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Impressionen aus Katchekan

Die Seereise von Juneau nach Bellingham ist eine gemütliche, um diese Jahreszeit fast familiäre Angelegenheit. Nach ein paar Tagen kennt man sich schon etwas an Bord. Haines liegt schon weit hinter uns, die letzte Skitour in Juneau ebenfalls. Wir brennen auf die North Cascades. Dazwischen liegt das Nest Katchekan, wo wir für wenige Stunden an Land gehen dürfen, und Seattle, dem wir einen Besuch abstatten wollen.

Katchekan

Inselleben in Süd-Alaska

Katchekan

etwas Wildwest mit WiFi

Katchekan

wie gesagt, ein Nest

Katchekan

auf der Fähre nach Juneau

Juneau: Eaglescrest zwischen den Ferry-Tagen

Mit der LeConte sind wir aus Haines gut in Juneau im Dunkeln angekommen. Unser Nachtlager haben wir auf Douglas Island aufgeschlagen. Die Idee: am nächsten Morgen eine kurze Skitour als Morgensport einbauen, bevor es ab am Nachmittag für drei Tage mit der Fähre nach Bellingham (unweit von Seattle/USA) geht. Eaglescrest ist ein gemütliches Skigebiet. Deswegen würde ich nicht nach Juneau kommen, aber es hat alles, was man für einen feinen Tag draussen braucht – Langlaufloipen, Skilifte und ein paar Back Country Ski Routen.

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herrlicher Morgen

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herrliche Ausblicke

Es herrscht völlige Ruhe um 07.30 an der Talstation. Wir schnallen die Ski an, marschieren neben und auf der Piste hoch zum höchsten Punkt. Sehen nur Berge, Fjorde und weite Wolkenfelder zwischen Himmelblau. Die Welt meint es gut mit uns. Unten angekommen bereiten wir alles für die Tage an Board der MV Kennicott vor. Essen bunkern, Lesestoff vorbereiten. Unser Körper pausiert, unsere Träume werden wachsen.

Haines: die erste warme Nacht unter Null

Mit Haines beginnen nun die warmen Tage. Die Scheiben im Büssle sind am Morgen zwar zugefroren, aber es ist anders. Auch leicht unter Null kann ich mich im T-Shirt bewegen, am Morgen gemütlich laufen gehen und auf dem Parkplatz ein kurzes Workout veranstalten. An so einem Tag ist eine Skitouren-Pause angesagt. Denn vom Meeresniveau gibt es keine vernünftige Tour hier. Es wird also ein erklärter Wasch- und Putztag. Im Waschsalon Wäsche und Körper reinigen, dann Kaffee, dann in die Bibliothek: Strom, Sitzplatz und Internet. Wir planen die ersten Touren in Washington und British Columbia.

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typisch Haines

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Blick in den Lynn Canal

Haines ist ein Nest, aber ein liebevolles. Ein paar Straßen, ein paar Gebäude, und etwas weiter weg das Ferry Terminal. Hat etwas von einer Grenzstadt, oder einem Tor zur Wildnis. Die Heli-Ski Veranstalter machen hier ordentlich Geschäft, aber die Risken in den steilen Couloirs sind offensichtlich. Und: am ersten Tag, an dem wir nicht auf Ski stehen, tauchen Wolken am Himmel auf. Die Sicht bleibt gut und die Luft trocken, aber es ist phänomenal, wie exakt wir es in Alaska und Yukon mit dem Wetter erwischt haben. Wir haben genommen, was wir nehmen konnten.

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auf der LeConte in Richtung Juneau

Auf der Fähre von Haines nach Juneau ist es sehr beschaulich. Wir werden als die ersten, frühen Europäer begrüsst. Gewöhnlich startet die Saison erst ab Mitte Mai, wenn meist Deutsche Urlauber mit Wohnwagen von Whitehorse über Haines eine Querung mit der Fähre absolvieren. Das Boot ist dann voll, die Stimmung sicher eine ganz andere, als wenn man sich hier die Räume mit dreissig anderen teilt. Die Frontalaussicht ist der größte Flatscreen, den man sich vorstellen kann. Und vor einem die ruhige Welt der Fjorde, eingekeilt von steilen, hohen Bergen, die ab 200 m Seehöhe von Schnee bedeckt sind. Das Wasser ist ruhig, die Sonne geht langsam unter, und wir legen demnächst in Juneau an. Die Lichter der Stadt sind zu sehen, wir treiben wie ein lautloses Boot zur Anlegebrücke. Geht morgen was, in Sachen Skitouren? Wir haben einen Vormittag Zeit…

