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Berner Oberland: Mönch

Veröffentlicht am | 10. July 2010 | 6 Kommentare

Als ersten Gipfel unserer Hochtouren-Woche im Berner Oberland (siehe auch Kandersteg) haben wir uns den Mönch (4.107 m) ausgesucht. Liegt der doch so nah an der Mönchsjochhütte (3.627 m) und ist daher ideal als Akklimatisationstour geeignet.

klein-scheidegg

Klein Scheidegg, Touristenmagnet par excellence, dahinter die Eiger Nordwand

Die Anreise war am Vortag wenig anstrengend, aber teuer gewesen. Mit der Jungfraubahn ging es flott von Lauterbrunnen über Klein Scheidegg auf die Höhe von 3.464 m. Von dort erreicht man recht bequem über eine Schneepiste in 45 min die oben genannte Mönchsjochhütte, unser Quartier für drei Nächte.

Anmarsch zur Mönchsjochhütte

Dichte Wolken am Weg zur Mönchsjochhütte

Die Hütte selbst bietet nette Lager, eine gute Küche, eine sehr nette Rezeptionistin/Köchin (Vroni aus Mels) und ein internationales Publikum. Ein Negativpunkt war allerdings der Wassermangel: kein Trinkwasser bzw. Wasser zum Waschen (Zähneputzen, Gesicht waschen) verfügbar.

trugberg

Die Sonne zeigt sich kurz, und einen schönen Grat zum Trugberg, Blick von der Mönchjochhütte

Nach der ersten Nacht auf der Hütte ging es also auf den berühmten Mönch. An diesem Morgen (gemütlich um 6.30 gestartet) hatten wir es noch mit schlechten Wetter zu tun – dichte Wolken um 3.700 m Seehöhe, dazu starke Böen. Am Vortag hatten wir den Einstieg schon lokalisiert, und so hatten wir zuerst keine Orientierungsschwierigkeiten. Nach den ersten Metern im Fels mussten wir die Flanke des Grats wechseln – der einzige Irrläufer dieser Tour. Ab hier hieß es Klettern im Fels in Schwierigkeit II. Es folgte eine steile Firnpassage, und darauf nochmals eine Felspartie, nun aber schon mit Steigeisen.

Moench

Schon im Südost-Grat des Mönchs, die Sicht ist miserabel

Die Sicht wurde nicht besser, am Grat selbst hat man ja keine Orientierungsschwierigkeit, man folgt diesem einfach. So auch den Spuren im (festen) Firn, der im oberen Teil nochmals an Steilheit (rund 40°) gewinnt. Der obere Grat ist sehr schmal, aber aufgrund der sehr schlechten Sicht (ca. 5-10 m) hatten wir keine “Tiefenblicke”, was bei manchen Leuten schon mal Schwindel anregt.

Mönch

Die steile Firngratpassage zum Gipfelplateau

Nach zwei Stunden hatten wir den Gipfel zum ersten Mal gekreuzt, und in Richtung Westgrat verlassen. Bei der schlechten Sicht sind wir schlicht drüber und erst nach 10 min und mehreren dutzend Höhenmetern abwärts wieder umgedreht, so wild blies der Wind und die Wolken um uns. Da der Gipfel eigentlich eine große Wechte ist, merkt man nicht gerade viel von ihm.

Mönch Abstieg

Zum Schluss des Abstiegs wird das Wetter deutlich besser, im Hintergrund der Jungfraufirn, der am Konkordiaplatz mit weiteren Gletschern zusammenfließt

Wie auch immer, unser erster Gipfel der Berner Alpen war erreicht, der Abstieg mit einer kurzen Abseilstelle relativ schnell und andere Seilschaften ausweichend erreicht. Wir freuten uns auf mehr, am nächsten Tag stand die Jungfrau auf dem Programm. Wir waren zuversichtlich: das Wetter wurde besser, und unser Know-how vom Felskurs auf der Saarbrückner Hütte gab uns Sicherheit.

Kommentare

6 Responses to “Berner Oberland: Mönch”

  1. Berner Oberland: Jungfrau : super gsi
    July 11th, 2010 @ 20:57

    [...] dem ersten Gipfelerfolg am Mönch hatten wir am nächsten Tag Größeres vor: die berühmte Jungfrau (4.158 m). Bei wesentlich [...]

  2. Berner Oberland: Großes Fiescherhorn : super gsi
    July 12th, 2010 @ 05:50

    [...] der dritten Nacht (siehe Mönch, Jungfrau) auf der Mönchsjochhütte war es Zeit, diese zu verlassen und sich eine neue Unterkunft [...]

  3. Mit dem Mountainbike zum Aletschgletscher : super gsi
    July 13th, 2010 @ 07:42

    [...] Zenbächenhorn. Noch viel interessanter war allerdings der Blick nach Norden über den Gletscher zu Mönch (4.107 m) und Jungfrau (4.158 m), den berühmten Bergen der [...]

  4. Berner Oberland: Konkordiaplatz : super gsi
    July 14th, 2010 @ 06:53

    [...] unseren vier Gipfeln (Mönch, Jungfrau, Großes Fiescherhorn und Finsteraarhorn) mussten wir die Heimreise aus dem Berner [...]

  5. Am Ortler: und plötzlich am Gipfelkreuz : super gsi
    June 28th, 2011 @ 05:43

    [...] dann “plötzlich” vor dem Gipfelkreuz (3.905 m) standen. Irgendwie kam uns das wie am Mönch [...]

  6. Intensive Erfahrung durch einfache Ausführung : super gsi
    August 18th, 2011 @ 12:41

    [...] fast alles um den Berg – die Skitouren in Marokko, der Alpen-Cross mit den Mountainbikes, die Gipfelbesteigungen in den Berner Alpen. Die vielen Stunden, die wir in unsere Ausdauer investiert haben, hunderte Laufkilometer, und [...]

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