Impressionen aus Hamburg

Wenn ich ein Großstadt-Mensch wäre, dann wäre Hamburg einer jene Städte, die mich als Bleibe reizen würde. Als ich mit Beate zu Beginn der Nuller-Jahre Hamburg ein langes Wochenende gewidmet habe, hat mir die Stadt sehr gefallen. Trotz Kälte, Wind, Regen und einer leichten Grippe. Gestern war es warm und strahlend sonnig. Die Stadt lebt, die Leute sind in den Straßen, und das neue Viertel am Hafen wird lässig. Eine Stadt für mehr als ein Weekend.

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in der Speicherstadt

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Stahlbrücken überall

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Neues und Altes, dazwischen Wasser, dahinter die Welt

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Der ‘weit draussen‘ Lieferwagen auf dem Weg zu seiner ersten Mission

Buch: Alpine Bergtouren Allgäu

Es wird wieder mal Zeit, einen Bergführer zu besprechen. Nach unserem Soultrip nach Sizilien mit diversen Klettereien in San Vito und Statte (in Apulien Nähe Tarent) gingen sich bis heute einzig ein paar Besuche im Klettergarten und eine Überschreitung der Löwenzähne aus. Nichtsdestotrotz, ein paar Pläne sind schon in meinem Kopf, und vielleicht greife ich auf den einen oder anderen Tourenvorschlag aus dem Führer “Alpine Bergtouren Allgäu” von Kristian Rath zurück.

Das gut 200-seitige Büchlein aus dem Hause Bruckmann widmet sich mit 45 Zielen der Region Allgäu: Gipfel in den Ammergauer Bergen und Allgäuer wie Lechtaler Alpen. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: das ist kein Kletterführer, sondern ein Guide für anspruchsvolle Bergwanderungen mit leichten Klettereien bis zum III. Grad. Das heißt aber auch, dass man bei manch’ einer Tour eine Kletterausrüstung (Seil, Klettergurt, Abseil- und Sicherungsgeräte, Schlingen, Expressen, etc.) benötigt. Kletterschuhe sind bei diesen Schwierigkeitsgraden allerdings nicht erforderlich.

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neuer Titel in unserer Sammlung: Alpine Bergtouren Allgäu

Aber nun zum Führer selbst. Wie alle Outdoor-Bücher von Bruckmann ist auch “Alpine Bergtouren Allgäu” optisch gut gegliedert und recht übersichtlich. Jede Tour enthält eine Fact-Box mit Schwierigkeitsgrad, Dauer, Höhenmeter, Entfernung, aber auch Anreise, Ausrüstungstipps und empfohlenes Kartenmaterial. Die Charakteristik der Route ist der Hauptteil jeder Tourenbeschreibung, inklusive zahlreicher Farbfotos, die etwas vom Ambiente der Tour vermitteln. Eine Skizze gewährt auch den eher visuell-veranlagten Planern einen Überblick über den Tagesausflug. Je nach Tour können sich auch Topos in die Beschreibungen einnisten. Das ist aber eher selten der Fall.

Mir hat das Buch auf Anhieb gefallen, auch wenn ich noch keine Tour mit Hilfe dieses Buches gegangen bin. Zahlreiche Gipfel (u.a. den Biberkopf, Zimba, Zitterklapfen, Braunarlspitze) kenne ich schon von früher und habe meine Erinnerung mit der Tourenbeschreibung in diesem Buch verglichen: dieser “interne” Test ist für mich sehr gut ausgefallen. Noch mehr als die schöne und funktionelle Aufmachung gefällt mir aber, dass ich wieder ein paar gute Ideen für einen Nachmittagsausflug in unserem Hinterland bekommen habe. Auch wenn es nicht die höchsten Berge sind, im Fels herumkraxeln lässt es sich im Allgäu allemal!