Catchers Mitt: Frühstückplatz im Baseball-Handschuh

Unser Büssle hat einen neuen Spitznamen: „Gefriertruhe“. Die Nacht war absurd kalt. Während die großen Trailer am Parkplatz mit Generatoren ihre Schlafzimmer erwärmten, lagen wir am Morgen in einer Eishöhle: alles mit Eis beschlagen, Fenster, Decke, Wände, gar die Schlafsäcke. Das kostet etwas Überwindung, aus dem Daunenbett herauszukriechen. Zu Recht. Die Skischuhe sind stocksteif, die Milch ist ein Ziegelstein und die Standheizung macht wieder auf abwesend.

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kalter Morgen, prächtiges Wetter

Aber wie heißt es so schön: „no pain, no gain“. Als einzige marschieren wir kurz nach acht gegen Süden los (620 m). Noch spüren wir weder Finger noch Zehen. Aber in der Bewegung taut bald alles auf, und als wir dann weiter in der Höhe in die ersten Sonnenstrahlen kommen, geht es ganz schnell mit den Lebenszeichen in den Gliedmaßen. Die Tour selbst auf den Catchers Mitt, einem Nachbargipfel des Girls Mountains, unser Ziel vom Vortag, ist ebenso einfach zu navigieren wie direkt anzusteuern. Die Hänge gehen teilweise in 38° über, das sieht von unten gar nicht steil aus. Von oben aber fast wie eine Klippe.

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ein Vorgipfel zum Catchers Mitt

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steile Lücke

In gut drei Stunden erreichen wir den abgeflachten Gipfel (1.646 m), der vom Ausgangspunkt nicht zu sehen ist. Der Catchers Mitt (im Deutschen ein Baseballhandschuh) ist ein nettes Tourenziel für den Vormittag. Die Abfahrt verspricht viel, hält aber an diesem Tag bei harschig-firnigen Bedingungen eher wenig.

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und dann überraschend flach am Gipfel

In wenigen Minuten sind wir auch abfahrtsbereit, denn es geht weiter – nach Yukon. Die Strecke, mehrere hundert Kilometer, ist wenig befahren, dafür recht buckelig und oft nicht asphaltiert. Wieder mal Steinschlag an der Fensterscheibe durch entgegenkommende Raser. Das frustriert, denn die Scheibe auszutauschen wird ein Vermögen kosten und irre viel Arbeit kosten, sie nach Nordamerika zu bringen. Wir sind in Yukon.

Girls Mountain: Lachs in den Beinen, Sonne im Gesicht

Unser Abend in Valdez bringt jede Menge Lachs, Wein und Spaß mit Jeremy und seinen WG-Mitbewohnern. Jeremy arbeitet als Vermittler zwischen den verschiedenen Interessensgruppen am Golf von Valdez. Diese Stelle wurde nach der Ölkatastrophe der Exxon Valdez vor ziemlich exakt 25 Jahren notwendig. Da Jeremy auch bei der lokalen Bergrettung engagiert ist, wird der Abend überhaupt nicht langweilig.

Valdez liegt am Ende der Welt. Erreichbar über eine einzige Straße, die im Winter für gut drei Wochen wegen einer massiven Lawine gesperrt blieb. Auch die Fähre hatte aufgrund stürmischer See keinen Verkehr. Aber das ist wohl der Reiz von Valdez. Umgeben von steilen Bergen und wieder klarem Wasser.

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klare Linienführung zum Girls Mountain (li)

Bei Sonnenaufgang verlassen wir Valdez und queren wieder über den Thompson Pass. Zwei Elch-Kühe machen dasselbe. Klarer Himmel und frostige Temperaturen sind für uns die Norm hier. Der Aufstieg vom Parkplatz (620 m) bei Meile 29 fällt leicht – die Orientierung ist im Unterschied zum Stone Mountain offensichtlich. In drei Stunden stehen wir am Gipfel des Girls Mountain (1.870 m). Riesige Wechten bewachen den Gipfel.

