Davenna im Laufschritt und in Wolken

Das etwas wechselhafte Wetter hindert uns daran, eine letzte größere alpine Unternehmung durchzuführen. Zuhause herumsitzen geht schon gar nicht, deshalb gehört der Sonntag wieder einmal einem Run & Hike Ausflug. Diesmal: auf die Davenna (1.881 m). Direkt hinter Lorüns und über der Ill-Brücke (ca. 600 m) starten wir bei der Unterquerung der Montafon-Bahn im gemütlichen Lauftempo. Hier ist die Straße breit und trocken und schlängelt sich sehr bald durch den Wald bis zur Materialseilbahn für die Alpe Valleu. Aber hier wird der Weg schmal und steiler, manchmal ist ein Laufen nicht mehr möglich. Der Wald taucht immer wieder in Nebelschwaden, die Szenerie wirkt dunkel und friedlich, denn wieder einmal sind wir die Einzigen hier.

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Blick auf Bludenz von der Davenna

Ab der Alpe Valleu (1.238 m) wird’s nochmals steiler und richtig nass. Wir schreiten hier nurmehr durch kniehohes Gras, bis der Weg von Latschen umsäumt wird. Hier läuft’s sich wieder leicht, denn der Boden ist griffig. Wir reden nicht viel. Jeder konzentriert sich auf seine Schritte, und das ist auch die beste Methode, gegen Monotonie oder Willensschwäche anzugehen. Bald erreichen wir einen kleinen Sattel, und nach ein paar Metern auf und ab gelangen wir zur Davenna (1.881 m). Eigentlich ein recht unbekannter Gipfel, würde ich meinen, aber bei dieser Aussicht auf das Walgau und das Klostertal völlig zu Unrecht. Wir machen kehrt, laufen zurück Richtung Itonskopf und kommen beim Zwölferkopf (1.843 m) praktisch vorbei, den wir auch schnell besteigen.

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am Zwölferkopf

Der Lauf hinunter ist ein vorsichtiges Traben, denn der Weg ist nass und entsprechend rutschig. Eine Gams läuft uns über den Weg, später auch zwei-drei Wanderer. Die Wolken bleiben, und wir fahren. In jedem Wetter lässt sich etwas machen, denke ich, anpassen muss man sich, auch wenn die Davenna nicht das große Abenteuer verspricht.

Hinauf zum Gottvater

Um dem Nebel zu entkommen, muss man in die Höhe fliehen. Das scheint an einem dunklen Oktober-Frühmorgen unmöglich. Der Augensinn kann den Himmel nicht entdecken, doch der Verstand sagt, da oben muss es geben: Licht und Wärme. Also steigen wir hinauf zum Gottvater.

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in der Mitte das Eiserne Törle, links der Gottvater, rechts Gr. Valkastiel

Von Bürserberg (Tschapina, 924 m) machen wir uns zum Alvierbach hinunter, in Laufschuhen und leichtem Laufrucksack. Die 9,5 Stunden Geh-Angabe im Wanderführer Vorarlberg scheinen uns zu lang. Also laufen wir, wo es das Gelände erlaubt. Denn im Sarotlatal ist es nass und sehr glitschig. Wir hätten Stöcke mitnehmen sollen. So tänzeln wir über glatte Steine und schmierige Wege. Erst unterhalb der Sarotlahütte (1.611 m) wird’s griffiger, dafür aber wieder steiler. Unser Run & Hike Zugang setzt sich weit bis unter das Eiserne Törle (2.300 m) fort. Zuerst geht’s entlang des versicherten Steigs zum Gottvater (2.438 m) hinauf, auf dem Rückweg dann auf der gegenüberliegenden Seite zum Großen Valkastiel (2.449 m). Hier sind wir praktisch allein, bis auf eine Herde Gämse.

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unterhalb des Großen Valkastiel

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Sarotla-Hütte mit Blick gegen Osten

Vielleicht sind diese beiden Spitzen die besten Aussichtspunkte, um Vorarlberg in seiner Dimension zu erfassen – Rheintal-Freschen-Damülser Mittagsspitze-Hoher Ifen-Arlberg-Montafon-Silvretta-Drei TürmeSchesaplanaBlankuskopf.

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prächtige Zimba (von NO)

Auch der Weg retour ist ein kleiner Kraftakt – Bremsen und vorsichtig Steigen. Der Boden ist tückisch, aber trocknet rasch in der Sonne eines klaren Himmels. In der Ferne sehen wir den Nebel des Walgaus näherrücken. Noch im Auto auf dem Weg aus dem Brandnertal genießen wir die Sonne. In der Ebene jedoch, ist der Berg und die Sonne wieder verhüllt.

