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Video: Besteigung der Meije

Nun habe ich auch einen kurzen Clip vom Aufstieg auf die Meije von Anfang Oktober fertig geschnitten. Leider ist der Akku der Kamera am ersten Tag eingegangen, so dass ich von der Traverse keine Video-Bilder habe. Die Erinnerung lebt in mir, es war sehr schön!

Traverse de Meije from Mark Buzinkay on Vimeo.

La Meije: From France with Respect

Wie ein Prüfungstermin lag mir eine bevorstehende Tour die letzten Tage im Magen. Gespannt auf das Kommende, gut vorbereitet auf das Ungewisse, aufgeregt auf die Herausforderung der Königin der Alpen. La Meije (3.983 m), im Parc National des Ecrins gelegen, gilt als “der Berg” der Alpen. Seine Süd- wie Nordwand sind Sinnbild für die Wildheit und Schönheit der Alpen, und die Traverse vom Hauptgipfel hinüber zum Doigt de Dieu (“Finger Gottes”) gilt als einer der schwierigsten Normalrouten unter den alpinen 3.000ern.

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Auf dem Weg zur Refuge La Promontoire, im Hintergrund die Südwand der Meije und der Traverse

Vor zwei Jahren hatten Beate und ich uns auf den ersten Hochtouren versucht, just in diesem Gebiet. Damals machte uns das Wetter beim Weg zum Dome de Neige einen Strich durch die Rechnung, letztlich konnten wir einen anderen schönen Gipfel, den Roche Faurio, für uns als Erfolg verbuchen. Dieses neueste Projekt, die eigentliche Herausforderung dieses Bergsommers, hatte ich über ein halbes Jahr mit meinem französischen Freund Mathieu geplant und vorbereitet. Mathieu war ja mit uns auf dem Piz Palü, auf dem Piz Bernina und dem Glarner Tödi.

Das Unternehmen war auf drei Tage ausgelegt: Anreise nach La Berarde und Aufstieg zur Refuge “La Promontoire”; Aufstieg zum Hauptgipfel des Meije und Bivak; Traverse über die vier Zähne bis zum Finger Gottes, le doigt de Dieu, und Abstieg über die Nordseite bis ins Tal bei Villar d’Arene. Voraussetzung für diese Variante der Traverse war stabiles Wetter. Mit dem Altweibersommer, der seit Wochen die Alpen herrliche Sonnentage beschert, hatten wir die idealen Bedingungen für unser Unterfangen.

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Mathieu auf dem Gipfelgrat

Etwas nervös packten wir unser Nachtlager (ein Zelt am öffentlichen Parkplatz) bei La Grave zusammen und fuhren nach La Berarde (ca. 1.650 m). Es ging endlich los, das Projekt der Bergsaison. Der Aufstieg aus dem wunderschönen Tal zur Hütte La Promontoire (3.082 m) ging ohne große Anstrengung vor sich, wir hatten genug Zeit und kamen nach rund 5 Stunden über Moränen zur fantastisch gelegenenen Refuge. Die Hütte war nicht bewirtet, aber der Hüttenwirt hatte uns sogar Bier dagelassen. Wir konnten nicht klagen.

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glücklich am Gipfel der Meije Central

Der eigentliche Ausstieg zum Pic Central der Meije kostete uns einen guten Tag. Wir brachen spät (09.00) auf, wir wollten ja nicht zu früh am Gipfel stehen. Dadurch hatten wir auch keine anderen Seilschaften um uns herum. Die Wand hatte rund neunhundert Meter Länge im Schwierigkeitsgrad 3 bis 4. Eigentlich nichts Dramatisches, aber:

  • kombiniertes Gelände aus Fels, Eis und Schnee
  • große Höhe
  • “Klettern” mit Bergstiefeln
  • “Klettern” mit einem rund 15kg schweren Rucksack und rund 50 Liter Volumen

machten die Sache um etliches schwerer. Die Tour wir in diversen Führern mit AD+ bis D- (Traverse) bewertet. Nach zahlreichen Seillängen, wunderschönen Passagen, ausgesetzten Routen und Bewältigung der Österreicher-Platte, des Katzenschritts oder des roten Reiters stiegen wir gegen 17.00 über den Gipfelgrat zum Tagesziel. Ein Traum, mit Blick zu den Gipfeln der Ecrins und weiter zum Mont Blanc und anderen Größen der Alpen. Wir hatten noch gut 2 Stunden Sonnenschein auf dem Gipfel, nutzten diese zum Bivakbau und zum Schmelzen von Schnee zur Wassergewinnung. Das Abendessen ging dann bei Sonnenuntergang über die Bühne, kurze Zeit später hatte ich meinen Schlafplatz auf fast 4.000 Meter Höhe bezogen.