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ein paar kleine, steilere Aufschwünge

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dann zum überwechteten Gipfel

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Blick auf die Chugach Mountains

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lange Abfahrt

Die Abfahrt ist wieder einmal ein Mix aus Windharsch, Pulver und Firn. Die Aussicht ins Copper Valley ist auf jeden Fall genial. Zurück am Parkplatz treffen wir auf eine Senora aus Arco. Unser Auto, ein Magnet. Auch ein Alaska Trooper schaut kurz vorbei. Hat uns schon gestern unterwegs gesehen, wollte Hallo sagen und sich nach Lawinenbeobachtungen erkundigen. Wir machen uns bereit für die Nacht, der Abend ist bereits sehr kalt.

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Alaska-Teint im Gesicht

Stone Mountain: weit und am Ende schön steil

Die erste Tour am Thompson Pass steckt uns überhaupt nicht in den Knochen, wir wollen mehr. Die Nacht ist gemütlich, der Morgen frostig. Wir gewöhnen uns langsam daran, und bereiten uns entsprechend am Vorabend auf den Morgen vor: alles am richtigen Platz, das Wasser im Teekessel (hier kann es gefrieren, weil wir es wieder auftauen können!). Trotzdem vergessen wir die Milch im Tetrapak, und auch das Eis an der Innenseite der Scheiben haben wir. Ist uns aber egal, weil wir den Wagen stehen lassen und direkt vom Nachtplatz (182 m) losmarschieren.

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auf zur Flussüberquerung, im Hintergrund unser Tagesziel

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Routenfindung im Gebüsch

Die erste Hürde ist der Lowe. Sein Lauf ist teilweise mit Schneebrücken passierbar. Wir finden die Richtige, und marschieren geradewegs ins Unterholz. Wir folgen einer Skidoo-Spur in einen Canyon, dann hört auch diese auf: ein umgestürzter Baum hat hier den Weg dicht gemacht. Nicht für uns, wir schieben uns unterhalb durch. Es geht nun teilweise steil durch wenig dichten Wald und Busch hinauf. Die Orientierung ist nicht leicht, überall Senken, Wälle und steile Kanten. Das ändert sich nicht im Gelände oberhalb der Baumgrenze. Oft finden wir uns an Punkten wieder, von denen wir wieder abfahren müssen, um eine Steilwand zu umrunden. Das geht für einige Zeit so, bis wir endlich die Moräne des kleinen Gletschers unterhalb des Stone Mountain (1.739 m) erreichen. Dieser folgen wir, auch um einige Dutzend Meter an Höhe herzuschenken.

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auch oberhalb der Baumgrenze ist der Weg zum Stone Mountain nicht immer so klar

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auf der Moräne

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der Gipfelhang, Stone Mountain (rechts im Bild)

Letztlich entscheiden wir uns für den Aufstieg des Gipfelhangs – ein breiter Gletscher, der recht steil wirkt und oben von Felszacken abgeschlossen ist – der Stone Mountain. Als wir zum Sattel hinaufkommen, deponieren wir die Ski und beginnen mit dem steilen Aufstieg des Gratrückens zum Gipfel, aber auch erst nach einer kurzen Diskussion. Denn auf der anderen Seite des Grats geht es schnurstracks herunter, und wenn der Schnee nicht hält, dann wird es schwierig werden, irgendwann die Ski vom Depot wieder zurückzuholen. Aber dafür sind wir ja da, und alpine Herausforderungen sind nicht die, die man einfach hinauf  trampelt, sondern jene, die einem zu denken geben und die man löst. So suchen wir den schmalen Grat zwischen Wechten, lockerem Fels, gutem Trittschnee und losem Schnee. Der Blick in die Tiefe ist herrlich. Der Geist ist konzentriert, Fehler werden hier kaum verziehen. Jeder Tritt, jeder Griff in den Schnee wird zwei-, dreimal geprüft. Wir erklimmen den ersten Zahn, arbeiten uns über seine Kuppe vor. Schneewechten, Felsspitzen, …

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Beate im steiler werdenden Grat

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Abfahrt: ab ins Gebüsch im unteren Drittel