Über die große Prärie

Jetzt stehen die langen Wege an. Nach den Naturparks Killarney und Lake Superior umrunden wir die Nordküste des gleichnamigen Sees in einem Vormittag. Es klart auf, der Regen hört auf, und nach einem kurzen Tim Horton-Stop schauen wir uns den Canyon von Ouimet an. Steiler, schwarzer Fels. Nun ist eine Laufpause angesagt, wir vertreten unsere Beine im hügeligen Waldterrain. Auch die anschließende Solardusche ist bereits Routine.

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die Nordküste des Lake Superior

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Der Canyon von Ouimet

Das Fahren gefällt mir. Die Strecken sind nicht langweilig, es gibt viel zu sehen, und der Verkehr ist sehr mäßig. Wir rollen nach Thunder Bay und schauen uns ein wenig in der Marina um. Heute ist Labour Day, und alles hat geschlossen. Macht nichts, unsere Büssle-Vorräte reichen für die nächsten Tage sicher. Nocheinmal gute 250 Kilometer weiter suchen wir in Ignace einen Stellplatz und werden an einem See fündig.

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am Lake Richard

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super gsi!

In der Früh haben wir keine Lust zu Laufen. Fahren einfach mal los, das Gelände bleibt hügelig und Seen-reich. Die sportliche Abwechslung am heutigen Tag kommt nach gut zweihundert Kilometern: wir entdecken die Cottages von Gillis. Das Kanu ist schnell ausgeborgt und schon umrunden wir die Küste von zwei absolut ruhigen, dunklen Seen. Das Wasser ist so warm, dass wir einem Tauchgang nicht entsagen können. Wir plaudern noch ein wenig mit Gillis, die im Winter in Arizona ein Häuschen hat. Ihre Söhne sind ebenfalls Reise-Freaks. Wir hätten den ganzen Tag dort verbringen können, langweilig wäre es nicht geworden. Auch Gillis war vom Büssle begeistert und hätte gerne etwas Ähnliches. Aber wie es so schön heißt, im Leben trifft man sich immer zwei Mal. Email-Austausch hilft schon mal.

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in der Prärie wurde es nicht langweilig

Winnipeg hat uns nicht groß begeistert, eine Stadt aus der Prärie, sehr US-amerikanisch vom Stadtbild, Beate hat aber ihre tägliche Ration Sushi bekommen. Auch hat sie Obst und Gemüse im Markt erstanden und ist wieder zufrieden. Damit ich auch. An der Grenze zu Sasketchewan übernachten wir an einem Truck-Stop. Praktisch, aber keine Augenweide. Man muss das pragmatisch sehen – WC, Wasser, sicherer Parkplatz.

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Doppeldecker-Güterzüge, mehrere hundert Meter lang

Die Sonne geht mit einem weiten Morgenrot über der Ebene auf. Wir starten los, bei Regina gibt’s Kaffee und Donut. Der Latte schmeckt süß, checke meine eMails, und dann wechseln wir hinter dem Lenkrad. Die Cockpit-Routine bestimmt unseren Tag, Geräte aufladen, Straßenkarten studieren, in die Weite gucken. Hier zu fahren ist sehr einfach. Doppelspurige Autobahn, wenig Verkehr. Und die Prärie ist nicht uninteressant. Weite Getreidefelder, riesige Silos, und hin und wieder die eine oder andere Bison-Herde. Stadt über Stadt folgt, wir passieren die Grenze nach Alberta, tanken noch billiger, und verbringen den Rest des Tages im Kinbrook Island Provincial Park. Bald sollten wir die Rocky Mountains sehen. Und Calgary.

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das ist ein kleines Getreide-Verlade-Silo westlich von Medicine Hat

La Tournée de la Gaspésie

Advocate ist verlassen, Gerry und Jane bleiben uns weiterhin in Erinnerung. New Brunswick zu durchfahren ist eine Sache von wenigen Stunden. Damit ist nicht gesagt, dass es nichts zu sehen gibt. Die Landschaften wechseln beständig, und besonders entlang der Küste kann Beate nicht einschlafen. Das will was heißen.

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Percé

Irgendwann überqueren wir über die Brücke bei Campbellton die Grenze zu Quebec. Die Welt taucht nun in Blau-Weiss, die Straßen bleiben breit und sanft. Ich sauge jedes Straßenschild und jede Reklame in mich auf, ich verschlinge ihr Französisch, denke und spreche mit mir in der einzigen Sprache hier. Ich genieße es. In der Schule konnte ich das nicht behaupten. Aber nach vielen Reisen in französisch-sprachigen Regionen, unter anderem auch hier in Quebec, habe ich daran Wohlgefallen gefunden. Wir betreten die Gaspesie, jenes gelobte Land der Großstädter aus Montreal und Quebec, das Land der Äpfel und Meeresfrüchte, feiner Strände und wilder Klippen. Ein Spiegelbild der Normandie.

