Posts

Buch: Alpine Bergtouren Allgäu

Es wird wieder mal Zeit, einen Bergführer zu besprechen. Nach unserem Soultrip nach Sizilien mit diversen Klettereien in San Vito und Statte (in Apulien Nähe Tarent) gingen sich bis heute einzig ein paar Besuche im Klettergarten und eine Überschreitung der Löwenzähne aus. Nichtsdestotrotz, ein paar Pläne sind schon in meinem Kopf, und vielleicht greife ich auf den einen oder anderen Tourenvorschlag aus dem Führer “Alpine Bergtouren Allgäu” von Kristian Rath zurück.

Das gut 200-seitige Büchlein aus dem Hause Bruckmann widmet sich mit 45 Zielen der Region Allgäu: Gipfel in den Ammergauer Bergen und Allgäuer wie Lechtaler Alpen. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: das ist kein Kletterführer, sondern ein Guide für anspruchsvolle Bergwanderungen mit leichten Klettereien bis zum III. Grad. Das heißt aber auch, dass man bei manch’ einer Tour eine Kletterausrüstung (Seil, Klettergurt, Abseil- und Sicherungsgeräte, Schlingen, Expressen, etc.) benötigt. Kletterschuhe sind bei diesen Schwierigkeitsgraden allerdings nicht erforderlich.

alpine-bergtouren-allgau

neuer Titel in unserer Sammlung: Alpine Bergtouren Allgäu

Aber nun zum Führer selbst. Wie alle Outdoor-Bücher von Bruckmann ist auch “Alpine Bergtouren Allgäu” optisch gut gegliedert und recht übersichtlich. Jede Tour enthält eine Fact-Box mit Schwierigkeitsgrad, Dauer, Höhenmeter, Entfernung, aber auch Anreise, Ausrüstungstipps und empfohlenes Kartenmaterial. Die Charakteristik der Route ist der Hauptteil jeder Tourenbeschreibung, inklusive zahlreicher Farbfotos, die etwas vom Ambiente der Tour vermitteln. Eine Skizze gewährt auch den eher visuell-veranlagten Planern einen Überblick über den Tagesausflug. Je nach Tour können sich auch Topos in die Beschreibungen einnisten. Das ist aber eher selten der Fall.

Mir hat das Buch auf Anhieb gefallen, auch wenn ich noch keine Tour mit Hilfe dieses Buches gegangen bin. Zahlreiche Gipfel (u.a. den Biberkopf, Zimba, Zitterklapfen, Braunarlspitze) kenne ich schon von früher und habe meine Erinnerung mit der Tourenbeschreibung in diesem Buch verglichen: dieser “interne” Test ist für mich sehr gut ausgefallen. Noch mehr als die schöne und funktionelle Aufmachung gefällt mir aber, dass ich wieder ein paar gute Ideen für einen Nachmittagsausflug in unserem Hinterland bekommen habe. Auch wenn es nicht die höchsten Berge sind, im Fels herumkraxeln lässt es sich im Allgäu allemal!

Bibliographische Angaben:

Kristian Rath: Alpine Bergtouren Allgäu. Bruckmann Verlag, 2013

Herbstrunde Rennrad I: Westallgäu

Für alle, die mal für wenige Stunden das Rennrad ausführen wollen, ist auch noch bei kühleren Temperaturen folgende Route durchaus empfehlenswert:

Rennrad Westallgäu

eine feine Runde

Man braucht 2-3 Stunden hierfür, und kann sich auf recht autofreie Straßen freuen! Die Strecken von Lindenberg nach Hohenweiler ist sehenswert, bei Nässe allerdings nicht allzu flott in die Kehren einfahren.

Den Vorderwald umkreisend

An einem Samstag Vormittag, an dem das Wetter nicht so recht weiss, was es will, ist eine Rennrad-Runde das Beste, was man aus dem Trainingsplan ziehen kann. Angeboten hat sich eine Etappe, die zwar reichlich Kilometer bietet, aber nicht in allzu große Höhen vorstößt. Von Dornbirn ging es am Bodensee vorbei nach Hörbranz, weiter nach Scheidegg, Weiler, Immenstadt, Sonthofen, Balderschwang, Alberschwende und wieder nach Dornbirn hinunter. Eine Runde mit 128 Straßenkilometern und immerhin 1.900 Höhenmetern.

Route

eine feine, aber keine kurze Runde

Das Interessante an dieser Runde ist, dass man trotz nur einem wirklich ordentlichen Pass (Riedbergpass, 1.420 m) ständig Höhenmeter sammelt. Kaum ist eine Höhe erklommen, schon geht’s wieder abwärts, um zwei Kilometer weiter wieder in niedrigere Gänge schalten zu müssen. Die Anstiege sind teils steil (bis zu 13%), auf der Riedbergpassstraße gar 16%. Das ist für mein Rad bald das Maximum, die nächste Stufe ist der Kettenriss.

moeggers

nach Möggers hinauf

Verkehrsmäßig ist die Verbindung von Oberstaufen nach Immenstadt sehr autobelastet, und von Sonthofen muss man umständlich über Dörfer nach Fischen im Allgäu gelangen, da man sonst auf einer Schnellstraße sein Leben und Strafzettel riskieren würde. Die Riedbergpassstraße war heute nebst der üblichen heftigen Steigung auch noch Schauplatz traditioneller Viehabtriebe. Die ganze Straße fast bis zum Pass war ein einziger Kuhfladen, zum Glück aber nicht bei der Abfahrt nach Balderschwang! Das ist ganz schön glitschig und eben bei ein bißchen Tempo schon gefährlich.

riedbergpass

am Riedbergpass

Alternative: Siplingerkopf

Leider gab es in den letzten zwei Tagen einige Lawinenabgänge, Verschüttete und sogar Todesfälle in den Vorarlberger Bergen. Lawinenwarnstufe 3, und vor allem jene Bereiche waren gefährdet, die massig Treibschnee vom Föhn erhalten hatten. Und das sind nun mal alles Nordhänge…

Wir suchten uns heute also eine relativ sichere Route, Südhang, weniger als 35° Hangneigung und fuhren hinüber nach Balderschwang. Der Siplingerkopf war unser Ziel, eine recht bescheidene Runde. Der Aufstieg geht zunächst recht schleppend vor sich – im Zick-Zack über einen Forstweg bis zur Balderschwanger Alpe. Auf der gegenüberliegenden Seite konnte man den Feuerstättenkopf erkennen. Dann ging es über eine mäßig steile Rampe hinauf, um schließlich rechts zum Siplingerkopf den letzten Anstieg zu bewältigen.

Die Rinne unterhalb des Siplingerkopfs