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unser exponierter Bivakplatz für die Nacht am Gipfel

Die Nacht war klar, die Sterne so nah und in dauernder Bewegung. Jede Viertelstunde musste ich meinen Kopf kurz aus dem Schlafsack strecken, um das sich verändernde Nachtbild zu bewundern. Die Nacht dauerte lange, und plötzlich wurde es orange am Horizont, die Sonne ging auf, und wir hatten in wenigen Minuten das Lager geräumt, machten uns nach einer Tasse Kaffee und einem Snack schon zur Abseilstelle in die Zsigmondy-Lücke. Die Abseilerei kostete uns einige Zeit, aber dann kam schon das Kernstück der Traverse, die Umgehung des Zsigmondy-Zahns inklusive dem Aufstieg zum ersten Zahn des Gratrückens, über einen steilen Eis-Couloir. Wir kamen beide ins Schnaufen, mussten etwas Tempo rausnehmen, stiegen zuerst zum ersten Zahn hoch, stiegen ab, zum zweiten Zahn, seilten ab, und so ging das den ganzen Vormittag bis zum Doigt de Dieu, dem höchsten Punkt (3.973 m) dieser Zahnreihe. Alles musste mit Steigeisen geklettert werden, mit dem Pickel in der Hand, hin und wieder auf allen Vieren am Grat, der so steil und schmal war, dass man etwas unterhalb im den Füßen einen Stand suchte, mit den Händen die Gratfelsen als Halt absuchte.

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schon am Doigt de Dieu

Einmal auf dem Doigt de Dieu, ging es nur noch abwärts. Einige Seillängen abseilen bis über den Bergschrund, der uns beide beim Abseilen bis zur Hüfte schluckte. Überraschend lag recht viel Schnee in der Nordwand, so dass der Durchstieg des Gletschers bis zum Refuge L’Aigle (3.450 m) eine recht mühsame Angelegenheit darstellte. So auch der finale Abstieg bis ins Tal bei Villar d’Arene (3 Stunden) – der Weg war teils Eis oder Schnee-bedeckt, so dass wir weiterhin mit Steigeisen marschieren mussten.

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die Traverse von Norden (La Meije ist rechts außen)

Sehr glücklich warf ich mich beim Auto noch kurz in den eiskalten Gletscherbach – drei Tage ohne Körperpflege, die latente Müdigkeit, das waren Motive genug. Wir verschlangen viel, tranken noch mehr, begutachteten unsere Wunden (aufgeschnittene Hände, aufgeriebene Beine) und waren zufrieden, im Auto unterwegs zu sein. Es wird noch Tage dauern, bis wir realisieren, welche Route wir da gegangen sind!

Allgemeine Infos zur Route: beim Aufstieg zum Hauptgipfel finden sich in der Route immer wieder Pitons oder Bänder, die für eine Sicherung genutzt werden können. Einige sich wirkliche Verhauer – da macht sich das Leben unnötig schwer. Ein Set von Keilen, Friends und Bandschlingen ist unbedingt notwendig, will man stressfrei klettern. Einige Fixseile, die sich auf den Zähnen der Traverse fanden, sind nicht empfehlenswert. Das Metallkabel zur Umgehung des Zsigmondy-Zahns ist teilweise unter dem Eis, so dass es nicht benutzt werden kann.