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früher Morgen in der Gaspésie

Das erste Nachtlager schlagen wir über einem Strand unweit von Paspebiac auf. Der Mond geht auf, wir bauen unser Sofa auf, schauen bei offener Schiebetüre hinaus auf den Atlantik. Irgendwann schlafen wir ein. Die Nacht bleibt ruhig, die Fahrt am nächsten Morgen entlang der wilden Küste nach Percé ist kurz. Die Sonne geht auf, die Luft ist erfüllt mit Salz und Sommer, und wir spazieren unweit des Roche Percé auf einen Kaffee. Gaspèsie ist Romantik.

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das traditionelle Telefonat

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wir sind angekommen

Die Fahrt führt uns weiter, in den Nationalpark Forillon. Bestens ausgestattet und erhalten, ist unsere erste Station an diesem Spätsommer-Tag der Strand. Ich schlafe nochmals ein, und als ich aufwache, tummeln sich Seelöwen unweit von uns im Wasser. Etwas später, Beate wird etwas unruhig, wechseln wir den Strand, um unsere Laufschuhe anzuziehen. Ein Trail führt uns zum Leuchtturm am Cape Gaspé, und retour. Die Steilküste ist eine Augenweide. Die Wasch-Routine führt uns zunächst in den Atlantik, dann unter die Solar-Dusche. Wir fühlen uns frisch, die Nudeln schmecken so-so, aber wir haben keine Eile, auch als die Dunkelheit einbricht. Erst spät verlassen wir den Nationalpark, um in der Nähe des Eingangs einen guten Spot für die Nacht zu finden.

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im Nationalpark Forillon

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sehr schick – Auto und Wohnwagen

Das Wetter wechselt am nächsten Morgen, als wir den Norden des Nationalparks Forillon per Laufschuh entdecken. Es ist stark bewölkt, und später, nach einer Dusche am Parkplatz, beginnt es leicht zu regnen an. Die Straße im Norden ist noch aufregender als im Süden, und auch Beate gefällt die Rolle hinterm Steuer. Wir passieren kleine Städtchen mit wilden Namen wie Wolfsfluss, Drei Pistolen oder Sankt Bruno. Die Gaspesie hält, was sie verspricht. Ich könnte hier länger verweilen. Quebec, Montreal und Canandaigua warten.

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am St. Laurent

Lobster Off Season am Cape Chignecto

Und auf einmal steigen wir aus und sind in Nova Scotia. Der Flug war ohne jeden Snack, die Beamtin an der Immigration etwas harsch (nicht ganz so streng wie die Dame an der tadschikisch-usbekischen Grenze, hatte aber schon was recht Dominantes). Der Busfahrer in die Downtown gibt stur kein Wechselgeld und wir betteln im Bus um 1,5 Dollar. Und der Taxifahrer macht nicht einmal die Türe des Kofferraums auf, als Beate ihre 20kg-Tasche hineinhieven will. Ein herzliches Willkommen schaut anders aus. Wir sind in Halifax, liegen etwas ermattet im Bett unseres einzigen Hotels dieses Nordamerika-Trips, hängen widerwillig die gesamte Camping-Ausrüstung zum Trocknen im Zimmer auf. Ein letzter Gruß aus Island. Und dann gehen wir in die Stadt.

Unsere Stimmung steigt mit dem ersten Schritt auf der Straße. Die Luft ist warm, viele Leute unterwegs, die Atmosphäre ist positiv aufgeladen. Ein Falafel-Wrap beruhigt unseren Magen. Aber erst der nächste Morgen bringt die Freude auf diesen Trip unmittelbar zurück: wir sehen unseren Bus wieder. Die Wege beim Frächter, beim kanadischen Zoll und im Hafenterminal sind kurz und ohne Komplikationen (an dieser Stelle ein Dankeschön an unsere Partner in Deutschland – Seabridge!). Der Lieferwagen ist unbeschädigt, nicht ausgeräumt und brummt herrlich, als wir uns aus Halifax nach Norden machen.

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Nova Scotia

Beladen mit Einkäufen für die nächsten Tage, inklusive einiger Gaskartuschen (da wir noch keinen Adapter für nordamerikanische Gasflaschen auftreiben konnten) für unseren Campingkocher, kreuzen wir mit unserem Büssle über breite Highways. Wir gewöhnen uns schnell an die etwas anderen Verkehrsschilder und -regeln, bestaunen die riesigen Wohnmobile und noch größeren Trailer und mögen das Landleben in Nova Scotia mit dem ersten Augenblick. Die Einführung in den kanadischen Alltag kommt mit Gerry und Jane aus Advocate.