Bibliographische Angaben:

Kristian Rath: Alpine Bergtouren Allgäu. Bruckmann Verlag, 2013

Impressionen aus Odense, Göttingen und Fulda

Den Vormittag in Schweden (Göteborg, Malmö), den Nachmittag in Dänemark – so war unser Fahrplan von Nord nach Süd. Dank des Reifenplatzers auf der Autobahn bei Helsingborg hatten wir gute zwei Stunden Verspätung. Irgendwie hatten wir es an diesem Tag mit den Reifen und – ein Unglück kommt selten allein – auch einen Defekt am zweiten Hinterreifen. Diesmal noch rechtzeitig entdeckt an einer Tankstelle in Odense, Dänemark. Und zufällig war auch jemand vom dänischen Automobilclub anwesend, so dass wir den Reifen geflickt bekamen – auch an einem Sonntag. An dieser Stelle auch vielen Dank an den ÖAMTC! Die Stadt Odense macht einen sehr feinen Eindruck mit einem hübschen Altstadtkern und angenehmen Grünanlagen. Beate gefallen wie immer die alten Räder und die sehr breiten Fahrradstreifen. Dänemark ist, wie wir schon vor gut zehn Jahren in Kopenhagen und Koge sehen konnten, eine Fahrradnation.

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Odense

Einem Nachtmahl in Flensburg folgt eine stürmische Fahrt durch Hamburg in die Lüneburger Heide, wo wir unser Nachtlager aufschlagen. Ein Uhu begleitet uns akkustisch ins Land der Träume, am Morgen ist wieder Eiskratzen angesagt. Den ersten Kaffee holen wir uns bei einem Stop in der Uni-Stadt Göttingen. So billig kommen wir mit einem Frühstück selten davon. Aber das ist eben der Vorteil, wenn man sich in ein Studentenviertel begibt. Für eine deutsche Stadt hat Göttingen recht viel Historisches zu bieten, der Kern ist immer noch erhalten.

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Göttingen

Der letzte große Halt vor der Rückkehr aus Nordfjorden, Sonnmore und Romsdalen bietet sich mit Fulda an. Fulda ist ebenso wie Göttingen eine Universitätsstadt mit einer reichen (Barock-)Geschichte. Wir genießen die Sonne und das unstressige Flair auch an einem Montag. Warum die Stadtbibliothek Gästen keinen Internet-Zugang gewährt, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Eine nette Studentin überläßt uns für fünf Minuten der Recherche ihren Arbeitsplatz.

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Fulda

Herbstrunde Rennrad I: Westallgäu

Für alle, die mal für wenige Stunden das Rennrad ausführen wollen, ist auch noch bei kühleren Temperaturen folgende Route durchaus empfehlenswert:

Rennrad Westallgäu

eine feine Runde

Man braucht 2-3 Stunden hierfür, und kann sich auf recht autofreie Straßen freuen! Die Strecken von Lindenberg nach Hohenweiler ist sehenswert, bei Nässe allerdings nicht allzu flott in die Kehren einfahren.

Den Vorderwald umkreisend

An einem Samstag Vormittag, an dem das Wetter nicht so recht weiss, was es will, ist eine Rennrad-Runde das Beste, was man aus dem Trainingsplan ziehen kann. Angeboten hat sich eine Etappe, die zwar reichlich Kilometer bietet, aber nicht in allzu große Höhen vorstößt. Von Dornbirn ging es am Bodensee vorbei nach Hörbranz, weiter nach Scheidegg, Weiler, Immenstadt, Sonthofen, Balderschwang, Alberschwende und wieder nach Dornbirn hinunter. Eine Runde mit 128 Straßenkilometern und immerhin 1.900 Höhenmetern.

Route

eine feine, aber keine kurze Runde

Das Interessante an dieser Runde ist, dass man trotz nur einem wirklich ordentlichen Pass (Riedbergpass, 1.420 m) ständig Höhenmeter sammelt. Kaum ist eine Höhe erklommen, schon geht’s wieder abwärts, um zwei Kilometer weiter wieder in niedrigere Gänge schalten zu müssen. Die Anstiege sind teils steil (bis zu 13%), auf der Riedbergpassstraße gar 16%. Das ist für mein Rad bald das Maximum, die nächste Stufe ist der Kettenriss.

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nach Möggers hinauf

Verkehrsmäßig ist die Verbindung von Oberstaufen nach Immenstadt sehr autobelastet, und von Sonthofen muss man umständlich über Dörfer nach Fischen im Allgäu gelangen, da man sonst auf einer Schnellstraße sein Leben und Strafzettel riskieren würde. Die Riedbergpassstraße war heute nebst der üblichen heftigen Steigung auch noch Schauplatz traditioneller Viehabtriebe. Die ganze Straße fast bis zum Pass war ein einziger Kuhfladen, zum Glück aber nicht bei der Abfahrt nach Balderschwang! Das ist ganz schön glitschig und eben bei ein bißchen Tempo schon gefährlich.