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Blick nach Valdez

Als wir zum Skidepot zurückkehren, lässt uns die Anspannung wieder los. Was für eine derartige lange und teilweise herausfordernde Abfahrt nicht exakt das Beste ist. Wir befahren einen Gletscher, dann das unübersichtliche Gelände mit mehreren Gegenanstiegen, und letztlich den Baum- und Buschgürtel. Vor der Flußquerung fellen wir wieder auf und erreichen unseren Bus nach 7 1/2 Stunden Gehzeit. Der Magen knurrt, und der Durst nach einem Tag Sonne und Wind ist entsprechend. Zwanzig Meilen weiter, in Valdez, wird er nach einem Supermarktbesuch endgültig gelöscht. Was für ein Tag, der noch lange nicht vorbei ist…

Mt Diamond: Schneewechten zum Trotz

Hatcher Pass liegt 200 Meilen hinter uns, und 40 Meilen vor Valdez übernachten wir an einem ruhigen Parkplatz. Die Nacht ist klar, und entsprechend frisch. Der Wassertank ist gefroren, unbrauchbar. Die Innenscheiben sind alle mit Eis belegt, trotz Isoliermatten. Die Standheizung will nicht angehen, da das Heizelement ebenfalls gefroren ist. Beate ist also leicht unzufrieden und wir beschließen als erste Maßnahme, das Frontfenster so gut wie möglich auszukratzen und ein paar Kilometer zu fahren – Warmluft für den Innenraum. Der Trick funktioniert, das Heizelement für die Standheizung springt an. Porridge & Tee, dann Skirucksack ausgraben und in die Skischuhe springen.

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Mt. Diamond (li)

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super gsi!

Die Tour auf den Mt Diamond beginnt verbotenerweise über ein Privatgrundstück (Tasina Lodge, ca. 500 m), dessen Besitzer uns die Sachlage erklärt. Freundlich lässt er uns gewähren, und wir hirschen in das Labyrinth aus loser Vegetation, kleinen Canyons, Gräben und Wälle. Die Luft ist knisternd kalt, der Schnee windgepresst und wenig griffig. Mit etwas Gespür legen wir unsere eigene Spur und überwinden große Gräben, die vom Wind ausgehöhlt wurden. Oberhalb lauern immer wieder große Schneewechten. Wir kommunizieren auch heute nur mehr mit Stock, Fingerzeig und einigen Zeichen, die wir noch vom Skidoo-Fahren in Kamchatka mitgebracht haben. Eine erste Schlüsselstelle ist das Erklimmen der Moräne, Beate legt die Spur an. Von dort sehen wir in den Gletscherboden und dem Talschluss – eine schier unüberwindliche Sperre.

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auf der Moräne unter Mt. Diamond (li)

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steiler Aufstieg zum Grat

Wir beschließen, näher heranzugehen, den gesamten Gletscher hinaufzulaufen. Links und rechts kommen großartige, steile Couloirs aller Couleur zusammen. Uns interessieren aber mehr die Gletscherspalten. Und dann der Aufstieg auf den Sattel am Talschluss. Wir überwinden den gut eingeschneiten, aber sichtbaren Bergschrund, legen im immer steiler werdenden Hang eine enge Trasse an. Die Spitzkehren werden bald akrobatisch, und irgendwann blockiert eine eisige, steile Passage unser weiterkommen auf Ski. Skidepot und Marsch zu Fuß nach oben. Wir müssen auf allen Vieren hinauf, und bald gewinnen wir den Sattel (1.676 m). Die bedrohlichen Schneewechten oberhalb von uns haben gehalten, und wir wagen einen Blick auf die andere Seite: auch hier Steilheit pur. Zum Mt Diamond (2.195 m)würde es über den schroffen Grat noch gute 300 Höhenmeter gehen. Man bräuchte hier wohl ein Seil, Steigeisen und einen Pickel. Die geringe absolute Höhe wäre bei uns wohl kein ernsthafter Berg. Aber hier sind die Gipfel alpiner Ernst.

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das letzte Stück wieder mal zu Fuß

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schöne Abfahrt

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und ein Canyon zum Abschluss

Die Abfahrt ist um ein Vielfaches besser als beim Aufstieg erwartet. Wir finden recht guten Pulver im Steilhang und auf dem Gletscher, dann eher eisige Verhältnisse kurz nach der Moräne. Weiter unten im Wald wieder Firn. Der Spaß hört auch im Canyon nicht auf, wir schlängeln uns durch die Enge des Small Creek zum Highway 3.