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in Advocate Harbour

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die Fischerboote liegen auf Kiel

Unweit des Cape Chignecto finden wir einen genialen, ruhigen Stellplatz direkt am Meer. Hier hat der Tidenhub teilweise bis zu 15 Meter, recht Weltrekord-verdächtig. Endlich Zeit, den Bus so richtig einzuräumen, für jedes Ding einen Platz zu finden. Das wird sich noch einige Male ändern. Nun, wir sind gerade am Herumwerfen, kommt uns ein Mann Mitte 50 entgegen, grinst über beide Ohren, begrüßt uns und wundert sich über unseren Bus. So startet bald regelmäßig ein jedes Gespräch hier. Wir stellen uns vor, berichten unsere Pläne, und Gerry gibt uns gleich seinen Segen, an diesem Platz zu übernachten. Wir plaudern fröhlich weiter, die Mücken fressen uns fast auf, und dann kommt eine erste Einladung, und bei der dritten zu einem Bier sagen wir zu. Der Abend wird lang, Gerry und Jane erzählen von ihren Jobs, Familien, Häusern und Ferien, und wir auch, und so werden wir für den nächsten Morgen zum Duschen nach dem Sport einbestellt.

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unser Nachtplatz, links außen Cape Chignecto

Die Nacht ist herrlich, und der Trail-Run über zwei Stunden entlang der Küste und dann auf verschlungenen Wegen im Provincial Park von Cape Chignecto macht uns fit. Wir sind alleine unterwegs, die ganze Natur hier nur für uns. Bevor wir nach New Brunswick aufbrechen, schauen wir bei Gerry und Jane vorbei. Schnell kommen wir nicht weg. Es gibt so viel auszutauschen. Am Ende weiß ich über die Lobster-Fischerei in Nova Scotia bescheid, kenne den Gemüsegarten und seine vielen Freßfeinde – Rehe, Waschbären, Schnecken, und auch Gerry’s Vater hat kurz vorbeigeschaut. Mit einer Ladung frischem Gemüse, vollen Trinkwasserkanistern und vielen Tipps für die Reise nach Alaska sagen wir ein vorläufig letztes Mal ‘Auf Wiedersehen’. Wir hoffen, die beiden machen sich mal auf den Weg in die Alpen zu uns. Oder wir im Winter mal zu ihnen (Nachtrag: im März 2015 ist es dann soweit – wir sind wieder in Advocate Harbour). Gerry’s Showmobile wartet, ich würde gerne mal mit seinem Kutter ‘Emily Jane II’ hinausfahren und bei der Lobster-Ernte mitwirken… Die große Welt kann so klein sein. In Gedanken an die Zukunft brechen wir auf, die Umgebung fängt uns gleich wieder ein. Die mehrstündige Fahrt an die Südküste der Gaspésie vergeht wie im Flug.

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das Örtchen Advocate

Run & hike zum Roggelskopf

Schon mal was vom Roggelskopf gehört? Macht nichts, wir auch nicht. Zumindest bis vor zwei Monaten, als wir einen Aufstieg wegen Schlechtwetter und Schneefallgrenze um 2.000 Meter Seehöhe absagten. Auf der Landkarte fiel uns ein kurzer Weg vom Klostertal zum Formarinsee auf, und irgendwo gleich daneben lag ein Gipfel: der Roggelskopf.

An diesem prächtigen Frühherbstsonntag verließen wir das Auto beim Schwimmbad in Braz (720 m). Mit leichtem Rucksack und Laufschuhen starten wir in den Trailrun, werden aber bald durch die Steilheit des Karrenweges eingebremst. Kurve für Kurve dauert der hochprozentige Anstieg an, und das auf einem nicht ganz so leichtem Untergrund aus losem Schotter und sandigem Kies. Der Wanderweg in Richtung Masonalpe zieht sich, viele Höhenmeter klettern wir hinauf. Erst nach dem wir das Plateau des Mason von Westen erreichen, ebnet sich der Weg ein.