Buchrezension: Hohe 3000er in den Alpen

Ein Buch, auf das wir in den ersten Planungsstunden immer wieder zurückgreifen, wenn wir hoch in die Alpen gehen möchten, ist Richard Goedeke’s Tourenführer “Hohe 3000er in den Alpen: Die Normalwege auf 162 Gipfel”. Die Stärke dieses Büchleins liegt in seiner guten Auswahl an Touren sowie an seiner Übersichtlichkeit. Alles, was für die Planung einer Tour notwendig ist, wird geliefert:

  • Dauer des Aufstiegs zur Hütte bzw. zum Gipfel
  • Schwierigkeitsgrad der Route
  • Alternativwege
  • notwendige Ausrüstung
  • beste Jahreszeit für die Besteigung

Hat man einmal seine Auswahl schon ein bißchen eingegrenzt, kann mit der Feinplanung begonnen werden. Dazu gehört unweigerlich die Beschreibung der Route, der Gefahren sowie Angaben zu weiterführenden Fachliteratur. Wichtig sind hier Fotos, Illustrationen und Karten, die den Routenverlauf markieren oder andeuten. Auf den Berg selbst nehmen wir das Buch nicht mit (Gewicht, die Wegbeschreibung ist zu ungenau), aber es hilft, die Detail-Informationen der entsprechenden Landkarte und weiterer Informationsquellen (z.B. vor Ort vom Wirt) besser einzuordnen.

Das Buch haben wir unter anderem für unsere Touren auf den Ortler, Piz Palü, Tödi oder den Roche Faurio zu nutzen gewußt. Sicherlich eine gute Entscheidung, dieses Büchlein in seiner Bibliothek zu haben.

hohe 3000er in den Alpen

Buchttitel “Hohe 3000er in den Alpen”

Und hier noch die bibliographischen Infos: Richard Goedeke, Tourenführer Hohe 3000er in den Alpen: Die Normalwege auf 162 Gipfel”

Erste Skitour der Saison: Hohes Licht

Das Wetter strahlte förmlich, der Schnee lag noch ausgebreitet da. Man muss die Gelegenheiten beim Schopf packen, und so standen wir schon am Morgen in Damüls auf den Skiern. Damüls bietet sich schon deshalb an, weil während des Liftbetriebs an Skitouren hier nicht mehr zu denken ist. Auch der neue Lift auf die Ragazer Blanken ist fertig. Wir wollten aber nicht auf Portlerhorn, Glatthorn oder Klippern in der Umgebung von Damüls, sondern einfach hinauf – zur recht kleinen Erhebung Hohes Licht (2.007 m).

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Auf dem Weg zur Uga Alpe. Rechts von Beate die Mittagsspitze, links das Hohe Licht

Wir folgten einer ersten Spur von der Uga Lift Talstation (ca. 1.400 m) hinauf zur Ugaalpe, dann weiter nordwestlich an der Mittagsspitze vorbei zum Gipfel. Die Abfahrt war bescheiden, wir hatten meist Harsch, nur im Schatten fand sich leichter Pulver. So eine erste Tour ist nichts Sensationelles, aber schon mal ein Einstimmen auf die kommenden Monate und das Vorbereiten des Materials.

Berner Oberland: Konkordiaplatz

Nach unseren vier Gipfeln (Mönch, Jungfrau, Großes Fiescherhorn und Finsteraarhorn) mussten wir die Heimreise aus dem Berner Oberland antreten. Das bedeutete aber nochmals volle Konzentration, denn der Weg von den Finsteraarhornhütten zur Jungfraubahn ist weit und führt ausschließlich über Gletscher.

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Im Morgengrauen schon über der Grünhornlücke, im Hintergrund das Finsteraarhorn

Um 04.00 starteten wir in die Dunkelheit, um den noch harten Trittschnee auszunutzen. Leider blieb die Nacht bewölkt, daher die Temperaturen deutlich über Plus, und der Schnee weich. Dennoch überquerten wir sicher den Walliser Fiescherfirn in Richtung Grünhornlücke (Anstieg von ca. 250 Höhenmeter). Dort, wo mehrere Hänge in einander übergehen, ist die Ausrichtung der Spalten oft komplex und durcheinander, entsprechend vorsichtig gingen wir hier ans Werk. Von der Grünhornlücke sahen wir zum Konkordiaplatz hinunter, ein rieser Kessel, in dem vier Gletscher zusammenfließen. Den Blick auf den Konkordiaplatz hatten wir übrigens auch schon letztes Jahr, allerdings vom Süden aus: mit dem MTB sind wir unter dem Tälligrat zum Märjelesee gelangt.