Government Peak: Unter Wölfen

Anchorage lassen wir zurück. Dennis war ein großartiger Gastgeber, aber jetzt ist es wieder an uns, Kilometer zu machen. Es geht etwas nach Norden, in der Nähe von Palmer knapp vor dem Hatcher Pass. Wir finden einen feinen Parkplatz (Mile 10,6; 420 m), machen uns bereit. Es ist frisch. Über Nacht ist uns das Wasser im Auto teilweise gefroren.

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Government Peak im Hintergrund

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am windigen Grat

Die Wegfindung ist einfach, einfacher als das Straßengewirr zwischen Wasilla und Palmer. Wir folgen Spuren durch das wenig dichte Gebüsch, bis wir einigermaßen steil zum Taleingang gelangen. Dann eine unerwartete, interessante Begegnung in etwa 500 m Abstand: ein Rudel Wölfe. Ich habe gehört, es sind scheue Tiere, und sie bleiben auch auf Abstand. Sie schauen zu uns, wir zu ihnen. Kein Gejaule. Wir ziehen unsere Spur in das Tobel, vollführen eine mehrere Kilometer lange Rechtskurve, bis wir wieder etwas steiler auf einen Sattel kommen. Trotz des Windes ist es uns recht, hier oben zu sein. Weiter unten liefen wir beinahe permanent über „krachenden“ Boden.

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Blick zum Hatcher Pass

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hier mal ein firniger Abschnitt der Abfahrt

Der Government Peak (1.459 m) ist ein Doppelgipfel, wir entscheiden uns für den nördlichen, da die Abfahrt von dort direkt zum Talausgang führt. So oder so, der Schnee ist etwas harschig, weiter unten firnig, nicht so wie gestern am Tincan. Ausser uns niemand da. Alaska? Kamchatka? Auch die Wölfe sind nicht mehr da, als wir uns durch den Busch zum Auto zurück wagen.

Tincan: all it needs is powder

Ein neuer Sonnenaufgang, eine neue Tour. Beate schläft wie gewöhnlich, als ich aus der Stadt nach Süden fahre, entlang des Turnagain. Wir wollen wieder zum Turnagain Pass (274 m). Zum Schlafen kommen wir nicht viel. Es wird erst um neun Uhr abends dunkel, und wir haben immer noch einiges zu tun, Vorbereitungen für die nächsten Tage. Der Schlaf meines Co-Piloten ist also gerechtfertigt. Die Straßen sind am Sonntag Morgen fast leer, und als wir am Parkplatz kurz nach dem Pass ankommen, steht dort nur ein einziger Camper. Aus diesem müht sich ein überraschter Tiroler.

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bald über der Baumgrenze

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und fast schon am Tincan Proper

Der Weg nach oben führt zunächst durch etwas dichteren Wald, bald aber über hügeliges Gelände, bis dann ein paar steilere Anstiege auf einem schmaler werdenden Rücken folgen. Alpines Gelände. Das letzte Stück ist eine Tragepassage zum Gipfel des Tincan Proper (1.200 m).

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super gsi!

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das kann was

Auch heute stehen wir als Erste auf der Rampe nach unten. Heute noch etwas steiler als gestern am Pastoral Peak. Beate macht heute den Anfang. Wir fahren im herrlichen Pulver in einen Nord-Hang ab, sind vollends begeistert. Wir wollen noch mehr davon, und steigen zum Rücken nochmals hoch. Diesmal viel direkter und steiler.

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und hier geht’s hinunter

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so lässt es sich lange aushalten – wir, die Ski und unser Lieferwagen

Die Tage in und um Anchorage neigen sich ihrem Ende zu. Der Roadtrip geht weiter, nach Osten.

Bisons & Hot Springs: Erinnerungen an einen Road Trip

Es sind einige Wochen her, dass wir in München aus dem Flugzeug gestiegen sind. Zurück in den Alltag, zurück aus dem hohen Norden Alaska’s, den unendlichen Weiten Kanadas und der bezaubernden Mondlandschaft Islands. Es gibt da so Momente, da träumt von diesen Tagen, und wünscht sich nichts mehr als zu zweit wieder unterwegs zu sein. Eine lange Reise, ein Road Trip, ein Weg in das Abenteuer. Das sind unsere Erinnerungen, das ist, was wir sind.

