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After Work Climb: Stoss

Auch Hierzulande gehen uns schön langsam die Wände aus, und alles was unter drei Stunden Zustieg (Anfahrt und der eigentliche Zustieg) ist, ist nicht mehr. Nun beginnen also die Variationen, und nach einem Arbeits-Samstag, der mich spät Nachts ins Bett bringt, und Beate gar erst am Sonntag Vormittag, sind die Routen am Stoss eine valiable Art, die zweite Sonntagshälfte passabel durchzuziehen.

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Blick auf die Alpe Lui

Viel Vorbereitung für diese leichte alpine Tour braucht es nicht, waren wir schon letztes Jahr am Stoss zum Klettern. Diesmal nehmen wir uns einen Nachbarn der damals begangenen Familienroute vor: “King Louis“. Letztlich ist es ein Mix geworden aus den beiden Routen und einigen Metern irgendwo dazwischen im freien Gelände. Ist auch gut möglich, denn potentielle Sanduhren sind überall. Die Herausforderung dieser Wand sind die ausgespülten Wasserrinnen. Sie verlangen eine eigenen Kletterstil. Hat man es einmal heraus, ist es Genuss.

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7 Seillängen hinter sich, nun wieder abseilen…

Der Vorteil des Sonntag-Nachmittags ist, dass die meisten Seilschaften schon in der Wand oder aus der Wand sind, wir also freie Bahn haben. Dafür brennt die Sonne ganz schön. Der Hang ist ja recht hübsch nach Süden gerichtet. Die Abseilerei ist auch immer so eine Sache hier. Büsche und scharfe Kanten verklemmen das Seil beim Abziehen gerne.

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Alpstein…

Fulfirst als Wochenend-Ersatz

Das Osterwochenende war vor allem eines: voller Arbeit. Den ganzen Tag am Computer zu sitzen (außer den besagten Trainingsaktivitäten) ist öde und drückt gewaltig auf die Stimmung. Man sieht ja nur das Büro, ernährt sich von Osterhasen und wenn man auf die Uhr aufblickt, ist schon fast der ganze Tag vorbei. Eine kleine Entschädigung gab es deshalb heute: Beate kommt vom Nachtdienst, ist aber fit genug für eine Tour. Also hinauf zu einem Gipfel, den wir noch nicht kennen und immerhin noch in einer gewissen Nähe ist: der Fulfirst.

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der Gipfel des Fulfirst (li)

Nach dem Osterwochenende hoffen wir auf Ruhe in diesem sonst sehr überlaufenen Skitourengebiet. Tatsächlich finden sich am Malbuner Berghaus (1.365 m) nicht einmal ein Dutzend Fahrzeuge. Der Hang ist zwar saftig verspurt, aber hier oben herrscht die Sonne, und ich atme frische, kalte Luft. Schnell sind wir im Waldabschnitt, dann durch das hügelige, meist abgeblasene, aber heute sulzige Schneegelände. Wir kommen schnell voran, auch wenn es heute schon sommerlich warm ist. Nach nicht einmal zwei Stunden schlagen wir unser Skidepot auf, nachdem wir auch den steilen, aber pulvrigen Gipfelhang passiert haben. Der Gipfel des Rosswies sieht von hier recht eindrucksvoll aus. In fünf Minuten sind wir am Gipfel des Fulfirst (2.384 m): zunächst leicht im guten Trittschnee auf den Grat, dann etwas rutschig bis nach oben. Die Sicht herausragend: Alvier, Gauschla, Schafwies, Säntis, Altmann, Madchopf. Im Rheintal ein Nebelmeer.

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der letzte Anstieg zu Fuß zum Gipfel

Die Abfahrt ist oben steil und fein, im Mittelteil in Schattenlagen überraschend trocken, im Wald etwas zerfahren. Nicht übel für einen Osthang kurz nach Mittag. Ich habe Luft getankt, Energie und ein Lächeln. Die Berge geben einem viel zurück. Und Beate.

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schöne Tiefblicke

Regeneration? Dann Schafwies!