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oberhalb der Masonalpte, rechts der Roggelskopf

Dieses Teilstück ist vielleicht der beste Teil des Trails, da es auf einem schmalen Alpenweg auf und ab dahin geht. Hier ist es nun besonders warm, da kein Schatten-spendender Wald zur Verfügung steht. Wir passieren die Mason-Alpen oberhalb und laufen weiter gegen Osten und ansteigend, bis uns die Westwand des Roggelskopf geradezu einlädt. Der einfache, etwas rutschige Weg geht im Zick-Zack den Geröllhang bis zur Scharte hinauf, dann entlang und unterhalb der Wand bis zu einer Rinne, die mit einem Stahlseil versichert ist. Rasch klettern wir hoch zum Vorgipfel, dann noch fünf Minuten Blockfelsen, bis wir oben sind (Gipfel Roggelskopf, 2.284 m). Schöne Blicke in alle Landschaften Vorarlbergs, besonders die Rote Wand lacht uns an.

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Gipfelblick über den Vorbau Richtung Verwall

Der Abstieg folgt der Aufstiegsroute, nur ein bißchen schneller, aber vorsichtiger. Insgesamt ein schöner Weg mit gut 1.500 Höhenmeter Aufstieg, eventuell auch mit einer Kombination und Aufenthalt auf der Freiburger Hütte.

2222 – Trailrun zum Rappastein

Will man trotz schlechten Wetters in die Berge gehen, bietet sich ein Trailrun auf den Rappastein an. Trotz tiefschwarzem Himmel geht’s von Steg ins obere Saminatal (das untere Saminatal kennen wir ja schon von der Biketour übers Mattlerjoch), auf breitem Güterweg vorbei an der Alp Valüna und der Alp Gapfahl zum Rappasteinsattel. Hier erhascht man schon einen kurzen  wunderbaren Ausblick auf Rheintal, Alpstein und Bodensee. Danach geht’s wieder über recht rutschige Felschen, aber mit Seilen versichert, auf einen großen Grasrücken. Und da wir im Lichtenstein und nicht in der Schweiz sind, gibt es auch ein richtiges Gipfelkreuz auf 2222m Höhe.

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Bravo. Und eine wunderbare Aussicht, wenn da nur nicht so viele dunkle Wolken wären. Abwärts führt der Weg dann als Singletrail bis zum Alpetli nach Steg.

Blick aufs Rheintal

Eine nette Tour bei schlechtem Wetter, die bis zur Alp Gapfahl mit dem Bike gut zu machen wäre.

Apropos nett: http://www.youtube.com/watch?v=3eZuRfyJ1B4

Trailrun auf die Wangspitze

Der Samstag war überaus verregnet, und Beate im 24-Stunden-Dienst. Das Blatt wendet sich in der Nacht. Es bleibt dicht bewölkt und kühl, aber trocken, und Beate hat einen ruhigen Dienst. Für eine alpine Klettertour wie am Donnerstag doch zu unsicher, ziehen wir die Laufschuhe an. Von Buchboden (890 m) geht es im Laufschritt nach Bad Rothenbrunnen und dann weiter hoch zur Gadenalpe (1.317 m).

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Die Wangspitze

Wir fühlen uns sehr locker und laufen weiter. Wanderer springen bestürzt zur Seite. Bald ist die Matona-Alpe (1.673 m) erreicht, die wir im Winter bei Skitouren wie auf den Misthaufen links liegen lassen. Hier ist der Weg gewöhnlich etwas feuchter, und die Kühe sind neugierig. Laufstöcke sind da immer gut. Am Wangsattel oben ist das Panorama schon sehr lässig, und ein paar Minuten später auf der Wangspitze (1.877 m) noch schöner. Wir sehen die Südwestkante des Schönegg vom Donnerstag-Trip. Das Mutterwang-Joch vom letzten Jahr. Das Zafernhorn unmittelbar gegenüber von uns. Die Klesanza-Alpe im nächsten Paralleltal, dahinter die Kellaspitze, die Gamsfreiheit allerdings nur in dichten Wolken.

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die letzten Meter zum Gipfel

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und schon am Trail abwärts – dahinter der westliche Gadener Bogen

Herunter dauert die Strecke nur die Hälfte, auch wenn wir im oberen Teil vorsichtig zu Werke gehen. Die Temperatur ist ideal für’s Laufen, wir hüpfen wie Gazellen. Sehr, sehr lässig, das Berglaufen im Gadental!