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am Riedbergpass

Entlang und quer zur Pegnitz

Als Abschluss unseres Jena-Wochenendes (Adventure Race, Bamberg, Gößweinstein) wollten wir zur Abrundung des Ganzen noch eine Bike-Tour in der Fränkischen Schweiz machen. Unsere Wahl fiel auf das Pegnitz-Tal, das laut Roadbook eines Mountainbike-Magazins abwechslungsreiche 30 km versprach.

Waldtrails gab es en masse, oft enger und steiler als hier

Start war in Osternohe, ein kleines Dort im Umkreis von Velden a.d. Pegnitz. Oberhalb von Osternohe liegt der Schloßberg, der gar einen Skilift sein Eigen nennen kann. Über Forstwege ging es bald in die ersten leichten Singletrails, und im ständigen Auf und Ab gelangten wir im dichten Wald unter die Burg Hohenstein.

Die Burg Hohenstein

Einige Abfahrten, teils auf Asphalt, teils auf Pfaden, folgten, bis wir letztlich Velden erreichten, ein schöner Ort mit vielen Fachwerkhäusern. Am Flußtrail folgten wir für einige Kilometer der Pegnitz, die sich für diverse Kanu-Aktivitäten sehr eignen würde. Über weite Forstwege erfolgte dann wieder der Anstieg nach Hohenstein, und später über Waldtrails wieder nach Schlossberg / Osternohe.

Entlang der Pegnitz

Schöner Flußtrail

Verpflegung unterwegs – reife Zwetschken

Insgesamt eine sehr feine Runde mit schönen Waldpassagen im Downhill, und mit ca. 900 Höhenmeter keine kraftraubende Angelegenheit. Mit dem Büssle ging es dann über München wieder retour ins Ländle. Wenn dann Herman Dune aus den Lautsprechern “the world is wonderful as it is” singt, die Sonne über der Straße untergeht, wir beide gerne gleich weiterfahren würden, dann wissen wir, dass das alles so stimmt. Das Leben ist gut.

Klettern in der fränkischen Schweiz

Nach unserem doch anstrengenden Adventure Race in Jena am Samstag brauchten wir einen leichten Ruhetag: Bamberg zum Angucken, und ein paar Felsen zum Klettern. Das ist ja in der Fränkischen Schweiz im Dreieck Bayreuth, Bamberg, Nürnberg ein gefundenes Fressen. Als erstes steuerten wir den kleinen Ort Burglesau (rund 20 km von Bamberg entfernt) an, um hier an den Südwänden zu klettern. Der Klettergarten bot aber für unser Können zu wenige leichte Routen, so dass wir nach ein paar Seillängen zum nächsten Klettergarten pilgerten.

Diesmal ging es in das Zentrum des Naturparks Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst: nach Gößweinstein, ein gar nicht so kleiner Ort mit vielen Felsen rundherum. Wir suchten uns die Breitenberg Südwand aus, weil sie mit rund 20 Routen viel Abwechslung versprach. Nach einer Nachmittagspause ging es dann in die Wand. Schöne Kalkfelskletterei mit vielen Griffen, und für uns ungewohnt, wenigen Sicherungshaken.

Nach einer ruhigen Nacht im Wald ging es im morgentlichen Nebel ins nicht weit entfernte Osternohe zum Mountainbiking.

Adventure Race in Jena

Letzten Samstag ging es zum letzten Adventure Race der Saison (Berck-sur-Mer, Garmisch) in Jena an den Start. Die meisten Bewerbe fanden im Naturschutzpark um Jena statt, einzelne Disziplinen aber auch direkt in der Stadt selbst. Nun aber der Reihe nach…

Startvorbereitungen im und am Racing-Büssle

Wenige Minuten nach neun ging es auch für uns (Team 207, Zopilote Surfcamp) in den ersten Teilwettbewerb, den Orientierungslauf. Insgesamt waren 20 Orientierungsbojen zu finden. Der Spaß daran: das Gelände war sehr kuppiert, man musste also die Karte gut gelesen und sich die Strecke gut einteilen, um nicht übermäßig Höhenmeter zu machen. Wir hatten, trotz eines falschen Abzweigers, der uns bestimmt 15 Minuten kostete, einen recht guten Orientierungslauf hingelegt. Wir hatten zwar die eine oder andere Diskussion, schließlich fanden wir aber eine gemeinsame Linie.