Ein etwas verzwickter Sonntag-Morgen war das. Die Wetter-Situation hat unseren 2-Tages-Plan mit Winterraum-Übernachtung durcheinander gebracht, genauer gesagt der Anstieg der LWS auf “3” in den südlichen Alpen. Lösung: heute Regeneration dank eher schlechtem Bergwetter, Montag wieder Skibergsteigen mit Stil wie am Samstag (Drusenfluh). “Regeneration” ist bei uns aber kein Besuch irgendwelcher Wellness-Absteigen, sondern der Weg hinaus. Die Wahl fällt aufgrund der fortgeschrittenen Morgenstunden auf ein relativ nahe gelegenes Tourengebiet: Wildhaus.

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gemächlicher Februar-Sonntag am Schafwies

Unterhalb der Alpe Laui (Parkplatz auf ca. 1.000 m) starten wir los und biegen vor der Alpe links hoch ab. Dank fetter Spur ist der Weg eigentlich nicht zu verfehlen, trotz der miserablen Sicht und leichtem Schneefall um 11.00 vormittags. Bei schönem Wetter ist das wohl eine Massentour. Für uns aber gerade richtig, denn wir haben in etwas Entfernung zwei Tourengeher als Begleitung und später kommen uns noch fünf Abfahrer entgegen. Das war’s.

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der Ost-Abbruch am Schafwies

Der Aufstieg ist durchgehend recht steil, aber da die Hänge auch ordentlich Breite haben, fällt die Neigung nicht so auf. Insgesamt sind einige Steilstufen zu überwinden, am spektakulärsten vielleicht der Felsabbruch östlich des Gipfels. In dichten Wolken und Schneeschauer erreichen wir das Gipfelbuch am Schafwies (1.986 m) ohne irgendwelche Schwierigkeiten. Von den anderen Gipfeln sehen wir heute so gut wie nichts – weder SäntisAltmannWildhuser Schafberg noch Stockberg.

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Das Gipfelkreuz nur noch 20 Meter entfernt

Die Abfahrt ist zunächst etwas verhalten, da die Bodensicht gegen Null tendiert. Etwas später wird’s besser und wir heizen die Steilhänge herunter, trotz schon schwerem Schnee mit einer Schicht Harsch darunter. Das Gelände ist auch schon reichlich verfahren, aber im Steilgelände finden sich immer wieder feine Lücken. Empfehlenswerte Tour als Schlechtwettervariante.

Berglauf auf den Altmann

Trotz Nachtdienst konnte Beate nicht widerstehen und musste bei diesem Sonnenschein sogleich hinaus. Es sollte “etwas Lockeres” sein. Die Wahl fiel schnell auf einen Berglauf von Wildhaus / Talstation Bodenalplift (1.084 m) zum Altmann (2.435 m).

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Blick ins Tesel

Der erste Teil des Weges schlängelt sich durch das Flürentobel auf ein kleines Plateau, welches vom Wildhuser Schafberg und dem Gulmen eingezwickt wird. Der Tesel ist genauso fein zu laufen wie er aussieht. Ab hier steigt der Weg wieder etwas steiler und meist in Serpentinen hoch zur Creialp, und dann weiter zum Zwinglipass (2.011 m). Der Weg ist auch hier gut zu laufen, allerdings ohne den schützenden Wald des Flürentobels schon recht warm.

durch das Tesel hinauf zum Zwinglipass

schöner Laufweg hinauf zum Zwinglipass

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Altmann und Steinböcke von Südosten

Die weitere Route führt südlich unterhalb des Altmann vorbei, manchmal schon in etwas unwegsameren Gelände, so dass ein Laufschritt nicht immer oder sehr umständlich möglich ist. Den am Weg grasenden Steinböcken waren wir jedenfalls laufend oder gehend recht wurscht. Der letzte steile Anstieg zum Altmannpass ist ein bisschen schottrig, aber durchaus laufbar. Hier begegneten wir dann doch mehr Wanderer, die meist vom nicht weit entfernten Säntis über den Lisengrat herüberwanderten.