Review: Asics Trailrunning Schuh Gel-Trabuco 14 GTX

Nach langem Hin und Her habe ich mich für einen Nachfolger des Salomon XA Pro 3D Ultra GTX Trailrunning Schuhs entschieden. Die Gründe für den Wechsel sind vielfältig, liegen aber vor allem in zwei Faktoren begründet:

  • die Sohle ist leider recht schnell abgerieben und im nassen Gelände hat man oft nicht besonders viel Halt
  • durch die Konstruktion der Schutzkappe vorne kommt es nach ein paar hundert Kilometer Laufleistung zu einer Sollbruchstelle unmittelbar hinter dieser Schutzkappe an beiden Seiten des Schuhs. Reparaturen mit Naht und Zeltstoffkleber hielten nur Wochen. Durch diese 1-2 cm großen Risse dringt Feuchtigkeit / Nässe ein, sodass der Schuh und damit die Füße sehr schnell nass sind.
Asics Gel-Trabuco 14 GTX

Gel Trabuco 14 GTX von Asics

Der neue Schuh kommt von Asics (Gel Trabuco 14 GTX) und ist etwas anders aufgebaut als das Modell von Salomon. Der Trabuco ist nicht so steif, vermittelt aber dennoch genügend Festigkeit für wildes Terrain:

  • zwei Mittelsohlen für einen extra-Schutz des Mittelfusses (mein Kaufkriterium!)
  • vorne eine Schutzplatte gegen spitze Objekte von unten
  • gröberes Sohlenprofil

Das Material der Sohle soll noch abriebfester sein als das Vorgängermodell (mal schauen, wie lange diese Sohle hält). Der Trabuco bietet außerdem innen ein spezielles Innenfutter, welches sich noch exakter an die Fußform anpasst. Bei meinen Füssen ist das nicht unwichtig. Bin gespannt, ob es sich auch nach Monaten noch anpassen kann, wenn der Fuß nach Stunden der Belastung anschwillt und mehr Raum im Schuh benötigt. Ich habe mir den Schuh eine halbe Nummer größer gekauft als meine Straßenschuhgröße, um eben etwas Luft für den angeschwollenen Fuß zu bieten.

Im Fachhandel kostet der Schuh rund 125 Euro und somit in der Preisklasse des Salomon Trailrunning Schuhs. Auf Amazon habe ich den Trabuco 14 GTX sogar um 99 Euro entdeckt!. Wer genauere Beratung benötigt, kann sich auch an den Asics-Fachberater Sascha von Ben’s US Sports & Wear wenden (hier die Kontaktdaten).

Literatur zum Lauftraining

Auch das braucht es – Literatur für die Fortbewegung. Beate und ich haben uns schon einige Fachtitel angesehen, die wir als Ratgeber für die Gestaltung unserer Trainingseinheiten nützen würden, aber viele waren einfach zu unübersichtlich und in der Praxis zu komplex bzw. keine Hilfe. Laufsport ist für uns so etwas wie der Mittel zum Zweck – Fitness für lange Skitouren und längere Alpintouren aufzubauen. Umso mehr interessiert uns der Bereich des Ausdauersports, und da kommt der Marathon ins Spiel. Auch wenn wir kaum Wettbewerbe laufen, so ist diese Streckenlänge ein Gradmesser unserer Fitness.

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Das große Buch vom Marathon

Ein sehr schöner Titel, den ich mit Nachdruck weiterempfehlen kann, ist Das große Buch vom Marathon.Mit diesem Fachbuch hat man sämtliche Info, die für ein systematisches Training für den Laufsport notwendig sind:

  • Grundlegendes zum Laufsport im Fitnessbereich
  • Laufstil
  • Ernährung
  • Gesundheit und Verletzungen
  • Trainingsanleitungen und ausführliche Trainingstabellen
  • Fallbeispiele
  • Tipps und Tricks für spezifische Wettbewerbe

Für mich habe ich sehr viele Ideen aufnehmen können. Gut finde ich auch die Trainingstabellen, die auch eine Rolle bei der Motivation im Training spielen können. Wir können es nur weiterempfehlen!

Über den Walserkamm zur Tälispitze

Der Föhn hielt die Regenwolken ab, da machten wir uns auf ein schon öfters anvisiertes, aber wegen Schlechtwetter verschobenes Laufprojekt: den Walserkamm. Vom Furkajoch (1.760 m) liefen wir hoch zum kleinen Sattel zwischen Pfrondhorn und Löffelspitz. Das Pfrondhorn (1.949 m) nahmen wir als erstes mit, drehten hier aber um und kreuzten am Grat zur Löffelspitze (1.962 m). Diese Teilstrecke ist kaum für Trailrunning geeignet, wie auch viele andere Teilstücke direkt am Walserkamm – zu eng, zu steil, zu abschüssig.

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In einer flachen Passage nach der Löffelspitze

Von der Löffelspitze ging es über eine Mini-Kletterpassage hinüber zur Muttabella (1.935 m). Dieses Auf und ab zwischen den Gipfeln war recht anstrengend und dominierte die erste Hälfte des Laufes. Von der Muttabella ging es weiter zur Gehrenspitze (1.871 m) und über die weiter entfernte Melkspitze (1.935 m) zum Wendepunkt, der Tälispitze (2.000 m).

