Haute Route: Einlaufen zur Schönbielhütte

Noch in der Nacht packen wir alles ins Büssle, fahren in die Schwärze und lassen Claudia als temporäre Hausbesitzerin zurück. Die Straßen sind leer, wir kommen gut voran und schlafen unterwegs am Genfer See für wenige Stunden. Ein Morgenkaffee bringt uns in den Tag, und noch im Morgengrauen parkieren wir in Martigny-Croix am Bahnhof. Wir ziehen unser Dress für die nächsten vier Tage an, packen die Rucksäcke aus dem Auto und schultern die Ski zu den Gleisen. Es geht nach Zermatt, und damit auf die Haute Route.

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am flachen Zmutt-Gletscher

In Zermatt sind die Straßen voll mit Skifahrern, die sich zu den Liften fahren lassen. Wir gehen gemütlich durch die Touristenmeile, genießen die Sonne und kaufen uns nicht gerade billige Einmal-Tickets für die Fahrt zum Schwarzsee (2.583 m). Leider ist der Schnee aus dem Zmutt-Tal verschwunden, so dass wir auf die Seilbahn zurückgreifen. Die Abfahrt zur Stafelalp (ca. 2.200 m) ist kein Genuss, harte Piste eher, dann harschiges Gelände. Erst auf dem Zmutt-Gletscher kommt erstmal hochalpines Feeling auf.

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entlang einer steilen Moräne

Eine einsame Trasse kreuzt den Zmutt-Gletscher zu dessen nördlicher Seite, umrundet ein paar Spalten und folgt der hohen Moräne gegen Westen. Gute vier Kilometer steigen wir in der heißen Mittagssonne gemächlich den Gletscher hoch. Wir biegen etwas später in den Schönbielgletscher nach Norden ein, machen nun etwas steilere Meter und wenden uns letztlich in einem steilen Westhang der Schönbielhütte (2.694 m) zu.

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unsere Strecke am ersten Tag: 8km, 600 Hm

Wir sind die Ersten an diesem Tag, machen es uns gleich einmal auf der Sonnenterrasse gemütlich. Der Tag war wenig ereignisreich, aber wir sind froh um einen etwas ruhigen Beginn. Wir verschlafen den Nachmittag im Lager, holen die kurze Nacht nach. Zum Abendessen kommen wir in die Stube, essen ausgiebig um wieder vor dem Lärmgeschrei zweier bayrischer Tourengruppen ins Lager auszuweichen. Morgen wollen wir unsere ersten Gipfel machen.

matterhorn

das Matterhorn von Norden aus gesehen

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  1. […] Der Wecker geht um 05.00, es ist stockdunkel, unsere Stirnlampen gehen an. Wir müssen uns nicht um andere im Lager kümmern, wir sind allein. Einen Stock tiefer nehmen wir ziemlich wortlos unser Frühstück ein, schleichen langsam, aber schon aufgeregt in den Geräteraum der Schönbielhütte. Binnen Minuten sind wir schon auf den Ski und auf der Abfahrt hinunter zum Zmuttgletscher (ca. 2.500 m), der gestern in der Sonne noch so ein Glutofen gewesen war. […]

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