Hundstein und Fälensee

Hundstein (links) und Fälensee

Vom Altmannpass gelangt man von Nordwesten aus in einfachster “Kletterei” über einen markierten Trampelpfad und speckige Felsen in wenigen Minuten zum Gipfel. Die Aussicht ist aber fantastisch. Vor allem beeindrucken die schmalen Grate, die parallel nach Norden den Alpstein zerfurchen. Ein ideales Gelände für weitere Bergläufe, denn das Wegenetz ist recht dicht. Aber auch die Alviergruppe (RosswiesHurstAlvier) und die Churfirsten (u.a. SelunBrisi) können bestaunt werden.

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Altmann von Südwesten

Grat zum Schafbergsattel

Grat zum Schafbergsattel

Der Rückweg erfolgte dann über den Grat nach Südwesten zum Schafbergsattel. Hier gingen wir im Schritttempo bis wir das unangenehme Geröllfeld unterhalb des Schafbergs passiert hatten. Von da an ging es wieder etwas schneller durch das Flürentobel zurück zum Parkplatz in Wildhaus. Eine recht empfehlenswerte Runde, sowohl für Läufer als auch Wanderer. Wasservorrat nicht vergessen!

Wildhuser Schafberg: Klettertour an der Westkante

Nach drei Jahren Mitgliedschaft habe ich nun die erste Veranstaltung mit dem Alpenverein angetreten. Beate hatte ein Weiterbildungsseminar, und da es mir tendenziell an anderen Kletterpartnern mangelt, nahm ich das Angebot der Sektion Dornbirn gerne an und startete mit drei anderen Seilschaften am Morgen von Wildhus/Egg (1.084 m).

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Der Wildhuser Schafberg, rechts die Westkante

Der Einstieg zur Schafbergwand (westlicher Wandteil) erfolgt auf ca. 1.600 m am südwestlichen Ausläufer des Grates. Am Anfang noch im Stau, verursacht durch fünf andere Seilschaften vor uns, ging es bald recht flott über den Grat. Die Schwierigkeiten lagen meist zwischen 3 und 4+, mit einer Schlüsselstelle bei 5+. Diese war nicht allzu lang und gut abgesichert, aber schon ein wenig unangenehm speckig. Unsere Seilschaften kamen gut über alle Passagen, das letzte Abseilen zum Steig hinunter war allen Teilnehmern eine Routineaufgabe. Der Vorgipfel und Endpunkt der Kletterei liegt auf 1.959 m. Die Aussicht war heute sehr prächtig – die Churfürsten (u.a. Selun, Brisi) und die Alviergruppe (Rosswies, Hurst, Alvier) waren besonders gut zu sehen.

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schöne Kletterei bei festem Fels

Die Tour ist insgesamt recht lohnend bei einem kurzen Einstieg (rund 1,5 Stunden von Wildhus/Egg). Ein Bier geht sich beim Rückweg auf der Alpe Gamplüt locker aus. Wer will, kann für 10 SFR mit dem Trotti zur Talstation fahren. Alles in allem ein sehr schön genützter Tag im frühen September!

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die letzten Seillängen…

Nachgeholt: Säntis-Runde per Rennrad

Was Beate schon im April vorgelegt hatte, konnte ich heute nachholen: eine feine Runde um den Säntis, per Rennrad. Die genaue Routenbeschreibung findet sich im April-Post, allerdings war mein Start- und Endpunkt nicht Altstätten, sondern Lustenau. Dadurch verlängert sich die Strecke um etwa 20km.

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Auffahrt zur Schwägalp, im Bild Wolken um den Säntis

Mit dem Mountainbike gibt’s eine etwas andere Runde, nicht ganz so lang, aber mehr Höhenmeter in Summe.

Mit dem Rennrad: die Säntis-Runde

Ein Klassiker im Bodensee-Raum: die Säntis-Rundfahrt mit dem Velo. Früh im Jahr nutzte Beate die Gunst des schönen Wetters um umrundete den Alpstein auf einer Runde mit ca. 100 km und 2.000 Höhenmetern. Da ich nun, was das Material betrifft, endlich mithalten kann (siehe hier), werde ich mich in Zukunft ebenfalls auf ähnliche Runden begeben. Beate hat aber die Latte schon mal hoch gelegt.

