Super gsi

Von Ebnit nach Mellau über’s Firstgrat

Veröffentlicht am | 29. August 2009 | 2 Kommentare

Was macht man, wenn das Wetter schlecht und Beate nicht zuhause ist? Laufen gehen. Statt die übliche Runden (Höhenweg, Karren etc.) abzulaufen, mußte mal was Abenteuerliches her. Gesucht, gefunden: Trailrunning von Ebnit (Museumsstüble, ca. 1.000 m) entlang der First-Spitzen nach Mellau.

Start in Ebnit

Das Wetter war wirklich miserabel – es schüttete, Schlicht war schlecht, aber dafür kein einziger Wanderer! Los ging es vom Museumsstüble im Ebnit zunächt einige Höhenmeter hinunter zur Ebniter Ache und dieser dann entlang Achain Alpe (diesen Wegabschnitt kannte ich noch von unserer Dümeli-Tour). Hier war der Weg noch breit und die Steigung angenehm.

Ganz anders dann der Anstieg über die Wiesberg Alpe zum Grat: Wege verwachsen, hüfthohes Gras, kaum Tritte, tiefe Löcher (Kühe) mit Wasser gefüllt, Schlammpartien. Ab hier hatte ich meine Laufschuhe (Salomon XA Pro 3D) schon voll mit Wasser, die Pflanzen gaben einfach alles an mich ab. Der Weg verlor sich des öfteren, und der Aufstieg im Schritttempo wurde zur Orientierungsübung. Hier hatte ich auch meine erste von drei Begegnungen mit Gämsen. Diese kamen rund 5 Meter vor mir aus dem Wald, waren gleich überrascht wie ich, und zogen davon. Bei denen schien das Laufen leichtfüssiger.

Fantastisches Panorama am Alpkopf

Irgendwann kam aber doch der hier breite Rücken (gegen Süden gelangt man zum Hohen Freschen), ich fand den Weg und konnte wieder im Lauftempo zur Abzweigung zum Alpkopf (1.788 m) gelangen. Ich wollte den Gipfel unbedingt mitnehmen und musste also gute 100 Höhenmeter vom Weg noch hinauf. Ober hatte ich nur eine Nebelwand vor mir, und der Wind wollte, dass ich meine Wollmütze aufsetzte.

Der schmale Grat zum Hangköpfle

Die Gratwanderung vom Alpkopf über die Salzböden bis zur Mörzelspitze (1.830 m) ging – je nach Wegbeschaffenheit – schnell oder sehr langsam. Mit den gleichen Schlammpassagen hatten wir es schon vor Jahren bei einer Radtour über das Mellental zur Unterfluhalpe zu tun gehabt. Die Orientierung war gar nicht leicht im Nebel, der Regen ließ nicht nach (auch die Ziegen versteckten sich unter’m Dach), und meinen Hände wurde die Fahrradbräune der letzten Wochen abgewaschen. Irgendwann waren sie schon richtig taub vor Kälte, also die Handschuhe rauf.

Irgendwo da unten sollte die Alpe Weißenfluh sein

Schneller als gedacht kam ich dann zum Firstgrat und zum Steig Richtung Hangköpfle. Der Grat war ein bißchen ausgesetzt, aber wenn man vorsichtig ging, dann kann hier sehr wenig passieren. Die Hangspitze (1.746 m) fiel wenige Minuten später. Der lästige Abstieg bis zur Dosegg Alpe (1.004 m) war eine Rutschpartie ohne Ende, aber der Regen war verschwunden und ich nur noch von den Knien abwärts nass, dafür aber ordentlich. Die Dosegg Alpe markiert auch den Weg zurück zur Zivilisation, ist ab hier wieder ein breiter Forstweg, später eine asphaltierte Straße bis ins Ortszentrum von Mellau angelegt (688 m). Um fünf Minuten hatte ich alles verpasst: den Bus, die Bäckerei, den Spar. Dennoch: irre Runde, eine Spur Abenteuer, aber besser bei trockenem Wetter, trotz prima Undershirt und hervorragender Jacke von Crafts.

Kommentare

2 Responses to “Von Ebnit nach Mellau über’s Firstgrat”

  1. Braunarlspitze mit Fernsicht : super gsi
    October 20th, 2009 @ 22:18

    [...] dem gestrigen Traillauf Ebnit-Mellau und Schlechtwetter war das heutige Solo-Vorhaben (Beate weilte mit Rest der Familie immer noch in [...]

  2. Diffuser Aufstieg zum Guntenkopf : super gsi
    December 5th, 2010 @ 21:37

    [...] Der Aufstieg zur Waldalpe (1.124 m) gestaltete sich allerdings schwierig: keine Spur mehr, dichter Wald, und zwei Ortsunkundige. Irgendwann wurde es dermaßen steil, dass wir die Ski abschnallten und unser Heil in einem Fußmarsch durch steiles Waldgelände suchten. So kamen wir wieder auf so etwas wie einen Weg, dann zur Waldalpe und so zu unserer ersten Pause. Die Fortsetzung über Almwiesen und Waldstücke meisterten wir dann ohne Probleme, und bewegten uns über einen steilen Hang bis zur Oberen Guntenalpe (1.578 m) hinauf. An den Südhängen waren schon ausgeprägte Hangrutsche zu beobachten. Von der Alpe war es dann nicht mehr weit zum Guntenkopf. [...]

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