Road Trip from Mark Buzinkay on Vimeo.

Seward: Flussaufwärts Lachs, auf der Höhe Gletscher

Alaska dankt uns für das mitgebrachte Spätsommerwetter – es bleibt heute schön und warm, auch wenn etwas windig. Wie gestern auf der Bird Ridge. Zu windig für eine Kajak-Tour bei Seward auf dem offenen Meer, aber fein genug für eine Wanderung zum Mount Marathon, zumindest bis jener Schulter, die das Ziel des jährlichen Bergrennens Seward-Mt. Marathon bildet (ca. 980 Höhenmeter). Die Aussicht ist genial, der Abstieg über sanfte Hügel ebenso.

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am Turnagain Arm

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Blick unterhalb des Mt. Marathon zum Pazifik

In Seward sehen wir die Lachse flussaufwärts ziehen, und die Touristen aus den Kreuzfahrtschiffen in die Busse steigen. Wir verbringen eine gemütliche Stunde am Hafen, checken die Schiffe und untersuchen Quallen im grün-blauen Meereswasser. Der Abschied fällt uns sichtlich schwer, auch wenn wir extra langsam nach Anchorage fahren – es ist wohl unser letzter langer Tag in Alaska. Das Land ist wunderbar, vielleicht ist unsere Empfindung auch durch das herrliche Wetter etwas schöngefärbt. Macht nichts, wir wollen wiederkommen, und das bald.

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Seward von oben

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Café-Szene in Anchorage

Impressionen vom Glenallen Highway

Vom Kluane Nationalpark in Yukon ist es ein Klacks hinüber nach Alaska – per Luftlinie. Über den Alaska Highway ein langwieriges Unterfangen, mit vielen Löchern, Baustellen und der Grenze natürlich. Der erste Tag in Alaska beginnt mit einem wolkenlosem Himmel, Blicke auf die Vulkane der Wrangell-Kette und einem Besuch im Wrangell-Elias Nationalpark Information Center. Informationsrecherche ist angesagt. Später folgen wir dem Straßenverlauf des Glanallen Highway, in Richtung Anchorage.

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Die Wrangell-Berge

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Herbst im Nationalpark Wrangell-Elias

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Auf so einem Highway wird es nicht langweilig – von Glenallen nach Anchorage

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Nachmittagsausflug zum Sheep Mountain

Alaska, Alaska

Je länger wir herum sitzen, in unserer Arbeit verhaftet, und je länger wir nicht in die Welt aufbrechen können, desto mehr brennt es in uns, da hinaus zu kommen, wo die Weite ist. Aber wir wären nicht wir, wenn wir wenigstens nicht schon Ideen hätten, diesen Zustand des sich-bequem-machens zu überwinden. Alaska, Alaska. Oder war’s doch was anderes? Die Zeit wird’s sagen. Aber jetzt doch: Alaska, Alaska …

Portugal. The Man – Sleep Forever from Portugal The Man on Vimeo.

Alaska Impressionen, Teil 2

Unweit von Anchorage, eigentlich noch im im Gemeindegebiet, fängt die Wildnis an. Elche durchstreifen die Vororte, und Bären kreuzen die Joggingpfade. Combat-Fishing ist ein populärer Zeitvertreib im den Wochen der Lachswanderung, und auch das Meer ist ein integraler Bestandteil dieser so jungen Stadt. Das älteste Gebäude stammt aus den 60er Jahren, auch wenn hier Mutter Natur mit ordentlichen Erdbewegungen das Gebäudealter deutlich in Grenzen hält.

Das Fantastische an Alaska ist aber sicher die “grenzenlose” Natur, wie sie von jedem Europäer so wahrgenommen wird: hohe Bergketten, unberührte Wälder, eisiges Fjordwasser und kalbende Gletscher. Auch hier, ein paar Impressionen, die dieses schöne Land einzufangen versuchen.

Impressionen aus Anchorage, Alaska

Eine meiner USA-Reisen führte mich nach Anchorage, also ins abgelegene Alaska. Ich hatte dort einen Teil meines MBA-Studiums absolviert und konnte nicht nur das Uni Campus Leben inklusive Elchtiere erleben, sondern auch die Stadt selbst wie auch die nähere Umgebung der größten Stadt im nördlichsten Bundesstaat.

Hier ein paar Bilder dazu: