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Sonnenschein pur am Piz Scalotta

Nach einer erholenden Nacht in Bivio (am Vortag die Tour zum Motta da Sett) standen wir nicht allzu früh wieder in der Aufstiegsspur. Gegen Südwesten folgten wir dem Valletta da Beiva (Ausgangspunkt 1750 m), einem tiefeingeschnittenen Tal um den Crap da Radons (2.365 m) herum. Die Spur war schon angelegt und der Weg durch die natürliche Topographie einfach zu finden. Recht viele Schneeschuhwanderer zertrampelten leider auch zahlreiche freie Hänge – warum die nicht auch in einer Spur laufen können?

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Wunderbarer Tag am Piz Scalotta (Bildmitte am linken Ende der Felsenkette)

Ein erstes Plateau (auf ca. 2.300 m) erreicht man gegen Norden, wenn man den Übergang ins Val Gronda sucht. Von hier geht es beständig gegen Westen. Dabei versucht man, nicht abzufahren, sondern die Höhe ins Tal zu halten und möglichst spät mit der Aufstiegsspur, die von Stalveder heraufkommt, zusammenzutreffen. Etwas westlich von Punkt 2643 haben wir auch Aufstiegsspuren auf den Piz Surparé entdeckt. Gegen Talschluss sind ein-zwei Spitzkehren notwendig, dann noch eine “S-Kurve” gegen den Felsgrat und schon ist man nach gut 3 Stunden auf dem Piz Scalotta (2.992 m) angelangt. Auf der anderen Seite wartet schon das Avers-Tal.

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Blick zum Julierpass

Die Aussicht (z.B. zum Piz Mitgel) und die Spitze teilten wir uns nicht allzu lange mit einem älteren Paar aus Mailand, wir wollten die Abfahrt testen. Der Schnee ist allerdings auch hier und in dieser Höhe etwas rar geworden, die Schneedecke betrug zeitweise nur wenige Zentimeter. Überraschenderweise hatten wir aber eine feine Abfahrt, wenn auch im unteren Teil der Schnee gegen Mittag schon faul wurde. Kein Wunder aber, wir hatten an diesem Tag Sonne pur und liefen kurzärmlig auf den Gipfel.

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Überraschend gute Verhältnisse bei der Abfahrt

Nachmittagstour auf den Motta da Sett

Nach meiner nächtlichen Rückkehr vom Arbeitsplatz Wien und fast drei Wochen Castillia y Leon musste “natürlich” ein Skiwochenende auf dem Programm stehen. Es ging nach Bivio, das wir von vielen früheren Aktivitäten her kannten, und als Nachmittagstour bot sich eine Erhebung südlich des Septimerpasses an: Motta da Sett (2.637 m).

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Die Tour zieht sich… rechts hinten der Piz Turba, in der Mitte als Schneekuppe der Motta da Sett

Von der Talstation des Schlepplifts südlich von Bivio (1.821 m) ging es ins Tgavretga hinein, bei recht schönem Wetter. Der Roccabella (2.727 m) glänzte zu unserer Linken, der Piz Turba in weiter Entfernung zu unserer Rechten (3.018 m). Der eher flache Anstieg zieht sich zeitweise ganz schön, erst am Plang Camfer geht’s ein bißchen steiler hinauf. Kurz vor dem Pass Lunghin bogen wir gegen Westen ab und stiegen über einen breiten Rücken auf den Motta da Sett.

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Am Motta da Sett

Der Berg ist unschwierig zu nehmen und für einen Nachmittag gerade gut genug. Eine skitechnisch schwierigere Alternative wäre der Piz Grevasalvas, den ich mir auf meiner Liste notiert habe.