Super gsi

Glacier Blanc und der Roche Faurio

Veröffentlicht am | 7. October 2009 | Keine Kommentare

Am vierten Tag unserer Briançon-Woche starteten wir um 8.00 überraschend frisch (die 90km-Bike-Tour spürten wir nicht in unseren Beinen) in die Gletscherwelt des Glacier Blanc im Nationalpark Des Écrins.

Noch im Fels beim Aufstieg unterhalb der Ancien Refuge Tuckett

Am ersten Tag war der Aufstieg vom Refuge Cezanne (bei 1.800 m) über die Refuge du Glacier Blanc (2.542 m) zur Refuge des Ecrins (3.175 m) vorgesehen. Da die Hütte ab Mitte September nicht mehr bewirtet wird, mussten wir Lebensmittel, Schlafsäcke, Kochutensilien und Brennstoff zusätzlich zur Hochtourausrüstung zur Hütte schaffen.

Auf der Moräne nach dem Refuge du Glacier Blanc

Der Weg dorthin war zunächst recht breit und gut befestigt, wurde ab der Mitte schmäler und steiler, bevor er völlig in einen kaum sichtbaren Pfad überging, der sich teils in den Moränen des Gletschers grub, teils auf dem Gletscher selbst seinen Fortgang fand. Da konnten wir zum ersten Mal unser Wissen vom Eiskurs von der Diavolezza anwenden…

Der prachtvolle Glacier Blanc

Ankunft auf der Refuge des Ecrins

Nach rund 4,5 Stunden waren wir oben, und fingen sofort mit dem Schmelzen von Schnee für die Gewinnung von Wasser an. Nach mehreren 2l Töpfen, Suppe und Nudeln ging uns dann der Sprit aus, von uns an hieß es Wasser mit Hilfe der Sonne gewinnen.

Neben der Wassergewinnung war das Sonnenbad eine Freizeitbeschäftigung auf der Hütte

Beate hoch über dem Gletscher

Die Hütte selbst war sauber, aber ziemlich kalt (keine Heizung), und hatte draußen ein Plumsklo. Auch das Wasser zur Reinigung musste mühevoll über den Schmelzvorgang gewonnen oder vom tropfenden Dach gesammelt werden.

Im Osten geht die Sonne auf, aber wir sind schon weit von der Hütte entfernt

In aller Frühe stießen wir am nächsten Tag im Schein de Stirnlampen über den Gletscher zum Roche Faurio (3.730 m) vor, ein schöner Gipfel mit einigen steileren Gletscherpassagen, die aber nie über 40 Grad Neigung gingen. Am Schluss wartete eine kleine Felskletterpassage auf uns, bevor wir uns auf dem bis dato höchsten Gipfelsieg freuen konnten.

Der Aufstieg zum Roche Faurio (Spitze direkt über dem Rucksack von Beate)

Auf dem Nebengipfel des Roche Faurio (im Hintergrund)

Den Rest des Tages verbrachten wir wieder auf der Hütte, die Sonne genießend, Schnee schmelzend, mit unseren Essensvorräten haushaltend. Am Nachmittag kam dann eine Einheit französischer Gebirgsjäger zu unserer einsamen Unterkunft dazu, da gab es dann bei Wein einige Geschichten auszutauschen.

Den geplanten Aufstieg zum Dome de Neige des Ecrins (4.011 m) mussten wir um 04.00 früh aufgrund von Schlechtwettereinbruch am Gipfel absagen und stiegen um 05.00 über den Glacier Blanc zur Refuge Cezanne ab. Schade, wir hatten uns auf diese Herausforderung gefreut, aber bei Nebel im steilsten Teil des Hanges umgeben von Seracs machte das keinen Sinn.

Nach einer Frühstückspause beim Auto und dem Verdauen der Enttäuschung machten wir das Beste daraus und steuerten den nächsten und besten Klettersteig der Woche an: die Via ferrata de Freissinières.

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