Morgennebel am Startgelände unterhalb der Lobdeburg

Im Anschluss ging es ans Baumklettern (auf Zeit), und dann die erste Radrunde in die Hügel um Jena. Dort konnten wir schon ein paar Teams in den Anstiegen fordern, bei der Abfahrt letztlich abhängen. An den Sportplätzen des Stadiongeländes hatten wir dann Bogenschießen als technische Disziplin, Abseilen und ein paar Radkurzstrecken zu absolvieren. Ging alles recht gut und flott voran.

Die erste richtige Herausforderung kam im Kanu: wir mussten eine 5km Runde auf der Saale absolvieren. Flussabwärts kein Problem, doch flussaufwärts ging das ganz schön in den Oberkörper (Beate spürte das besonders am nächsten Morgen…). Vom Kanu ging es auf die 11km lange Laufstrecke. Zunächst entlang der Saale, die wir dann über einen Seilzug überqueren mussten. Eigentlich zogen wir uns an einem Seil durch den Fluss – in unserer Unterwäsche. Der Rest wurde in den Rucksack trocken herübergezogen, wir zogen uns bis zur Brust im Wasser durch den Fluss.

Herrliches Wetter während des AR – hier beim Bogenschießen

Nun kam unsere stärkere Disziplin, der Berglauf. Hinauf auf den Aussichtsberg von Jena, Jenzig. War recht warm, und dennoch liefen wir fast alles durch, folgten dann dem Rücken bis zum Königsstuhl und dann über schöne Trails zur Gemeinde Golmsdorf. Hier warteten unsere Bikes, und es ging endlich in die finale Etappe, 28km Mountainbike.

Dieser Streckenabschnitt zog sich doch schön, viel auf und ab, manchmal kein leichtes Terrain. Über Felder, Waldwege, Wiesentrails, alte Bahndämme, und abschüssige Fels- und Stiegenpassagn. Aber wir waren nicht schlecht, fanden alle Punkte flott, und kamen so noch vor Anbruch der Dunkelheit an. Für viele andere Teams ein Wunsch. Wir waren doch fast zehn Stunden (inklusive Stehzeiten bei den diversen technischen Disziplinen) unterwegs gewesen, und das merkt man schließlich, wenn man wie ein Tiger das Abendessen verschlingt. Die Dusche war dann fast nostalgisch, weil wir zwei als Einzige eine ganze Turnhalle für uns hatten. Der DDR-Bau in der Plattensiedlung hatten schon wieder was.

Da das Rennen noch zum Zeitpunkt unserer Abreise noch am Gange war, können wir noch gar nicht sagen, wie es ausgegangen ist. Aber wir werden hier noch die Ergebnisse posten. So oder so: vielen Dank an die Organisatoren, es war ein sehr vielseitiges und schönes Rennen! Weitere Fotos finden sich hier…

So, und nun hier der Nachtrag: wir haben um 5 Minuten und ein paar Zerquetschte den ersten Platz verpasst (bei rund 7,5 Stunden Renndauer). Tja, das war wohl der Orientierungslauf gewesen! Insgesamt belegten wir den 2. Platz in der Adventure Race Trophy 2009. Das war wohl nur mit Beate möglich – sie bekam schon Angebote aus Bayern auf einen Startplatz in einem Vierer-Team für einen Extrem-Wettbewerb über 400km Distanz!

Vorbereitungen auf das Adventure Race in Jena

Noch drei Tage, und dann stehen wir in Jena am Start des letzten Adventure Race Rennens unserer 2009er Saison. Es ist das dritte Rennen nach Berck-sur-Mer und Garmisch-Partenkirchen. Unser Racing-Büssle wird gerade mit den ersten Ausrüstungsteilen beladen, und am Freitag starten wir nach Thüringen.

