ansonsten hoch frequentierten Spuranlage. Oben im Stockdunkeln ging es dann mit Stirnlampe über Pulverhänge hinab. Eine wirklich nette Sache für einen Freitag Abend.

Schwerer Schnee zur Seefluh Alpe

Eigentlich als Belohnung für das Arbeitswochenende gedacht, und für Beate nach nur einer Stunde Schlaf eh schon mehr als genug, wollten wir heute zur Seefluh Alpe (1.309m, zwischen Niedere, Winterstaude, Hälekopf und Hirschberg) oberhalb von Bizau aufsteigen. Schon in Bizau war mit dem reichlich vorhandenen Weiß aber etwas nicht in Ordnung: es stöckelte, und zwar so heftig, dass wir eine braune Spur hinter uns herzogen: wir legten tatsächlich mit unseren Skiern den Erdboden frei! Spätestens nach fünf Metern weicht das Erstaunen den schweren Schritten und leisem Fluchen, denn die Skier wiegen plötzlich das Dreifache.Und so ging es vom Bizauer Ortsteil Hilat über Wiesen, Wege und Wälder sehr langsam und beschwerlich nach oben.

Blick unterhalb der Seefluh Alpe Richtung First

Wir brauchten recht lange, um knapp unterhalb der Seefluh Alpe anzukommen und die Skier für die Abfahrt wieder vorzubereiten. Sonne, Wolken und gelegentlicher Schneefall, das waren unsere einzigen Begleiter an diesem Tag. Nicht einmal eine Spur war zu sehen. Umso interessanter gestaltete sich die mitunter sehr witzige Abfahrt, da wir über extrem welliges Tiefschneegelände abfuhren. Neben dem Bergparonama das Zweite, dass uns die schwere Schlapferei vergessen ließ. Gar nicht mal schlecht, für einen Montag.

Auch die Abfahrt war ab und zu ein Kampf, der aber Spaß machte