Säntis-Runde

Die Säntis-Runde

Eine Runde um den Säntis mit dem Mountainbike ist zwar kürzer, aber saftig. Einen Bericht zur Säntis-Runde mit dem MTB gibt es hier dazu.

Die große Runde um den Alpstein

Mit einem großen Finale wollten wir unsere Wallis-Rundfahrt abschließen – wir taten das aber in “heimischen” Gegenden, dem Alpstein. Diese Runde war eine Herausforderung in Länge (mehr als 80 km) und Höhendifferenz (rund 2.500 Höhenmeter). Detaillierte Infos zum Wegverlauf gibt’s im Bike-Guide Vorarlberg Alpin.

Auf dem Weg nach Brülisau

Start war im Rheintal in Rüthi (426 m) und es ging mit einem schönen Anstieg auf zum Dürrenegg hinauf. Die Straße teilt sich unterhalb auf 1.286 m Seehöhe – der eine Weg geht zum Kamor hinauf, der andere über Matschwege nach Brülisau (922 m). Wir folgten dem letzteren, denn dieser brachte uns über Weissbad zum nächsten Anstieg auf die Schwägalp (1.352 m), großes Ausflugziel in der Gegend. Seilbahnen schießen hier zum Säntis hinauf, und die Parkplatzgröße deutet auf Massenbetrieb.

Die Schwägalp ist bald erreicht, das Wetter hielt

Für Orientierung bleibt nicht viel Zeit, das muss auf dem Velo passieren

Es folgte eine kleine Abfahrt auf gutem Weg bis Luttertannen (1.030 m), nur um den nächsten Anstieg zu beginnen – auf den Risipass (rund 1.460 m). Im Winter waren wir ja schon mal hierher aufgestiegen (vom Süden), um auf den Stockberg zu gelangen. Im Sommer schaut das alles viel einfacher aus, und auch die Abfahrt auf ca. 1.100 m Seehöhe durch Wiesen war auch eine ganz andere Erfahrung als mit Skiern hier herumzudüsen.

Die Spitzen um den Säntis hüllten sich in immer dichtere Wolken

Nun folgte wieder ein Aufstieg, hinauf zu den Alpen Grappelen. Eine sehr schöne, recht ruhige Gegend mit einem hübschen See in der Mitte. Abfahrten und Gegenanstiege folgten, bis wir endlich in Wildhaus ankamen. Die lange Abfahrt auf der Hauptstraße nach Gams war eine Wohltat, denn heiß blieb es den ganzen Tag, trotz Wolkenbildung. Von Gams mussten wir “nur noch” die lästigen Kilometer im Rheintal bis nach Rüthi abspulen, um nach rund 8 Stunden Gesamtzeit wieder im Auto Platz zu nehmen.

Auch die Churfürsten (Brisi, Selun …) nebelten sich mit Tagesverlauf ein

Unterwegs trafen wir übrigens auch auf einige Alpencrosser, die sich den Comosee als Reiseziel ausgesucht hatten. Eine von mehreren Etappen hatten sie noch vor sich, die wir letztes Jahr bei unserer Graubünden-Tour ausgiebigst kosten durften – den Septimerpass.

Garmil: eine Pulverschnee-Abfahrt

Leider haben wir in den heimischen Bergen immer noch recht ungünstige Skitourenbedingungen – sehr viel Schnee, schlechte Haftung, und einigen Wind. Die Alternative: unsere schweizer Nachbarn. Heute: auf den Garmil, quasi der kleine Bruder des Gamidaur oberhalb von Mels (500 m) bei Sargans. Alternativ könnte man von Mels auch eine einfache, schöne Tour zum Hüenerchopf (2.171 m) gehen.