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Der Konkordiaplatz von der Grünhornlücke aus; der markante Gipfel links ist das Aletschhorn

Der Abstieg zum Konkordiaplatz war der feinste Abschnitt der gesamten Tagestour von rund 8km. 8km klingt wenig, aber auf einem Gletscher ist das eine Ewigkeit. Das Blankeis zum und auf dem Konkordiaplatz, welches sich in Pfüzen, Rinnsale und Bäche wandelte, schaffte aber auch Übersicht über die Spalten und ermöglichte ein gutes Vorankommen.

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Am Konkordiaplatz, in der Bildmitte rechts hinten die Jungfrau mit dem steilen Gipfelaufschwung

Leider ging diese gute Übersicht bald verloren – zum einen durch noch liegen gebliebenen Firn, zum anderen durch einen recht großen Gletscherbach, der einen für uns unüberwindbaren Canyon gebildet hatte. So folgten wir diesem bis zum Berghang der Trugberg-Kette, um über den Moränenrand den Bach und den Schrund zu umgehen und schließlich unter großer Vorsicht wieder in die Mitte des Gletschers zurückzukommen und in den Jungfraufirn abzubiegen.

In diesem Gewirr aus Firn, Spalten und Bächen war es nicht leicht, so etwas wie eine Spur auszumachen. So mußten wir selbst einen Weg aus diesem Labyrinth finden, um hunderte Meter später endlich auf einen brauchbaren Schneepfad zu stoßen. Dieser leitete uns zielstrebig gegen den Ausgangsstollen der Jungfraubahn, auch wenn wir bis dorthin mehrere hundert sichtbare Spalten und Risse überqueren mussten.

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Blick zurück vom Jungfraufirn auf den Konkordiaplatz, und immer noch ein gutes Stück zu gehen

Nach 7,5 Stunden konzentriertem Gehen erreichten wir schließlich den Sphinxstollen und freuten uns nurmehr auf ein kühlendes Bad im Brienzer See, welches wir uns nach einem kurzen Besuch in Interlaken erfüllten. Eine aufregende, wunderschöne 6-Tagestour ging zu Ende, mit sehr vielen neuen Erkenntnissen, Erfahrungen und der Gewißheit, dass Hochtouren kein Nachmittagsspaziergang sind.

Piz Campagnung – heiß und sonnig

Eine unserer letzten Touren dieses Winters wird wohl der Piz Campagnung (2.826 m) gewesen sein. Am Freitag noch am Piz Turba, hofften wir auf Wetterbesserung am Julierpass.

Richtung Crappa da Torcf

Aufstieg zum Crappa da Tocf

Trotz des recht frühen Startes vom Übernachtungsplatz am Marmorera-See fanden wir den Parkplatz unterhalb des Julierpass-Hospiz schon gut gefüllt. Die Skitourengeher verteilten sich aber sehr rasch auf die zahlreichen Gipfel, und wir stiegen wie schon vor zwei Wochen bei unserer Tour zum Piz d’Agnel und Tschima da Flix über das Val d’Agnel hoch.

Ungefähr auf Höhe des Corn Alv bogen wir aber gegen Westen ab und umrundeten den Piz Bardella auf unserem Weg zum Vorgipfel des Piz Neir, dem Crappa da Tocf (2.860 m). Kurz unterhalb befindet sich das Skidepot zum Aufstieg des Piz Neir. Das bleiben wir aber aufgrund der Zeit sein und fuhren zu einem kleinen Sattel ab, um mit dem Aufstieg zum Piz Campagnung zu beginnen. Diesen erreichten wir bald, machten auch keine großartige Pause, sondern wollten durch das Tal wieder schnell nach unten. Die Sonne war doch schon sehr warm, und der Schnee während der Abfahrt bereits richtig schwer.

Blick zum Piz Neir

Blick vom Piz Campagnung zum Piz Neir

Trotz unserer frühen Rückkehr um ca. 11.00 hatten wir schon eine große Nassschneelawine verpasst – sie hatte sich von den Hängen des Piz Bardella gelöst und hatte mit rund 80 m Breite und einer Länge von mehreren hundert Metern nicht gerade kleine Ausmaße. Sie überlagerte die Aufstiegsspur rund 70 bis 100 cm hoch und staute sich im Bachbett meterhoch. Und trotzdem stiegen einige Tourengeher um diese Zeit noch – hinauf!