Die Strecke ist wieder mit den Disziplinen

  • Mountainbike
  • Berglauf
  • Orientierungslauf
  • Kanu
  • Klettern
  • Abseilen aus 55m
  • Bogenschießen

sehr abwechslungsreich gestaltet und wird ca. 6 bis 7 Stunden in Anspruch nehmen. Eine genauere Beschreibung findet sich auch beim Veranstalter selbst. Wir starten wieder in der Challenger-Klasse (mixed, was sonst?!) mit ca. 50 bis 60 km Distanz und rund 800 positiven Höhenmetern. Insgesamt sind in vier Klassen über 60 Teams am Start, das ist für deutsche Verhältnisse sehr beachtlich und sicherlich die bis dato am stärksten besuchte Veranstaltung dieser Art. Ist Adventure Racing nun auch in Deutschland im Aufwind? Weiß nicht, aber wir sind wieder mal das einzige österreichische Team im Feld…

Adventure Race in Garmisch-Partenkirchen – Teil 1

Nach unserer regennassen Erfahrung am Vortag in Bad Hindelang waren wir schon sehr gespannt auf das Rennwetter in Garmisch. Am Vorabend gab es eine kurze Renneinweisung in einem klassischen bayrischen Wirtshaus mit Holzbühne und Galerie. Die offizielle Rennausschreibung findet sich hier.

Aussicht vom Osterfelderkopf ins Wolken-verhangene Tal und Garmisch-Partenkirchen

Start war diesmal die Bergstation der Osterfelderkopf (Höhe 2.033m). Da hat sich die Rennleitung um Robert Pollhammer von The Great Outdoors was ausgedacht. Massenstart (ca. 30 Teams in allen Klassen gemeinsam) gegen 9.30, Vollgas die Bergwege in die Tiefe. Nicht ungefährlich, da sehr rutschig und recht frisch (ca. 5 Grad), Wollmütze und Handschuhe waren also angesagt. Es ging fast 700 Höhenmeter nach unten, und wir wählten die schnellste Route. Nur drei Teams waren vor bei den Bikes, die beim Garmischer Haus (1.320 m) auf uns warteten. Helm auf, und weiter ging es in Rasermanier bis auf 800 m Seehöhe. Wir hängten ein Team ab, beim Gegenanstieg mussten wir wieder einen Rang abgeben. Es ging auf 1.050 m Seehöhe hinauf zum ersten Checkpoint bei Elmau. Hier waren wir schon klatschnass, heftiger Regen hat eingesetzt.

Viele Teams nahmen die einfachere, aber längere Route. Wir nicht.

Im starken Regen auf dem Rad zum Grubsee

Recht unterkühlt mussten wir zum Grubsee (nähe Klais) abfahren und kamen als 4. Team an. Nun ging es zum Orientierungslauf in einem sehr hügeligen Waldgebiet. Die Bojen waren zwar schnell zu finden, aber die Wege zogen sich. Wir konnten keinen Platz gut machen, verloren aber auch keinen. Wie immer hatten wir gerade beim Orientierungslauf wieder mal ‘ne Richtungsdiskussion.

Froh, alle Bojen “gezwickt” zu haben kamen wir zum See, wo die Floßbau-Disziplin auf uns wartete: zwei LKW-Reifen-Schläuche, ein paar Holzbretter, zwei Reepschnüre und Schnüre standen uns zur Verfügung. Aufgabe: Floß bauen, mit dem Ding in den 16 Grad warmen See steigen und eine ca. 200 m lange Strecke erpaddeln, ohne ins Wasser zu fallen. Auch hier: wir waren recht flott, das Floß hielt bestens (ja, die Klettererfahrung mit den diversen Knoten half uns hier sehr!) und wir hielten die Gegner noch auf Abstand.

Hier geht’s zu Teil 2…

Adventure Race in Garmisch-Partenkirchen – Teil 2

(Fortsetzung von Teil 1)

Nach einem kurzen Umziehen (trockene Klamotten waren wieder mal Gold wert) mussten wir mit den Rädern auf eine Flachetappe nach Garmisch und zum Kletterwald. Wir verloren gar zwei Plätze, waren aber recht frisch am Zwischenziel. Noch ein paar Riegel auf der Fahrt eingeschoben, viel getrunken und dann mit leichtem Rucksack in die Endetappe zum Berglauf auf den Wank (1.780m ) eingestiegen. Dieser Abschnitt war wohl die ultimative Herausforderung an diesem Tag. Der Regen ließ aus, dafür quälten uns nun unendlich viele Stufen, Wurzeln und Felsen. Wieder nahmen wir einige steile Abkürzungen, überholten zunächst ein Team, und später in der Hälfte ein zweites. Hier gingen einige Teams ein, unser Berglauftraining lohnte sich. Auch wenn man von Berglauf nicht mehr sprechen konnte. Das war eher ein Hinauf-Stiefeln.