Blick zur Alviergruppe (rechts) und Hinterruck (über dem Wallensee)

Der erste Abschnitt der Tour führt über Forstwege und später Wanderwege durch Wälder und gelegentliche Lichtungen mal flach, dann wieder ordentlich ansteigend auf ein erstes Plateau bei der Alpe Ebenwald (1.411 m). Hier könnte man zum Gamidaur abzweigen, aber heute war auch hier aufgrund der Steilheit der Gipfelhänge eher davon abzuraten. Stattdessen ging es rechts meist über freie Hänge und später entlang einer Kante bis zum Gipfel des Garmil (2.003 m) hinauf.

Aufstieg nach der Alpe Ebenwald

Die Aussicht vom Garmil ist schon nicht schlecht: gleich benachbart die Pizolbahnen und der Pizol (2.844 m), auf der anderen Seite der Gamidaur, und weiter nördlich die Alviergruppe (mit Tschuggen, Hurst, Alvier, etc.). Man sieht sogar den Bodensee.

Die Abfahrt war nun das Beste der ganzen Tour heute. Sehr welliges Gelände, inkl. fantastischem Pulver, nicht zuviel, nicht zuwenig. So macht Abfahren Spaß!

Spurensuche am Stockberg

Eigentlich wollte wir heute keine Übungseinheit für unsere Adventure Race Renn-Saison absolvieren, aber es kam wie es kommen musste:

  • Schneekettenanlegen
  • Spurensuche
  • Geländekunde und Orientierung
  • Blindfahren (Nachtfahren ist ein Luxus dagegen)

Die Anfahrt nach Stein (835m) bei Wildhaus und Alt St.Johann (Heimatgemeinde von Simon Amann) / Schweiz war schon ein kleines Abenteuer. Keine Wege geräumt, Autobahnausfahrten Wälle aus Schnee, und dann noch rutschige Straßenoberfläche, die Schneekettenanlegen erforderlich machten.

In Stein selbst hieß es zunächst den Einstieg finden, und der Spur folgen. Leichter gedacht als dann exekutiert: Hin und wieder sah man so etwas wie eine Aufstiegsspur, ein Schatten, eine Wanne, vielleicht mal ein weitentferntes Schema. Was in der Weite (10m) gewisse Ähnlichkeiten mit Schi- und Stockspuren hatte, war aus der unmittelbaren Schispitzennähe überhaupt nichts. Einfach nur weiß, keine Konturen, kein Kontrast, vielleicht ein wenig härtere Unterlage. Es hieß mit Gefühl laufen, auf die Fußsohlen hören. Hohe Wolken, heftiger Schneefall und rasch-wechselnde Nebelbänke erinnerten ein wenig an den gestrigen Tag am Hurst.

Am Gipfel hieß es rasch die Felle abnehmen und herunterdüsen

Mit Spurensuche, eigenem spuren und sich orientieren dauerte der Aufstieg länger als gedacht. Nach 2,5 Stunden erreichten wir den Gipfel des Stockberg (1.781m, Alpstein-Gebirge) oberhalb des Rissipasses. Der scharfe Nordwind ließ uns aber keine Sekunde länger am Grat verweilen. Kein Schaden, denn der Gipfelhang mit gut 250m steiler Piste war trotz Südostexposition pulvrig ohne Ende. Erst im untersten Teil der Abfahrt (kurz oberhalb von Stein) bekamen wir den harschigen Untergrund ordentlich zu spüren.

Mitten in die Wolken: Hurst

Trotz relativ schlechter Aussichten für heute ging es dennoch in die Höhe, diesmal wieder in die Schweiz, um der Lawinengefahr auf heimischen Bergen auszuweichen. Wie schon die letzte Woche besuchten wir die Alviergruppe: nach Rosswies, Chapf und Tschuggen starteten wir von Buchs (450m) aus zum Hurst.