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unsere Walserkamm-Runde

Ab der Tälispitze konnten wir so richtig im Tempo laufen, zunächst hinunter zum Alpenheim Gaßner (1.562 m). Wir umrundeten nun sämtliche vorangegangen Erhöhungen in weiten Bögen (Plansott Alpe, Scheffs, Sentum Alpe), bevor wir wieder auf die Löffelspitze aufstiegen. Nach gut fünf Stunden Laufen, Gehen und kraxeln kamen wir wieder zum Furkajoch. Schön war’s, das Wetter hielt, und zuhause wartete ein feines Sofa für eine kurze Rast.

Tipp: Die rund 20 Kilometer sollte man nicht unterschätzen. Besonders bei nassem Wetter oder frischem Schnee kann der Weg am Grat durchaus heikel werden!

Durch den Canyon von Verdon

Nach unserem ersten Tag am Meer bei St. Raphael verabschiedeten wir uns schon wieder ins Hinterland der Provence mit einem genauso fantastischen Ziel: der größten Schlucht Europas. Am Nachmittag durchfuhren wir die Schlucht von Verdon mit dem Bus, am Abend liefen wir am Lac du St. Croix an ihren Ufern, und am nächsten Tag wollten wir alles vom Radsattel aus betrachten.

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Lac du St. Croix

Auch die Nacht verbrachten wir am Ufer des künstlich angelegten Sees, in guter Nachbarschaft vier weiterer Wohnmobile (1xCH, 1xD, 2xF). Die Kleinen des Schweizer Paares inspizierten unangekündigt unseren Bus und waren begeistert.

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ein Abend-füllender Lauf am See

War der Canyon von Verdon noch am Nachmittag wolkenlos, verhüllten dichte Wolken die höchsten Bergspitzen am nächsten Morgen. Wir fuhren trotzdem los, ahnten Regen, bekamen aber einen Platten. Die Rennrad-Runde führte uns durch mittelalterliche Dörfer, entlang hunderte Meter hoher Abgründe, über sanfte Täler und wilde Hochmoore. Dazwischen gab es fantastische Tiefblicke, genüsslichen Kaffee in einer lokalen Bäckerei sowie eine abschließende Crepe im Künstlerdorf Moustiers St. Marie.

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Auguines

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Trigance

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der Canyon von Verdon

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Moustiers

Zusammen mit der Runde am Col de Turini war diese zweite Rennrad-Ausfahrt ein voller Erfolg. Die Straßen angenehm, der Routenverlauf attraktiv, und kaum Verkehr auf dem Weg! Die rund 95 km und 1.800 Höhenmeter sind Rad-Genuss pur! Nach einem erfrischenden, aber notwendigem Bad im See (nun in einem kurzen Schauer) folgten wir wieder dem Ruf des Meeres und fuhren gegen Südwesten in die Buchtenwelt um Marseille.

Mit dem Rennrad um die Verdon-Schlucht

die empfehlenswerte Rad-Runde

Der genaue Routenverlauf der Etappe um die Verdon-Schlucht findet sich auch im Buchtitel “Rennradfahren in den französischen Alpen: 20 ausgewählte Touren – Mit Routenkarten und GPS-Daten“ detailliert beschrieben.

Herbstwoche in der Provence

Das war nun dringend notwendig, nachdem sich das Wetter eingetrübt hat und wir in Arbeit zu versinken drohten: eine Woche voller Outdoor-Aktivitäten in der französischen Provence! Schwerpunkt dieser Reise mit unserem Büssle (vergleiche 2009 Briancon, 2009 Wallis, 2010 Perigord) lag beim Rennrad und dem Klettern:

Die einzelnen Berichte vorwegnehmend, eine sehr sehr lässige Woche! Vor allem das Klettern am Meer hat uns unheimlich getaugt, die Gegend insgesamt ist klasse! Das Essen nicht zu vergessen, und den Flair der französischen Städte (Monte Carlo, Marseille, Nimes) und Dörfer (Sospel, Trigance, Moustiers, …).

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Lugano und sein See

Gestartet sind wir in diese Herbstwoche mit einem ausgedehnten Lauf am sonnigen Ufer des Lugano-Sees im gleichnamigen Ort. Das Wetter war so angenehm, dass die halbe Stadt auf der Ufer-Promenade den Nachmittag verbrachte. Wir ließen uns es nicht nehmen, die Runde mit einem Sprung in den See abzuschließen. Erfrischt ging es an Mailand und Genua vorbei entlang des Mittelmeers bis nach Sospel (F) an der französisch-italienischen Grenze.

Berglauf auf den Altmann

Trotz Nachtdienst konnte Beate nicht widerstehen und musste bei diesem Sonnenschein sogleich hinaus. Es sollte “etwas Lockeres” sein. Die Wahl fiel schnell auf einen Berglauf von Wildhaus / Talstation Bodenalplift (1.084 m) zum Altmann (2.435 m).

Tesel

Blick ins Tesel

Der erste Teil des Weges schlängelt sich durch das Flürentobel auf ein kleines Plateau, welches vom Wildhuser Schafberg und dem Gulmen eingezwickt wird. Der Tesel ist genauso fein zu laufen wie er aussieht. Ab hier steigt der Weg wieder etwas steiler und meist in Serpentinen hoch zur Creialp, und dann weiter zum Zwinglipass (2.011 m). Der Weg ist auch hier gut zu laufen, allerdings ohne den schützenden Wald des Flürentobels schon recht warm.

durch das Tesel hinauf zum Zwinglipass

schöner Laufweg hinauf zum Zwinglipass

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Altmann und Steinböcke von Südosten

Die weitere Route führt südlich unterhalb des Altmann vorbei, manchmal schon in etwas unwegsameren Gelände, so dass ein Laufschritt nicht immer oder sehr umständlich möglich ist. Den am Weg grasenden Steinböcken waren wir jedenfalls laufend oder gehend recht wurscht. Der letzte steile Anstieg zum Altmannpass ist ein bisschen schottrig, aber durchaus laufbar. Hier begegneten wir dann doch mehr Wanderer, die meist vom nicht weit entfernten Säntis über den Lisengrat herüberwanderten.

Hundstein und Fälensee

Hundstein (links) und Fälensee

Vom Altmannpass gelangt man von Nordwesten aus in einfachster “Kletterei” über einen markierten Trampelpfad und speckige Felsen in wenigen Minuten zum Gipfel. Die Aussicht ist aber fantastisch. Vor allem beeindrucken die schmalen Grate, die parallel nach Norden den Alpstein zerfurchen. Ein ideales Gelände für weitere Bergläufe, denn das Wegenetz ist recht dicht. Aber auch die Alviergruppe (RosswiesHurstAlvier) und die Churfirsten (u.a. SelunBrisi) können bestaunt werden.

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Altmann von Südwesten

Grat zum Schafbergsattel

Grat zum Schafbergsattel

Der Rückweg erfolgte dann über den Grat nach Südwesten zum Schafbergsattel. Hier gingen wir im Schritttempo bis wir das unangenehme Geröllfeld unterhalb des Schafbergs passiert hatten. Von da an ging es wieder etwas schneller durch das Flürentobel zurück zum Parkplatz in Wildhaus. Eine recht empfehlenswerte Runde, sowohl für Läufer als auch Wanderer. Wasservorrat nicht vergessen!

Einmal um’s Bödele

Was tut man, wenn das Wetter schlecht und beide frei haben? Einmal um’s Bödele laufen und im Anschluss gemeinsam kochen. Es gab Polenta mit Pilzen, Bergkäse darüber. Der Lauf selbst war fein, mit 21 km und rund 1.000 Höhenmetern Aufstieg passend für den Vormittag. Die großen Touren kommen noch, wenn es das Wetter will… und damit fällt diese Runde schlicht unter die Kategorie “Training”.

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super gsi!

Sturm und Regen nach Arroyo

Heute war das Wetter immer noch nicht Boulder-tauglich. Macht nichts, wollte schon länger ein größere Runde im Laufschritt drehen. Blacky hielt sich die 35 km tapfer und meinte am Schluss, er hätte noch was vertragen. Naja, im Garten ist er dann gleich einmal eingepennt. Die Strecke verläuft schön zunächst über einen kleinen Berg nach Bustidono, dann dem jungen Ebro entlang zum Embalse del Ebro bei Arroyo, später entlang des Sees nach Arija, und von dort einen Stich hinauf nach Santa Gadea.

Arroyo am Embalse de Ebro

35 km, 400 Höhenmeter

Laufausflug im Wolkennebel

Die Laufausflüge nehmen kein Ende. Kein Wunder, gibt es hier noch viele Strecken zu entdecken. Heute war es im Nieselregen schlecht zum Bouldern, aber schön zum Laufen. Die Nachmittagsrunde war eine Strecke über mehrere kleine Anhöhen zur winzigen Ortschaft Quintanilla de Rucandio, schon in der Provinz Cantabria. Oft war man in dichte Wolken gehüllt, die Wälder entlang der Strecke sahen sehr “verwittert” aus.

Rucandio

23 km, rund 400 Höhenmeter