Im oberen Drittel zum Wank, da war die Stimmung schon etwas besser

Auf der Sonnenalm am Wank wurde die Rennzeit gestoppt, als vierte kamen wir an. Nun musste ein Radler-Maß her, und da die nächste Gondel in fünf Minuten nach unten fuhr, war auch das Maß super-schnell leer getrunken.

Nun, wieder im Tal, ging es zu drei Spezialdisziplinen, bei denen man sich noch Zeitguthaben abholen konnte. Die erste war “Jümern”, eine Art Kletterhilfe, mit der man sich aus Spalten befreien kann, wenn es noch ein Seil von oben gibt. Eine Seilklemme kann nach oben geschoben werden, während man sich mit der anderen Hand am Seil hält. Eine anstrengende Sache, und hier ging es auf 10 m um Zeit. Wir durften wohl irgendwo im Mittelfeld gewesen sein. Da aber unsere einzigen Gegner aus unserer Klasse (Mixed, Challenger) nur wenige Minuten vor uns lagen, hätten wir diese über die Spezialdisziplinen noch abfangen können. Beim “Hymer” schafften wir es, auch beim Baumklettern waren wir wohl besser.

Irgendwie kamen wir hinauf, auf jeden Fall eine recht anstrengende Sache

Beim Bogenschießen hatten die anderen etwas mehr Punkte herausgeholt, trotz besserer Haltungsnoten unsererseits 😀

Eine feine Sache, das Bogenschießen.

Beate legt an und trifft

Alles in allem ein prima Rennen für uns, in unserer Klasse wurden wir Zweite, und als fünftes Team aller Klassen waren wir nicht schlecht. Und das nach ca. 1.500 Höhenmetern und rund 55 km.

Gegen 17.00 war dann aus und Schluss und wir freuten uns auf die Dusche, auf’s Essen und auf’s Bett – aufgrund der schlechten Wettervorhersage für Sonntag entschieden wir uns schließlich für eine Heimfahrt. Insgesamt eine tolle Veranstaltung mit herausfordernden Wetterbedingungen!

Bad Hindelang: nass und kalt und trotzdem nett

Auf dem Weg nach Garmisch-Partenkirchen sind wir kurz nach Sonthofen ins Örtchen Bad Hindelang gekommen. Eine Rast (danke an das örtliche Info-Büro für die Parkmöglichkeit), die wir mit einem Bike-Ausflug in die umgebenden Berge nutzen wollten. Das Wetter hielt, der Verkehr war mäßig und es ging hinauf zur Hirschalpe (ca. 1.400 Höhenmeter).

Bad Hindelang zwischen Bergen und Wolken

Zunächst folgten wir der Landstraße einige Serpentinen hoch, dann ging es über einen Viehgatter endlos viele Kurven hinauf. Die Kühe waren alle brav, und auch ein schöner Salamander, der sich schon über den kommenden Regen freute. Denn der kam, und wie. Nach wenigen Minuten bis zur Unterwäsche nass (inklusive Salomon Goretex Laufschuhe!), und dann noch nicht mal oben. Jetzt war eh schon alles wurscht, also rauf zur Hirschalpe, und dann mit dem Helm auf dem Kopf wieder hinunter.

Einer, der sich im Regen wohl fühlte – ein Salamander

Der Regen ließ nicht nach, der Fahrtwind kühlte uns bis auf blaue Lippen und Finger ab. Erst im Racingbüssle gab es Kaffee und trocken Klamotten. Unsere Sorge war nun das Wetter, ob es am nächsten Tag beim 2. Adventure Race der Saison (hier der Bericht zum ersten Rennen in Berck-sur-Mer), diesmal in Garmisch-Partenkirchen, auch halten würden. Gerüchten zufolge mussten wir bis auf 2.400 Höhenmeter hinauf, da konnte es also sehr leicht schneien.

Nach dem Aufwärmen fuhren wir noch ein bißchen weiter, über das Tannheimer Tal und Reutte nach Garmisch, wo wir am feinen Stellplatz (allerdings nicht billig für Stellplatzverhältnisse: 10 Euro pro Nacht, plus Strom, plus Kurtaxe, plus Duscheuro, …) bei der Wankbahn unser Nachtquartier aufschlugen.