Blick ins Rheintal – eine Nebelsuppe, die uns einfing

Bei Schneefall ging es die ersten hundert Höhenmeter über Wiesen und vorbei an zahlreichen Bauernhöfen gemächlich hinauf. Erst oberhalb von 1.000 m kamen wir zunehmend in dichte Bewölkung. Die Sicht wurde zunehmend schlechter, und ab einem Zeitpunkt folgten wir einfach nur mehr der Spur, mit Sichtweiten von rund 10 Meter. Da wirkt der Aufstieg fast wie ein Weg zur Trance: den Blick gesenkt auf die Skispitzen, die linke nach vor, dann die rechte, dann die linke, … und so fort, tausende Male. Das ist ein Takt, der tranceartig wirkt, wenn man um sich nichts als nur etwas Helles wahrnimmt. Das erschwert sogar die Fähigkeit das Gleichgewicht zu halten.

Nun, gut dass jemand vor uns gelaufen sein muss, denn wir liefen einer Spur nach, als zwei einsame Gestalten stumm den Berg hinauf und mitten in das Herz dieser den Berg umgreifenden Wolke. Wir liefen so leise, dass uns eine Gams in wenigen Metern Abstand überrascht ansah, was wir denn bei diesem Wetter auf ihrem Hang denn verloren haben. Für uns natürlich eine angenehme Flucht aus der Monotonie des Nebels, für sie eine Ruhestörung. Eine halbe Stunde später erreichten wir den Gipfel des Hurst (1.970m) nach rund 2,5 Stunden Aufstieg.

Erst kurz vor Ende der Abfahrt fuhren wir nicht mehr blind

Auch hier wollte die Sonne nicht, auch wenn sie sich schon langsam daran machte, die Wolken weiter nach unten gegen das Tal zu drücken. Eine halbe Stunde später, und wir hätten uns sonnen können. Aber wir fuhren dann doch rasch ab – ein älterer Local wartete am Gipfel schon auf uns, um gemeinsam herunterzuwedeln. Die Sicht war extrem schlecht (kein Blick hinauf zum benachbarten Alvier), so dass wir gerne dem ortskundigen Skitourenfreund nachfuhren. Ohne ihn hätte die Tour sehr umständlich werden können. Trotzallem: der Schnee war oben perfekt, weiter unten schon schwer. Uns gefiel’s. Und um 13.00 saßen wir schon zuhause am Tisch: geduscht, gegessen und 1.500 Höhenmeter in der Tasche. Das ist dann ein anderes Grinsen, dass man zeigen kann.

Traum-Abfahrt vom Tschuggen

Nach dem gestrigen Spaß im Pulverschnee an den Hängen des Chapf versuchten wir unser Skiglück wieder in den Schweizer Ostalpen. Von Trübbach (549m) im Sarganserland ging es noch ein Stückchen motorisiert nach oben, um sich um wenige Parkplätze zu streiten. Wie gestern war der Ansturm gewaltig. Und noch mehr sollten kommen…

Die Tour ging gleich so richtig los, mit einer Spuranlage, die mir gar nicht gefiel: einfach gerade aus, schnurstracks hinauf. Was vielleicht ein paar hundert Meter in der Länge einer Tour bringt, rächt sich mit größerer Steilheit des Anstiegs und einer meist rutschigeren Anlage, die zweifach Kraft kostet. Nun, es ging irgenwie hinauf, über Matug bis zum Skihaus Lanaberg.

Der Nebel wird durchbrochen…

Von dort stiegen wir wieder die Höhenmeter rasend schnell hoch, kamen bei 1.300 m in dichte Wolken, die auch das Berghaus Gonzen einhüllten (von hier geht’s links hinüber zum Nordgrat des Gonzen). Erst kurz unterhalb des Grats zum Gipfel gaben die Nebelschwaden die Sicht frei, mit einem Prachtblick auf die Churfirstenwände. Den Tschuggen (1.880m) erreichten wir nach 2,5 Stunden.