Grundlawine vom Piz Bardella

Die recht große Nassschneelawine vom Piz Bardella

Als nächstes ging es nach Bonaduz retour – wir hatten noch eine Radtour um den Vorderrhein nach Ilanz geplant.

Piz Turba in Wolken

Die Wettervorschau auf’s Wochenende war bestens, also nichts wie hinaus. Endlich hatte unser Büssle nach der langen Winterpause auch seine Saisoneröffnung, mit einer ersten Fahrt nach und Übernachtung in Bonaduz. Am Freitag morgen ging es dann weiter in den Süden, in das Avers Tal nach Juf (2.117 m) mit Ziel Piz Turba (3.018 m).

Juf - Avers Tal

Start in Juf in das hintere Avers-Tal

Leider waren schon am morgen die Berggipfel in Wolken gehüllt. Mit der Hoffnung auf Besserung liefen wir weiter ins Tal nach Süden hinein. Der Schnee war nass, und die Westhänge hatten schon große Grasflecken. Über mehrere Lawinenkegel stiegen wir dann recht steil zum Fuorcla da la Valetta hoch (2.586 m, Übergang nach Bivio), folgten dem Sommerweg so gut es ging zwischen Felsabbrüchen und Felswänden bis zur Forcellina (2.672 m).

am Piz Forcellina

Zwischen Piz Forcellina und Piz Turba

Die ersten Höhenmeter im Gipfelhang waren noch relativ gut sichtbar, dann aber umschloss uns die sich immer weiter senkende Wolkendecke. Wir folgten einigen Spuren und gelangten bis zum Skidepot unterhalb des Piz Turba. Vom Gipfel sahen wir nur Schatten und Dampf. Wir ließen den Aufsteig sein, schnallten die Felle ab und fuhren bei schlechten Sichtverhältnissen im Blindflug bis zur Forcellina hinunter. Ab dort mussten wir uns mit vielen Lawinenkegeln herumschlagen und gelangten mühsam und ohne große Abfahrtsfreude wieder nach Juf zurück.

Piz Turba

Piz Turba scheint durch die Wolken

Am Nachmittag ging es nach Andeer – wir wollten die Via Mala durchlaufen.

Spurendienst “Holenke”

Endlich, nach vielen Tagen und Wochen im “Ausland” (Ost-Österreich) und etlichen Abendrunden mit gestressten Frischmüttern (Nachtdienste) konnten wir wieder gemeinsam die Ski anschnallen. Spät (kurz nach 11.00) starteten wir von Au (Argen Brücke im Argenzipfel, Straße nach Damüls, 810 m) quer durch das Naturschutzgebiet Auer Ried hinauf zum Alpengasthof Edelweiß (1.495 m) mit Ziel Kanisfluh. Die Hütte ist im Winter geschlossen, aber wir hatten schon mal im Sommer das Vergnügen und blieben dort eine Nacht – auf unserem 3-Tages-Mountainbike-Trip durch den Bregenzer Wald (hier die Etappen-Beschreibung).

Holenke

Der Start noch sehr sonnig…

Die Bedingungen waren durchwachsen. Schnee war einerseits reichlich vorhanden, locker und pulvrig, vielleicht ein bißchen schwer. Doch durch die fehlende Unterlage war im ganzen Land auch Lawinenwarnstufe 3 ab 1.600 Höhenmetern. Auch die Sicht hatte sich von Anfangs “wolkenlos” auf dichtes Schneetreiben verändert. Wir hatten also den einen oder anderen Hang im Auge zu behalten.

Holenke

Das Ziel (linker Kamm) schon in Wolken

Anfangs hatten wir noch Glück: eine Spur führte uns bis zur Forststraße unterhalb des Alpengasthofes. Doch bald mussten wir Spurarbeit leisten, für kurze Zeit auch mit zwei anderen Tourengehern aus dem Kreis Ravensburg, welche sich jedoch beim Alpengasthof ausklinkten (“Pause”). Wir folgten also dem Sommerwanderweg so gut es ging durch teils Oberschenkel-hohem Schnee, zogen eine geschwungene Spur hoch unweit der Obern Alp (1.593 m). Hier bogen wir dann gegen Norden in den Gipfelhang ein und suchten in der schlechter werdenden Sicht nach passablen Passagen für den Aufstieg.

