Super gsi

Lange Tour zur Bratschenwand

Veröffentlicht am | 16. January 2010 | 1 Kommentar

Nach dem gestrigen Gipfelsieg an den Drei Türmen wollten wir das aktuelle Wetterhoch nicht ungenützt an uns vorbei ziehen lassen. Die Lawinensituation ist immer noch im grünen Bereich, also suchten wir etwas, was man sonst eher meidet. Und da fiel uns ein: die Bratschenwand zwischen Gadental und der Lech.

metzgertobel

Harter Aufstieg im Metzgertobel zum Mutterwangjoch

Zeitig ging es los und wir erreichten den Parkplatz (1 km vom eigentlichen Bad Rothenbrunnen Parkplatz) unweit von Buchboden (884 m) im Großen Walsertal kurz vor 7.00 Uhr. Noch im Dunkeln marschierten wir gegen die Metzgertobelalpe (1.205 m), ein leichter und weitläufiger Anstieg auf der Alpstraße. Einmal erreicht, steigt der Weg nun merklich an, hin zur Unteren Alpschellenalpe. Wir konnten diesen Weg locker im Dunkeln gehen, denn wir kannten ihn schon von einem Bike&Hike Ausflug zum Mutterwangjoch.

Mutterwangjoch

am Mutterwangjoch

Wir wußten also, was uns erwartete, als wir in das Talende einbogen: steile Hänge, Latschenwälder, Felsen, und Bäche. Wie so oft auf den letzten Touren, mussten wir Spur-Arbeit leisten. Einige wenige Abfahrtsspuren waren zu sehen, aber schon teilweise zugeweht. Der Schnee war locker, sehr locker, dass er leicht abrutschte. Wir kämpften uns also hoch, Hügel für Hügel, passierten die Obere Alpschellenalpe (1.682 m) auf deren Höhe weiter links, stiegen hoch zum Wegweiser, der Wanderer im Sommer zur Göppinger Hütte führt.

Bratschenwand

Links: die Bratschenwand

Ab dem Wegweiser war es nicht mehr weit zum Mutterwangjoch, dass wir aber nicht bestiegen, sondern vor dem Anstieg südwärts unsere Spur legten. Es ging über völlig unberührte Hänge, meist pulvrig, manchmal ein wenig harschig, aber schön im Anstieg und recht sicher im Schneeaufbau. Es ging vorbei an gewaltigen Felstürmen immer weiter hoch in ein Kar, dessen Höhen und Becken wir mit unserer Spur schön einfingen. Der letzte Hang war allerdings recht steil, und wir brauchten einige Spitzkehren im teilweise loosen Schnee, um zur Bratschenwand (Nördlicher Bratschenkopf, 2.493 m) zu gelangen. Dort erwartete uns prächtige Fernsicht und die erste Sonne des Tages.

Hohes-Licht

Schon nahe der Bratschenwand, im Hintergrund das Hohe Licht oberhalb der Göppinger Hütte

Die Abfahrt war im erwähnten Steilhang etwas herausfordernd (Harsch brach in Schollen ab, zum Fahren aber ok), und später im Mittelabschnitt konnten wir Vollgas durch Pulver rauschen. Sensationelle Verhältnisse hier bis zum Mutterwangjoch bzw. weiter hinab bis zur Abzweigung des Sommerwegs zur Göppinger Hütte. Die Hänge bis zur Metzgertobelaple waren ebenfalls ok, allerdings ein bißchen schwerer, und wir hatten trotz der Schneetiefe einigen Steinkontakt. Das Schieben zum Parkplatz war zwar mühsam, aber ging auch vorbei.

Feuerstein

Der steile Blick hinab, in der Mitte der Feuerstein

Insgesamt eine längere Tour (Aufstieg 5 1/2 Stunden, 1.600 Höhenmeter, ca. 10 Kilometer Aufsteigsweg), die aber einsam und sehr lohnend war. Bei solchen Verhältnissen wie heute eine dringende Empfehlung! Ansonsten Vorsicht vor den Steilhängen – sehr lawinengefährdet!

tour-route

Die Route in blau

Kommentare

One Response to “Lange Tour zur Bratschenwand”

  1. Bettler Spitze: aus den Augen verloren : super gsi
    January 28th, 2012 @ 23:12

    [...] Unter der Alpe nochmals ein mächtiger Lawinenkegel vom Osthang. Wir entschließen uns, nicht zum Mutterwangjoch hoch zu steigen, sondern auf der sichereren Seite in Richtung Matonaalpe zu gehen. Der Bergnebel [...]

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