Surf-Versuche (3) – Träume in Uruguay
Veröffentlicht am | 21. June 2006 | Keine Kommentare
Unsere Jagd nach Wellen setzte sich in Uruguay fort. Wir wußten, es gab wenig Anlaß zur Hoffnung, denn der Atlantik lag fast schon hinter uns, wir kamen in die riesige Bucht des Rio de la Plata, die so groß ist, dass das andere Ufer einfach nicht zu sehen ist. Hier vermischt sich das Süßwasser mit dem Atlantik und bildet ein einzigartiges Habitat für Meerestiere.
Wir haben Montevideo passiert, die Hauptstadt Uruguays, haben aber nie einen Fuß in das Wasser dort gesetzt. Irgendwie mag das mit der Industrie dort zusammengehängt haben… Naja, auf jeden Fall überraschte uns dafür Colonia umso mehr, 200km weiter westlich von Montevideo. Es überraschte uns mit allem, nur nicht mit idealen Surfbedingungen.
Für alle Oldtimer-Fans ist Havanna auf Kuba wohl die erste Adresse, aber Colonia hat auch einiges zu bieten. Die Sammlung an alten Vehikeln ist riesig. Ein Restaurant bot sogar einen Tisch in einen dieser Fahrzeuge an… Für den passionierten Surfer ist das natürlich langweiliges Beiwerk; für den entspannten Reisenden aber eine Destination, in der man es bald eine Woche aushalten könnte.
Aber ein Surf ist de facto nicht vorhanden in Colonia. Das Beste, was sich am Strand tun läßt, ist sonnenbaden, fischen oder segeln. Alles gut und recht, und für Kinder geradezu ideal, weil es sich mehrere Hundert Meter in den Fluss hinausspazieren läßt. Wir hatten Spaß, und uns gefiel der Ort sehr. Wir vergaßen zeitweilig sogar das Surfern, und doch kehrte der Gedanke in stillen Momenten am Strand wieder: ist es wirklich so schwierig, ein gutes Plätzchen zum surfen zu finden?
Zwei Wochen späger landeten wir in Vina del Mar, Chile, und wieder waren wir enttäuscht: von wegen surfen. Die Wellen viel zu hoch, viel zu steil und viel zu kurz. Wer da surft, der landet mit dem Kopf geradeaus im Sand.
Das nächste Mal, wenn wir verreisen, und uns ernsthaft um’s surfen kümmern, dann bräuchten wir mehr Zeit, um die Stellen zu finden, die für uns Anfänger geeignet sind. So wie in Costa Rica. Oder vielleicht in Neuseeland…
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