Laufen durch das Waschtal, Pfalz

Auf dem Rückweg vom Adventure Race ließen wir uns am nächsten Morgen eine Laufeinheit in der Pfalz nicht nehmen. Das Wetter war zu herrlich, die Landschaft zu einladend, um einfach vorbeizufahren. von Hinterweidenthal ging es im letzten verbliebenen Laufdress über einen schönen Radweg nach Münchweiler. Die Runde hatte etwas mehr als 10km und führte durch Wälder und vorbei an schönen Teichen.

Unterwegs zwischen Hinterweidenthal und Münchweiler

Auf dem Retourweg nahmen wir noch Pfälzer Spargel und Kartoffeln mit. Diese Art der Erinnerung hielt bis zum Abendessen in Dornbirn.

Größerer Teich im Waschtal

Auf dem Weg zum ersten Adventure Race der Saison

Am Sonntag startet unser erstes Adventure Race der Saison, diesmal im beliebten Berck-sur-Mer an der Cote d’ Opale (also irgendwo zwischen Le Havre und Calais). Der Raid Asand ist diesmal ungefähr 60km lang und hält für uns Orientierungslauf, Mountainbiking, Bike & Run, Kajak, Inline-Skating und eine Menge an Überraschungen bereit.

Auf dem Weg dorthin werden wir noch die Benelux-Länder austesten, zumindest was Outdoor-Sportarten betrifft: Biking in den Ardennen, Running in der Pfalz, Skating an der Nordseeküste. In unserem Team-Bus ist ja alles dabei…

Und hier die entsprechenden Beiträge der Benelux-Tour:

Das Abenteuer beginnt zuhause: wilder Ritt nach Muenchen

Nach angenehmen Flug mit Etihad sitzt es sich fein in der Airport Lounge von Abu Dhabi, Essen und Sofas inklusive, wartend auf den Weiterflug nach Muscat. Denn so bequem war der Tag heute nicht, zumindest war schon die Fahrt nach Muenchen ein kleines Abenteuer.

Beate schlief nach zwei Minuten, und ich hatte die Augen weit aufgerissen, um 3:20 morgens, als es ins Schneetreiben hinaus ging. Jetzt weiss ich, wie es ist, den Kopf in eine Schneekanone zu stecken. Immer wieder so dichter Schneefall und Schneefahrbahn, dass selbst Beate’s Schreckensschreie (Wachphase etwa zehn Sekunden) mich kalt liessen. In 2Std 40 schafften wir es zum Airport, gar nicht mal schlecht, wuerde ich sagen.

Man kommt waehrend einer solchen Fahrt auf die irrsten Ideen. Einen Tunnel haette ich gerne gehabt, von Dornbirn bis Muenchen, oder einen Traktor-Strahl, der mich mit 150kmh ueber die Autobahn gezogen haette. Auf jeden Fall war ich noch nie so froh um Verkehrsfunk gewesen wie an diesem Morgen, und Bayern 3 ist recht vorbildlich: 10 min Strassenberichte, alle 10 min etwa. Das foerdert die Paranoia.

Am Airport selbst ging alles wie bei einem gut geoelten Bankueberfall: in 2 min hatten wir das Auto ausgerauemt, die Fahrradanhaengervorrichtung verstaut und alles in die Halle transportiert. Jeder Handgriff wie geuebt und nach Plan. Rund eine halbe Stunde spaeter (das Auto musste auf den Urlauberparkplatz + Trockenzeit fuer die Raeder) haben wir in 20 min die Schachteln geklebt, die Fahrraeder versorgt und die Schachteln dicht gemacht. Die mussten dann fuer die “Roentgen”-Kontrolle zwar wieder geoeffnet werden, und bekamen einen Sondertransport mit dem Lift, da sie nicht mal auf das Sperrgepaeckband passten. Die Lehre fuer’s naechste Mal: Schachteln nicht zukleben… (zudem mussten wir auch noch Luft aus den Reifen lassen, nicht vergessen!)

Ich haette nicht gedacht, dass wir schon in Muenchen mit den kulturellen Neuerfahrungen beginnen wuerden. Aber was ist bitte ein grosses Weizenbier und Wurst um 8.00 frueh in der Abflughalle? Das Verhaeltnis von Kaffeeschluerfern und Biertrinkern war dramatisch: 1 zu 4, habe ich selbst ausgezaehlt. Auf Interviews habe ich verzichtet. Aber was sagt man dazu? Prost oder bist du gelaehmt?