Material-Review vom Tien Shan

Auf unseren Bergtouren im Tien Shan / Kirgistan und Fan Mountains / Tajikistan stand nicht nur unsere körperliche Fitness und bergsteigerische Fähigkeit im Fokus unserer kritischen Analyse, sondern auch unser Material, welches wir durch die Berge schleppten. Einiges der neu gewonnenen (und subjektiven!) Erfahrungswerte möchten wir hier gerne an Interessierte weitergeben.

  • Alpinstiefel: meine Hanwag und Beates Scarpa erwiesen sich als hochgebirgstauglich (wie auch schon im Berner Oberland); sie sind auch recht warm, aber: sobald sie lange im Schnee sind, und irgendwie innen feucht werden, ist es auf 4.000 m Höhe verdammt schwer, die irgendwie wieder trocken zu kriegen. Und das bedeutet, dass sie über Nacht einfrieren! Ich hatte keinen Plastiksack, um sie in den Schlafsack zu nehmen, aber dann werden sie erst recht nicht trocken… Zusätzlich trat das Problem bei den Schnürsenkeln auf, die am Morgen nicht mehr zu binden waren… Für höhere Lagen ab 5.000 m überlege ich, entweder uns Schalenschuhe zu besorgen (Innenschuhe wandern dann über Nacht in den Schlafsack) oder irgendeine Kälte-resistentere Variante.
  • Steigeisen von AlpinAustria: stöckelten trotz Anti-Stol-Platte wieder mal ordentlich bei nassem Schnee
  • North Face Berghose: vom Feinsten, nach 15 Tagen Berg war sie allerdings bereit für die Waschmaschine; nächstes Mal nehmen wir eine zweite, leichte Berghose mit hinauf
  • Merino-Unterwäsche: no stink galt wieder mal…
  • Gamaschen von Black Diamond (Goretex Alpine) waren ihr Geld wert – sehr robust, einfach anzubringen, dicht
Black Diamond Gamaschen
  • Jacke: Caldo Scudo Jacke von Skinfit, sehr warm, winddicht, wasserdicht – einfach ein Traum bei Winden am Grat. Sonst in der Sonne schnell zu warm. Am liebsten hatte ich sie in schattigen Passagen, wo beim technischen Klettern oft Warteminuten entstehen.
scudo caldo von skinfit
  • Handschuhe: hatte endlich die Fitz Roy Handschuhe von Mountain Equipment für mehrere Tage im Einsatz. Wie nicht anders zu erwarten – sehr warm, und mit den obersten Handschuhen am Seil kaum handlungsfähig. Die innerste Schicht aus Fleecehandschuhen hat sich auch beim Klettern recht gut gemacht, wurden aber irgendwann feucht-nass. Trocknen aber schnell.
  • Unsere Schlafsäcke (Alaska 900 von Cumulus): herrlich warm, nie gefroren. Packmass für Daune (1000g 700 cuin, 190cm Länge) recht klein, bei Minustemperaturen bis -20° und einem Gewicht von ca. 1,4kg. Einziger Schwachpunkt: die Reissverschlüsse, die sich gerne im Futter verklemmen. Absolut ein Winterschlafsack. Wir haben die zwei Schlafsäcke auch oft gekoppelt, und stets ganz dünne Inlets (Schmutz, Schweiss) verwendet.

In den nächsten Wochen werde ich hier noch weitere Produktbesprechungen machen, die berichtenswert sind.

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