Transalp 2010 – Tag 3: St. Maria i. Münstertal – La Baita

Nun hatten wir die große Etappe vor uns – nach zwei guten Einstiegsetappen (Tag 1, Tag 2) unserer Transalp 2010 Tour: Von St. Maria über zwei größere Pässe und dann noch einen netten Schlussanstieg ins Valle di Rezzalo. Aber nun mal der Reihe nach.

Von St. Maria im Münstertal (1.375 m) brachen wir recht früh auf – um 6.15 saßen wir schon im Sattel und fuhren die ersten Kehren zum Umbrailpass (2.503 m) hinauf. Die Strecke lag noch im Schatten der umliegenden Berge, es war kalt und bald froren unsere Zehen und Finger. Macht nichts, Kehre für Kehre ging es auf der Asphaltpiste hinauf. Irgendwann wechselte der Belag in feine Naturpiste, aber zum Schluss gab es wieder Asphalt. Wie auch immer, es zog sich, und erst auf den letzten Metern genossen wir so etwas wie Morgensonne mit Blick auf das Stilfserjoch.

Umbrail Pass

Die letzten Kehren zum Umbrailpass

Rasch umgezogen schossen wir schon die vielen Kehren vom Umbrailpass hinab ins Tal, durch Galerien und unbeleuchtete Tunnels, die so schmal waren, dass wir mit unserem Büssle wohl schwer durchgekommen wären. Manchmal musste man einfach ins Stockdunkle einfahren, keine angenehme Sache. Egal, nach unten ging’s, nach Bormio (1.217 m), wo schon das Tal wach war und der Verkehr sich auf der Hauptroute nach Livigno hochquälte.

Umbrail Pass

Steile Abfahrt nach Bormio

Unser Weg führte zunächst über diese lästige, ansteigende Straße nach Valdidentro und dann weiter, aber friedlicher nach Arnoga (1.891 m), eine kleine Alpe im Val Viola. Auf und ab, steil und flach musste wir weiter hinein ins Tal, bevor es scharf bergauf ging zur Alpe Verva (2.156 m). Auf grobem Schotter folgten wir dem Weg unter heißer Sonne zum Passo Verva (2.302 m), unserem zweiten Pass an diesem Tag.

Val Grosina

Auf Schotter Richtung Passo Verva

Die Abfahrt war eine Rüttlerei ohne Ende, erst ab Eita fanden wir feinen Schotter bzw. Asphalt. Die lange Abfahrt hatte Erholendes, und bis Grosio (668 m) fuhren wir 20 km nur abwärts und Vollgas. Leider hatte alles im Tal geschlossen, und so mussten wir doch schon reichlich ausgehungert zunächst dem Tal folgend bis Sandalo (845 m) und später unendlich viele Kehren hoch nach Frontale (1.140 m). Dort, endlich, fanden wir einen kleinen Laden, der geöffnet hatte, und die alte Dame im Geschäft hatte ihre Freude mit uns. Wir mussten aber weiter, auch wenn sie uns noch so gerne auf ein Gespräch bei sich behalten hätte, denn weitere Kehren warteten auf uns bis Fumero (1.499 m).

valle-di-rezzalo

Schon im Valle di Rezzalo

Eine Pause, und dann der Schlussangriff im Valle di Rezzalo zu unserer Übernachtungsmöglichkeit – Refugio La Baita. Auf 1.884 m gelegen war es eine Perle – großartiges Essen, viel Ruhe und ein sehr sympathischer Hüttenwirt Alessandro, der perfekt Deutsch sprach. Wir können dieses Refugio nur empfehlen, und wer mal dort übernachten möchte, sollte unbedingt vorreservieren, denn die Bettenanzahl ist begrenzt. Von dieser langen Etappe (rund 3.500 Höhenmeter und ca. 100 km in Summe) erholten wir uns auf La Baita bestens, und träumten schon vom Tag 4 unserer Tour.

4 replies
  1. benni Bike says:

    Wieso seid ihr runter nach Bormio gefahren?
    Wäre es vom Umbrailpass über Bocceta Di forcola, pedenolo und torrre de fraele nicht einfacher und imposanter gewesen?
    Ich plane genau eure Tour für 2013, eben mit diesem Unterschied und Ende in Riva.
    Habe aber auch 7-8 Tage zeit.

    Danke für euren Super Bericht
    Bennibike

  2. admin says:

    hi Benni,
    wir wollten das Val Viola befahren und zur Alpe Verva hinauf. Damit mussten wir zuerst hinunter ins Tal bei Bormio. Wir hätten auch sehr abkürzen können und gleich nach Süden fahren, um das Tagesziel zu erreichen. Aber damals waren wir noch sehr ambitioniert ;D
    Da wir diese Transalp in weniger Tagen machen wollten als es der Originalvorschlag tut, sind auch unsere Übernachtungsmöglichkeiten anders angelegt worden. Aber diese Etappe ist schon sehr lang geworden, besonders das mühsame Befahren der Schnellstraße von Grosio nach Sandalo war zum Vergessen. Eine Stirnlampe für die dunklen Tunnels nach dem Umbrailpass, falls du dort fahren musst, wären eine Idee (eine ganz leichte – 28g – gibt es z.B. hier: http://www.weit-draussen.eu/Uebernachtung/Beleuchtung/Stirnlampe-Ion.html), dass man dich sieht.
    bis bald
    Mark

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] hatten wir die wildesten Pässe und längsten Tage hinter uns gelassen (Tag 3 und Tag 4), ein prima Frühstück genossen und nun saßen wir auf den Sätteln unserer Räder schon […]

  2. […] der Monster-Etappe von Tag 3 hatten wir einen wahrlich erholsamen Tag vor uns – drei Pässe mit etwas mehr als 2.000 […]

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *