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Karakol: die besseren Jahre liegen in der Vergangenheit

Veröffentlicht am | 21. October 2010 | 2 Kommentare

Von Bishkek kommend zeigt uns Sergei die kirgisische Provinz. Der große Issy-Kül ist mehr als 100 km lang und an seiner breitesten Stelle über 60km weit. Das imponiert, genauso wie die an Geldmangel leidende Provinz – weniger Schulen, schlechte Infrastruktur, korrupte Verkehrspolizei. Ein paar Dörfer versuchen sich als Badeort, aber die letzten Unruhen im Land haben das Sommergeschäft vermasselt.

Kirgistan

In Kirgistan gibt’s auch Steppe

Kirgistan

Herbst am Land

Karakol, am östlichen Ende des Sees, ist das touristische Zentrum der Region. Aber vom Tourismus sieht man nicht allzu viel, zumindest Ende September nicht. Im Sommer, so versichert man uns, sei das anders. Wir sahen keinen anderen Touristen während unserer gesamten Zeit in Kirgistan (ca. 12 Tage). Karakol ist ein großzügig angelegte Stadt, ohne wirkliches Zentrum, mit ein-zwei größeren Verkehrsachsen, über die LKWs und Taxis rüttelnd fahren. Schlaglöcher sind in ganz Kirgistan ein Dauerthema. Hier in Karakol mag man sie ganz besonders, denn ihre Vermehrung wird nicht weiter eingeschränkt.

karakol

Die Häuser sind keine Schönheiten

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Die russischen Kirchen trotzen den Zeiten

In Karakol ist der Herbst eingetroffen, in den Parks gelbe Blätter von Birken und Linden, und auf den Feldern ist Kartoffel- und Zwiebelernte. Am Abend wird’s schon kühl, aber wir haben mit dem Wetter stets Glück: Sonne, etwas Wolken, selten Wind, nie Regen. Die Leute haben sich schon in Mäntel gehüllt, die Alten tun das in Trachten, die Jungen in modischen Polyester-Jacken, made in China. Vieles kommt hier aus dem östlichen Nachbarstaat, Thermoskannen und Spielzeug, Haushaltswaren und Kleidung. Viel Ramsch, aber wenn das Geld knapp ist, dann siegt der, der am billigsten ist.

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Kartoffelernte

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Brotverkauf im Bazar

Geld ist auch in Karakol Mangelware. Viele Gebäude, Fabriken und Plätze verfallen, ohne das jemand einen Finger krümmt. Essentielles wird notdürftig repariert, Secondhand ist hier populär. Wir kommen uns mit unserer Ausrüstung etwas deplaziert vor, aber nicht unwohl. Karakol ist eine Stadt, in der wir frei spazieren können. Wir sind eine temporäre Erscheinung, mehr nicht. Denn uns zieht es auf den ersten Berg, zum Peak Prjevalsky, südlich der Stadt. Karakol ist sehenswert, weil es ein schönes Beispiel ist, in welcher Lage die gesamte Region sich befindet. Es gibt keine Sehenswürdigkeiten, und das ist das Sehenswürdige.

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Moschee mit dem Tien Shan Gebirge im Hintergrund

Kommentare

2 Responses to “Karakol: die besseren Jahre liegen in der Vergangenheit”

  1. Hochtour auf den Peak Prjevalsky : super gsi
    October 22nd, 2010 @ 06:03

    [...] Karakol aus ging es zu einem ersten bergsteigerischen Höhepunkt unser Zentralasien-Reise – zum Peak [...]

  2. Zentralasien in Sichtweite: Peaks & Treks : super gsi
    October 24th, 2010 @ 09:22

    [...] im östlichen Kirgistan (Karakol), u.a. mit der Besteigung des Karakol Peak (5.216 m) und des Peak Prjevalsky (4.273 [...]

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