Holenke

Die letzten Meter zum Gipfel (das Gipfelkreuz versteckt sich noch einen kleinen Gipfel weiter) der Holenke

Der Schnee wurde nicht weniger, aber an manchen Rücken war er doch so stark abgeblasen, dass das Gras herauskam. Eine feine Sache gegen das ermüdende Spuren, aber leider auch eine sehr rutschige: kein Untergrund, und schon hieß es ordentlich Kanten einsetzen. Also mieden wir diese Rücken so gut es ging, hatten mehr Halt im etwas tieferen Schnee. Das Spiel hieß jetzt gutes Gelände finden: griffig, nicht zu tief, nicht rutschig, und wenn möglich nicht zu steil. Mit ordentlich viel Abstand ging es im Zick-Zack hinauf, legten wir eine Spur bis zum Gipfelkreuz der Holenke (2.044 m) – besser bekannt als Kanisfluh. Das wird alle Nachkommenden eine Erleichterung sein, nicht aber unseren zwei Ravensburgern, die unterhalb der Oberen Alpe wieder kehrt machen. Wir wissen nicht warum, waren wir doch schon fast am Gipfel, als wir sie unten erblickten.

Holenke

Stilstudie

Die Abfahrt war pulvrig genug für reinen Genuß, und die Steilheit des  Hanges ließ trotz tiefen Schnee eine passable Geschwindigkeit zu. Im unteren Teil mussten wir uns noch durch Gebüsch kämpfen, erreichten wir unser Auto trotzallem recht flott. Eine andere Tour, die sich in unmittelbarer Nähe realisieren läßt, ist ein Aufstieg auf die Klipperen (2.066 m)

Östlicher Johanneskopf (Nebengipfel)

Eine schöne Tour haben wir uns für einen freien Tag ausgesucht – in der Nacht hatte es rund 15 cm geschneit, und am Morgen hatten wir im Lechtal nur Sonne. Also ging es nach Zug (1.510 m) und von dort mit den Skiern auf der Mautstraße weiter Richtung Westen. Bald konnten wir unsere frühere Tour auf den Mehlsack in Gedanken revue passieren lassen.

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Vom Lechtal Blick zur Roten Wand

Ab dem Unteren Älpele begann nun der Aufstieg, zunächst über einen Forstweg durch dichten Nadelwald. Der Schnee war hier pulvrig tadellos, was bei der späteren Abfahrt wichtig war – im Wald auf schmalen Eiswegen zu fahren ist nie besonders fein. Das Obere Älpele (1.770m) ist bald erreicht, und nun ging es durch freies Gelände steiler gegen Norden. Wir mussten nun spuren und suchten unseren eigenen Weg.

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Beim Aufstieg von der Oberen Älpele

Auf 2.000m Seehöhe erreicht man einen breiten Rücken, der aber schon vom Wind sehr festgefroren und abgeblasen war. In leichter Steigung ging es dann zwischen Felsen, Grasbüscheln und Eisplatten auf und ab unterhalb der Hänge der Hochlichtspitze zur Göppinger Hütte, die leider im Winter verschlossen ist.

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An der Göppinger Hütte

Der Blick auf den östlichen Johanneskopf ließ aber Fragezeichen aufkommen? Da gab es einen Weg mit Skiern hinauf? Wir konnten es eigentlich kaum glauben, und bewegten uns leicht unterhalb des Grats und nicht unweit des Steigs, der die Göppinger Hütte über die Johanneswanne mit der Freiburger Hütte und den Formarinsee verbindet. Unsere Spur bewegte sich nördlich des Grats, und je näher wir dem mächtigen Felsblock näher kamen, schien das ganze Unterfangen zu heikel, da zu steil und felsig. Wir entschlossen uns daher, einen Nebengipfel (mit rund 2.400 m Seehöhe) zu besteigen. Das klappte auch perfekt, aber das heranrückende Schlechtwetter ließ uns dann doch recht schnell absteigen. Der Blick ging auch Richtung Biberacher Hütte, Braunarlspitze, Bratschenwand und Pöngertlekopf.

