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Schöner Grat zur Spitze der Roten Wand

Am Samstag tat sich eine Wetterlücke auf, und wir beide hatten frei. Also nichts wie hinaus, und ein schon lange angepeilter Berg kam uns als Bike&Hike Kombi sehr gelegen: die schöne Rote Wand an der Grenze zwischen dem Großen Walsertal und dem Lechquellengebiet.

Start war diesmal der kleine Ort Marul (976 m, Ausgangspunkt unserer Skitour auf die Lusgrind), und die Strecke zur Alpe Laguz war uns schon aus einer früheren MTB-Tour zum Formarinsee sehr bekannt. Der Aufstieg war flott, die Straße frei und der Himmel nur leicht bewölkt. Von der Alpe Laguz (1.584 m) fuhren / schoben wir noch ein bißchen die Räder weiter hinauf, zur Oberen Laguzalpe (1.854 m). Hier war Schluß mit dem Radfahren, wir machten uns für den Aufstieg bereit.

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Kurz vor der Alpe Laguz

Der markierte Steig führte zunächst ins Geröllfeld zwischen Rothorn, Rote Wand und Madratsch. Am Fuße der Roten Wand wendet sich der Weg nach Norden (nach Süden führt er zur Freiburger Hütte) und geht recht steil zu einem Joch, das wie eine Schiebetür aussieht. Hier sind auch sehr alte Drahtseile angebracht. Von diesem kleinen Tor traversiert man auf der Nordseite der Roten Wand über Geröll, Eis und Schnee die Länge der Wand im leichten Abstieg, ehe man auf der anderen Seite dem grünen Rücken wieder aufsteigend nach Süden folgt.

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Am Grat zur Spitze der Roten Wand

Erst am Ende des flachen Teils des Rückens formt sich der Grat der Roten Wand zu einem felsigen, spitzen und schmalen Pfad, der leichte Kletterei an wenigen Stellen erforderlich macht. Schwindelfrei sollte man schon sein, sonst wird dieser vergnügliche Grat zu einer ernsten Prüfung. Folgt man dem Grat, so sieht man auf der Ostseite bald ein Gletscherfeld. Dieses kann man bewundern, aber nicht betreten. Wir folgten einfach dem Grat hinauf zum Gipfelkreuz der Roten Wand (2.704 m) und hatten eine paradiesische Aussicht – zu den Drei Türmen, zur Zimba, zur Braunarlspitze, Zitterklapfen, Zafernhorn, …

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Abstieg im flacheren Teil des Grats, Blick rechts im Tal die Klesenza Alpe

Der Abstieg erfolgte auf derselben Route, ein wenig flotter, aber nicht unvorsichtig. Der Vorteil der Bikes spielten wir dann auf dem Rückweg voll aus, und waren schon um 13.30 wieder in Marul. Schön: die gesamte Wanderung hatten wir die Ruhe der Gegend für uns allein. Nur auf einen Steinbock und ein Rebhuhn trafen wir, aber die wollten auch lieber ihre Ruhe. So ging jeder seine Wege…

Bike & Hike auf den Zitterklapfen

Dieser Sonntag bot sich für eine schon lang angedachte Rad & Wander – Kombi an – hinauf auf den Zitterklapfen. Dieser schöne und wilde Berg und Grat liegt nicht weit von Au im Bregenzerwald entfernt und bietet schöne Aussichten. Also nichts wie hinauf!

Auf Höhe der Bergkristallhütte sehen wir zum ersten Mal den Zitterklapfen (zweite Spitze von rechts)

Mit dem Rad düsen wir vom Gemeindeamt Au (791 m) hinauf zur Bergkristallhütte und weiter bis zur Annalperau Alpe (1.364 m). Dort ist mit dem Rad auch schon Schluss, hier warten schon die Latschen auf uns.

Die Geröllhänge sind schön zum Anschauen, schwer zum Gehen

Der Weg führt zunächst über Almwiesen zu den ersten Felswänden des Zitterklapfen-Stocks. Aus dem Weg wird ein Pfad, aus dem Pfad ein Steig, und später oftmals eine Kraxelpartie. Nun schlängelt sich der Pfad um hohe Wände herum, weicht Geröllfeldern aus, solange es geht. Doch irgendwann ist auch das nicht mehr möglich, und das weite Geröllfeld auf der Nordseite des Berges muss bewältigt werden. Einmal geschafft, geht’s der Wand entlang und zum Einstieg in den mit einem Drahtseil gesicherten Steig, der aber viel lieber in genussreicher Kletterei bewältigt werden will als mit Seil-Zieh-Aktionen.

Leichte Kletterei am Zitterklapfen-Grat

Am Ende des gesicherten Anstiegs kommt man zum Grat hinauf, welchen man über einige hundert Meter folgen muss. Dort treffen wir überraschend auf Beate’s Bruder, der fast schon am Umkehren war. Also geht er mit uns mit, und wir überklettern manchmal kleine Felserhebungen, manchmal können diese umwandert werden. Alles in allem ein wunderbarer Fels zum Greifen und Sich-Bewegen. Auf der Spitze des Zitterklapfens (2.403 m) sind schließlich nur mehr wir drei, und zwei große Raben, die sich als Dohlen ausgeben. Die Blicke in alle Richtungen sind fantastisch, und wir können gar nicht aufhören, alle Gipfel zu benennen, auf denen wir schon gesessen sind. Der Blick ist so gut, dass wir die Berner Alpen zu sehen glauben.

Der Grat am Zitterklapfen ist oft breit genug, manchmal mit schönen Blicken in die Tiefe

In der näheren Umgebung haben wir im Westen das Zafernhorn, das Glatthorn, das Portlerhorn, im Norden die Kanisfluh, das Lug, Hirschberg und die Niedere, im Osten streift unser Blick den Toblermann und die Hochkünzelspitze, und nach Süden sehen wir auf das Plateau des Gadentals und hinein in das Tal zur Klesenzaalpe.

Der Abstieg ist schön und luftig, und eher im Bereich des Geröllfeldes rutschig. Gute Bergschuhe sind hier Pflicht. Zum Ausklang gibts noch einen Kleinigkeit in der Bergkristallhütte, bevor es mit den Rändern nach Au flott zurückgeht.

Der Abstieg zog sich wie immer, war aber landschaftlich sehr schön