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Warum wir in die Berge gehen…

Man könnte es so “schön” haben, höre ich oft. Auf dem Sofa liegen. Tatort schauen. Kaffee trinken gehen am Marktplatz. Sich ausruhen. Ausschlafen. Wellnessen (was für ein Wort!). Am Strand abhängen. Mein “Super-GAU Sonntag” besteht aus all diesen Elementen: ausschlafen, spät frühstücken (von 10.00 bis 13.00 aka “Brunch”), spazieren gehen (vorgeben etwas Körperliches zu tun), irgendwann die Glotze einschalten und sich im Sofa langsam des Tages in pseudo-intellektueller Manier entledigen. Was für eine Art sein Leben zu verschwenden.

bergsteigen

bergauf & bergab

Stattdessen gehen wir in die Höhe. Das kostet Kraft, es ist anstrengend, man schwitzt, hat Hunger und Durst, stürzt gelegentlich, hängt halb in einer Gletscherspalte, übernachtet in kalten Biwaks, wandert in nicht-so frischen Sachen, der Rucksack drückt, die Luft wird dünn, die Kälte nagt an den Fingern. Es ist nicht so, dass wir das Leiden lieben. Aber es ist ein Aspekt des Bergsports. Die Grenzen überwinden, sich selbst motivieren weiterzugehen, jedes mal auf’s Neue. Die Berge reduzieren uns auf das Wenige, was wir mitnehmen können. Schwierigkeiten zu meistern. Auf dem Gipfel zu stehen und die Aussicht zu genießen ist eines. Aber erst wenn wir wieder unten sind, nicken wir uns zu und wissen, was wir wieder in den letzten Stunden geleistet haben. Erst unten ist die Tour vorbei. Erst unten sind wir King & Queen, aufgeputscht und aufgedreht, unbesiegbar. Die Berge geben uns all das retour, sie sind das Terrain, auf dem wir uns stets von Neuem beweisen können.

Dieser Post ist eine Replik auf einen Artikel zum Sinn und Unsinn des Bergsteigens, gefunden im Magazin Rock & Ice. Man hat die Wahl sein Leben zu gestalten. Oder man wird wahllos gestaltet.