Vom Gipfel des Tschuggen Blick zum Wallensee

Nun, der beste Teil kommt erst. Das ist auch gerecht so, denn der feuchte Nebel, die rutschigen Steilrampen hatten ein wenig auf die Stimmung gedrückt. Die Abfahrt – ohne Übertreibung – die beste des Jahres. Superhänge mit der richtigen Neigung, knietiefer Pulver und manchmal mehr, und einfach so viel unverspurt! Wir fuhren wie die Götter, aber dazu braucht es bei diesen Verhältnissen überhaupt nicht viel. Die Ski trugen uns wie auf Wolken. Erst wie ab dem Skihaus Lanaberg wurde der Schnee batziger, aber das war wirklich völlig wurscht. Man kann es immer noch nicht fassen, dass wir solche Bedingungen erwischt hatten!

Pulver ohne Ende…

Zum Schluss brauchten wir doch noch unsere Lawinenschaufel. Aber nicht für uns, sondern fürs Auto. Wir buddelten uns einen Weg frei, damit die Vorderreifen den ersten Meter richtig greifen konnten…

Schneefall begleitet uns zum Chapf

Endlich wieder mal ein arbeitsfreies Wochenende für Beate, also nichts wie hinauf in die Berge. Auf Grund der geringen Lawinengefährung der Hänge unterhalb des Chapf (2.043m) war unsere Wahl für heute früh entschieden. Der reiche Schneefall der letzten Tage versprach ein interessantes Abfahrtsvergnügen, denn wir hatten die Hänge bei unserem Aufstieg zum Rosswies schon von weitem bewundern können.

Von Grabs (465m) ging es zunächst über mehrere Obstbaumwiesen zu den höher gelegenen Bauernhöfen. Immer schön geradlinig und höhenmeterfressend schraubte sich die Spur in die Höhe. Leider war die Sicht heute schlecht – viele Wolken, und dann manchmal leichter, mal dichter Schneefall verhinderten, dass wir schon früh erahnen konnten, wohin der Weg heute führen würde.

Ein netter Schweizer grüßt

Auch als die Schihütte Gampernei (1.500m) erreicht wurde, konnten wir den Gipfel nicht erkennen. Dafür eine handvoll anderer Tourengeher, die gerade Pause machten. Eine weitere Handvoll, die den Hang über uns erklommen, und vielleicht noch ein Dutzend, dass unter uns herauskam. Was für ein Unterschied zur gestrigen Seelenruhe zum Lank! Später bei der Abfahrt konnten wir sicherlich noch 30 bis 40 weitere Tourengeher auf dem Weg nach oben ausmachen….

Nach knapp 2,5 Stunden erreichten wir den Chapf und hatten rund 1.500 Höhenmeter hinter uns gebracht. Oben pfiff der Wind, die Hände wurden eisig kalt und unbrauchbar, also ging es als bald wieder nach unten. Das war aber auch die richtige Entschädigung, denn der Pulver war trotz verspurter Hänge immer noch prima zu fahren und spaßig zu dem. Wir ließen es so richtig laufen, auch wenn es ein paar Verschnaufpausen zwischendrin benötigte. Die Länge dieser Abfahrt bis zum Autoparkplatz beim Gasthof Glocke ist schon rekordverdächtig.

Seltsame Stimmung den ganzen Vormittag – Blick Richtung Rosswies

Rosswies: vom Winde verblasen

Heute wollten wir keinen Südhang mehr, nachdem die Temperaturen der letzten Tage die Schneedecke in harschiges Zeugs verwandelt hatten. Wir hofften irgendwo zwischen Ost-Nord-West auf pulverige Verhältnisse.

Unser erstes Ziel, ein Weg von Brülisau zum Hohen Kasten mussten wir vor Ort wieder streichen: der Wind hat weite Teile der Schneedecke abgetragen. Also fuhren wir weiter, nach Buchserberg, von wo wir dann einen Osthang mit wesentlich mehr Schnee in Angriff nahmen. Aber auch hier: starker, Böen-artiger Wind machte nicht nur das Vorwärtskommen unnötig schwerer, sondern auch rutschiger: die pulvrige Schneeoberfläche wurde abgetragen, bis die darunter liegende eisige Kruste früherer Schneefälle zum Vorschein kam. Was schon beim Aufstieg manchmal schwer fiel (Halt zu finden), war bei der Abfahrt umso unangenehmer – eine Schlittschuhpartie.