Leavitt Peak: Schneesuche in der Sierra Nevada

Die kurvige Bergstraße (108) führt mich immer tiefer und höher in die Sierra Nevada. Das Auffallendste sind die rost-roten Stämme der riesigen Sequoia-Bäume. Ich muss aufpassen, dass ich mit dem Auto auf der Straße bleibe, so fasziniert schaue ich drein. Die Passstraße wird gegen Ende eng, kurvig und steil. Selten kommt jemand entgegen. Man fühlt sich hier recht weit weg von allem.

leavitt-peak

der Zustieg durch Nadelwälder ist schneefrei

Das gleiche Gefühl habe ich am nächsten Morgen. Der Wecker geht gegen 05.45, und ich schaue zum Fenster hinaus. Der Vollmond geht gerade hinter einem Grat unter. Die Nacht war ohne Vorkommnisse geblieben, den Abend verbringe ich mit Lesen, Schreiben und Essen. Das einsame Leben im Bus ist mir noch fremd. Aber als ich vom Leavitt Peak zum Auto zurückkehre, scheint wieder die Sonne.

leavitt-peak

Latopie Lake

leavitt-peak

Laevitt Peak, Zustieg über SO (li im Bild)

Die Tour auf den Leavitt Peak (3.526 m) ist nicht schwer. Zunächst trage ich die Ski bis zur Schneegrenze, das sind geschätzte 5 Kilometer. Lästig ist hier nur der Bärenspray, der mir vorne am Gürtel baumelt. Von der Schneegrenze geht’s eigentlich nur mit Harscheisen weiter, durch langgezogene Rinnen und Becken, und nicht wie im Guide beschrieben, über einen breiten Rücken. Denn auf diesen hat es keinen Schnee. Die Orientierung ist bei Sicht gut, auch wenn man sich den Weg selbst zusammensuchen muss. Keine Spuren. Beim Latopie-Lake drehe ich gegen den Berg, und über den Südost-Grat komme ich, teils mit Ski am Rücken, um 10.30 zum flachen Gipfel. ‚I connect to the peak‘, wie man so schön in spirituellen Kreisen sagt, blicke um mich. Auch im Süden der Sierra Nevada ist die Schneelage nicht besser. Ich überlege, ob manche Tour besser ohne Ski zu machen ist. Felle ab, und schon im Abfahrtsmodus. Der Schnee ist überraschend gut, und ich bin um Punkt Mittag zum Essen beim Auto. Es gibt Sandwiches.

leavitt-peak

Blick über die Sierra Nevada nach Süden

1 reply

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Nachmittag komme ich zu den Twin Lakes, unterhalb des Sonora Pass, etwas südlich von Bridgeport. Szenen wie aus einem Bilderbuch. Dunkelblaue Seen, wolkenloser […]

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *