Grüßen und gegrüßt werden

Es regnet wieder mal im Ländle. Übersetzt heißt das entweder “Trailrunning” auf’s Bödele oder so richtig dreckig werden mit dem Mountainbike. Unter der Woche könnte auch mein Wasserkanister-Trek eine Option sein (dabei fällt mir auf, dass ich wieder einmal etwas zum Thema “Trainingsmethoden” schreiben könnte!). Woraus auch immer unsere Aktivität besteht, es geht hinaus. Und je nach Route treffen wir niemand (Col de Carro), einige (Col de Ferret) oder sehr viele (Karren) andere Freizeit-Akteure.

Mal ganz abgesehen vom Grußverhalten der unterschiedlichen Kulturkreise (manche muss man richtig bitten, ihren Mund aufzumachen), ist es auch hier im Ländle interessant zu beobachten, wie der Gruß beim Sport eine leichte Flaute erlebt, um es höflich zu formulieren. In den seltensten Fällen werden wir zuerst gegrüßt. Oft scheint es, dass unser Gruß fast schon eine Aufforderung auf eine Antwort des Gegenüber darstellt. Wie auch immer, das Grußverhalten fällt auch bei der Ausübung verschiedener Sportarten unterschiedlich aus:

  • Laufen im Tal: spärliches Grußverhalten
  • Trailrunning: schon besser; Wanderer halten sich hier vornehm zurück
  • Mountainbiking: Grüßen unter den MTB-Fahrern wird gepflegt, alle anderen verziehen nicht einmal das Gesicht
  • Rennradfahren: da ist innerhalb dieser Sportlergruppe überhaupt keine Gruß-Solidarität vorzufinden; Ausnahmen bestätigen die Regel; andere Radfahrer werden sowieso übersehen
  • Wandern: unter den Wanderern, im großen und ganzen Ok, wenn es nicht gerade um eine Wandergruppe von mindestens 10 handelt
  • Bergsteigen: auf dem Gipfel alle nett, in der Hütte alle böse
  • Skitouren, Hochtouren: wie beim Bergsteigen; auf dem Weg: sei freundlich zu dem, der deine Spur macht!
  • Langlaufen: sehr praktisch für alle, die nicht grüßen wollen – alle laufen in die gleiche Richtung, und bei einer Spur gibt es kein Überholen…
  • alle Wettbewerbe: anschauen aber nicht reden… kommt wohl auf den Ernst der Lage drauf an!

Im Adventure Journal habe ich einen interessanten Artikel zu diesem Thema des Grüßens gefunden, mit einem schönen Bild, wie sich Radfahrer in zwei Kategorien teilen lassen: die, die grüßen, und die, die nicht grüßen (das Bild habe ich mir von diesem Artikel ausgeborgt):

adventure-journal-18-mph-two-kinds-of-cyclists

rechts die Grußspur, links die gähnende Leere

Große Faustregel: je ausgesetzter und exklusiver der Weg und das Ziel, desto intensiver der Grußkontakt, der in regem Austausch ausarten kann.

Kleine Faustregel: Grüße und du wirst in der Regel gegrüßt

Dritte Faustregel: Wer auch auf einen Gruß hin nicht grüßt, ist entweder knapp am Zusammenbruch oder taub. Meist aber ein asozialer Idiot.

So, und nun wieder hinaus in den Regen!

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