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Die letzten Meter vor dem Nebengipfel des Östlichen Johanneskopfs

Die Abfahrt war im oberen Drittel harschig und recht hart, später als es zur Oberen Älpele ging, sehr pulvrig und tief. Der Waldweg bot wenig Aufregendes, und die letzten Hänge waren auch nicht allzu lang, obwohl trotz Südhang noch mit Pulver versehen.

Per Ski auf’s St.Antönien-Joch

Der Winter ist endlich da, und für uns Zeit, die Skier endlich in den Vordergrund zu rücken. Am Sonntag ging’s ins Montafon nach Gargellen. Das Wetter schien schlecht, die Straße war schneebedeckt, weiter oben war es durch den Wind sogar recht eisig (hier versagten die Kamerabatterien, deshalb gibt’s heute keine Bilder) und doch tummelten sich nicht wenige Skifahrer auf den Pisten um die Schafberg-Seilbahn.Von hier aus kann man schön auf den Vergaldner Schneeberg aufsteigen.

Wir folgten zunächst der Piste bis zur Gargellener Alpe (1.733 m) und dann dem Tälchen entlang einer Skiroute immer weiter gegen die Schweiz. Der Schnee war für den Aufstieg traumhaft, griffig und solide, und die Spur war auch schön gezogen. Bald erreichten wir sonnige Abhänge und kurz danach auch das St.Antönien-Joch (2.379 m). Das Joch gewährte erwartungsgemäß schöne Ausblicke nach St. Antönien und ins Prättigau. Hier war für heute Schluss, auch wenn der Riedkopf ohne große Schwierigkeiten erreicht werden hätte können. Stattdessen freuten wir uns auf eine rassige Pulver-Abfahrt.

Via ferrata d’Arsine

Einmal um den Itonskopf

Nach Dienstschluss und diversen Materialeinkäufen in Bludenz ging es von Bartholomäberg (1.087 m) mit dem Mountainbike einmal um den Itonskopf (2.089 m) herum. Im Winter waren wir dort schon einmal unterwegs, und zwar mit den Skiern zum Wannaköpfle.

Aufstieg zur Alpe Rellseck

Von der Kirche im Dorf ging es zunächst auf Asphalt ein paar Haarnadelkurven hoch, dann folgten wir dem Wanderweg (Schotter) recht steil über Almwiesen bis Rellseck (1.487 m). Nach ein paar Weidezäunen verläuft die Straße mäßig ansteigend durch Wälder immer weiter Richtung Klostertal, bis es bei Alplegi (1.802 m) einen kleinen Sattel passiert.

Knapp vor dem ersten Sattel (Alplegi)

Hier führt eine rasante Abfahrt auf grobem Schotter bis vor die Latonsalpe (mit “Gastgarten”), worauf wieder ein Gegenanstieg ansteht. Dieser ist gut bewältigbar und nicht allzu lange, dafür aber mit prächtigen Ausblicken über das Klostertal hinweg zur Freiburger Hütte und zum Lechquellgebirge (Mehlsack).

Schöner Höhenweg vor der Kulisse der Gamsfreiheit (re) und dem Breithorn (li)

Nach ein paar Schiebepassagen ging es dann aber zur Sache: die Abfahrt über die ausgeschilderte MTB-Strecke nach Bartholomäberg. Ich kann nur sagen: sensationell! Ein Wahnsinns-Trail mit viel Geschick zu bewältigen, mit reichlich Tempo zu fahren, mit Wagemut zu absolvieren. Mich wunderte nur, dass die Räder soviele Stufen, Sprünge, Kanten und Wurzeln ausgehalten haben. Auf dieser Strecke gilt: Wer zu vorsichtig fährt, verliert. Wer aber flott herunterbraust, kommt über alles drüber, was sich ihm in den Weg stellt. Nicht vergessen: Gleichgewicht nach hinten verlagern, sonst gibt’s schnell mal einen Purzelbaum! Wir sind uns einig: der beste Single-Trail, den wir bis jetzt fahren durften!